Test: Corsair Force LX 256 GB SSD

Geschrieben von Niklas Ludwig am 24.07.2014.

Corsair Force LX Startbild

Mit der Force LX-Serie richtet sich Corsair primär an Einsteiger und manövriert sich so in Gefilde, in denen sich sonst die 840 EVO-Serie von Samsung heimisch fühlt. Ob die Force LX der EVO Paroli bieten kann und sich somit als Einsteiger-SSD eignet, erfahrt ihr in unserem Test.





Überblick

Während ein Großteil der Hersteller auf Controller von Marvell setzt, schlägt Corsair bei der Force LX-Serie einen etwas anderen Weg ein. Hier kommt der wenig bekannte Silicon Motion SM2246EN-Controller zum Einsatz. Daher ist es interessant zu sehen, wie sich der Controller in den Benchmarks schlagen wird.

Corsair Force LX - Draufsicht Angewinkelt Corsair Force LX - Rückseite

Auf der offiziellen Produktseite wird ein Preis von 154,98 Euro für die SSD veranschlagt, was für ein Einsteiger-Laufwerk recht hoch erscheint. Im Internet finden sich jedoch deutlich günstigere Angebote, in der Regel ist die Corsair Force LX mit einer Kapazität von 256 Gigabyte bereits ab 110 Euro ohne Versand erhältlich
, liegt damit aber leicht über der 840 EVO von Samsung.

Technischen Daten

Speicherkapazität nominell

126, 256 GB & 512 GB

Schnittstelle

S-ATA 6 Gbit/s

Zellentyp

MLC

Controller

Silicon Motion SM2246EN

Preis

Ab 110 Euro (geizhals)

Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)

Lesen 560 MB/s – Schreiben 300 MB/s /

Formfaktor

2,5 Zoll

Abmessungen

7 mm Höhe

Gewicht

50 Gramm

TRIM-Befehl

Ja

Lieferumfang

  • Corsair Force LX 256 GB

Corsair Force LX - Verpackung Corsair Force LX - Stehend

Leistungstest

Bei einem Solid State Drive richtet sich das Hauptaugenmerk vor allem auf die Geschwindigkeit. Schließlich heben sich SSDs gerade dadurch von Festplatten ab und auch untereinander ist dies häufig die einzige Möglichkeit sich von Konkurrenzprodukten zu unterscheiden. Zum Vergleich haben wir die neue Samsung SSD 840 EVO mit 250 GB herangezogen. Diese spielt in etwa in einer Preisklasse mit der Corsair Force LX und richtet sich primär an Einsteiger. Es gilt jedoch zu beachten, dass die SSD 840 EVO auf einem anderen Testsystem getestest wurde sich die Werte daher nur für einen groben Vergleich eignen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-4790 3,6 GHz (Haswell), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus ROG Maximus VII Hero
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 8 GB G.Skill DDR3 2400 MHz @ 1600 Mhz CL 11-11-11-28
  • Systemlaufwerk: Samsung SSD 850 Pro 256 GB & 512 GB, Samsung SSD 840 Pro 256 GB, Corsair Force LX 256 GB
  • Grafikkarte: Asus Radeon HD 7970
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: Corsair AX860i

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.7
  • ATTO Disk Benchmark 2.47
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • Itunes
  • Avira AntiVir Premium 2014
  • WinRAR 5.1

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

*mit anderem Testsystem getestet

Das sequentielle Lesen scheint der Corsair Force LX zu liegen, nur 14 Megabyte pro Sekunde trennen sie von der 840 EVO. Corsair gibt bei den Schreibgeschwindigkeiten 300 MB/s an, die mit gemessenen 287 MB/s nur knapp verfehlt werden. Die EVO schafft hingegen sehr gute 500 MB/s. Bei den anderen Tests des A.S. SSD-Benchmarks fallen die Unterschiede zwischen beiden Laufwerken recht gering aus, gehen aber fast immer zugunsten der EVO aus. Bei den Programm-, Iso- und Spiel-Tests kann sie sich dann jedoch wieder deutlich von der Force LX abgrenzen.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendete komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

Besser sieht es für die Corsair Force LX im ATTO Disk-Benchmark aus: Hier liegt sie primär beim Lesen großer Blöcke vor der EVO. Aufgrund ihrer eingeschränkten Schreibgeschwindigkeit von 300 MB/s fällt sie bei den Schreibvorgängen erwartungsgemäß zurück, liefert dafür aber ab 256K nahezu stabile 300 MB/s ab.

HD Tune Pro

HD Tune misst ebenfalls bereits ermittelte Werte wie die Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Interessanter ist hingegen die Messung der Geschwindigkeiten beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Gerade bei kleineren Größen (z.B. 4 KB Blöcke) kommen schwache Controller schnell an ihre Grenzen, die Transferraten brechen ein, woraus eine Verzögerung beim Dateizugriff resultiert. HD Tune misst Blockgrößen von 512 Byte, 4 KB, 64 KB und 1MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Bei der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit muss sich Corsairs Einsteiger-SSD hinter der EVO einreihen, kann dafür mit einer besseren durchschnittlichen Schreibgeschwindigkeit aufwarten, die bei 282 gegenüber 264 MB/s liegt. Wenn es um zufällige Lesezugriffe geht, wendet sich das Blatt und sieht überwiegend besser für die Force LX aus. Dieser Eindruck setzt sich beim zufälligen Schreibzugriff bei kleinen Blockgrößen fort, wird aber gerade bei größeren Blöcken erneut durch die beschränkte Schreibgeschwindigkeit geschmälert.

Real Benchmarks

Synthetische Benchmarks hin oder her, letztendlich zählt das, was eine SSD im Alltagsgebrauch zu leisten vermag. Um Alltagsbedingungen widerzuspiegeln, haben wir Setup-Routinen, Virenscans und das Öffnen mehrere Programme gleichzeitig durchgeführt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 7 Professional x64 SP1 lief.

Programm-Installationen

Bei den Programm-Installationen haben wir die Zeit gemessen, die das Laufwerk benötigt, um die Software PCMark 8, iTunes sowie den Adobe Acrobat Reader zu installieren.

Fazit

Die Corsair Force LX 256 GB ist beileibe keine schlechtes Laufwerk und für Einsteiger durchaus geeignet. Jedoch spricht der vergleichsweise hohe Preis gegen eine Empfehlung. Im Vergleich zur Samsung SSD 840 EVO, die deutlich bessere Schreib- und Lesewerte vorweisen kann und etwas günstiger ist, ist der Preis für die Force LX einfach zu hoch angesetzt und die erreichten Werte zu langsam. Zudem ist der Silicon Motion SM2246EN-Controller recht unbekannt und muss erst zeigen, wie er sich auf langer Sicht schlagen wird. Sollten die Preise der Corsair Force LX jedoch demnächst sinken, könnte sie ein durchaus interessantes Laufwerk für Einsteiger werden.

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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