Test: Samsung SSD 850 Pro mit 256 und 512 GB

Geschrieben von Niklas Ludwig am 01.07.2014.

Samsung SSD 850 Pro Startbild

Mit der Samsung SSD 850 Pro löst Samsung die 840 Pro-Serie ab. Die 850 Pro ist mit neuartigen 3D V-NAND-Speicherzellen ausgestattet, die höhere Speicherkapazitäten und höhere Geschwindigkeiten als die bisherigen Multi-Level-Cell-Speicherzellen liefern sollen. Auch an der Langzeithaltbarkeit will Samsung geschraubt haben. Erfahrt in diesem Test, wie die 850 Pro gegenüber der 840 Pro abschneidet.

 

 

Überblick

Die Samsung SSD 850 Pro unterscheidet sich gegenüber der Samsung SSD 840 Pro vor allem bezüglich ihrer Speicherzellen. Kamen bei der 840 Pro noch Multi-Level-Cell-Speicherzellen (MLC) zum Einsatz, sind es bei der 850 Pro sogenannte 3D V-NAND-Speicherzellen. Im Gegensatz zu MLC sind diese nicht flach sondern zylindrisch und mehrlagig. Dadurch kann die Speicherdichte verbessert werden, was zu höheren Speicherkapazitäten führt. Doch auch die Schreibgeschwindigkeiten sollen besser ausfallen, während der Energiebedarf sinkt.

Samsung SSD 850 Pro - Draufsicht Samsung SSD 850 Pro - Rückseite

Letztendlich sollen die 3D V-NAND-Speicherzellen auch eine längere Langzeithaltbarkeit aufweisen, die bei bisherigen SSDs immer etwas ungewiss war und der Kunde sich nie ganz sicher sein konnte, wie lange das Laufwerk funktionieren wird. Bei einer Schreibdatenmenge von 10 Gigabyte pro Tag liegt diese bei 40 Jahren, bei 80 GB pro Tag sind es immerhin noch zehn Jahre, womit man als Kunde sogar noch im Rahmen der von Samsung angebotenen Garantie von zehn Jahren liegt. Der Langlebigkeit kommt zusätzlich der Thermal Guard zugute, der eine Überhitzung des Laufwerks verhindern soll. Die Samsung SSD 850 Pro wird es in Kapazitäten mit 128, 256 und 512 Gigabyte sowie einem Terabyte geben. Wir haben die Modell-Varianten mit 256 und 512 Gigabyte getestet.

Lieferumfang

  • Samsung SSD 850 Pro
  • Montagematerial
  • Anleitung

Samsung SSD 850 Pro - Verpackung

Spezifikationen

Speicherkapazität nominell

128, 256, 512 GB & 1 TB

Schnittstelle

S-ATA 6 Gbit/s

Zellentyp

Samsung 32 layer 3D V-NAND

Controller

Samsung 3-core MEX Controller

DRAM Cache

256MB (128GB), 512MB(256GB&512GB) oder 1GB (1TB) LPDDR2

Preis

1TB: 729 Euro, 512 GB: 469 Euro, 256 GB: 239 Euro, 128 GB: 140 Euro

Geschwindigkeit laut Hersteller (bis zu)

Lesen 550 MB/s – Schreiben 520 MB/s / 470MB/s (128 GB)

Random 4K Lesen / Schreiben

100.000 IOPS / 90.000 IOPS

Formfaktor

2,5 Zoll

Abmessungen

69,85 x 100 x 7 mm

Gewicht

66 Gramm

TRIM-Befehl

Ja

Leistungstest

Bei einem Solid State Drive richtet sich das Hauptaugenmerk vor allem auf die Geschwindigkeit. Schließlich heben sich SSDs gerade dadurch von Festplatten ab und auch untereinander ist dies häufig die einzige Möglichkeit sich von Konkurrenzprodukten zu unterscheiden. Zum Vergleich haben wir die 256-GB-Variante der Samsung SSD 840 Pro und die Corsair Force LX 256 GB herangezogen. Besonders interessant ist hierbei natürlich der direkte Vergleich mit dem Vorgänger, weshalb wir im Folgenden hauptsächlich beide Laufwerke miteinander vergleichen werden, um zu ermitteln, ob die 850 Pro besser abschneidet als die 840 Pro.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-4790 3,6 GHz (Haswell), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus ROG Maximus VII Hero
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 8 GB G.Skill DDR3 2400 MHz @ 1600 Mhz CL 11-11-11-28
  • Systemlaufwerk: Samsung SSD 850 Pro 256 GB & 512 GB, Samsung SSD 840 Pro 256 GB, Corsair Force LX 256 GB
  • Grafikkarte: Asus Radeon HD 7970
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: Corsair AX860i

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.7
  • ATTO Disk Benchmark 2.47
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • Itunes
  • Avira AntiVir Premium 2014
  • WinRAR 5.1

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

Beim sequentiellen Lesen und Schreiben liegen die Samsung SSD 840 Pro und 850 Pro nahezu gleich auf. Deutliche Unterschiede sind erst bei den 4K-Durchläufen des Benchmarks erkenntlich, bei denen sich die 850 Pro deutlich von der 840 Pro abheben kann. Lediglich beim 4K-64 Thread Schreiben muss sich die 850 Pro mit knapp sieben Megabyte pro Sekunde Unterschied geschlagen geben. Dafür liefert sie bei den Kopier-Benchmarks erneut eine deutlich bessere Leistung ab.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendete komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

Was die Lesevorgänge angeht, setzt sich die 850 Pro deutlich von der 840 Pro ab. Vor allem das Lesen von kleinen Blöcken scheint der SSD zu liegen. Beim Schreiben fällt der Unterschied deutlich geringer aus, der Vorsprung liegt gerade einmal bei durchschnittlich 6 MB/s. Der Schreibvorgang eines 4K-Blocks wurde, trotz mehrfacher Neumessung, mit nur 84,1 MB/s absolviert. Die 840 Pro schafft deutlich bessere 301 MB/s, der 4K-Block stellt allerdings den einzigen negativen Ausreißer dar.

HD Tune Pro

HD Tune misst ebenfalls bereits ermittelte Werte wie die Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Interessanter ist hingegen die Messung der Geschwindigkeiten beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Gerade bei kleineren Größen (z.B. 4 KB Blöcke) kommen schwache Controller schnell an ihre Grenzen, die Transferraten brechen ein, woraus eine Verzögerung beim Dateizugriff resultiert. HD Tune misst Blockgrößen von 512 Byte, 4 KB, 64 KB und 1MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Betrachten wir die durchschnittlichen Werte beim sequenziellen Lesen und Schreiben so fällt auf, dass die Samsung SSD 850 Pro geringfügig langsamer ist als die SSD 840 Pro. Das zufällige Lesen verschiedener Blockgrößen kann sie hingegen für sich entscheiden. Auch beim Schreiben unterschiedlich großer Blockgrößen liegt sie vor ihrem Vorgänger-Modell.

Real Benchmarks

Synthetische Benchmarks hin oder her, letztendlich zählt das, was eine SSD im Alltagsgebrauch zu leisten vermag. Um Alltagsbedingungen widerzuspiegeln, haben wir Setup-Routinen, Virenscans und das Öffnen mehrere Programme gleichzeitig durchgeführt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 7 Professional x64 SP1 lief.

Programm-Installationen

Bei den Programm-Installationen haben wir die Zeit gemessen, die das Laufwerk benötigt, um die Software PCMark 8, iTunes sowie den Adobe Acrobat Reader zu installieren.

Die Programm-Installationen lassen erkennen, dass sich die 850 Pro erneut von der Konkurrenz beziehungsweise von ihrer direkten Vorgängerin absetzen kann. Bei der Installation des PCMark 8 und iTunes ist sie satte fünf Sekunden schneller als die 840 Pro. Die Installation des Adobe Readers geht immerhin 1,5 Sekunden schneller vonstatten.

Anwendungs-Tests

Weitere alltägliche Aufgaben haben wir simuliert indem wir ein ISO-Image mit WinRar entpackt und einen vollständigen Systemscan mit Avira AntiVir Premium durchgeführt haben. Zudem haben wir mittels einer Batch-Datei die Programme Windows Media Player, iTunes, PCMark 8, Acrobat Reader und Firefox gleichzeitig geöffnet und gemessen, wie lange es dauert bis alle Programme geöffnet waren.

Fallen die Unterschiede bei der Ausführung des Programm-Batchs und dem Entpacken eines Images noch vergleichsweise gering aus, lässt sich beim Virenscan ein Vorsprung von 14 Sekunden gegenüber der 840 Pro ausmachen. Insgesamt liegt die 850 Pro auch in den Anwendungs-Tests stets vor ihrer Vorgängerin.

Fazit

Statt einer leicht überarbeiteten Neuauflage mit geringfügig verändertem Controller bietet Samsung mit der SSD 850 Pro ein Laufwerk an, das durch die neue Speicherzellen-Technologie deutlich verbessert wurde. Besonders bei den 4K-Operationen des A.S. SSD Benchmarks kann sich die 850 Pro von ihrer Vorgängerin abheben. Den einzigen negativen Ausreißer erlaubt sie sich beim Schreiben von 4K-Blöcken des ATTO Disk Benchmarks. Davon abgesehen ist sie nahezu durchweg schneller als die 840 Pro oder zumindest gleichauf.

Samsung SSD 850 Pro 256 GB - DraufsichtBesonders erwähnenswert sind die zehn Jahre Garantie, die Samsung bei allen 850 Pro-Modellen anbietet. Somit unterstreichen die Südkoreaner ihren Anspruch, mit den 3D V-NAND-Speicherzellen besonders langlebige und zuverlässige Speicherzellen zu verbauen. Ob das wirklich der Wahrheit entspricht müssen letztendlich Langzeittests zeigen. Durch die zehn Jahre Herstellergarantie dürften Kunden sich jedoch vorerst auf der sicheren Seite wissen und erhalten mit der Samsung SSD 850 Pro eine schnelle SSD mit neuster Speicherzellen-Technologie.

Samsung SSD 850 Pro Award

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

Kommentare (4)

  • Anonymous

    |

    Wieso ist im A.S. SSD Benchmark im Spiele- aber v.a. im Programm-Test die Samsung 850 Pro mit 512GB um so viel langsamer als die Samsung 850 Pro mit 256GB ?!

    Die größere Platte aus der gleichen Baureihe sollte doch eigentlich immer schneller sein je größer sie ist und nicht umgekehrt!

    Bitte um Nachtest mit neuester Firmware!

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Hallo,

      wir lassen die Benchmarks mehrere Male durchlaufen, um einen zuverlässigen Mittelwert zu erreichen. Wir haben uns auch gewundert, warum die 512er deutlich schlechter abschneidet. Doch egal wie oft wir nachgebencht haben, das Ergebnis blieb gleich. Da wir die 850 Pro wieder an Samsung zurückschicken mussten, können wir leider keinen Nachtest anbieten.

      Antworten

  • Anonymous

    |

    Hallo,

    das ist sehr bedauerlich, gibt es denn eine Stellungnahme seitens Samsung bezüglich dieser seltsamen Ergebnisse, bzw. wurde dieses Phänomen Samsung mitgeteilt?

    Möglicherweise kann dieses Problem mit einem Firmware Udate behoben werden oder ist vielleicht bereits behoben worden. Könnten Sie bitte deshalb bei Samsung sowohl die 256GB als auch die 512GB SSD noch einmal zwecks Nachtest anfordern und die Tests bzw. zumindest den betreffenden Test samt Firmwarangabe wiederholen?

    Antworten

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