Test: Plextor M7V M.2 2280 SSD mit 512 GB

Gut und günstig im Speicherriegelformat?

Geschrieben von Nils Waldmann am 26.04.2016.

Plextor M7V m2 2280 512 GB SSD Startbild

Mit der neuen M7V SSD-Serie zielt Plextor auf den Normalanwender ab, der SSD-Geschwindigkeit zu einem möglichst attraktiven Preis erleben möchte, ohne dabei an der Qualität zu sparen. Wir haben uns das neuste Modell der M7V Familie im M.2-Format mit 512 GB genauer angesehen.

Überblick

Plextor hat neben der M6 Pro SSD im 2,5-Zoll-Segement, welche sich vornehmlich an Enthusiasten richtet, ebenfalls eine Hochleistungs-SSD im M.2-Format im Angebot, welche auf den Namen M6GV hört. Beide Laufwerke setzen auf MLC-NAND und sind somit preislich etwas höher angesiedelt, was sich jedoch auch in der Leistung widerspiegelt. Wer günstiger in den Genuss einer modernen SSD kommen will, sollte sich die neue M7V Serie genauer anschauen. Angeboten wird dieses Laufwerk als herkömmliches 2,5-Zoll-Laufwerke und als M.2-Riegel in 2280er Baugröße. Unabhängig von der Bauform hat Plextor die M7V mit 128 GB, 256 GB oder 512 GB Speicherkapazität im Angebot. Wir haben uns die 512-GB-Version im M.2-Format in diesem Artikel genauer angesehen.Plextor M7V m2 2280 512 GB SSD - Schrägansicht Rückseite

Unter der Haube

Plextor setzt bei der M7V M.2 mit 512 GB auf einen modernen Marvell 88SS1074B1 Chipsatz. In der größten Kapazitätsstufe stehen diesem 1 GB DDR3-Cache zur Verfügung. Die 256-GB-Version muss an dieser Stelle mit 512 MB auskommen, das kleinste Modell begnügt sich mit 256 MB Cachespeicher. In Sachen Flashspeicher setzt Plexotr auf den neusten TLC-NAND von Toshiba, welcher im 15-nm-Verfahren gefertigt und im Toggle-Mode betrieben wird. Da mit TLC-Chips drei Bits pro Zelle gespeichert werden können, haben SSDs auf TLC-Basis generell mit der Schwierigkeit umzugehen, dass die Algorithmen zum Schreiben von Daten wesentlich aufwändiger als bei SLC- oder MLC-Laufwerken gestaltet sind und somit an der Schreibperformance des Laufwerks nagen. Viele Hersteller wirken dem entgehen, in dem ein fixer Bereich des NANDs im SLC-Modus angesprochen wird und als schneller Zwischenspeicher dient. Dabei geht meist, je nach Umsetzung, ein Teil der Kapazität zur Ablage persönlicher Daten verloren. Plextor hat sich dem Problem angenommen und eine spezielle Firmware für die M7V entwickelt, welche als PlexNitro bezeichnet wird. Diese kann den NAND dynamisch ansprechen und stellt nur so viel SLC-Cache im NAND-Bereich zur Verfügung, wie nötig ist. Somit verringert sich die nutzbare Speicherkapazität der SSD nicht.Plextor M7V m2 2280 512 GB SSD - Front

Angeschlossen wird die M7V im Falle unseres Testmodells über die M.2-Schnittstelle. Intern kommt jedoch SATA 6Gbit/s bzw. das AHCI-Protokoll. In Sachen Haltbarkeit gibt Plextor 2000 P/E-Zyklen an. Als Fehlerkorrekturmechanismus bringt Plextor LDPC (low-density parity-check) zum Einsatz.

Technische Daten

Speicherkapazität nominell

128 GB

256 GB

512 GB

Schnittstelle

SATA 6 Gbit/s

SATA 6 Gbit/s

SATA 6 Gbit/s

Formfaktor

M.2 2280

M.2 2280

M.2 2280

Zellentyp

Toshiba 15nm TLC Toggle NAND

Toshiba 15nm TLC Toggle NAND

Toshiba 15nm TLC Toggle NAND

Controller

Marvell 88SS1074B1

Marvell 88SS1074B1

Marvell 88SS1074B1

Cache

256 MB DDR3

512 MB DDR3

1024 MB DDR3

Geschwindigkeit (bis zu)

560 MB/s (Lesen) /500 MB/s (Schreiben)

560 MB/s (Lesen) /530 MB/s (Schreiben)

560 MB/s (Lesen) /530 MB/s (Schreiben)

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis (ATTO 8 MB Block)

N/A

N/A

Lesen: +0,32 % (561,8 MB/s)
Schreiben: +0,85 % (534,5 MB/s)

Random 4K Lesen / Schreiben

97.000 / 51.000 IOPS

98.000 / 84.000 IOPS

98.000 / 84.000 IOPS

Modellnummer

N/A

N/A

N/A

Abmessungen

80 x 22 x 3.65 mm

80 x 22 x 3.65 mm

80 x 22 x 3.65 mm

Garantie

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

Besonderheiten

PlexTurbo RAM-Cache

PlexTurbo RAM-Cache

PlexTurbo RAM-Cache

Lieferumfang

9,5-mm-Spacer

9,5-mm-Spacer

9,5-mm-Spacer

Preis

circa 48 Euro

circa 76 Euro

circa 137 Euro

Leistungstest

Selbstverständlich haben wir die Plextor M7V auf Herz und Nieren überprüft, in dem das Laufwerk mit diversen Benchmark-Tools und Alltagssituationen konfrontiert wurde. Zum Vergleich haben wir den Vorhänger, die Plextor M6V mit 256 GB, sowie die Samsung SSD 850 EVO mit 500 GB herangezogen. Auch die Crucial BX 200 mit 480 GB ist mit von der Partie.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.7
  • ATTO Disk Benchmark 2.47
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • itunes
  • Avira AntiVir Premium 2015
  • WinRAR 5.1

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

 

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 10 Pro x64 lief.

 

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 8, iTunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft, wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Avira, Firefox, itunes, PCMark 8 und Acrobat Reader herausgesucht.

 

Fazit

Mit der M7V m.2 2280 SSD liefert Plextor ein interessantes Laufwerk für den Einsatz in mobilen Geräten, aber auch für Desktop-Mainboards, die mit M.2-Modulen umgehen können. Die Verarbeitungsqualität ist gut und gibt keinen Anlass zur Beschwerde. Im Lieferumfang befindet sich in der m.2-Variante lediglich das Laufwerk. Geliefert wird in eine Art Blisterverpackung.
In Sachen Transferleistung weiß die M7V M.2 SSD mit 512 GB zu überzeugen. Bei sequenziellen Lesetransfers ist das Laufwerk schneller als alle zum Vergleich herangezogenen SSDs. Beim sequenziellen Schreiben komprimierbarer Daten leistet die PlexNitro Firmware gute Dienste und man liegt auf Augenhöhe mit der ebenfalls auf TLC-NAND basierenden SSD 850 Evo 500 GB. Beim Schreiben von nicht komprimierbaren Daten muss die M7V dann deutliche Leistungseinbußen hinnehmen. Trotz allem ist die SSD immer noch flott.
Beim Lesen und Schreiben zufälliger Daten unterschiedlicher Blockgrößen glänzt die M7V durchweg im Lesebetrieb. Beim zufälligen Schreiben werden nicht komprimierbare Blöcke bis circa 64 KB in einer Geschwindigkeit auf Augenhöhe mit der Konkurrenz verarbeitet. Bei größeren Blöcken bricht die Leistung ein. Hier scheint die feste Allokation bestimmter Flashzellen im SLC-Modus zur Nutzung als Zwischenspeicher bei Konkurrenzprodukten vorteilhaft zu sein. Dafür bietet die M7V teils deutlich mehr Speicherkapazität.
In den Alltagstest weiß das Laufwerk wieder auf voller Linie zu überzeugen. Softwareinstallationen gehen schnell vonstatten und auch der Start von verschiedenen Programmen geht zügig.
Preislich wechselt unser Testmodell zu einer UVP vom 136,85 € den Besitzer. Das ist im Vergleich mit den anderen Laufwerken sehr günstig. Die M7V wird damit ihrem Anspruch, eine preislich attraktive Speicherlösung zu sein, gerecht. Im Großen und Ganzen kann das Laufwerk damit jedem Normalanwender empfohlen werden, der nicht auf das letzte MB/s bei Schreibtransfers aus ist.

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Laufwerk

Preis

Preis / GB (Stand April 2016)

Crucial BX200 480 GB

110 €

0,229 € / GB

Plextor M6V 256GB

83 €

0,324 € / GB

Plextor M7V M.2 2280 512GB

137 €

0,267 € / GB

Samsung SSD 850 Evo 500GB M.2

158 €

0,316 €/ GB

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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