Test: Samsung SSD 850 EVO 500 GB (VNAND Gen. 2)

Produkt-Refresh mit neuer VNAND-Generation

Geschrieben von Nils Waldmann am 07.06.2016.

Samsung SSD 850 EVO 500 GB (VNAND Gen. 2) Startbild

Samsung hat es in den letzten fünf Jahren geschafft, zu einem der großen Spieler im SSD-Markt für Endverbraucher zu werden. Diese Position ist mitunter der konsequenten Weiterentwicklung im Bereich des Flashspeichers geschuldet. Vor allem die Einführung des 3D-VNAND und einhergehende Preissenkungen bei SSDs haben die Samsung-Modelle attraktiv gemacht.

Nun folgt die nächste Generation des VNANDs. Die neue Generation der Samsung SSD 850 EVO kommt als erstes Laufwerk in den Genuss des neuen Speichers. Wie sich Samsung SSD 850 EVO der 2. Generation im Test geschlagen hat, erfahrt ihr hier bei uns.

Überblick

Die Samsung SSD 850 EVO ist eine alte Bekannte und wird schon seit Anfang 2015 vertrieben. Samsung hat sich nun dazu entschlossen, seinem Beststeller-Laufwerk die neuste Technologie zu spendieren, die das Unternehmen im Bereich des Flashspeichers zu bieten hat. Die Rede ist vom neuen 48-Layer VNAND, welcher den bisher eingesetzten 32-schichtigen VNAND der ersten SSD 850 EVO Generation ablöst. Mit dem Wechsel einher passieren vor allem zwei Dinge: Zum einen soll die neue SSD-Generation knapp 30 % weniger Strom verbrauchen, zum anderen verdoppelt sich die Speicherdichte der NAND-Chips. Anstatt der 128 Gbit pro Chip, kann ein NAND-Baustein somit nun 256 GBit speichern. Damit werden theoretisch Laufwerke im 2,5-Zoll-Format mit einer Speicherkapazität von bis zu 4 TB möglich. Samsung bereitet hier also schon den Angriff auf die Festplattenwelt vor.

Samsung SSD 850 EVO 500 GB (VNAND Gen. 2) - Draufsicht

Unter der Haube

Neben dem Einsatz des neuen 48-Layer V-NAND, welcher im Falle der SSD 850 EVO im TLC-Modus betrieben wird, hat Samsung auch etwas an Prozessor und RAM geändert. Zwar verfügt die von uns getestete 500-GB-Version weiterhin über 512MB LPDDR3 und den Samsung MGX Controller, bei genauer Betrachtung fallen die Bauteile aber beide kleiner aus, als ihre beiden Vorgänger. Ansonsten bleibt alles beim Alten: SATA 6 GBit/s als Schnittstelle mit AHCI-Protokoll. Des Weiteren wieder Unterstützung für 256bit AES-Verschlüsselung sowie den TCG Opal 2.0 Standard. Die Garantie des aktualisierten Produktes beträgt ebenfalls 5 Jahre.

Samsung SSD 850 EVO 500 GB (VNAND Gen. 2) - Rückseite Samsung SSD 850 EVO 500 GB (VNAND Gen. 2) - Schnitttelle 

Technische Daten

Modell

Samsung SSD 850 EVO 500 GB (VNAND Gen. 2)

Speicherkapazität nominell

500 GB

Schnittstelle

SATA 6 Gbit/s

Formfaktor

2,5 Zoll

Zellentyp

Samsung 3D V-NAND (48 Layer)

Controller

Samsung MGX

Cache

512 MB LPDDR3

Geschwindigkeit (bis zu)

540 MB/s (Lesen) /520 MB/s (Schreiben)

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis (ATTO 8 MB Block)

 

Random 4K Lesen / Schreiben

98.000 / 90.000 IOS

Modellnummer

 

Max. Leistungsaufnahme (Idle / Durchschnitt)

50 mW / 4,7 W

Abmessungen

100 x 69,85 x 6,9 mm

Gewicht

66 g

Garantie

5 Jahre

Besonderheiten

AES-Verschlüsselung

Preis

ca. 133 €

Leistungstest

Selbstverständlich haben wir die neue Samsung SSD 850 EVO mit 48 Layer V-NAN auf Herz und Nieren überprüft, in dem das Laufwerk mit diversen Benchmark-Tools und Alltagssituationen konfrontiert wurde. Zum Vergleich haben wir den Vorgänger, die Samsung SSD 850 EVO mit 500 GB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.7
  • ATTO Disk Benchmark 2.47
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • itunes
  • Avira AntiVir Premium 2015
  • WinRAR 5.1

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

 

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 10 Pro x64 lief.

 

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 8, iTunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft, wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Avira, Firefox, itunes, PCMark 8 und Acrobat Reader herausgesucht.

 

Fazit

Äußerlich sind die beiden Versionen der SSD 850 EVO nur schwer zu unterscheiden. Den offensichtlichsten Anhaltspunkt liefert hier die Verpackung. Anstatt des orangen V-NAND Schriftzuges beim alten Modell, findet ihr nun ein großes „V-NAND“ vorne aufgedruckt. Samsung liefert auch mit dem neuen Modell ein ordentlich gefertigtes Laufwerk ab.
In Sachen Leistung gibt es keine Überraschungen: Die Performance liegt zumeist gleich auf oder ein Stück über der „alten“ SSD 850 EVO mit 32-Layer NAND. Dies gilt sowohl für sequenzielle als auch zufällige Zugriffe. Hier geben sich die beiden Revisionen nichts. Das spricht im Endeffekt für die sparsame Version mit 48-Layer Speicherchips. In den Alltagstests ist die neue Version ein wenig schneller beim Ausführen von Anwendungen. Die Differenz ist aber nicht groß. Insgesamt ist die Neuauflage, wie auch das Ursprungsmodell, eine äußerst flotte SSD.
Preislich ist und bleibt Samsungs EVO-Serie eine der attraktivsten SSDs am Markt. Wer beim Kauf unbedingt die neue Version erstehen möchte, sollte, sofern im Online-Handel nicht konkret beworben, zur Sicherheit mit dem Händler Rücksprache halten, welche Version angeboten wird. Der Preis der von uns getesteten 500-GB-Version beträgt aktuell circa 133 €. 

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ProContra
  • Hohe Transferleistung
  • geringe Leistungsaufnahme
 
  • Preisleistungsverhältnis
 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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