Test: ADATA Ultimate SU900 512 GB SSD

SMI Controller + 3D MLC – Eine solide Kombination?

Geschrieben von Nils Waldmann am 08.05.2017.

ADATA Ultimate SU900 SSD 512 GB - Startbild

Mit der Ultimate SU900 SSD schickt ADATA sein neustes Mittelklasse-SSD-Modell in das große Rennen um die Gunst des potenziellen SSD-Käufers. Wir haben die ADATA Ultimate SU900 SSD mit einer Kapazität von 512 GB für euch getestet.

Überblick

ADATA aktualisiert sein SSD-Portfolio derzeit umfänglich mit neuen Laufwerken auf Basis von 3D-MLC- und -TLC-Flashbausteinen. Die Ultimate SU900 SSD ist das Topmodell der aktuellen Mittelklasseserie des taiwanischen Herstellers. Verfügbar in vier Kapazitätsstufen mit 256 GB, 512 GB, 1 TB sowie 2 TB wird das Laufwerk über die SATA 6 Gbit/s-Schnittstelle angebunden. Die Bauhöhe von 7 mm ist ein üblicher Standard für 2,5-Zoll-SSDs und stellt sicher, dass das Laufwerk auch in flache Notebooks passt.

Unter der Haube

Für die nötige Performance sorgt ein Controller aus dem Hause Silicon Motion mit der Bezeichnung SMI2258, welcher den Flashspeicher über vier dedizierte Kanäle ansprechen kann. In Sachen NAND setzt ADATA weiterhin auf die Kooperation mit Micron und verwendet die aktuelle Generation an 3D-NAND, der bei der Ultimate SU900 SSD im MLC-Verfahren angesprochen wird. Nichtsdestotrotz verfügt die SSD über einen dedizierten SLC-Cache-Bereich, der Schreibanfragen beschleunigt abarbeitet. Bisher wurde diese Technik vornehmlich für Laufwerke auf Basis von TLC-NAND eingesetzt, um die Leistungseinbußen durch den komplexeren TLC-Schreibvorgang wieder wett zu machen. Aufgrund der Verwendung von MLC-Speicher gibt ADATA fünf Jahre Garantie auf das Laufwerk. Das maximal verarbeitbare Datenvolumen wird vom Hersteller mit 800 TB (TBW) angegeben.ADATA Ultimate SU900 SSD 512 GB - Schrägansicht

Auf eine AES-Verschlüsselung muss der Kunde jedoch – aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen – verzichten. Lediglich das kleinste Modell der Ultimate SU-Serie, die SU700, kann mit einer Verschlüsselung aufwarten, verwendet dafür aber wieder TLC-NAND.

Technische Daten im Überblick

Speicherkapazität nominell

512 GB

Schnittstelle

SATA 6 GBit/s

Formfaktor

2,5 Zoll

Zellentyp

3D-NAND MLC

Controller

Silicon Motion SM2258

Cache

Ja, Größe unbekannt

Geschwindigkeit (bis zu)

560 MB/s (Lesen) /525 MB/s (Schreiben)

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis (ATTO 8 MB Block)

+ 0,53% (563,151 MB/s) | -3,26 % (507,7 MB/s)

Random 4K Lesen / Schreiben

85.000 / 90.000 IOPS

Modellnummer

ASU900SS-512GM-C

Max. Leistungsaufnahme (DeepSleep / Idle / Read / Write)

N/A / N/A / N/A / N/A

Abmessungen

100,45 x 69,85 x 7 mm

Gewicht

47,5 g

Garantie

5 Jahre

Preis

ca. 198 €

Leistungstest

Natürlich interessiert bei SSDs hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die ADATA Ultimate SU900 mit 512 GB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktisches Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben. Als Vergleich haben wir die Samsung SSD 850 EVO 500 GB, die Samsung SSD 750 EVO 500 GB, die Crucial BX200 480 GB sowie die Crucial MX300 525 GB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Arctic Liquid Freezer 240
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.9
  • ATTO Disk Benchmark 3.05
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • iTunes
  • WinRAR 5.1

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

 

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 10 Pro x64 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 8, iTunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft, wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Avira, Firefox, itunes, PCMark 8 und Acrobat Reader herausgesucht.

 

Im Bereich der sequenziellen Lesezugriffe auf komprimierbare Daten kann sich die Ultimate SU900 in unserem Vergleich einen der vorderen Plätze sichern. Werden nicht-komprimierbare Daten gelesen, liegt die Leistung im Mittelfeld. Beim sequenziellen Schreiben komprimierbarer Daten gibt sich die SU900 der Konkurrenz von Samsung und Crucial geschlagen, erreicht aber immer noch hohe Werte. Bei den nicht-komprimierbaren Daten zieht das ADATA-Laufwerk dann erneut an der Crucial MX300 525 GB vorbei, bleibt aber dennoch hinter der Samsung SSD 850 EVO 500 GB zurück.ADATA Ultimate SU900 SSD 512 GB - Rückseite

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den zufälligen Zugriffen auf unterschiedliche Blockgrößen. Im Lesebetrieb erreicht die Ultimate SU900 sehr hohe bis Bestwerte und liegt mitunter an der Spitze. Beim zufälligen Schreiben rangiert die ADATA-SSD erneut im oberen Mittelfeld. Gleiches gilt für die Installationsdauer verschiedener Software sowie das Starten verschiedener Programme.
Zuletzt gilt wie immer der Hinweis, dass aktuelle SSDs bereits so schnell und reaktionsfreudig sind, dass die Unterschiede in der Geschwindigkeit im Alltag kaum ins Gewicht fallen werden.

Fazit

Mit der Ultimate SU900 SSD hat ADATA ein weiteres Laufwerk auf Basis eines SMI Controllers sowie Micron 3D-MLC-NAND im Angebot und erweitert die Technologie somit konsequent auf das eigene SATA-SSD-Portfolio.
Im Bereich der Leistung macht die Ultimate SU900 512 GB SSD eine gute Figur und bewegt sich – wie auch die Konkurrenz – am Leistungslimit der SATA 6Gbit/s-Schnittstelle. Wer mehr Leistung benötigt, muss zwangsweise auf eine PCIe-SSD mit NVMe umsatteln. Für die alltägliche Arbeit am Computer sind SATA-SSDs aber die bessere Wahl, stehen Preis- und Leistung hier bereits in einem vertretbaren Verhältnis.
Preislich orientiert sich ADATA mit der SU900 nur grob am Markt. Für knapp 198 € wechselt die von uns getestete Laufwerksvariante der ADATA Ultimate SU900 mit 512 GB zurzeit den Besitzer. Dafür erhält der Käufer ein solides MLC-Laufwerk mit 5 Jahren Garantie. Die Konkurrenz von Crucial und Samsung setzt hingegen auf TLC-NAND. Die Crucial MX300 525 GB ist mit einem Preis von knapp 144 € daher deutlich billiger – die Garantiezeit beträgt hier jedoch lediglich 3 Jahre. Die Samsung SSD 850 EVO 500GB ist nach wie vor eine harte Konkurrenz. Zwar basiert auch diese SSD auf TLC-Flash anstatt auf MLC-Bausteinen, dafür bekommt der Käufer im Gegensatz zur SU900 jedoch zusätzlich eine AES-basierte Hardwareverschlüsselung und ebenfalls fünf Jahre Garantie und das zu einem Preis von aktuell 167 €. ADATA wird also in nächster Zeit gezwungen sein, die Preise für die Ultimate SU900 noch einmal nach unten zu korrigieren, um das Laufwerk preislich attraktiver zu positionieren.

ProContra
  • sequenzielle Leseleistung
  • Keine AES-Verschlüsselung
  • Verarbeitung
  • Preis recht hoch
  • MLC-Speicher
 

 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 11 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle.

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