Test: ADATA XPG SX8000 512 GB

ADATAs erste PCIe-SSD im Test

Geschrieben von Nils Waldmann am 15.03.2017.

adata-xpg-sx8000-startbild

Der Hersteller ADATA gehört mit zu den Pionieren der SSD-Technologie und hat neben SATA-Laufwerken nun auch eine PCIe-SSD im Portfolio. In diesem Test haben wir den neusten Sprössling, die ADATA XPG SX8000, für euch getestet.

Überblick

Wer ADATA aus dem Arbeitsspeicherbereich kennt weiß, dass die drei Buchstaben XPG für maximale Leistung stehen. Auch im SSD-Portfolio findet sich dieses Kürzel wieder. Neben der XPG SX930, dem Topmodell im SATA-Segment, findet sich hier seit neustem auch die neue XPG SX8000 SSD, die sich zur neusten Generation an PCIe-SSDs zählt.

Verfügbar ist das Laufwerk ausschließlich in M.2-Bauform und wird in 2280er-Baugröße ausgeliefert. Bei der Kapazität hat der Anwender die Auswahl zwischen vier verschiedenen Varianten mit 128, 256, 512 GB sowie 1 TB. Wir haben uns das Modell mit 512 GB genauer angesehen.

Unter der Haube

Wie alle aktuellen PCIe-SSDs setzt auch die neue XPG SX8000 auf das NVMe 1.2 Protokoll und wird über PCIe 3.0 mit 4 Lanes angebunden (x4). Als Controller kommt ein SM2260 Chipsatz von Silicon Motion zum Einsatz. Unterstützt wird der Controller von einem DRAM-Cache. Zur Stabilisierung der Schreibraten, welche mit bis zu 1.100 MB/s angegeben sind, setzt auch ADATA auf einen SLC-Cache. Dabei wird ein Teil des NANDs im SLC-Modus angesprochen und dient als schneller Zwischenspeicher. Über den NAND schweigt ADATA sich hingegen aus. Hier ist von offizieller Seite nur bekannt, dass es sich um 3D-NAND handelt, der im MLC-Verfahren angesprochen wird. Als Hersteller kommen IMFT oder SK Hynix in Frage. In jedem Fall ist es schön zu sehen, dass neben Samsung ein weiterer Hersteller den 3D-MLC-NAND beliefert.

adata-xpg-sx8000-packshot

Danke des 8-Kanal-SMI Controllers ist ebenfalls eine Unterstützung für native Datenverschlüsselung mit AES 256 Bit gegeben. ADATA gewährt auf die XPG SX8000 eine fünfjährige Garantie.

Technische Daten im Überblick

Speicherkapazität nominell

512 GB

Schnittstelle

PCIe 3.0 x4

Formfaktor

M.2 2280

Zellentyp

3D-NAND MLC

Controller

Silicon Motion SM2260

Cache

N/A

Geschwindigkeit (bis zu)

2.500 MB/s (Lesen) /1.100 MB/s (Schreiben)

Abweichungen zum gemessenen Ergebnis (ATTO 8 MB Block)

N/A

Random 4K Lesen / Schreiben

100.000 / 1400.000 IOPS

Modellnummer

ASX8000NP-512GM-C

Max. Leistungsaufnahme (DeepSleep / Idle / Read / Write)

N/A / 140 mW / 0,33 W / N/A

Abmessungen

80 x 22 x 3,5 mm

Gewicht

N/A

Garantie

5 Jahre

Preis

ca. 235 €

Leistungstest

Natürlich interessiert bei SSDs am allermeisten die Leistung, welche ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die ADATA XPG SX8000 mit 512 GB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktisches Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben. Als Vergleich haben wir die Samsung SSD 960 PRO 512 GB sowie die SSD 960 EVO 500 GB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Arctic Liquid Freezer 240
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.9
  • ATTO Disk Benchmark 3.05
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • iTunes
  • WinRAR 5.1

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

 

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 10 Pro x64 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 8, iTunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Test wurde überprüft, wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastische Beispiele haben wir uns das Entpacken eines ISO-Images mit WinRar sowie das gleichzeitige Öffnen der Programme Avira, Firefox, itunes, PCMark 8 und Acrobat Reader herausgesucht.

Geht es um das sequenzielle Lesen von Daten, muss sich das ADATA Laufwerk der Konkurrenz teils geschlagen geben. Knapp 2.560 MB/s waren der Spitzenwert, den unser Testmodell in dieser Disziplin erreicht hat. Bei sequenziellen Schreibzugriffen ist die XPG SX8000 im Vergleich nicht das schnellste Laufwerk, wird mit maximal gemessenen 1.156 MB/s aber nicht so stark abgehängt und liegt damit auf einer Augenhöhe mit der Plextor MP8e 512 GB. Bei nichtkomprimierbaren, sequenziellen Schreib- und Lesevorgängen fällt die XPG SX8000 wiederum sehr deutlich hinter die neuen Laufwerke der Samsung SSD 960 EVO und Pro Serie.

adata-xpg-sx8000-frontansicht

Ein ähnliches Bild setzt sich bei Betrachtung der Lese- und Schreibzugriffe auf zufällige Blöcke unterschiedlicher Größen fort. Das Leseniveau liegt unter dem der Samsung SSD 960 Pro, jedoch über dem der Samsung SSD 960 EVO. Beim zufälligen Schreiben ist dies anders. Hier bildet die XPG SX8000 das Schlusslicht unseres Vergleiches. Lediglich im engen Feld um den 4K-Block zeigt sich das ADATA Laufwerk im Mittelfeld. In den Praxistests macht die ADATA XPG SX8000 512 GB hingegen eine gute Figur. Softwareinstallationen gehen schnell von der Hand und Programme starten in der Regel sehr schnell. Dies zeigt, dass PCIe-Laufwerke so viel Leistung mitbringen, dass diese im Alltag nur schwer ausgenutzt werden kann.

Fazit

Mit seiner ersten PCIe-SSD bringt ADATA ein wenig Konkurrenz in den PCIe-SSD-Markt auf M.2-Basis. Die XPG SX8000 ist ein sauber gearbeitetes Laufwerk, dass dank des Silicon Motion Controllers mit den wichtigsten Funktionen, wie LDPC Fehlerkorrektur oder einer Hardwareverschlüsselung, aufwarten kann. Bei der Transferleistung muss sich das neue ADATA-Produkt jedoch die meiste Zeit hintenanstellen oder bewegt sich im Mittelfeld der PCIe-SSDs. Hier macht sich der Generationsvorsprung von Samsung deutlich bemerkbar. Die Südkoreaner hatten einfach schon mehr Zeit, sich mit 3D-NAND auseinanderzusetzen. Die XPG SX8000 ist deshalb aber auf keinen Falls als langsam zu bezeichnen. Immerhin bietet das Laufwerk unter guten Bedingungen immerhin knapp 1 GB/s beim Schreiben sowie knapp 2,5 GB/s beim Lesen. Im Alltag macht sich die gemessene Differenz zu anderen aktuellen PCIe-SSD-Produkten daher nicht wirklich bemerkbar.
Für die von uns getestete 512-GB-Version werden derzeit 235 € verlangt. Samsungs SSD 960 Pro 512 GB kostet derzeit ab 327 €, die SSD 960 EVO 500 GB gibt es ab 243 €. Vor allem letzteres Produkt wird den Preis der ADATA XPG SX8000 sicherlich noch unter Druck setzen.
Letztendlich ist es gut zu sehen, dass sich ein weiterer Hersteller mit 3D-MLC-NAND-Kompetenz ausstattet und eine Alternative zu Samsung-Produkten bietet. Zurzeit kann sich die XPG SX8000 jedoch keine Leistungskrone abholen, daher muss ADATA beim Preis ansetzen, um das neue Produkt unter die Leute zu bringen.

ProContra
  • sequenzielle Leseleistung
  •  Zufällige Schreibleistung hinter Konkurrenz
  • Verarbeitung
  •  Preis recht hoch
  •  AES-Verschlüsselung
 

 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur, Qualitätsmanager und Wirtschaftsinformatiker und als Projektleiter im Prozessmanagement eines deutschen Sondermaschinenbauers beschäftigt.

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