Test: Samsung Galaxy Tab 10.1N, Tablet-Flagschiff?

Geschrieben von Eduard Lais am 22.01.2012.

Samsung Galaxy Tab 10

Das Galaxy Tab 10.1N ist das Ergebnis eines monatelangen Rechtsstreit zwischen Samsung und Apple. Designtechnisch verändert aber trotz allem sehr ansprechend, präsentiert sich das neue Tablet aus dem Hause Samsung. Im Inneren findet, wie auch im iPad 2, ein Dual-Core-Prozessor seinen Platz. Was das Galaxy Tab 10.1N außerdem zu bieten hat, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

 

Lieferumfang

  • Tablet
  • Bedienungsanleitung
  • Adapter USB / Multifunktionsbuchse
  • Ladeadapter USB / Steckdose
  • In-Ear-Kopfhörer

Technische Details & Ausstattung

BetriebssystemAndroid 3.2

Kamera

3,2 MP @ 30 fps

LED Blitz

Eine LED

Vorderkamera

2 MP @ 30 fps

Speicher

16 / 32 / 64 GB

Internetmöglichkeiten Modell: Wi-Fi

Internetmöglichkeiten Modell: Wi-Fi + 3G

WLAN (802.11a/b/g/n)

WLAN (802.11a/b/g/n) + HSPA+ 21Mbps 850/900/1900/2100, EDGE/GPRS 850/900/1800/1900

Bluetooth

Bluetooth 3.0 + Bluetooth Tethering

Prozessor

2 x 1 GHz

Display

1280 x 800 / 10,1″

Arbeitsspeicher1 GB

Akkulaufzeit

Bis zu 10 Stunden (aktive Benutzung)

3-Achsen-Gyrosensor

Ja

Beschleunigungssensor

Ja

Umgebungslichtsensor

Ja

Ortung

GPS + WLAN (+ mobiles Internet bei 3G Edition)

Digitaler Kompass

Ja

Größe

241,2 mm x 185,7 mm x 8,8 mm

Gewicht Wi-Fi

570

Touchscreen

Kapazitiver Multitouch

Maße Gehäuse257 x 175 x 8,6 mm

Design

Gerade das Design ist beim Samsung Galaxy Tab 10.1N natürlich ein besonders interessanter Punkt, den es zu betrachten gilt, da der Vertrieb des ursprünglichen Galaxy Tab 10.1 aufgrund der Ähnlichkeit zum Apple iPad 2 in Deutschland verboten wurde. Mit einer Dicke von nur 8,6 mm wirkt das neue Samsung Tablet besonders elegant. Die Vorderseite präsentiert sich in schwarz, mit einem dünnen silbernen Rand und einer SAMSUNG-Aufschrift im unteren Bereich. Auf der oberen Hälfte des Tablets finden sich ganz rechts und links die beiden Lautsprecher, die einen virtuellen Surround-Sound erzeugen können.

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Verarbeitungstechnisch gibt es beim Galaxy Tab nichts zu bemängeln.

Auch die Rückseite ist hauptsächlich in Schwarz gehalten und wird von einem silbernen dünnen Rand geziert.
Ein weiterer silberner Streifen an der Oberkante der Rückseite setzt einen schönen Akzent im Design und fasst dabei gleichzeitig die Kamera und das zugehörige LED-Fotolicht ein. Zudem wurde mittig auf der Rückseite ebenfalls ein SAMSUNG-Schriftzug aufgeprägt. Wie für Geräte ohne herausnehmbaren Akku üblich, ist der untere Rand zusätzlich mit einer kurzen Zusammenfassung der Geräteausstattung, wie 3G, Wi-Fi, 64 GB, samt obligatorischen CE-Kennzeichen bedruckt.

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An der Unterseite findet sich außerdem die Multifunktionsbuchse, mit der das Gerät an einen PC angeschlossen, aufgeladen oder mit entsprechendem Adapter an einen Bildschirm angeschlossen werden kann. Parallel an der Oberseite liegen hier der Ein- und Ausschalter, die Lautstärkeregelung, ein Kopfhöreranschluss und bei der 3G-Version der Steckplatz für die SIM-Karte.

 

Kamera & Lautsprecher

Die Kameraausstattung des Galaxy Tab 10.1N muss mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Einerseits dauert das Fokussieren mehrere Sekunden lang und die Auflösung von nur 3,2 MP sind nicht mehr der heutige Stand der Dinge, andererseits überzeugt das Tablet mit gestochen scharfen Bildern, die, wenn der Autofokus seine Arbeit dann endlich erledigt hat, perfekt fokussiert sind. Dies funktioniert dank der LED im Übrigen auch im Dunkeln sehr gut. Die Kamera eignet sich somit, unter anderem auch aufgrund der Möglichkeit Panorama-Aufnahme zutätigen, sehr gut für ruhige Natur- oder Kunstbilder. Bei schnellen Bewegungen dämpft der langsame Autofokus das Schnappschusserlebnis dann aber deutlich. Auch wenn das Aufnehmen von Videos keine Fokussierzeit benötigt, kann die Qualität der gedrehten Videoclips nicht überzeugen. In Sachen Kameraausstattung hätte Samsung eindeutig mehr bieten können, dies gilt vor allem, wenn man die durch den Rechtsstreit gewissermaßen erzwungene Überarbeitung des Gerätes im Hinterkopf behält.

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Die Lautsprecher befinden sich beim 10.1N seitlich neben dem Bildschirmbereich.

Die Lautsprecher des Samsung Galaxy Tab 10.1N können hingegen auf ganzer Linie überzeugen. Obwohl sie relativ klein sind, ist der Sound großartig. Sogar Musik mit viel Bass wird gut und ohne Störgeräusche abgespielt. Auch der Media Player ist gut gestaltet, kann die Songs nach fast allen vorhandenen Tag-Informationen sortieren und bietet einige Equalizer-Profile, die beispielsweise tiefe Frequenzen stärker betonen oder besonders gut für die Höhen- und Mitten von Rock-Musik geeignet sind. Die Akkulaufzeit liegt bei Musikwiedergabe laut Hersteller bei unglaublichen 72 Stunden, was theoretisch drei Tage reinen Musikgenuss ermöglicht, ohne dass das Gerät an die Steckdose muss.

Praxistest

Auch im Praxistest kann das Samsung Galaxy Tab 10.1N durchaus überzeugen. Gerade die Grundfunktion, auf der die Tablet-Idee basiert, nämlich virtuelle Bücher zu lesen, ist sehr gut realisiert worden. Man kann die Bücher direkt aus dem Internet kaufen, herunterladen und lesen, wobei der Akku hier genug Leistung für längere Lesephasen bereithält. Auch mit Musikwiedergabe im Hintergrund verkürzt sich das Leseerlebnis kaum. So kann ohne Probleme einen Tag lang durch E-Books geblättert werden, während man sich gleichzeitig von den Lieblingsartisten beschallen lässt.

Das mit einem Dual-Core-Prozessor und 1 GB RAM ausgestattete Gerät kann dank der vorhandenen Leistungsressourcen aber natürlich weit mehr, als nur zum Anzeigen von E-Books verwendet zu werden. Im Normalfall reagiert der Touchscreen sofort und erkennt alle zehn Finger sehr präzise. Von Nachteil ist jedoch, dass Googles Android ein offenes Betriebssystem ist und Apps in der Regel daher nicht auf das Galaxy Tab 10.1N abgestimmt sind. Die volle Leistung des Tablets lässt sich aufgrund von schlecht optimierten Anwendungen deshalb nur selten bis gar nicht ausnutzen. Dies ist aber wohl kaum dem Gerät anzukreiden, sondern liegt an der großen Fragmentierung der auf Android basierenden Geräte.
Wie bereits erwähnt, ist die Kamera nur für ruhige Aufnahmen geeignet, da sie mehrere Sekunden benötigt, um den zu fotografierenden Gegenstand zu fokussieren. Dies ist aber auch schon die einzige Achillesferse des Produkts.

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Das Galaxy Tab 10.1N besitzt zwar direkt am Gerät keine USB-Steckplätze, wer trotzdem nicht auf die Universalschnittstelle verzichten kann, muss auf einen entsprechenden Adapter zurückgreifen, den es für knapp 30 € im Handel gibt. Für circa 40 € ist zudem ein weiteres Adapterkabel käuflich zu erwerben, das ebenfalls mit der Buchse am unteren Rand des Geräts verbunden wird und eine vollwertige HDMI-Schnittstelle bereitstellt. Somit kann das Tablet auch mit einem Fernseher verbunden werden kann.

 

 

Software

In diesem Abschnitt wollen wir uns noch mit einigen Sätze zur Strukturierung des Android 3.2-Betriebssystems äußern. Zu erst einmal ist festzuhalten, dass es keine allzu großen Anpassungen sind, die Samsung hier durchgeführt hat. Die Veränderungen zur Basis-Android-Version sind minimal, aber sehr nützlich.
Nachdem die Tastensperre durch Drücken des Ein-/Ausschalters gelöst wurde, muss der Bildschirm noch durch Verschieben einer Kugel entsperrt werden. Jetzt kommt man zum zuletzt verwendeten Bildschirm, was in den meisten Fällen einer der Startbildschirme ist, da dieser erscheint, sobald alle Anwendungen geschlossen oder minimiert wurden. Insgesamt gibt es fünf dieser Startbildschirme, auf denen Widgets und App-Verknüpfungen platziert werden können. Widgets sind kleine Mini-Apps, die direkt auf dem Startbildschirm die neuesten Nachrichten, Videos oder auch nur die Uhrzeit anzeigen. Oben rechts wurde ein Button platziert, um ins Menü zu gelangen. In diesem sind alle Apps alphabetisch sortiert aufgelistet. Außerdem wird an dieser Stelle in der oberen linken Ecke über den einzelnen Apps dauerhaft eine Verknüpfung zum Android Market eingeblendet.

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Am unteren Bildschirmrand ist, außer bei Spielen im Vollbildmodus, eine Leiste mit drei Bereichen zu sehen: Links sind die Navigationstasten für „einen Schritt zurück“, „zum Startbildschirm“, „Letzte geöffnete Anwendungen“, „Mache einen Screen-Shot“ oder „Öffne das Menü dieses Programms“ zu finden. In der Mitte befindet sich ein Pfeil mit dem alle Samsung-Apps, wie der Taschenrechner oder Task-Manager, geöffnet werden können. Diese beenden die zuvor geöffnete App im Normalfall nicht. Zu guter Letzt findet sich rechts ein Bereich, in dem Informationen wie der Akkuladezustand, neue Benachrichtigungen oder auch die neu eingegangene SMS zu sehen sind. Diese Leiste ist die zentrale Steuerung des Tablets. Um den Bildschirm wieder zu sperren, reicht es aus die Ein-/Aus-Taste erneut zu betätigen.

 

Benchmarks

Benchmarks bewerten die Leistung des Tablets und zeigen in Form einer Punktzahl, wie schnell es wirklich ist.

Quadrant

Quadrant ist ein Benchmark, der die Leistung des Gerätes in den Punkten CPU, Speicher, RAM und Grafik ermittelt. Hier hat das Tablet mit 2305 Punkten relativ gut abgeschnitten. Leider stehen in der Datenbank von Quadrant nur Smartphones zum direkten Vergleich zur Verfügung.

AnTuTu

AnTuTu ist ein Benchmark, der ebenfalls die Leistung des Gerätes in den Punkten CPU, Speicher, RAM und Grafik ermittelt. Hier hat das Tablet 4977 Punkte erreicht, wobei diese folgendermaßen verteilt sind:

RAM:            765
CPU integer:        1361
CPU float-point:    1020
2D graphics:        284
3D graphics:        842
Database IO:        385
SD card write:        129 (12,9 MB/s)
SD card read:        191 (22,0 MB/s)

Futuremark Peacekeeper
Futuremark Peacekeeper ist ein Benchmark, der die Leistung des Browsers bewertet und z. B. auch am PC durchgeführt werden kann. Wir haben das Tool im Standardbrowser des Tablets ausgeführt.

Das Tablet hat so 359 Punkte erreicht und konnte eins von den sieben HTML5 Scripten anzeigen. Damit liegt es mit 15 Punkten Unterschied knapp hinter dem Apple iPad 2.

Linpack

Linpack ist ein Benchmark, der die maximale Leistung des Prozessors bewertet.

Single Thread: 28,179 MFLOPS, 2,97 Sekunden

Multi Thread: 49,477 MFLOPS, 3,41 Sekunden

 

Tarifbeispiele

Da sowohl die Telekom, als auch Vodafone unzählige verschiedene Variationen von Tarifen anbieten, würden diese den Rahmen dieses Berichts bei Weitem sprengen. Auf den jeweiligen Webseiten der Telekom und von Vodafone gibt es alle Details, u. a. zu Rabatten für „Junge Leute“, Auszubildende, Studenten usw. Die folgende Tabelle stellt einige Beispiele für Standardtarife dar:

3G-Edition 64GBTelekomVodafone

Preis einmalig

Preis monatlich

239,95 € / 149,95 € / 149,95 € / 99,95 €

41,07 € / 62,49 € / 62,49 € / 89,27 €

639 € / 149,90 € / 49,90 € / 29,90 € / 1 € / 1 €

0 € / 39,99 € / 49,99 € / 59,99 € / 69,99 € / 89,99 €

Sonderleistung

je nach Tarif

je nach Tarif

Alle Angaben ohne Gewähr

 

Fazit

Das Samsung Galaxy Tab 10.1N macht rein äußerlich bereits ordentlich etwas her. Das schlanke Design in Verbindung mit der schwarzen Farbgebung, welche durch silberne Umrandungen und Elemente aufgelockert wird, hat uns sehr gut gefallen. Die Verarbeitungsqualität des Produktes ist zudem durchgehend hoch, hier gibt sich Samsung keine Blöße.

Basierend auf Googles Android Betriebssystem, kann das Tablet aber nur selten sein volles Leistungspotenzial ausspielen, was vor allem daran liegt, dass nur wenige der über 300.000 Apps im Market für das Galaxy Tab 10.1N optimiert sind. Hier kann sich allerdings zukünftig noch etwas ändern, sobald das Gerät weiter verbreitet ist. Auch bietet das Galaxy Tab lediglich eine 3,2-MP-Kamera, die zu allem Übel sehr lange für die Fokussierung braucht.

Die Vorzüge des Gerätes überwiegen letztendlich aber deutlich. So ist das Tablet dank des 1 GHz-Dualcore-Prozessors und einem Gigabyte Arbeitsspeicher sehr reaktionsfreudig, bietet ein genaues Touchscreen, das bis zu 10 Finger gleichzeitig erkennt und liefert dank Android-Betriebssystem die Auswahl aus über 300.000 Apps gleich mit. Auch in Sachen Akkuleistung und Displayqualität können wir dem Galaxy Tab ein gutes Zeugnis ausstellen. Das Samsung Galaxy Tab 10.1N in der 3G-Ausführung mit 64 GB ist für 709 € bei getgoods.de erhältlich.

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Pro

  • Design
  • Display
  • Arbeitsgeschwindigkeit
  • Audioqualität
  • Akkulaufzeit
  • 300.000 Apps

Contra

  • 3,2 MP Kamera (langes Fokussieren)
  • Ressourcen werden (noch) nicht ausgenutzt

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Eduard Lais

Eduard Lais

...ist seit über 2 Jahren bei Allround-PC.com und SSD-Info.de tätig. In seiner Freizeit spielt Eduard auch gerne am overclockten PC oder treibt Sport wie Wakeboarden oder Fußball. Im "echten Leben" Gymnasiast, der 2014 das Abi schreibt.

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