Test: Kindle Konkurrent – Tolino Shine eBook-Reader

Geschrieben von Niklas Ludwig am 10.04.2013.

Tolino Shine Startbild

Mit dem Kindle revolutionierte Amazon den Büchermarkt und machte eBook-Reader alltagstauglich. Schnell konnte der Online-Gigant seine Vorteile ausspielen und war nahezu konkurrenzlos, was vor allem auch an der Anbindung seines eigenen Büchershops liegt. Doch die großen deutschen Bücherhändler Thalia, Weltbild, Club Bertelsmann und Hugendubel blasen mit der Telekom als Vertriebspartner zum Gegenangriff. Ob das Unterfangen gelungen ist, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.


Technische Daten

  • Display: 15,24 Zentimeter (6 Zoll), 1024×758 Pixel
  • Displaytechnologie: E Ink Pearl-Technologie Shine Display
  • Abmessungen: 175 x 116 x 9,7 mm
  • Gewicht: 183 g
  • Touchscreen: Infrarot
  • Akkuleistung: Bis zu 7 Wochen Akkulaufzeit
  • Konnektivität: WLAN (802.11 b/g/n);
  • Akku-Ladezeit: Schnelllademodus 250 Minuten; PC-Lademodus 480 Minuten
  • Prozessor/RAM: 800 MHz / 256 MB
  • Speicher (intern): 2 GB
  • Speicher (extern): Micro-SD-Speicherkarte, bis zu 32 GB
  • Betriebssystem: Android
  • Unterstützte Formate: ePub, PDF, TXT

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Lieferumfang

  • Tolino Shine eBook-Reader
  • Bedienungsanleitung
  • USB-Kabel

Design & Display

Der Tolino Shine kommt in einem dunkelbraun-Metallic daher und ist komplett aus Kunststoff gefertigt. Die Front wird zum Großteil von dem 6-Zoll-E-Ink-Display eingenommen. Dieses löst mit 1024 x 758 Pixeln auf und stellt die Schrift, die sich in sieben Größen einstellen lässt, sehr gut dar. Die eBooks lassen sich vom Lesekomfort her so gut lesen wie ein echtes Buch. Das Umblättern und der damit verbundene Neuaufbau der Seite gehen schneller von der Hand als das Umblättern bei einem echten Buch. Technisch bedingt fällt bei den meisten eReadern das Lesen in dunklen Räumen schwer, da sie über keine Hintergrundbeleuchtung verfügen. Nicht so beim Tolino Shine: Vorausgesetzt die Helligkeit wurde in den Einstellungen hoch genug gewählt, lässt sich mit einer Taste auf der Oberseite, die Hintergrundbeleuchtung einschalten.

Tolino Shine - Anschluesse

Auf der Oberseite befindet sich zudem der Powerbutton, mit dem sich der eReader sperren oder herunterfahren lässt. Unter dem Bildschirm sitzt der Home-Button, mit dem der Nutzer direkt auf die Startseite gelangt. Die Unterseite beherbergt hinter einer umklappbaren Abdeckung, die das Eindringen von Dreck und Staub verhindert, den USB-Anschluss sowie einen microSD-Karten-Slot, mit dem der interne Speicher um weitere 32 GB erweitert werden kann. Zusätzlich wurde hier der Reset-Knopf untergebracht, der sich mit einem spitzen Gegenstand eindrücken lässt. In unserem Test mussten wir allerdings nie auf diese Funktion zurückgreifen, da der eReader sich nie aufhing. Zu dem Speichern müssen wir noch hinzufügen, dass dieser offiziell vier Gigabyte beträgt, von denen allerdings nur zwei Gigabyte für eBooks genutzt werden können. Der restliche Speicher ist dem System vorbehalten. Insgesamt hinterlässt der Tolino Shine einen sehr gut verarbeiteten Eindruck und liegt mit seinen 190 Gramm Gewicht gut in der Hand.

Bedienung

Die Bedienung geht per Touchscreen reibungslos von der Hand und gibt keinen Anlass zur Kritik. Je nachdem, bei welchem Anbieter der Tolino Shine gekauft wird, ist ein anderer eBook-Shop vorinstalliert. So können per WLAN bequem neue eBooks erstanden werden. Das hat allerdings den Nachteil, dass der Shop eines Anbieters günstiger als der eines anderen sein könnte oder eine bessere Auswahl anbietet. Das ist Kritik auf hohem Niveau, da sich die eBooks auch am PC in anderen Shops kaufen und auf den eReader übertagen lassen.  Alternativ lässt sich auch der integrierte Browser für den Kauf neues Lesefutters nutzen.

Tolino Shine - Schraegansicht

Allerdings arbeitet dieser vergleichsweise träge und eignet sich nur bedingt  zum Surfen. Unterstützt werden alle eBooks, die im ePub- oder PDF-Format vorliegen. Hierbei werden sowohl DRM-freie als auch mit Adobe DRM-versehen eBooks unterstützt. Durch die Zusammenarbeit mit der Telekom, haben Kunden Zugriff auf die TelekomCloud, in der 25 Gigabyte Speicher zur Verfügung stehen. Zusätzlich bietet die Telekom Zugriff auf deutschlandweit über 11.000 Hotspots an. Der Akku hält laut Hersteller bis zu zwei Monate oder 36.000 gelesenen Seiten. Diesen Wert konnten wir nicht überprüfen, da wir das Gerät nicht so lange getestet haben. Aus dem Bekanntenkreis hörten wir aber, dass diese Werte durchaus realistisch sind. Somit lässt sich der Tolino Shine getrost ohne Ladekabel mit in den Urlaub nehmen, ohne sich darum zu sorgen, dass einem der Lesestoff ausgeht.

Fazit

Der Tolino Shine konnte sich während unseres Test als würdiger Konkurrent zu Amazons Kindle behaupten. Das Display ist sehr gut und ermöglicht stundenlang angenehmes Lesen. Dank der Hintergrundbeleuchtung steht dem Lesevergnügen selbst im Dunkeln nichts im Wege. Der integrierte Weltbild-Shop ist ebenfalls positiv zu erwähnen, wobei es noch besser wäre, wenn dem Kunden die Shops aller Anbieter zur Verfügung stehen würden. Da alle gängigen eBook-Formate unterstützt werden, lassen sich die eBooks dafür auch am PC in anderen Shops erstehen und auf den eReader übertragen. Die Verarbeitung lässt keinen Grund zur Kritik und die Akkulaufzeit ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Der einzig wahre Kritikpunkt ist, dass der Tolino Shine nur bedingt zum Surfen im Internet geeignet ist. Hierbei sollte jedoch bedacht werden, dass wir immer noch von einem eBook-Reader reden und nicht von einem Tablet. Somit können wir den Toline Shine jedem empfehlen, der sich vom guten alten Papier trennen kann und auf der Suche nach einem eReader mit integrierter Hintergrundbeleuchtung für circa 100 Euro ist.

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Pro

  • gutes Display
  • Hintergrundbeleuchtung
  • integrierter Weltbild-Shop
  • erweiterbarer Speicher
  • TelekomCloud
  • Akkulaufzeit
  • Verarbeitung
  • Preis

Contra

  • nur bedingt zum Surfen geeignet
  • immer nur ein Shop verfügbar
  • kein Netzadapter mitgeliefert

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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