Test: Huawei MateBook

Huaweis erstes Windows 10-Convertible im Test

Geschrieben von Niklas Ludwig am 02.08.2016.

Huawei MateBook Startbild

Windows 10-Convertibles scheinen sich einer immer größeren Beliebtheit zu erfreuen. Nach und nach bringen Hersteller passende Modelle auf den Markt. Huawei konnte sich inzwischen bereits gut im europäischen Smartphone-Markt etablieren und wagt jetzt mit dem Huawei MateBook den Angriff auf die Konkurrenz der 2-in-1-Geräte. Ob Huawei der Einstieg in die Welt der Convertibles gelungen ist, klärt unser Test.

Übersicht

Reine Tablets stoßen hinsichtlich ihrer produktiven Einsatzmöglichkeiten recht schnell an ihr Limit. Die Leistung ist für etwas aufwendigere Büroarbeiten zu gering und auf Dauer ist die Touch-Eingabe zu ermüdend und schwerfällig. Abhilfe sollen 2-in-1-Geräte, auch Convertibles genannt, schaffen. Im Grunde sind sie etwas leistungsstärkere Tablets, die sich über ein Tastaturdock in ein Notebook umfunktionieren lassen. Eines der ersten Windows 10-Tablets war das Samsung Galaxy TabPro S.

Technische Daten

Prozessor Intel Core m5 6y54, 2x 1,1 GHz
GPU Intel HD-Graphics 515
Arbeitsspeicher 8 GB
Interner Speicher, erweiterbar?
256 GB SSD
Display
12 Zoll, IPS
Auflösung QHD, 2.160 x 1.440 Bildpunkte
Konnektivität Wi-Fi 802.11ac, Bluetooth 4.1
Karten-Slots keine
Kameras Front: 5 MP
Akku (austauschbar?)
4.430 mAh, fest verbaut
Betriebssystem
Windows 10 Home
Abmessungen  279 x 194 x 7 mm
Gewicht  640 g
Besonderheiten mitgeliefertes Tastaturdock
Fringerprintsensor  Ja
Quick-/Wireless-Charging
 Ja/Nein
Anschlüsse 1x USB Typ-C, 1x 3,5-mm-Klinke
Farben Silber
Preis
 1.179 Euro

Lieferumfang

  • Huawei MateBook
  • Netzadapter
  • USB-C-Kabel
  • USB-C auf Micro-USB-Kabel
  • Micro-USB auf USB-A-Adapter
  • Kurzanleitung

Design & Verarbeitung

Huawei beweist mit seinen Smartphones, wie beispielsweise dem Huawei P9, dass es sich sehr gut darauf versteht, hochwertige Metallgehäuse zu produzieren. Beim Huawei Matebook setzen die Chinesen ebenfalls auf ein schickes Metallgehäuse, das bei unserem Testmuster silbern ist.

Huawei MateBook - Bildschirm an Huawei MateBook - Rückseite Tablet
Huawei versteht sich darauf, hochwertige Metallgehäuse zu produzieren, was beim MateDock direkt ersichtlich bzw. erfühlbar wird.

Das Tablet ist gerade einmal 6,9 Millimeter schlank und bringt zierliche 640 Gramm auf die Waage. Somit ist es zwar etwas dicker als das Samsung Galaxy TabPro S (6,3 Millimeter), dafür aber rund 50 Gramm leichter.

Anschlussarmut

Auffällig ist, dass es am Gehäuserahmen nahezu keine Anschlüsse gibt. An der rechten Seite des Rahmens befindet sich im unteren Bereich ein USB Typ C-Anschluss – das war’s! Bis auf einen Klinkenanschluss gibt es keine weiteren Anschlussmöglichkeiten. Zusätzliche Anschlüsse gibt es nur gegen Aufpreis in Form des MateDock.

Huawei MateBook - MateDock Adapter Huawei MateBook - USB C Anschluss
Das Huawei MateBook besitzt lediglich einen USB Typ C-Anschluss. Wer mehr Anschlüsse benötigt, muss sich das MateDock besorgen (li).

Für rund 100 Euro erhält man einen schicken Adapter mit Metallgehäuse, der zwei USB-3.0-Anschlüsse, einen Ethernet-Anschluss sowie jeweils einen VGA- sowie HDMI-Anschluss bietet. Über die USB C-Schnittstelle wird das Dock mit dem MateBook verbunden. Ein weiterer USB Typ C-Anschluss am Adapter ermöglicht das Aufladen während der Nutzung mit Peripheriegeräten.

Fingerabdrucksensor mit Windows Hello Integration

Im Rahmen des MateBooks ist eine Lautstärkewippe integriert, die in der Mitte von einer Vertiefung unterbrochen wird. Die Fläche dieser Vertiefung dient als Fingerabdrucksensor. Über diesen lässt sich das Tablet nicht nur entsperren, sondern kann mit dem Windows 10 Anniversary-Update, das ab dem 2. August verfügbar sein wird, auch dazu genutzt werden, um sich beispielsweise in Anwendungen oder im Browser mittels Fingerabdruck anzumelden. Die Passworteingabe zum Anmelden entfällt somit.

Bildschirm mit Wow-Effekt

Unseren ersten Wow-Moment erleben wir beim Einschalten des Bildschirms. Das 12 Zoll große IPS-Panel löst mit 2.160 x 1.440 Bildpunkten angenehm hoch auf, wodurch die Bildschirminhalte scharf dargestellt werden. Vom Kontrast und dem Schwarzwert her könnte man auf dem ersten Blick meinen, ein OLED-Panel vorliegen zu haben.

Huawei MateBook - Mit ZubehörDer Bildschirm überzeugt mit einer tollen Bilddarstellung. Adapter und Stift sind allerdings nur optional erhältlich.

Die maximale Helligkeit fällt mit 370 cd/m² ebenfalls angenehm hoch aus. Zwar ist die linke Seite schwächer ausgeleuchtet als die rechte, im Alltag fällt der leichte Helligkeitsunterschied jedoch nicht auf.

Tastatur-Cover mit Schwächen

Dem Huawei MateBook liegt ein Tastatur-Cover aus Kunstleder bei. Das Tablet wird einfach über den vorgesehenen Anschluss gehalten – den Rest erledigen die Magneten und halten das Duo fortan sicher zusammen. Die Hülle dient gleichzeitig als Standfuß und kann in zwei unterschiedlichen Winkeln positioniert werden.

Huawei MateBook - Aufgestellt Huawei MateBook - Aufgestellt Rückseite
Mit dem Tastatur-Cover kann das MateBook in zwei unterschiedlichen Winkeln aufgestellt werden.

In der zweiten Position ist es uns jedoch häufiger passiert, dass die Konstruktion zusammengeklappt ist. Zudem lässt sich die Tastatur selbst nicht anwinkeln. Das Tippgefühl ist trotz der geringen Höhe gut. Allerdings liegen die Tasten etwas zu nah beieinander, weshalb es vorkommen kann, dass ausversehen zwei Tasten gleichzeitig betätigt werden.

Leistung

In der von uns getesteten Variante verfügt das Huawei MateBook über einen Intel Core m5-6y54-SoC, dessen zwei Rechenkerne mit einem Basistakt von 1,1 Gigahertz takten. Hinsichtlich des Arbeitsspeichers spendiert Huawei dem MateBook acht Gigabyte und die integrierte SSD bietet 256 Gigabyte Speicherplatz. Der fest verbaute Akku besitzt eine Kapazität von 4.430 mAh. Als Betriebsystem ist Windows 10 vorinstalliert.

Die Leistung des MateBook reicht locker für ein flüssiges Surfen im Internet und dem Arbeiten mit Office-Anwendungen. Das Tablet gerät keiner Zeit ins Stocken. Bei rechenintensiven Anwendungen stößt das Tablet jedoch recht bald an seine Grenzen. Etwas enttäuscht waren wir von den Akkulaufzeiten: beim normalen Arbeiten ist der Akku nach rund vier Stunden leer und muss an die Steckdose angeschlossen werden.

Fazit

Das Huawei MateBook sieht schick aus, fühlt sich sehr wertig an und bietet einen hervorragenden Bildschirm, mit dem das Betrachten von Multimediainhalten eine wahre Freude ist. Mit seinen kompakten Abmessungen und dem geringen Gewicht ist es ein guter Begleiter für unterwegs. Dank der mitgelieferten Tastatur lässt es sich problemlos in ein Notebook umfunktionieren. Zwei Aufstellwinkel mögen allerdings nicht jedermanns Bedürfnisse abdecken. Die Leistung ist für die meisten Büroarbeiten und zum Surfen mehr als ausreichend. Allzu viel sollte man dem Intel Core m5-SoC dann aber nicht abverlangen. Zudem hat die geringe Bauhöhe zur Folge, dass dem Akku je nach Nutzungsart bereits nach rund vier Stunden der Saft ausgeht. Bei den Anschlüssen hat Huawei hingegen gespart – der Kauf des MateDocks oder eines anderen, kompatiblen Adapters ist nahezu unausweichlich. Wer ein leistungsstärkeres Tablet mit Windows 10 sucht, sollte 50 Euro mehr in das Microsoft Surface Pro 4 investieren. Dieses wird zwar zu diesem Aufpreis ohne Tastatur ausgeliefert (Kosten: 100 Euro), dafür muss nicht zwingend ein Adapter für mehr Anschlüsse hinzugekauft werden.

 
Pro Contra
  • hervorragender Bildschirm
  • Speicher nicht erweiterbar
  • sehr gut verarbeitetes, schmales & leichtes Metallgehäuse
  • nur einen USB-Anschluss / Adapter nicht im Lieferumfang enthalten
  • genügend Leistung für Büroaufgaben
  •  Preis
  • im Lieferumfang enthaltenes Tastaturdock
  • Tastatur nur in einer von zwei Positionen gut nutzbar
  • sinnvoller Fingerabdrucksensor
  •  mäßige Laufzeiten
  •  passive Kühlung
 

 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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