Terratec Cinergy 1200 DVB-C TV Tuner im Test
Das digitale Fernsehen verbreitet sich in Deutschland immer schneller. Eine der im Augenblick wohl verbreitesteten Techniken ist das digitale TV im Kabelnetz (DVB-C). Selbst viele ländliche Gebiete können diese digitale Kabeltechnik heute schon nutzen.
Um die digitalen Signale auf den Fernseher zu bekommen, wird eine Set-Top-Box benötigt oder für den Computer eine DVB-C TV-Karte. Eine solche Karte aus dem Hause Terratec haben wir uns angeschaut.
Über DVB-C
DVB-C steht für Digital Video Broadcast - Cable. Dies ist das heutige digitale Fernsehen, welches über das bestehende Kabelnetz gesendet wird. Die Kabelnetzbetreiber in Deutschland haben bereits große Gebiete ihres früher analogen Kabelnetzes umgestellt und senden auf diesen alten, bestehenden Leitungen nun digitale TV-Signale in Top-Qualität. Besonders interessant ist diese Technik z.B. in Baden-Württemberg, wo der Ausbau von DVB-T noch schleppend voran geht.
Jedoch sollten Sie sich informieren, welche Sender in Ihrem digitalen Kabelnetz derzeit verfügbar sind. Dies finden Sie auf der Internetseite Ihres Kabelnetzbetreibers. Im Augenblick sind dies noch hauptsächlich Sender der ARD und ZDF Gruppen.
Terratec Cinergy 1200 DVB-C
Lieferumfang
Der Lieferumfang fällt etwas mager aus:
- Cinergy 1200 DVB-C PCI Karte
- Treiber & Software CD
- Service-Begleitschein
- Registrierungskarte
Eine Fernbedienung wird weder mitgeliefert, noch kann man sich nachträglich eine dazu kaufen. Schade eigentlich!
Die Karte hat nach außen lediglich zwei Anschlüsse: einen Antennen Ein- und einen Ausgang. Im Inneren Bereich findet man einen Anschluss für mögliche zukünftige Erweiterungen.
Systemvoraussetzungen
- 1,0 GHz Intel Pentium oder AMD Athlon CPU
- 1 freier PCI 2.1 Slot (mit Busmaster-Unterstützung)
- 128 MB RAM
- 100 MB freien Speicher
- Soundkarte mit DirectX Unterstützung
- PCI Express oder AGP Grafikkarte mit DirectX- und Video Overlay-Unterstützung
- CD oder DVD Laufwerk
- DirectX 9.0 oder höher
- Windows 2000 oder Windows XP
- Digitaler Kabel-Empfang (DVB-C)
Empfohlene Systemvoraussetzungen
- 1,5 GHz Intel Pentium oder AMD Athlon CPU
- 1 freier PCI 2.1 slot (mit Busmaster-Unterstützung)
- 256 MB RAM
- 100 MB freien Speicher
- Soundkarte mit DirectX Unterstützung
- PCI Express oder AGP Grafikkarte mit DirectX- und Video Overlay-Unterstützung
- CD oder DVD Laufwerk
- DirectX 9.0 oder höher
- Windows XP
- Digitaler Kabel-Empfang (DVB-C)
Unser Testsystem
| CPU |
Intel Pentium 4 640 - 3,2GHz
|
| Mainboard |
ABIT AW8-MAX
|
| RAM |
MDT 2x512MB DDR2-667
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| Grafikkarte |
XFX GeForce 6600GT
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| HDD |
Seagate Barracude 2x160GB S-ATA2 Raid0
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| Netzteil |
Enermax 535Watt
|
| Betriebssystem |
Windows XP SP2
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| Kabelanschluss |
Kabel-BW
|
Installation + Betrieb
Auf der Treiber & Software CD findet man neben Treibern und der TV Software Cinergy Digital noch PowerDVD 5, was zur Wiedergabe von VideoDVDs, VideoCDs u.ä. geeignet ist, FilmBrennerei 2 TV, zum Konvertieren und Brennen von Videos (z.B. aufgenommen mit der Cinergy TV-Karte), DirectX 9.0b und den Adobe Reader zum Lesen der PDF-Anleitung auf CD.
Die Installation des gesamten Softwarepaketes lief auf unserem System sehr schnell. Schon nach wenigen Minuten konnten wir die Cinergy Digital Software starten um dort nach Sendern zu suchen. Dies jedoch, kann einige Zeit dauern! Während wir nach etwa 8 Minuten alle Sender gefunden hatten, findet man in verschiedenen Internetforen Beiträge, wo von über einer Stunde erzählt wird. Ob dies an einer anderen Softwareversion, einem langsameren PC oder gar dem Kabelnetzbetreiber liegt, ist aber unklar.
Und so sieht die Software dann mit gefundenen Sendern aus. Mit den Buttons oben kommt man zu den Einstellungen, zum Kanalsuchlauf, Kanaleditor, Timer, zur Aufnahme/Wiedergabe und zum Videotext.
Die Punkte Einstellungen, Kanalsuchlauf und Aufnahme/Wiedergabe sollten selbsterklärend sein. Im Kanaleditor kann man verschiedene Senderlisten verwalten, unter anderem die Favoritenlisten. Unter Timer findet man den Electronic Program Guide (EPG), mit dessen Hilfe man Aufnahmen zeitgesteuert starten kann:
Sehr praktisch, wie man hier per Timer Sendungen aus dem Programm der nächsten Tage aufzeichnen kann. Die Videoqualität der aufgenommenen Sendungen ist spitze, kann aber auch herauf- oder herunter gestuft werden, um Speicherplatz einzusparen bzw. die Qualiät noch weiter zu verbessern.
Mit einem Klick auf Videotext öffnet sich dieses neue Fenster:
Auch der Videotext wird mit dieser Software sehr übersichtlich und benutzerfreundlich angezeigt.
Kommen wir zurück zur TV-Software Cinergy Digital. Im linken Bereich befindet sich die Kanalliste. Man kann zwischen TV, Radio und Favoriten wechseln. Mit einem Doppelklick auf einen Sender wird dieser ausgewählt und sofern er nicht verschlüsselt ist auch abgespielt.
Unten findet man ebenfalls verschiedene Buttons. Zwei Buttons ( - | + ) zum Umschalten des laufenden Senders und einen Button zur Schnellaufnahme mit Auswahl für die zeitliche Begrenzung der Aufnahme. Der Timeshift Button zum zeitversetzten Fernsehen, um zum Beispiel eine kurze Toilettenpause machen zu können, ohne auf Werbung warten zu müssen oder einen Teil der laufenden Sendung zu verpassen, ist ebenfalls vorhanden. Dann gibt es noch den Button zur Stummschaltung und, sofern die aktuelle Sendung dies anbietet, eine Sprachauswahl.
Hat man sich dann für ein Programm entschieden, wartet nach knapp 2 Sekunden Umschaltzeit eine spitzen Bildqualität, wie man es vom digitalen Fernsehn gewohnt ist, darauf bestaunt zu werden. Der Ton wird in Dolby Digital wiedergegeben, sofern die laufende Sendung dies unterstützt. Die Fenstergröße kann frei gewählt werden, wobei sämtliche Menüs und zusätzlichen Anzeigen ausgeblendet werden können. Auch die Vollbildansicht ist natürlich möglich.
Die CPU Auslastung beträgt bei unserem Testsystem im laufenden TV Betrieb ca. 7%. Während der Timeshift Aufnahme gibt es praktisch keine CPU Auslastung. Der Videotext dagegen lastet unser Testsystem mit etwa 80% sehr stark aus.
Insgesamt kann man sagen, dass diese Werte gut sind, nur an der Auslastung des Videotextes sollte noch etwas geändert werden.
Soweit klingt alles sehr gut und die Karte hätte auch ohne Weiteres unsere Empfehlung bekommen, wenn wir beim Test nicht zwei negative Punkte festgestellt hätten.
Der erste Punkt hängt mit der Software von Terratec zusammen. Mehrere Abstürze der Software und sogar des ganzen Rechners sind aufgetreten. Vermutlich hängt dies mit dem Kanalsuchlauf zusammen, später lief die Software dann stabil. Daran muss Terratec wohl noch arbeiten.
Der zweite Punkt hat uns aber noch viel mehr enttäuscht. Die Terratec Cinergy 1200 DVB-C kann nur digitale Sender empfangen. Die Kabelnetzbetreiber senden im Augenblick (Stand Dezember 2005) aber nur wenige unverschlüsselte Sender über das digitale Kabelnetz. Somit können Sender wie RTL, RTL2, Pro7, SAT1, VOX und viele mehr mit dieser Karte zur Zeit noch nicht empfangen werden. Verschlüsselte Sender können gar nicht wiedergegeben werden. Eine genaue Liste der DVB-C Sender finden Sie auf der Homepage Ihres Kabelnetzbetreibers.
Jedoch sollte man an dieser Stelle auch anmerken, dass ähnliche TV-Karten der Konkurenz, welche zusätzlich zum DVB-C Standard auch die analogen Sender empfangen können derzeit über 200,- Euro kosten. Die Terratec Cinergy 1200 DVB-C ist zum Preis von ca. 85,- € zu haben.
Fazit
Insgesamt hat uns die Cinergy 1200 DVB-C positiv überascht. Für gerademal ca. 85,- Euro bekommt man nicht nur eine gute DVB-C TV-Karte, sondern auch ein großes Softwarepaket. Eine einfache Bedienung von zahlreichen Funktionen (EPG, Timeshift, Timer Aufnahme, Schnellaufnahme usw) erleichtert den täglichen Umgang mit der Karte. Ein aktuelles PC System wird durch die Cinergy Digital Software nur geringfügig ausgelastet, ein älteres System sollte aber auch ausreichen. Negativ aufgefallen sind uns die Abstürze beim Einrichten der Sender. Wer schon heute die wenigen digitalen Sender vom Kabelnetz auf dem PC sehen will, aber auf analoge Sender verzichten kann, ist mit dieser Karte gut bedient.
Pro:
-
Installation
- Bedienung
- Softwarepaket
- Funktionen (EPG, Timeshift, Timer, Schnellaufnahme usw)
- Wiedergabe von digitalen Radiosendern möglich
- Preis
Contra:
-
Lieferumfang
- Kanalsuchlauf instabil
- kein Empfang von analogen Sendern
- keine Fernbedienung
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