Hauppauge WinTV Nexus-S im Test

In diesem Test haben wir uns einmal die Hauppauge WinTV Nexus-S etwas näher angesehen. Es handelt sich dabei um eine TV-Karte, die das neue digitale Fernsehen per Satellit, kurz DVB-S, empfangen kann.



Lieferumfang & besondere Anforderungen

Ausgeliefert wird die WinTV Nexus-S im Hauppauge-üblichen schwarz-gelben Karton mit folgendem Zubehör:

  • IR-Fernbedienung

  • IR-Empfänger

  • Kabelpeitsche zum Anschluss von Video- und Audiogeräten

  • Treiber-CD

  • Handbuch mit Installationsanleitung und Bedienungsanleitung

  • optionales CA-Interface zur Aufnahme von Abonnement-Karten

 

Kabelpeitsche Fernbedienung

Da es sich bei der Nexus-Reihe um DVB-Karten mit integriertem MPEG-Decoder handelt, fallen die Anforderungen an die vorhandene Hardware nicht besonders hoch aus, da die prozessorlastige Arbeit der Video-Dekodierung von diesem übernommen wird. Die Angaben des Herstellers belaufen sich auf ein System mit 733 MHz, wobei es durchaus Berichte gibt, in denen weitaus schwachbrüstigere, alte Hardware wiederbelebt wurde um als HTPC (Home Theatre Personal Computer) zu dienen.
Für die Aufzeichnung von Fernsehsendungen gibt Hauppauge mindestens 1 GB Festplattenkapazität an. Damit wird man in der Realität allerdings nicht weit kommen. Um in vernünftiger Qualität aufzeichnen zu können und nicht nach 2 Sendungen schon den CD oder DVD-Brenner anschmeißen zu müssen, sollten schon 20 GB oder mehr freier Festplattenplatz vorhanden sein.

Einbau & Installation

Eingebaut wird die TV-Karte wie jede andere PC-Steckkarte: Rechner öffnen, einen freien PCI-Slot suchen und die Karte einbauen. Man sollte lediglich darauf achten, dass die Karte ein wenig vom Luftstrom innerhalb des Gehäuses abbekommt, da der Tuner während des Betriebs doch ein wenig mehr Wärme produziert als eine übliche PCI-Karte wie Sound- oder Netzwerkkarte. Die Treiberinstallation geht ebenfalls wie üblich vonstatten. Wer über einen Internet-Anschluss verfügt, der sollte sich allerdings zuerst den aktuellen Treiber von der Homepage des Herstellers herunterladen, denn der mitgelieferte Treiber auf der CD entspricht noch der Ur-Variante und ist somit schon ein wenig älter. Der Treiber wird dann entpackt und via Gerätemanager beziehungsweise bei der Erkennung der Hardware installiert, denn das Setup installiert nicht den Treiber sondern nur die mitgelieferte Software zur TV-Nutzung, welche aber erst nach Installation des Treibers installiert werden sollte. Sind dann Treiber und Software installiert, können wir dazu übergehen die Karte in Betrieb zu nehmen. Dazu kann, wenn das Bild nicht nur am PC-Monitor wiedergegeben werden soll, der Fernseher und wenn vorhanden auch ein Surround-Sound-System angeschlossen werden oder der (Stereo-)Ton an die Soundkarte des Rechners weitergegeben werden. Dazu sind einfach die beschrifteten Kabel entsprechend anzuschließen.

Betrieb

Wer sich bisher noch nicht großartig mit TV-Karten und insbesondere DVB-Karten und deren Software und Funktionen beschäftigt hat, der sollte sich zunächst einmal mit der mitgelieferten WinTV-Software begnügen. Sie bietet dem Anwender eine übersichtliche, intuitiv zu bedienende Oberfläche, welche für den simplen Fernsehgenuss und einfache Aufnahmen völlig ausreicht. Hier können neben dem Live-Bild die Kanal-Liste sortiert, nach neuen Kanälen gescannt und viele weitere Funktionen bezüglich Aufnahme und Wiedergabe von Video-Material betätigt werden. Darüber hinaus wird von der Software auch die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung ohne weitere Konfiguration unterstützt und man kann sich direkt im Bürostuhl oder auf dem Sofa niederlassen und die digitale Sendervielfalt des Fernsehens über sich ergehen lassen.
Wenn bereits ein wenig Grundwissen vorhanden ist oder man ganz mutig ist, dann kann auch Media-Center-Software oder aufwändigere Programme wie DVBProg o.ä. verwendet werden. Neulinge im Bereich des Fernsehens am PC werden hier aber wohl schnell die Freude verlieren, denn die Konfigurationsarbeit bis die Fernbedienung gefunden wird sowie die Flut an sonstigen Einstellmöglichkeiten und eventuellen Fehlermeldungen ist riesig.
Soviel zum Thema Software, die direkt mit der WinTV Nexus-S in Kontakt steht. Aber auch einige andere Dinge sind beim Betrieb zu beachten oder wissenswert. Wer zum Beispiel öfter an LAN-Parties teilnimmt, der sollte sich bewusst sein, dass der Treiber von DVB-S-Hardware im Normalfall einen weiteren Netzwerkadapter installiert (zur Nutzung eines Rückkanals via Satellit), der von Windows XP auch als solcher behandelt wird. Für den normalen Betrieb und die meisten Spiele ist dies kein Hindernis, denn Windows übernimmt hier die Verwaltung der Netzwerkadapter. Jedoch gibt es auch einige (insbesondere ältere) Spiele, die auf den ersten verfügbaren Netzwerkadapter zurückgreifen, welcher in manchen Fällen und je nach Installationsreihenfolge der Treiber im Falle einer Neuinstallation auch der Netzwerkadapter sein könnte, der durch die DVB-S-Karte installiert wurde. Da hier jedoch kein Zugriff auf das Netzwerk stattfinden kann, in dem sich die anderen Rechner befinden, ist eine Teilnahme am Spiel dann nicht möglich. Unsere Empfehlung lautet daher zumindest während LAN-Sessions den Netzwerkadapter der Nexus-S im Gerätemanager deaktivieren um Frust vorzubeugen.
Ansonsten verhält sich der Genuss von digitalem Fernsehen sehr ressourcenschonend, da die WinTV Nexus-S mit einem in Hardware ausgeführten MPEG-Decoder ausgestattet ist und somit zumindest die Decodierung und, im Falle einer Weitergabe des Bildes an den Fernseher, auch die Darstellung des Film-Materials übernimmt. Damit ist die einzig erzeugte CPU-Last diejenige, welche durch das verwendete DVB-Programm und das Betriebssystem entsteht.
Negativ fiel uns im Betrieb allerdings die Art der Darstellung des Videobildes bei Betrachtung am Monitor des PCs auf. Es wirkt dort zeilenweise zusammengesetzt, was jedoch nur bei schnellen Kameraschwenks stark störend wird. Nutzt man die Möglichkeit das Videobild auf den Fernseher zu übertragen, ist das Bild makellos und dank digitalen Empfangs auch bei schlechter Witterung fehlerfrei. Lediglich bei absolut unwirtlichen Bedingungen, welche jedoch in unseren Breitengraden äußerst selten zum Tragen kommen, fällt das Bild komplett aus.


Links der Tuner, rechts noch einmal der Anschluss für das optionale CA-Interface


Links der Anschluss für LNB, mittig für den IR-Empfänger, rechts Anschluss für die Kabelpeitsche

Fazit

Mit der WinTV Nexus-S aus den Hause Hauppauge kommt man auf leichtem Wege in den Genuss von digitalem Fernsehen in Kombination mit der Möglichkeit Videoaufnahmen zu tätigen. Da in heutigen PCs sowieso Festplatten mit hoher Kapazität verwendet werden, fallen dafür keine zusätzlichen Kosten an und man erhält für ca. 180 Euro ein System mit den Möglichkeiten, die sonst nur sehr kostenspielige Digitalreceiver bieten. Über ein optionales CA-Interface können auch (ein Abonnement vorausgesetzt) verschlüsselte Sender genutzt werden. Die simpel zu bedienende, mitgelieferte Software macht es auch einem Einsteiger leicht, sich in der digitalen Fernsehwelt zurechtzufinden. Gegenüber einem normalen Receiver bietet der Einsatz einer DVB-S-Karte den Vorteil die Software mit Maus und Tastatur bedienen zu können.
Als Kritikpunkt bleibt lediglich das „leicht aus Streifen“ zusammengesetzte Bild bei Betrachtung am Computermonitor zu erwähnen. Übertragen auf den Fernseher ist es jedoch einwandfrei.

Lesetipp: Für besonders neugierige und experimentierfreudige User empfehlen wir die Lektüre unserer Anleitung zur Inbetriebnahme eines HTPCs



Pro

  • geringe Hardwareanforderungen

  • leicht zu bedienende Software

  • Fernbedienung

  • optionales CA-Interface

    Contra

    • z. T. Streifenbild auf dem Monitor

    • Preis