Wissen: Kabel- und Anschlussratgaber

Geschrieben von Eduard Lais am 13.05.2012.

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Am PC, Bildschirm, Fernseher, Receiver oder dem DVD-Player benutzen wir sie täglich: Kabel. Doch welches Kabel kann was? Welches Kabel ist das Beste? Auf welche Anschlüsse sollte ich beim Fernseherkauf achten? Diese Fragen werden in diesem Bericht beantwortet.

 

Videokabel

SCART-Stecker

SCART ist ein zwar veralteter, aber immernoch verwendeter Anschluss für Fernseher und die dazugehörigen Geräte. SCART überträgt gleichzeitig Ton und Bild, aber keines von beiden in hoher Qualität. Der Ton ist auf Stereo und das Bild auf eine relativ geringe Auflösung beschränkt. Weil oft nur eine sehr schwache Isolierung vorhanden ist und das Signal analog übertragen wird, nimmt die Qualität nach ca. fünf Metern stark ab. HD ist über SCART nicht möglich.

Composite Video

Auch Composite ist ein analoger Anschluss, der heutzutage kaum noch verwendet wird. Beispielsweise werden manche Videokonsolen oder Kameras über Composite angeschlossen. HD ist über Composite nicht möglich.

Component Video (YPbPr)

Component Video nutzt ebenfalls den RCA-Stecker, der umgangssprachlich auch als Cinch bekannt ist. Es handelt sich dabei um das hochqualitativste analoge Verfahren zur Übertragung von Bildsignalen. Um diese zu ermöglichen, sind statt eines RCA-Kabels, wie bei Composite Video, drei RCA-Kabel nötig. Das erste Kabel überträgt dabei die Helligkeit (Y), während über Pb und Pr die Farbabweichungen von Grau auf einer Blau-Gelb-Skala bzw. Rot-Türkis-Skala. Component-Kabel bestehen daher aus drei RCA-Stecker, die die typischen Farben grün, blau und rot gekennzeichnet sind. So ist mit diesem Standard theoretisch möglich eine Full-HD-Auflösung (1080p) zu übertragen, was aufgrund der häufigen Verschlüsselung durch HDCP aber nur noch selten funktionieren wird.

VGA-Anschluss (Video Graphics Array) / D-Sub HD15

D-Sub HD15, besser bekannt als VGA, wird vor allem bei Computerbildschirmen verwendet. Hierbei findet eine analoge Bildübertragung statt. Da analoge Verbindungen sehr störungsanfällig sind, sollte hier auf eine gute Abschirmung des Kabels geachtet werden. Das VGA-Kabel ist nicht für Auflösungen höher als 1280 x 1024 zu empfehlen, wenn auch HD-Qualität (1920 x 1080) erreicht werden kann.

DVI (Digital Visual Interface)

DVI ist „das bessere VGA“. Auch DVI wird bei Computerbildschirmen verwendet, arbeitet aber digital und kann teilweise zusätzlich auch den Ton übertragen. Manche DVI-Kabel können auch HDCP-verschlüsselte Inhalte übertragen. Da DVI digital funktioniert, können die Kabel auch relativ lang sein, ohne die Qualität negativ zu beeinflussen. Bei DVI wird je nach Anzahl der Kontakte im Stecker zwischen DVI-I, DVI-D und DVI-A unterschieden, wobei es DVI-I und DVI-D auch als Dual Link-Versionen gibt. DVI-A ist qualitätsmäßig mit 17 Kontakten am schlechtesten und am ehesten mit VGA auf einer Ebene anzusiedeln. In der Praxis wird es daher auch nur für Adapter zwischen VGA und DVI verwendet. DVI-I Dual-Link hat 29 Kontakte und kann somit bis zu 2560 x 1600 Bildpunkte bei 60 Hertz darstellen. Somit ist DVI-I sehr gut für HD und sogar noch höhere Auflösungen geeignet.

HDMI (High Definition Multimedia Interface)

HDMI ist der aktuellste dieser Anschlusstypen, wobei es in diesem Abschnitt um den aktuellsten HDMI-Standard, HDMI 1.4a, gehen soll. Es funktioniert ebenfalls volldigital und kann auch geschützte Inhalte übertragen. HDMI überträgt sowohl Video- als auch Audiosignale und das in einer sehr guten Qualität. Normale HDMI-Kabel sollten maximal 15 m lang sein, aber je nach Qualität können auch 100 m ohne Qualitätsverlust überwunden werden. Es können Auflösungen von über 2560 x 1600 Pixeln erreicht werden, wobei hierbei die Hertz-Anzahl, also die Bildwiederholfrequenz verringert wird. HDMI ist, wie der Name vermuten lässt, HD-fähig und schafft sogar weitaus höhere Auflösungen.

DisplayPort

Der DisplayPort ist die jüngste Entwicklung unter den Videoanschlüssen und arbeitet selbstverständlich digital. Der Stecker ist kleiner als der HDMI-Konnektor und vor allem für den Einsatz zwischen PC/Notebook und Bildschirm/TV konzipiert worden. In der aktuellen Version 1.2 können mit DisplayPort Auflösungen von bis zu 4096×2560 Pixel übertragen werden. Dabei darf das Kabel dann aber nicht mehr länger als 2 Meter sein. Zur Einsparung von Platz an Notebooks und Ultrabooks gibt es zudem eine Mini-Version des DisplayPorts.

Audiokabel

Digitales Audio (S/P-DIF, optisch)

Das Audiokabel (S/P-DIF, optisch) arbeitet ebenfalls digital und ist Störungen daher nicht allzu empfindlich gegenüber. Es kann aber als digitales Kabel leider nur eine begrenzt hohe Qualität übertragen. Der Normalverbraucher dürfte den Unterschied allerdings kaum hören. Dank digitaler Technik kann das Kabel ohne Qualitätsverlust bis zu 20 Meter weit verlegt werden.

Lautsprecherkabel

Lautsprecherkabel werden normalerweise zur Verbindung zwischen Receiver und Lautsprecher verwendet. Statt eines Anschlusses, wie man ihn gewohnt ist, sind die Enden nur abisoliert und können in den Lautsprechern und dem Receiver fixiert werden. 20 Meter Länge sollten nicht überschritten werden. Bei Bedarf gibt es aber auch qualitativ hochwertigere Varianten.

3,5-mm-Klinkenstecker (TRS Connector)

Der 3,5-mm-Klinkenstecker wird vor allem bei Headsets, Kopfhörern und Lautsprechern am PC verwendet. Auch die meisten Smartphones, Handys und Fernseher weisen einen Klinkenstecker auf. Klinken können je nach Gerät für Mikrofon und Lautsprecher gleichzeitig verwendet werden, was in der Praxis aber kaum vorkommt. Meistens sind diese beiden Klinkenstecker getrennt. Klinkensteckerkabel sollten höchstens zehn Meter lang sein.

Cinch-Kabel (RCA)

Cinch-Stecker werden hauptsächlich im Heimkinobereich benutzt. Bis zu 15 Meter können mit dem Cinch-Kabel problemlos überbrückt werden. Pro Steckeranschluss kann dabei ein Lautsprecherkanal mit analogen Informationen versorgt werden.

Datenübertragungskabel

USB 2.0 & 3.0 (Universal Serial Bus)

USB ist inzwischen der Universalsteckplatz am PC geworden: Drucker, Scanner, externe Speichermedien, Smartphones, Tablets und einige Geräte mehr werden über USB angeschlossen werden. Für kleinere Geräte gibt es Micro- bzw. Mini-USB, das über einen Adapter auf „normales“ USB umgewandelt werden kann. Beim Kauf eines neuen PCs sollte darauf geachtet werden, dass zumindest ein USB 3.0-Steckplatz vorhanden ist, denn USB 3.0 bringt vor allem bei externen Speichermedien einen unglaublichen Geschwindigkeitsschub. Da USB normalerweise über einen Adapter verwendet wird oder das entsprechende Gerät direkt in den USB-Port gesteckt wird, geben wir hier keinen Preis für das Kabel an.

SATA II & III (Serial Advanced Technology Attachment)

SATA ist der heutige Standard um Festplatten und Laufwerke mit dem Mainboard zu verbinden. Es wird also im Normalfall nur innerhalb von Gehäusen verwendet. Es muss zwischen SATA 2 und SATA 3 unterschieden werden. SATA 2 schafft mit 3 GBit/s nur die Hälfte der Leistung der SATA 3-Kabel (6 GBit/s). Die Steigerung ist nur beim Einsatz von schnellen SSDs merkbar. Da SATA-Kabel nur wenige Zentimeter zwischen Mainboard und Laufwerken oder Festplatten überbrücken, reichen 0,5 Meter im Normalfall aus.

eSATA (external Serial ATA)

eSata ist die externe Version des SATA-Anschlusses. Zwar ist das Kabel bis auf die stärkere Abschirmung identisch, dem Stecker fehlt aber die L-Form, was die Verwendung des falschen Kabels verhindern soll.

Firewire / i.LINK (IEEE 1394-2008)

Firewire ist USB sehr ähnlich, wird aber eher im Mac-Bereich verwendet. Zwar wird es, wie eSATA, für die Datenübertragung verwendet, andere Funktionen, wie zum Beispiel das direkte Anschließen von Camcordern, sind aber auch möglich. FireWire ist in der aktuellen Version (FireWire S3200) mit bis zu 400 MB/s spezifiziert und ist somit theoretisch langsamer als USB 3.0 und schneller als eSATA. Dabei muss man allerdings beachten, dass der FireWire-Bus in den meisten Fällen völlig unausgelastet ist und somit die komplette Bandbreite einer einzelnen Anwendung zur Verfügung steht, während USB in der Praxis durch viele Geräte gleichzeitig beansprucht wird. Auch eine drahtlose FireWire-Verbindung ist in Planung. Für die kabelgebundene Variante gilt wie bei USB: Da Firewire hauptsächlich über Adapter verwendet wird, geben wir hier keinen Preis an.

Apple-Dock-Connector

Der Apple-Dock-Connector wird bei Apple-Geräten verwendet, um diese zu laden oder mit dem Computer zu verbinden. Genauer gesagt geht es um die iPhones, iPads und die meisten iPods. Hierbei dient der Apple-Dock-Connector aber nur als eine Art Adapter. Das Dock-Connector zu USB-Kabel wird zwar normalerweise mit dem entsprechenden Gerät mitgeliefert, wer aber ein zweites Kabel dieser Art benötigt, kann dieses für 34,99€ bei Amazon bestellen.

Etherne (IEEE 802)

Hinter der Bezeichnung Ethernet versteckt sich das gewöhnliche LAN-Kabel. Das Ethernet-Kabel wird für den Datenaustausch zwischen mehreren Computern verwendet. Auch das Internet ist nur eine Vernetzung von vielen Computern, die Daten meist über Ethernetkabeln, zwischen Heim-PC und Server ausgetauschen. Je nach Qualität des Kabels können zwischen 10 und 1000 MBit/s erreicht werden, wobei mindestens 100 MBit/s der Standard sind. Kabel der Kategorie 7 (CAT 7) sind nach IEEE 802.3an sogar 10 Gbit/s-fähig.

Schlusswort

Wir hoffen Ihnen mit diesem kurzen Artikel einen gewissen Überblick über die aktuellen Anschlüsse und Kabel gegeben zu haben. Natürlich erhebt diese Zusammenfassung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern fasst die in unseren Augen im Heimbereich meist vertretenden Technologien zusammen.

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Eduard Lais

Eduard Lais

...ist seit über 2 Jahren bei Allround-PC.com und SSD-Info.de tätig. In seiner Freizeit spielt Eduard auch gerne am overclockten PC oder treibt Sport wie Wakeboarden oder Fußball. Im "echten Leben" Gymnasiast, der 2014 das Abi schreibt.

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