Wissen: Datenschutz für iPhone und iPad

Geschrieben von Nils Waldmann am 08.08.2013.

Apple iPad 2 Test Startbild

Mit iOS 6 hat Apple endlich die lange geforderten Datenschutzoptionen nachgeliefert, die dem Nutzer erlauben, Apps und auch das iPhone selbst in ihrem liebsten Hobby, dem Datensammeln, in die Schranken zu weisen. Wir wollen in diesem kleinen Artikel auf zwei wichtige Einstellungen eingehen, die den meisten Nutzern gar nicht bewusst sein werden und zeigen euch, wie euer Gerät ab sofort nur noch dann nach Hause telefoniert, wenn ihr es wollt.

 

 

Überblick

Bereits im April 2011, also lange vor iOS 6, ginge für einige Tage überall die Berichte um, das iPhone würde Bewegungsprofile erzeugen und speichern. Dieses aber in einer Weise, das der Nutzer selbst (oder andere Personen, die das Gerät in die Finger bekommt) seine tägliche Route auslesen kann, da die Dateien unverschlüsselt auf dem Gerät lange und per iTunes auf den Computer übertragen wurden. Passende Tools zur Visualisierung der Zugriffspunkte waren direkt online verfügbar.

Diese Geschichte zeigt also ganz deutlich: Das iPhone telefonierte nach Hause bzw. zeichnete Daten auf, von denen der Nutzer in den meisten Fällen keinen Schimmer hatte. Im Nachfolgenden möchten wir ebenfalls weitgehend auf die Ortungsfunktion von iPhone und iPad in iOS 6 eingehen.

iOS 6 Einstellungen

 

Wann werde ich geortet?

Die Datenschutzeinstellungen sind direkt über die iOS-Einstellungen zu erreichen. Hier interessiert uns der Punkt „Ortungsdienste“.  Ein Klick darauf öffnet eine wohl den meisten bekannte Liste mit allen Apps, die Nutzung von der Positionsbestimmung des iPhones oder iPads machen wollen. Hier bestimmt ihr, wer genau das auch darf.

Neben den Apps sind ggf. drei Pfeilarten aufgeführt:

  • Lila Pfeil: Positionsbestimmung ist oder war vor kurzem aktiv
  • Grauer Pfeil: Positionsbestimmung in den letzten 24 benutzt
  • Pfeil mit lila Rand: Geofence aktiviert (Eingrenzung der Position in bestimmen Intervallen)

Damit erzählen wir euch aber wahrscheinlich nicht viel Neues.

iOS 6 Ortungsdienste konfigurieren

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Systemdienste

Die interessantesten Einstellungen in iOS befinden sich, so haben wir den Eindruck, immer ganz, ganz am Ende einer Einstellungsseite, wo viele Nutzer nie oder selten hingelangen.

In diesem Fall heißt der von uns gesuchte Punkt „Systemdienste“. Öffnet man den Menüpunkt, wird mit Sicherheit einigen Datenschutzbewussten unter euch ein wenig flau im Magen. Ganze 7 extra Punkte lassen sich hier konfigurieren – standardmäßig natürlich alle aktiviert.

iOS 6 Ortung für Systemdienste

Das Unschöne daran: Immer wenn diese Apple- bzw. iPhone/iPad-eigenen Dienste die Ortungsfunktion nutzen, erscheint kein Pfeil in der Statusleiste am oberen Rand. Das ganze passiert also mehr oder weniger versteckt.

Das lässt sich ändern, wenn man wiederum auf der Seite ganz nach unten scrollt und den Schalter „Statusleistenobjekt“ aktiviert. Jetzt bekommt man auch, wenn man ansonsten erst einmal alles unverändert lässt, sehr schön mit, wie oft das Gerät die Position aufgrund der vorkonfigurierten Systemdienste abruft und ggf. auch überträgt.

iOS 6 Ortungssymbol für Systemdienste anzeigen

Wir stellen es nun jedem frei, welche Dienste er hier wirklich für nötig hält. Wir haben auf unserem Testgerät einfach alle sieben Optionen deaktiviert. Einschränkungen konnten wir nicht feststellen, vor allem die Funknetzsuche funktioniert genau wie vorher. Die Einstellung der Zeitzone passiert natürlich nicht mehr automatisch, wenn die Option deaktiviert ist. Aber wie häufig wechselt der Durschnitts-iPhone-Nutzer wohl die Zeitzone?

 

Diagnose und Nutzung

Ein wichtiger Punkt, um eure Privatsphäre noch weiter zu schützen, ist der Punkt Diagnose und Nutzung, der in der Ortungsliste der Systemdienste ganz oben angeführt ist.

Die eigentliche Konfiguration hierfür findet ihr unter Allgemein -> Info -> Diagnose & Nutzung (wieder ganz unten) -> Haken bei „Nicht senden“. Damit werden keine Daten mehr an Apple übertragen.

iOS 6 Diagnose und Nutzungsdaten senden

Solltet ihr jedoch hier den Haken bei „Automatisch senden“ gesetzt haben und die Ortungseinstellung für Diagnose & Nutzung ebenfalls aktiviert haben, so erlaubt ihr eurem iPhone oder iPad, dass „… die aktuelle Position Ihres Gerätes ebenfalls gesendet werden [kann]. […] In diesen standortbezogenen Diagnosedaten kann auch einmal pro Tag die Position Ihres Gerätes bzw. der Ort, an dem ein Gespräch beendet wurde, aufgezeichnet werden.“ Quelle: Apple, iOS 6.1.3, „Über Diagnose und Datenschutz“.

Es ist aber anzumerken, dass laut Apple diese Informationen keine Rückschlüsse auf den Besitzer des Gerätes zulassen.

 

Werbung – iAds

Der letzte Punkt in unserem kurzen Artikel zu mehr Privatsphäre bezieht sich auf die Werbeplattform von Appel, die unter dem Namen iAds bekannt ist.

iAds ist in der Lage sogenannte „interessenbasierte Werbung“ für den Nutzer anzuzeigen. Dies bedeutet, dass auf Basis des bisherigen Nutzungsverhaltens versucht wird, die Interessen des Nutzers zu bestimmen und entsprechende Werbung in Apps einzublenden. Damit das funktioniert, muss das System irgendwie auf eine Identifizierung der einzelnen Nutzer zurückgreifen.

iOS 6 Ad-Tracking deaktiveren

Das passiert mit der sogenannten Werbungs-ID, die temporär jedem iDevice zugeordnet wird, um Ad-Tracking zu erlauben. Wenn ihr da nicht mitmachen wollt, könnt ihr das Ad-Tracking beschränken. Somit wird nicht mehr versucht ein Präferenzenprofil von euch zu generieren, ihr bekommt dann einfach irgendwelche Werbung angezeigt.

Dazu einfach unter Allgemein -> Info -> Werbung (auch ganz unten) -> Schalter bei „Ad-Tracking beschränken“ auf ein.

Schlusswort

Es wird schnell klar: Auch als langjähriger iPhone-Nutzer finden sich immer noch Einstellungen im iOS-System, die einen verblüffen und in Datenschutzhinsicht auch zum Teil alt aussehen lassen. Wir hoffen, wir haben euch mit diesem kleinen Überblick ein wenig für den Datenschutz von iOS-Geräten sensibilisiert und würden uns freuen, wenn ihr diesen Artikel weiterempfehlt.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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