Wissen: SSD-Upgrade als Leistungsbooster

Geschrieben von Nils Waldmann am 13.10.2014.

Samsung SSD 840 EVO Startbild

Irgendwas kann da doch nicht stimmen: Erst vor eineinhalb Jahren wurde der neue Computer oder das Notebook gekauft, aber im Vergleich mit dem nagelneuen Gerät vom Bekannten ist der eigene Rechner einfach nur unterirdisch langsam. Woran liegt das? Mit großer Wahrscheinlichkeit hat der Bekannte ein Gerät mit einem Solid State Drive erworben. Wie auch euer Computer von einer SSD profitieren kann, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

 

 

Überblick

Eine große Anzahl an Notebooks und Computern wird im unteren und mittleren Leistungsfeld abgesetzt. Viele Anwender benötigen kein Grafikmonster unter ihrem Schreibtisch, sondern sind zufrieden, wenn sie alltägliche Aufgaben, wie Internetbesuche, Social Media, das Verfassen von Emails und grundlegende Funktionen wie Textverarbeitung zügig ausführen können. Interessanterweise ist die Hardware wie Prozessor und Arbeitsspeicher in den letzten Jahren immer leistungsfähiger geworden, die beschriebenen Anwendungsfelder benötigen aber, wenn überhaupt, nur marginal mehr Leistung. Wie kommt es also, dass der nicht einmal zwei Jahre alte Computer für viele Anwendungen viel zu langsam und leistungsschwach scheint?

Eine herkömmliche Festplatte

Darauf gibt es eine einfache Antwort: Er ist es nicht – zumindest nicht unbedingt. Schuld ist in vielen Fällen eine vollgestopfte Festplatte, die nur selten oder sogar nie defragmentiert worden ist. Aber selbst im aufgeräumten Zustand kann eine herkömmliche Festplatte das Leistungspotenzial eines halbwegs aktuellen Computers oder Notebooks nicht entfesseln. Da stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass das System, trotz eigentlich ausreichend dimensionierter Hardwarekomponenten, seiner Arbeit nur noch quälend langsam nachgeht?

Prozessor und Co. langweilen sich

Dauert das Hochfahren des Betriebssystems lange oder reagiert der Computer nur zögerlich beim Öffnen und Bearbeiten von Dateien, verweilen Prozessor und Arbeitsspeicher häufig im Leerlauf, da soe auf die Daten der Festplatte warten. Diese kommt nicht mit dem Liefern und Abspeichern benötigter Daten hinterher. Durch diese enstehende Wartezeit kommt es zu der gefühlten Trägheit des Computers. Es ist dabei mit Nichten so, dass die Hardware – mit Ausnahme der Festplatte – unter Volllast ächzt, wenn sich scheinbar wieder einmal nichts tut und der Internetbrowser gefühlt eher Minuten anstatt Sekunden zum Starten benötigt.

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Eine moderne SSD schafft Abhilfe

Solid State Disks (auch Solid State Drives genannt) sind die moderne Alternative zu herkömmlichen Festplatten. Sie funktionieren im Grunde genommen, wie eine große (und schnelle) Speicherkarte, wie sie aus der digitalen Fotografie bekannt sind. Welche Vorteile SSDs neben der extrem hohen Reaktionsgeschwindigkeit gegenüber Festplatten bieten, haben wir in einem gesonderten Artikel für euch zusammengefasst.

Upgrade auf eine SSD leicht gemacht

Den eigenen Rechner, der bis auf die langsame Festplatte eigentlich noch gut in Schuss ist, auf eine neue SSD umzurüsten, ist heutzutage schon lange kein Hexenwerk mehr. Erforderte die Technik in den Anfängen noch einiges an Wissen, so lassen sich SSDs heute nahtlos in ein vorhandenes System integrieren – auch von Laien.

Ein Upgradekit für einen Desktopcomputer von SanDisk

Die Hersteller von Solid State Drives bieten dazu sogenannte Upgradekits an. Diese werden zumeist zwischen einer Notebook- und einer Desktopvariante unterschieden. Je nachdem, welche Art von System aufgerüstet werden soll, liegen dann alle benötigten Kabel und Adapter dem Lieferumfang bei. Auch das Übertragen der Daten von der alten Festplatte auf die neue SSD wird dank oftmals beigelegter Cloning-Software zum Kinderspiel. Die Daten werden dabei einfach von dem alten Laufwerk auf die neue SSD gespiegelt. Nach dem Abschluss dieses Prozesses nimmt die SSD den Platz der alten Festplatte im Gehäuse ein.

Volle Fahrt voraus

Der Tatsache geschuldet, dass die SSD eine Kopie der alten Festplatte ist, kann nun mit voller Geschwindigkeit der SSD dort weitergearbeitet werden, wo vor dem Umbau aufgehört wurde. Die Daten werden durch die hohen Transferraten (bei gleichzeitig geringen Lese- und Schreibzugriffszeiten) der SSD nun in adäquater Geschwindigkeit an den Prozessor und Arbeitsspeicher bereitgestellt. Somit entstehen keine oder nur noch geringer Unterbrechung in der Abarbeitung von Befehlen, welche sich zuvor beim alltäglichen Arbeiten in den gefühlten und äußerst nervigen Verzögerungen und einem nicht flüssigen Bedienen des Computers niedergeschlagen haben.

Tipps bei der Auswahl deiner neuen SSD

Solid State Drives gibt es in verschiedenen Baumformen und Höhen. Standardmäßig verwenden alle SSDs ein Gehäuse mit einer Größe von 2,5 Zoll. Das entspricht der Größe einer Notebook-Festplatte. Vor einigen Jahren waren Laufwerke mit einer Höhe von 9,5 mm der Standard. Aufgrund der immer kompakteren Geräte im Notebookbereich, sollte darauf geachtet werden, dass das zu kaufenden SSD-Laufwerk gegebenenfalls nicht höher als 7 mm sein sollte. Mittlerweile stellt der Markt aber auch genügend dafür passende SSDs bereit.

Die Kapazität einer SSD ist zumeist noch deutlich kleiner als die einer Festplatte, welche üblicherweise im Terabyte-Kapazitätsbereich gehandelt werden. Die neue SSD sollte kapazitätsmäßig so ausgelegt werden, dass der Inhalt des alten Festplattenlauwerks auf der SSD Platz findet und zusätzlich noch Speicherplatz für zukünftige Daten bereitsteht. Im Gegensatz zu Festplatten werden SSDs nicht durch zu starke Fragmentierung der Dateien auf dem Datenträger ausgebremst. Es sollte aber immer beachtet werden, dass eine Füllung der SSD bis hin zum letzten Megabyte mit Leistungseinbußen einhergeht, da das Laufwerke ein wenig freien Speicherplatz benötigt, um Auslagerungsaufgaben auszuführen, die für die reibungslose Ausführung des Betriebssystems und der darauf installieren Software nötig sind.

Eine moderne SSD von Samsung

Aktuell kostet eine SSD mit einer Kapazität um die 120 GB zwischen 50 und 60 Euro. Wird das Zubehör aus einem Upgradekit benötigt, kommen meist noch einmal ein paar Euro oben drauf. Wer direkt auf ein großes Laufwerk angewiesen ist, zahlt für SSDs mit einer Kapazität von 512 GB ab 200 Euro. Die Terabyte-SSD gibt es aktuell um 350 Euro.S

Bemerkung: Massenspeicher sind zwar ein großer Flaschenhals in aktuellen Computern, SSDs dürfen aber auch nicht als Allheilmittel verstanden werden. Stürzt ein Computer oft ab, gibt Blue Screens von sich oder friert während des Betriebs ein, so können auch anderen defekte Komponenten die Ursache sein. Hier schafft das Upgrade auf eine SSD natürlich keine Abhilfe. Es gilt wie immer: Jeder Fall ist einzigartig und das Beschaffen von Informationen vorab schütze in vielen Fällen vor Fehlkäufen und Enttäuschungen.

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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