Wissen: SD-Karten Bezeichnungen

Kapazitäts- und Geschwindigkeitsklassen erklärt

Geschrieben von Niklas Ludwig am 04.03.2016.

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Der Kauf der passenden SD-Speicherkarte kann schwieriger sein, als man annehmen mag. Es fängt schon mit der Bezeichnung an: Was sind die Unterschiede zwischen SD, SDHC und SDXC? Was bedeuten Angaben wie Class 10 oder UHS Class 3? In diesem Wissensartikel liefern wir euch die passenden Antworten.

Kapazitätsklassen

SD-Speicherkarten werden in verschiedene Kapazitätsklassen eingestuft: Grundsätzlich lässt sich zwischen SD, SDHC und SDXC unterscheiden. Diese Angaben geben Auskunft über die Kapazität der SD-Speicherkarte und mit welchem Dateisystem sie formatiert ist. SD-Karten bieten Kapazitäten von acht Megabyte bis zwei Gigabyte. Formatiert sind sie mit dem FAT16-Dateisystem. Aufgrund der schnellen Entwicklung sind diese Karten kaum noch anzutreffen, da Karten mit deutlich höheren Kapazitäten bereits zu erschwinglichen Preisen verfügbar sind.

SanDisk Ultra microSDHC 128 GBSD-Karten mit der Bezeichnung SDXC besitzen Kapazitäten von mindestens 48 GB und maximal 2 TB und sind mit dem exFAT-Dateisystem formatiert

SDHC-Speicherkarten bieten im Gegensatz zu normalen SD-Speicherkarten Kapazitäten von vier bis 32 GB und sind mit dem FAT32-Dateisystem formatiert. Das „HC“ im Namen steht für „High Capacity“, also hohe Kapazität. SDXC-Speicherkarten verwenden das exFAT-Dateisystem und bieten Kapazitäten von 48 GB bis 2 Terabyte. Zwei Terabyte-Kapazität sind bisher allerdings ein theoretischer Wert. Zu kaufen gibt es aktuell maximal Speicherkarten mit Kapazitäten von 512 GB. Bei microSD-Karten sind es bis zu 200 GB, wie bei der SanDisk Ultra microSDXC (zum Testbericht). Das „XC“ in der Bezeichnung steht für „Extended Capacity, was mit erweiterter Kapazität übersetzt werden kann.

Klasse Kapazität Formatierung
SD 8 MB – 2 GB FAT16
SDHC 4 – 32 GB FAT32
SDXC 48 GB – 2 TB exFAT

Vor dem Kauf einer SD-Speicherkarte sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Gerät, in dem die SD-Karte zum Einsatz kommen soll, den Standard unterstützt. Nicht jedes Gerät kann SDHC oder SDXC-Karten lesen, da diese nicht oder nur teilweise abwärtskompatibel sind.

Baugrößen

Normale SD-Speicherkarten besitzen Abmessungen von 32,0 × 24,0 × 2,1 mm und sind für den Einsatz in Geräten wie beispielsweise Digitalkameras gedacht. miniSD-Karten messen 20 × 21,5 × 1,4 mm und sind somit deutlich kleiner als SD-Karten. Sie werden allerdings nicht mehr hergestellt und spielen kaum noch eine Rolle.

Samsung Standard-,EVO-und-PRO-microSD-KartenUnten ist die Ursprungsform der SD-Karten zu sehen. Die kleinste Bauform sind microSD-Karten, wie sie oben zu sehen sind. Mittels Adapter können diese auch in Geräten mit normalen SD-Steckplatz verwendet werden

microSD-Karten stellen die derzeit kleinste Bauform dar. Ihre Abmessungen betragen 11,0 × 15,0 × 1,0 mm, wodurch sie kaum größer als ein Fingernagel sind. Sie finden besonders häufig in Smartphones und Tablets Verwendung, um den internen Speicher der Geräte zu erweitern. Mittels Adapter können sie in Geräten mit normaler SD-Kartenvorrichtung verwendet werden.

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Geschwindigkeitsklassen & Datenbus

Um Videos in Full HD- oder gar 4K-Auflösung filmen zu können, muss eine Speicherkarte gewisse Übertragungsgeschwindigkeiten erreichen. Damit Käufer auf Anhieb erkennen können, ob eine Speicherkarte für das auserwählte Einsatzgebiet geeignet ist, werden die Speicherkarten in verschiedenen Geschwindigkeitsklassen unterteilt.

SD Karten Wissen - Geschwindigkeitsklassen

Die Geschwindigkeitsklassen sind in Form einer eingekreisten Zahl oder einer von einem U eingehüllten Zahl zu erkennen

Diese wurden erstmals mit der SDHC-Spezifikation eingeführt und schreiben eine Mindestübertragungsrate für die Aufzeichnung von MPEG-Dateien vor. Aus der Bezeichnung ist jedoch nicht ersichtlich, wie hoch die Lesegeschwindigkeit einer SD-Karte ist.

Geschwindigkeitsklasse minimale Schreibrate
U3 30 MB/s
U2 10 MB/s
Class 10 10 MB/s
Class 6 6 MB/s
Class 4 4 MB/s
Class 2 2 MB/s

Fotos und Videoaufnahmen in HD-Auflösung können problemlos auf Class 4 oder Class 6 Speicherkarten aufgenommen werden. Für Videoaufnahmen in Full HD-Auflösung werden Speicherkarten mit der Geschwindigkeitsklasse 10 empfohlen. Zwar kann auch die Klasse 6 ausreichend sein, doch insbesondere bei langen Aufnahmen kann es vorkommen, dass die Speicherkarte nicht mehr hinterher kommt. Für 4K-Videoaufnahmen wird die Geschwindigkeitsklasse U3 empfohlen, wie sie beispielsweise von der SanDisk Extreme Pro microSDXC-Karte unterstützt wird.. Welche maximalen Transferraten eine SD-Karte liefert, lässt sich meist an der Verpackung oder auf der Internetseite des Herstellers ausmachen.

Datenbus-Klasse maximale Bus-Geschwindigkeit
UHS II 312 MB/s
UHS I 104 MB/s

Der Datenbus wird ebenfalls in zwei Klassen angegeben: UHS-I und UHS-II. Im Gegensatz zu den Geschwindigkeitsklassen gibt die Datenbus-Klasse lediglich die theoretische Maximal-Geschwindigkeit beim Datentransfer an. Es wird keine minimale Übertragungsrate sichergestellt. Damit die theoretischen Transferraten erreicht werden können, muss das Gerät die Datenbus-Klasse unterstützen. Der Kauf einer meist teureren UHS II-Karte lohnt also nur, wenn das Gerät diese auch unterstützt.

Dieser Artikel deckt lediglich eine kleine Auswahl an Fachbegriffen ab, die unserer Meinung nach für den Kauf einer SD-Karte hilfreich sein können. Gibt es Begriffe, die ihr in unserem FAQ vermisst? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, wir helfen euch gerne mit euren Fragen!

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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