SoundGuide
Vorbei sind die Zeiten, in der unser Gehör noch von alten und qualitativ längst nicht mehr überzeugenden Soundstandards gequält wird. In Zeiten des digitalen Fernsehens und immer ausgefeilteren Techniken, die mit glasklarer Wiedergabequalität von Film und Musik zu überzeugen wissen, haben Mono und Stereo nichts mehr verloren.
Spätestens seit dem letzten Kinobesuch sollte einem klar geworden sein, wie genial doch Surround-Sound ist. Wer sich heut zu Tage ein Surround-System zulegen will, um seine DVDs wie im Kino erleben zu können, bekommt bereits für 200 Euro sehr hochwertige Geräte. Jedoch bleibt einem letztendlich die Qual der Wahl nach dem idealen System nicht erspart. Bei all den Bezeichnungen wie Dolby Surround, Dolby Digital oder DTS verlieren viele den Überblick und greifen oftmals zu dem falschen System. Was Sie beim Kauf eines Heimkino-Systems beachten sollten und in wie fern sich die einzelnen Systeme unterscheiden, versuchen wir ihnen an Hand dieses Berichts zu erklären.
Dolby Surround
Den ersten richtigen Mehrkanal-Sound, also Surround-Sound, lieferte das damals Mitte der 60er Jahre entwickelte „Dolby Surround“ und fand erstmals im Kino Verwendung. Dieses System verwendet zum ersten Mal einen vierten Kanal, den so genannten Effektkanal, der für den eigentlichen Surround-Sound sorgt. Neben dem Effektkanal benötigt Dolby Surround zusätzlich drei weitere Kanäle. Diese drei weiteren Kanäle sind der linke und rechte Frontkanal und der Mittelkanal, der Centerkanal. Die beiden vorderen Kanäle Links und Rechts dienen zur Wiedergabe von jeglicher Musik und sonstigen kräftigen akustischen Signalen in Stereo. Der Mittelkanal dient einzig und allein der Wiedergabe von Dialogen und Stimmen, ebenfalls in Stereo. Der vierte Kanal, also der Effektkanal, gibt zwar auch Nebengeräusche wieder, jedoch nur einen sehr geringen Anteil. Seine eigentliche Bestimmung dient der Wiedergabe der übrigen schwachen Signale, wie spezielle Geräusche die hinter einem geschehen. Zwar kann dieser Kanal mit mehreren Lautsprechern angesprochen werden, da dieser jedoch nur in der Lage ist Töne in Mono wiederzugeben ist es unsinnig mehr als zwei Lautsprecher zu betreiben. Eigentlich würde auch einer vollkommen ausreichen, jedoch hängt die Anzahl der verwendeten Lautsprecher auch von der Größe des Raumes und der Sitzposition des Zuhörers ab. Auf Grund der Mono-Wiedergabe ist es auch nicht möglich zu unterscheiden, ob die Geräusche die hinter einem ausgestrahlt werden, nun von rechts oder von links kommen.
Was wird für Dolby Surround benötigt?
Nun, zu aller erst einmal benötigt man einen Receiver, der mit einem Dolby Surround-Decoder und einem –Encoder ausgestattet ist. Dieser mischt dann die einkommenden Frequenzbereiche ab und teilt sie in vier Tonspuren auf und ordnet dabei jeder Tonspur, also jedem Kanal seine Frequenzen/Töne zu. Der Encoder gibt dann diese Töne an die einzelnen Lautsprecher ab. Früher übernahmen externe Geräte diese Arbeit, heute jedoch ist fast jeder DVD-Player und manche HiFi-Anlage mit einem solchen Receiver ausgestattet. Dann benötigt man natürlich noch vier Lautsprecher die dann an den Receiver angeschlossen werden. Wie die einzelnen Lautsprecher angeordnet werden entnehmen Sie der Grafik. Wo allerdings der Subwoofer platziert wird ist völlig egal, da das menschliche Gehör lediglich in der Lage ist die hohen, aber nicht die tiefen Frequenzen orten zu können. Und natürlich benötigt man noch eine Quelle, zum Beispiel den Fernseher, Videorekorder, oder ein anderes Wiedergabegerät, an dem letztendlich der Receiver angeschlossen wird.

Dolby Surround Pro Logic
Die nächste Weiterentwicklung von Dolby Surround ist „Dolby Surround Pro Logic“. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein analoges System und ist eigentlich identisch mit Dolby Surround. Anders als jedoch bei Dolby Surround beträgt die Kanaltrennung bei Pro Logic, statt der 3dB nun ganze 45 dB. Dank einer verbesserten Steuerlogik werden nun die Frequenzbereiche besser de- und encodiert und auf die einzelnen Kanäle aufgeteilt und zudem noch verstärkt, was dem Klang eine gewisse Dynamik verleiht. Allerdings auf Grund der einfach nicht so richtig überzeugen wollenden Signalerkennung und -bearbeitung, welche zwar ebenfalls verbessert wurden, werden die Töne nicht originalgetreu und unnatürlich über den Surround-Kanal wiedergegeben. Ein weiteres Problem, dass sich besonders bei größeren Räumen bemerkbar macht, und sowohl bei Dolby Surround als auch Pro Logic auftritt, ist der so genannte „im Kopf Ortungseffekt“, welcher hauptsächlich durch den Mono-Surround-Kanal verursacht wird. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Ton direkt und linear wiedergegeben wird. Sitzt also der Zuhörer, bzw. der Zuschauer nicht unmittelbar in der Sendelinie des Surround-Kanals, so hört er quasi am Geschehen vorbei. Um diesem Problem vorzubeugen sollte man so genannte Dipole einsetzen. Das sind Lautsprecher die die Töne räumlich ausstrahlen.
Da sich Pro Logic lediglich in der Surround-Matrix von Dolby Surround unterscheidet, sind die Voraussetzungen fast die Selben, mit unter einer Ausnahme. Man benötigt einen Receiver mit Dolby Surround Pro Logic Decoder. Ansonsten können die gleichen Lautsprecher verwendet werden. An der Positionierung der einzelnen Lautsprecher ändert sich ebenfalls nichts.
Dolby Digital
Nun hatte man zwar schon die Möglichkeit und die Technik Mehrkanal-Ton ausstrahlen zu können, doch war die Qualität wie man sie von Dolby Surround und Pro Logic her kennt nicht wirklich das Gelbe vom Ei, da auf Grund technischer Mankos viele Klänge und Effekte nicht originalgetreu wiedergegeben und eindeutig geortet werden konnten. Demnach war es schier unmöglich unterscheiden zu können, wo sich das Geschehen hinter einem nun genau abspielt. Aus diesem Grund musste etwas Neues und Besseres her. Und das 1992 entwickelte „Dolby Digital“, auch bekannt als „AC3“ (Audio Code No.3), sollte diese Probleme nun ein für alle Mal aus der Welt schaffen. Bei Dolby Digital handelt es sich um das erste digitale Surround-System überhaupt. Eine der wichtigsten Verbesserungen im Vergleich zu Dolby Surround und Pro Logic ist der zusätzliche Surround-Kanal. So können nun auch endlich über die hinteren Lautsprecher Effekte in vollem Stereosound wiedergegeben werden. Ebenfalls völlig neu ist der „Low Frequency Effects“-Channel, der so genannte LFE-Kanal. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als ein separater Kanal für alle tiefen Frequenzbereiche, also für die Bässe. Somit werden nun alle Frequenzbereiche ideal abgedeckt. Das nun entstandene Sechs-Kanalsystem ist ein so genanntes 5.1-System und ist die wichtigste Voraussetzung für die Wiedergabe von Dolby Digital. Die fünf vor dem Punkt gibt dabei die Anzahl der zum Einsatz kommenden Lautsprecher an, hier also die Lautsprecher für die beiden Frontkanäle Links und Rechts, einen Mittelkanal und diesmal zwei Surround-Kanäle. Die eins nach dem Punkt gibt die Anzahl der LFE-Kanäle an, die über einen Subwoofer wiedergegeben werden. Standardgemäß wird nur ein Subwoofer verwendet.
Als Voraussetzung reicht für die Wiedergabe von digitalem Surround-Sound nicht mehr der alte Surround-Decoder aus, da dieser einfach nicht in der Lage ist einen LFE-Kanal und einen Stereo-Surround-Kanal zu betreiben. Man benötigt also einen Receiver der mit einem Dolby Digital-Decoder und –Encoder ausgestattet ist. Solch ein Receiver ist in fast jedem DVD-Player eingebaut und auch in manchen HiFi-Systemen integriert. Dann werden noch insgesamt fünf Lautsprecher und ein Subwoofer benötigt. Wie Sie die einzelnen Lautsprecher anzuordnen haben, entnehmen Sie bitte der Grafik. Des Weiteren wird dann nur noch die Quelle für den Ton benötigt.

Eine Ergänzung zum normalen Dolby Digital ist „Dolby Digital Surround EX“. Eine lange Bezeichnung, hinter der sich im Grunde nur die Erweiterung eines zweiten Mittelkanals verbirgt. Diesen zusätzlichen Mittelkanal bezeichnet man auch als rückwärtigen Mittelkanal. Dieser wird, wie seine Bezeichnung erahnen lässt, hinter dem Zuhörer/Zuschauer zwischen den beiden Surround-Lautsprechern platziert. Das nun entstandene Sieben-Kanalsystem, ein 6.1-System, ermöglicht nun eine lückenlose Ortung der ausgestrahlten Tonfrequenzen. Für die Wiedergabe von Surround EX benötigt man allerdings einen Receiver der für die EX-Decodierung geeignet ist und mit einem oder auch zwei zusätzlichen Verstärker-Kanälen ausgestattet ist, sowie einen dritten, oder je nach Größe des Raumes auch einen vierten Surround-Lautsprecher. Die Anordnung der Lautsprecher kann wie folgt aussehen.

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