Virus, Trojaner, Phishing Mails - Was tun?
Viren sind in der heutigen Zeit eine ständige Bedrohung für den Computer und seine gespeicherten Daten. Ungeschützt überlebt ein neuer Computer keine 5 Minuten im Internet ohne sich einen Virus einzufangen.
Das bringt jede Menge Risiken mit sich, der Schutz vor Viren sollte also bei jedem Anwender an erster Stelle stehen. Wie aber schützt man den Computer richtig? Was wenn doch einmal etwas passiert? In diesem kleinen Guide werden wir Anregungen und Empfehlungen geben, wie auch der weniger versierte Computernutzer seinen Rechner auf einfache Weise ausreichend schützen und im Notfall das richtige tun kann.
Viren & Co. - Was genau ist das eigentlich?
Laut Definition ist ein Computervirus eine nichtselbstständige Programmroutine, die sich selbst reproduziert. Im Klartext heißt das also, dass ein Virus nicht als eigenständiges Programm existiert, sondern immer an einem anderen Programm oder einer anderen ausführbaren Datei angehängt ist. Außerdem ist ein Computervirus stets darum bemüht sich weiterzuverbreiten. Er hängt sich an andere Dateien auf dem Rechner an, verschickt sich aber auch ganz gerne selber per E-Mail an sämtliche Adressen im Adressbuch. Durch das Weiterverschicken per E-Mail kann sich ein Virus innerhalb von Stunden auf Tausenden von Rechnern in der ganzen Welt verbreiten. Neben den normalen Viren gibt es auch noch weitere Schädlinge, die dem Computer gefährlich werden können. Die wohl bekanntesten sind Würmer und Trojanische Pferde, kurz Trojaner, und funktionieren im Allgemeinen nach dem selben Prinzip wie der normale Virus. Trojaner sind dabei besonders gefährlich, da sie den Computernutzer ausspionieren und sich meist von außerhalb steuern lassen können. Dies bedeutet im schlimmsten Fall, dass der Programmierer des Trojaners an Passwörter, Kreditkartennummern und vertrauliche Daten herankommt.
Prävention durch Umstellung des Userverhaltens
Da Viren sich nicht selbstständig öffnen, liegt es in den allermeisten Fällen am Computernutzer selber, dass der Rechner infiziert wird. Öffnet dieser nämlich unbekannte E-Mail-Anhänge oder lädt sich Software von nicht vertrauenswürdigen Seiten herunter, dann stehen die Chancen nicht schlecht einen Virus zu erwischen. Vor allem bei den E-Mail-Anhängen muss man vorsichtig sein. Man sollte niemals einen Anhang öffnen, wenn man diesen nicht erwartet oder den Absender nicht kennt. Für eine noch größere Sicherheit kann man ein AntiSpam-Tool, wie beispielsweise S.A.D.'s AntiSpam, benutzen. Diese filtern Spam-Mails und somit potentielle Viren-Mails vollautomatisch heraus, so dass der Nutzer deutlich seltener Gefahr läuft einen Virus per E-Mail zu erhalten.
Das Betriebssystem und die verwendete Software sollte immer auf dem aktuellsten Stand sein. Hierfür sorgt das Windows-Update, welches man möglichst oft durchführen sollte. Wenn Sie mit dem Internet Explorer und/oder Outlook im Internet unterwegs sind, dann sollten Sie ganz besonders darauf achten, diese mit den neuesten Updates zu versorgen. Gleiches gilt natürlich auch für Browser und E-Mail-Programme anderer Hersteller, schließlich sind dies die Programme, die am häufigsten den direkten Kontakt zum Internet haben. Wir empfehlen allerdings nach Möglichkeit auf einen anderen Browser, wie zum Beispiel Mozilla, Firefox oder Opera, und ein anderes E-Mail-Programm umzusteigen, da sie, verglichen zu den Microsoft Produkten, als sicherer gelten. Sollten Sie dennoch am Internet Explorer festhalten wollen, dann empfehlen wir die Sicherheitsstufe unter "Extras" -> "Internetoptionen" zu erhöhen. Zusätzlich sollten Sie nach Möglichkeit noch Java Scripte und ActiveX Steuerelemente deaktivieren, da diese zu den größten Sicherheitsrisiken überhaupt zählen. Die Einstellungen können Sie ganz komfortabel über den Button "Stufe anpassen..." vornehmen, der auch im obigen Screenshot zu sehen ist.
Antivirenprogramm
Neben der eben erklärten Umstellung des Userverhaltens ist es von großer Wichtigkeit ein Antivirenprogramm installiert zu haben. Dieses Antivirenprogramm sollte automatisch mit Windows gestartet werden und immer im Hintergrund laufen. Außerdem sollte das Programm regelmäßig mit aktuellen Virendefinitionen versorgt werden, damit es auch die neuesten Viren sicher erkennen und entfernen kann. Dies geschieht meist durch ein automatisches Update, welches mindestens einmal die Woche durchgeführt werden sollte. Wenn möglich sollte die Software so eingestellt werden, dass sie im Hintergrund sämtliche Dateien überwacht, die der User aufruft. Dadurch kann das Starten eines Virus noch rechtzeitig verhindert werden. Führen Sie außerdem noch mindestens einmal im Monat einen kompletten Systemscan durch, um auch Viren in nicht benutzten Dateien auszuschließen.
Kommen wir zur Frage, welches Antivirenprogramm denn verwendet werden sollte. Dabei stellen wir fest, dass ein Antivirenprogramm gar nicht teuer sein muss. Es gibt zum Beispiel das sehr gute AntiVir Personal, welches kostenlos unter www.free-av.de heruntergeladen werden kann. Und obwohl es kostenlos ist, lässt es so manches kostenpflichtige Programm alt aussehen. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass wohl jedes Antivirenprogramm einigermaßen tauglich ist, solange man regelmäßig Updates durchführt. Soll aber der Schutz vor Viren maximiert werden, dann empfiehlt es sich ein professionelles Antivirenprogramm wie beispielsweise F-Secure oder das Antivirenkit von G Data zu erwerben. Beide kosten knapp 40€, sind dafür dann aber auch wirklich leistungsstark und zuverlässig. Kostenlose Testversionen stehen auf den jeweiligen Homepages zum Download bereit, so können Sie sich vor dem Kauf ein Bild von den Programmen machen und diese vergleichen.
Neben einem normalen Antivirenprogramm können wir noch die ewido security suite 3.0 empfehlen. Ähnlich wie ein Antivirenprogramm durchsucht es den Computer im Hintergrund auf Schädlinge. Das Programm ersetzt zwar kein Antivirenprogramm, ergänzt es aber wunderbar, da es den Computer zusätzlich vor Hijackern, Spyware, Würmern, Dialern, Trojanern und Keyloggern schützt. Neben einer kostenpflichtigen Version gibt es von dem Programm auch eine Freeware, welche zwar nicht ganz so komfortabel, aber durchaus zu gebrauchen ist. Einen Test zu dem Programm finden Sie hier. Ein ähnliches Programm ist Ad-Aware Personal von Lavasoft, welches für den privaten Gebrauch kostenlos auf der Website des Herstellers zu bekommen ist.
Hilfe, ich glaube mein Rechner ist infiziert!
Wenn Sie einen Virus auf Ihrem Rechner vermuten, sollten Sie erst einmal Ruhe bewahren und nach Möglichkeit den Rechner vom Internet/Netzwerk trennen, damit sich der Virus nicht mehr weiterverbreiten kann. Sollte der Antivirenscanner noch keinen Alarm geschlagen haben, lassen Sie ihn den Virus suchen. Hierbei ist es wichtig wirklich überall auf der Festplatte zu suchen. Auch komprimierte Dateien und Archive dürfen nicht verschont bleiben. In den Optionen des Antivirenprogramms kann man die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Wenn der Scanner wirklich fündig werden sollte, dann lesen Sie sich die Vorschläge des Antivirenprogramms durch und versuchen Sie gegebenenfalls die infizierte Datei zu reparieren und den Virus zu entfernen. Kann der Virus nicht entfernt werden, dann wird der Scanner die betroffenen Dateien in ein Quarantäneverzeichnis schieben, in dem sie keinen Schaden mehr anrichten können. Lassen Sie daraufhin vorsichtshalber noch einmal den Scanner auf dem Computer nach Viren suchen. Wenn er jetzt keine mehr findet, können Sie beruhigt weiterarbeiten. Ab und an kann es aber auch mal passieren, dass das Antivirenprogramm einen Virus nicht entfernen kann. Man kann den Virus aber meistens recht einfach von Hand löschen. Geben Sie einfach den Namen des Virus in einer Suchmaschine ein und wählen Sie eines der Suchergebnisse aus. Meistens wird Ihnen auf der Seite dann beschrieben, wie Sie den Virus wieder von der Festplatte löschen können.
Phishing Mails
Viren und Würmer sind nicht die einzigen Gefahren, die aus dem Internet hervorgehen. So genannte Phishing Mails können sogar viel gefährlicher für die einzelne Person sein. Mit diesen locken Betrüger Sie auf gefälschte Internetseiten, auf denen Sie dann Angaben wie zum Beispiel Passwörter und Kreditkartennummern machen sollen. Da die gefälschten Internetseiten (eBay, Amazon etc.) verblüffend echt aussehen, erkennt man den Betrug meistens erst, wenn Geld auf dem Konto fehlt. Um den Betrügern keine Chance zu geben, sollten Sie niemals geheime oder sensible Daten in einem Link angeben, den Sie per E-Mail bekommen haben. Fragen Sie lieber bei dem angeblichen Versender nach, ob diese Mail ihre Richtigkeit hat.
Schlusswort
Sich vor Viren zu schützen kostet nur wenig Aufwand, kann aber viel Zeit und Ärger sparen. Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch einmal die sechs wichtigsten Punkte aufzählen, die Sie befolgen sollten, um einen für den Heimgebrauch vollkommen ausreichend geschützten Rechner zu haben.
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Antivirenprogramm installieren und automatisch im Hintergrund suchen lassen
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mindestens einmal wöchentlich das Antivirenprogramm updaten
-
mindestens einmal im Monat einen kompletten Systemscan durchführen
-
die aktuellen Windows-Sicherheitsupdates installieren
-
die Sicherheitsstufe des Browsers erhöhen
-
kein unbekannten E-Mail-Anhänge öffnen
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