Voice-Over-IP – eine Alternative?

Heutzutage ist Telefonieren fast schon Luxus. Gerade bei Vieltelefonierern nimmt die Telefonrechnung gerne einmal astronomische Ausmaße an. Wäre es da nicht wunderbar die Telefonrechnung mit einem Schlag deutlich zu verringern?

Als Lösungsvorschlag verspricht uns die Werbung das so genannte Voice-Over-IP (VoIP). Wir von Allround-PC haben uns einmal mit dem Thema auseinandergesetzt und werden im Folgenden die Funktionsweise von VoIP erklären.

Es gibt am Markt zahlreiche Unternehmen die VoIP anbieten. Da sich die verwendete Hardware meistens unterscheidet, werden wir versuchen, diesen Report allgemeingültig zu halten. Eine Übersicht über einige Anbieter von VoIP finden Sie gegen Ende. Wir konzentrieren uns grundsätzlich nur auf VoIP per Telefon. Softwarelösungen mit Headset haben einfach nicht den Komfort, den man beim täglichen Telefonieren gerne hätte, es wäre zumindest für uns keine Alternative zum normalen Festnetztelefon. Zudem ist die Sprachqualität mit dem PC meist deutlich schlechter als bei einer externen Lösung und auch die Stromkosten für den laufenden PC sollten beachtet werden.

 

Grundvoraussetzungen

Ein DSL-Anschluss ist Voraussetzung für VoIP. Ob der Telefonanschluss allerdings Analog oder ISDN ist, spielt keine Rolle. Eventuell ist ein Analog Anschluss aus Kostengründen sogar attraktiver, da mit VoIP auch auf einem analogen Anschluss zwei Personen gleichzeitig telefonieren können. Neben DSL sollte auch eine Flatrate vorhanden sein, da bei der Internet-Telefonie Datenpakete durch das Netz geschickt werden müssen. Neben den ohnehin anfallenden Telefongebühren müsste dann also auch noch bei jedem Gespräch die Internetgebühr bezahlt werden. Mit einer Flatrate umgeht man diese doppelten Kosten und ca. 10 Euro monatlich sind keine unerschwingliche Investition mehr.

 

Hardware

VoIP funktioniert grundsätzlich auch ohne PC bzw. wenn der PC ausgeschaltet ist. Daher wird auch keine Software o.ä. benötigt, der gesamte Vorgang wird von einer Box gesteuert, die Ihnen der jeweilige Anbieter kostengünstig zur Verfügung stellt. Dabei gibt es zwei mögliche Varianten:

Variante 1: Sie verfügen bereits über DSL-Splitter, Modem und einen Internetzugang, die VoIP-Box wird deshalb zwischen den Splitter und das Modem/Router geschaltet. Ihre alten Geräte behalten Sie.

 

Variante 2: Die VoIP-Box verfügt über ein integriertes Modem sowie einen Router. Gegebenenfalls vorhandene Geräte werden mit der neuen Box ersetzt.

 

Die zweite Variante wird dabei wohl die am meisten verbreitete sein, nicht nur weil sie Platz sparend ist, sondern auch weil die VoIP-Anbieter ihre Angebote oftmals nur mit einem Internetzugang verkaufen. Soll heißen Internet und Internet-Telefonie laufen über denselben Anbieter. Es gibt allerdings auch Anbieter, bei denen der Internetzugang von einem Konkurrenzunternehmen kommen darf. Beide Varianten sind dabei interessant, ein Wechsel des Internetproviders verläuft heutzutage ohne jegliche Probleme. Unsere weiteren Ausführungen stützen sich auf die Variante 2, sind aber ohne Probleme auch auf die erste Variante übertragbar. Zur Verdeutlichung ist es nur einfacher, wenn alles an einer Box abläuft und nicht über mehrere Geräte verteilt ist. Die Installation von VoIP bzw. der Anschluss der Box sollte kein großes Problem darstellen. Da Router und Modem bereits integriert sind, wird die Box direkt an den Splitter angeschlossen. An die Box kommen dann die Telefone sowie die PCs. Dabei ist es von Box zu Box unterschiedlich wie viele Telefone und PCs angeschlossen werden können. Sogar WLAN-Funktion bieten einige Boxen an. Interessant sind für uns eigentlich lediglich die Telefonanschlüsse. Schließen Sie dort einfach Ihre vorhandenen analogen Telefongeräte an.

 

Praxis

Nachdem alles korrekt angeschlossen wurde, kann die Internet-Telefonie auch schon beginnen. Sie sind natürlich weiter über Ihre herkömmliche Telefonnummer erreichbar, der VoIP-Anbieter wird Ihnen aber auch noch eine oder mehrere weitere Nummern zur Verfügung stellen. Diese Nummer sollten Anrufende wählen, wenn das Gespräch über VoIP laufen soll. Generell kann man jederzeit bestimmen, ob man einen Anruf über den Telefonanschluss oder über VoIP tätigen möchte. Je nach VoIP-Box unterscheidet sich aber die Handhabe, entsprechendes findet man dann in der Betriebsanleitung der Box. Beispielsweise ist es bei einigen Geräten möglich vor jedem Anruf per Tastenkombination zwischen VoIP und Festnetz zu wählen. Oder man speichert einfach bestimmte Vorwahlen, die immer mit VoIP gewählt werden sollen. Die Qualität beim Telefonieren über VoIP ist ungefähr mit der eines Handygespräches vergleichbar, an einen normalen Telefonanschluss reicht sie also bei weitem nicht heran. Der Qualitätsverlust beruht auf der Komprimierung des Gesprochenen in Datenpakete, leider wird sich dieses Problem auch in absehbarer Zeit nicht deutlich verbessern. Durch VoIP erhalten Sie quasi eine weitere Telefonleitung hinzu. Selbst über einen analogen Anschluss können so gleichzeitig zwei Leute telefonieren und ggf. natürlich auch noch im Internet surfen. Wie oben schon erwähnt, könnte ein ISDN Anschluss für viele so überflüssig werden.

 

Funktionen

Neben einer zusätzlichen Leitung und günstigeren Telefontarifen bietet VoIP noch viele weitere komfortable Funktionen an. Diese sind abermals von Box zu Box unterschiedlich, aber meistens gehören Dinge wie Makeln, Rufnummernanzeige, Anklopfen und Rufnummernübermittlung zum Standard. Auch Anruflisten, Konferenzen, Rufumleitungen und Durchwahlfunktionen bieten die meisten Anlagen.

 

Kosten & Tarife

Die Kostenfrage ist wohl der Hauptgrund für VoIP. Auch hier gibt es natürlich von Anbieter zu Anbieter Unterschiede, sie sind sich aber alle einig, dass es günstiger sein muss als über den normalen Telefonanschluss. Manche Billig-Vorwahlen stehlen den VoIP-Anbietern dann aber doch die Show, weswegen man sich genauestens über die Tarife erkundigen sollte. Wir haben einmal drei Anbieter für VoIP herausgesucht und gegenüber gestellt. Dabei sind wir davon ausgegangen, dass auch der Internetanschluss von dem jeweiligen Anbieter ist. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir noch den Call Plus Festnetztarif von T-Com mit aufgenommen.

 

Call Plus 1&1 AOL (Fun Tarif) T-Online
Grundgebühr (mtl.) ab 15,95€ 0,00€ 0,00€ 0,00€
Mindestumsatz x x 0,99€ x
Anbieterintern (VoIP) kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos
National (Festnetz) 0,015 - 0,049€ 0,01€ 0,015€ 0,029€
National (Handy) ab 0,232€ 0,229 - 0,249€ 0,20€ 0,22€
International ab 0,123€ 0,019 - 0,99€ ab 0,045€ 0,049 - 1,29€

 

Alle genannten Tarife sind natürlich ohne Gewähr. Des Weiteren gibt es bei 1&1 sowie AOL auch so genannte Phone-Flatrates. Diese ermöglichen unbegrenztes und kostenloses Telefonieren ins deutsche Festnetz zu einem monatlichen Pauschalpreis. Die Hardware für VoIP wird von den Anbietern zu einem annehmbaren Preis zur Verfügung gestellt. Da es keine monatlichen Kosten gibt, kann man VoIP nach Lust und Laune benutzen. Eine Investition lohnt so eventuell auch, wenn man VoIP nicht so stark nutzen wird. Sehr interessant ist noch die Internet-Telefonie mit anderen Nutzern von VoIP. Wenn beide den gleichen Anbieter nutzen, sind die Gespräche kostenlos. Egal zu welcher Tageszeit, egal wo der jeweils andere Nutzer sich befindet.

 

Zusammenfassung

Die Installation von VoIP ist kinderleicht und bietet eine zusätzliche Telefonleitung mit annehmbarer Qualität. Zahlreiche Funktionen der VoIP-Box machen das Telefonieren angenehm komfortabel. Verglichen mit dem Call Plus Tarif ist VoIP günstiger, es gibt aber auf der anderen Seite noch günstigere Festnetztarife. Man sollte sich genauestens überlegen, ob es sich für einen wirklich lohnt. Letztendlich kann man mit VoIP trotzdem bares Geld sparen, wenn auch nicht so viel, wie manch einer vielleicht vermutet hätte. Eine gewisse monatliche Telefonleistung sollte schon vorhanden sein, um es wirklich auf der Rechnung zu merken. Unser Tipp: Unbedingt die zahlreichen Anbieter bezüglich ihrer Tarife und Hardwarefunktionen miteinander vergleichen. Nur so finden Sie den optimalen Anbieter für Ihre Telefongewohnheiten.