AMD Opteron Overclocking
Wir haben Grundlegendes über das Übertakten eines AMD-Systems zusammengefasst und demonstrieren unseren Versuch an einem AMD Opteron 144 Venus Sockel 939.
Wichtige Hinweise
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1. Allround-PC übernimmt keine Haftung für evtl. Schäden aller Art!
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2. Alle Angaben sind ohne Gewähr!
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3. Wenn Sie einen CPU bzw. andere Hardware übertakten, verfällt die Garantie!
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4. Die Hardware, die übertaktet wird, kann Folgeschäden bzw. komplett betriebsunfähig werden.
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5. Achten Sie auf gute Belüftung!
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6. Andere Hardware kann in Mitleidenschaft gezogen werden.
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7. Wenn Sie die Spannung erhöhen müssen, achten Sie auf gute Kühlung!
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8. Wichtige Daten können bei einem Hardwareschaden verloren gehen!
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9. Ziehen Sie immer vorher den Netzstecker, wenn Sie das Gehäuse öffnen, um ggf. Jumper zu versetzen.
Das Mainboard
Vorraussetzung für erfolgreiches Übertakten ist ein gutes Mainboard, das über Overclocking-Funktionen verfügen muss. OEM Boards bieten solche Einstellungsmöglichkeiten oft nicht, da der Hersteller unerfahrene Benutzer vor dem Zerstören des Rechners schützen möchte. Manche Mainboards werden auch bei hohen Taktraten instabil und können in den schlimmsten Fällen Reboots und Bluescreens hervorrufen. Solche Umstände kann man in Foren nachlesen und sich dann vor dem Kauf entscheiden, ob man nicht doch ein anderes Mainboard kaufen sollte.
Durch das Erhöhen der Taktfrequenz wird die CPU ab einem gewissen Punkt instabil. Das versucht man zu verhindern, indem man die Betriebsspannung erhöht, damit verschiebt sich dieser Punkt nach oben. Nicht jeder Prozessorkern verkraftet hohe Spannungen und deswegen sollte damit vorsichtig umgegangen werden. Auch wenn man die maximale Spannung weiß, bei der die CPU nicht überhitzt wird, sollte man darauf achten, dass das Mainboard diese Spannung auch zur Verfügung stellen kann. Viele Mainboards haben aber auch das Problem, bei Belastung mit der Spannung einzubrechen. Dieses Undervolten ist störend, da der VCore (CPU-Spannung) oft bis zu -0,5V schwanken kann und somit den OC-Erfolg trübt.
Genauso wichtig sind die Spannungen des Arbeitsspeichers. Wenn die CPU übertaktet wird, wird auch gleich direkt dazu der Speicher mit übertaktet. Nach demselben Prinzip wie an einer CPU, verhindert man durch das Erhöhen der Spannung eine Instabilität bzw. hebt somit die max. Taktfrequenz auf welche der Speicher übertaktet werden kann. Die Hersteller verbauen verschiedene Chips auf den Speichern mit unterschiedlichen Eigenschaften und maximalen Spannungen. So kommen einige Chips erst ab einer Spannung von 3 Volt so richtig in Fahrt, wo andere schon die Beine strecken würden. Beim Kauf des Mainboards sollte also auch auf den Speicher geachtet werden, ob dieser vom Mainboard auch mit genügend Spannung versorgt werden kann.
Sogar ein Netzteil kann für Freezes sorgen, wenn dieses zu wenig Leistung bringt oder bei hoher Belastung einbricht. Die Spannungen sinken, und die Komponenten werden nicht mehr mit genug Strom versorgt. Oft wird dieses Phänomen unterschätzt, und dann wundert man sich warum der Rechner immer abstürzt!
Die CPU
Die wichtigsten Bestandteile eines Prozessors fürs Übertakten sind die DIE und der Internal HeatSpreader (IHS). Als DIE wird der Prozessorkern bezeichnet, der unter der IHS sitzt. Der Heatspreader ist die graue sichtbare Kappe des Prozessorkerns, der, wie der Name schon sagt, die Hitze verteilt. Für die Verbindung zwischen DIE und Heatspreader sorgt eine Wärmeleitpaste die oft nicht gut aufgetragen wurde und Overclocker oft zur Verzweiflung führt. Dabei kann die Wärme nicht richtig die CPU verlassen und wird gestaut. Das einzige Mittel dagegen ist die IHS zu entfernen, um die Temperaturen zu drücken und den Kühler direkt an die DIE zu pressen.
Die Temperatur muss beim Übertakten gut im Auge behalten werden, denn es droht nicht nur der Hitzetod, sondern der Dauerbetrieb mit hohen Temperaturen senkt die Lebensdauer erheblich.. Umso tiefer die Temperatur umso besser auch das OC-Verhalten. Niedrige Temperaturen erreicht man durch gute Luftkühler. Noch tiefer kommt man mit Wasserkühlungen und das absolute High-End Modell ist eine Kompressorkühlung.
Auch das Stepping einer CPU ist oft entscheidend für den OC-Erfolg, womit die Produktionswoche des Prozessors gemeint ist. Manche Steppings stellten sich als hochwertiger heraus und konnten eine höhere Taktfrequenz erreichen. Zu finden ist dieses auf dem Heatspreader in Form von Zahlen und Buchstaben.
Das Übertakten
| Testsystem | |
| Prozessor | AMD Opteron 144 (Venus) Sockel 939 @ 1,5V |
| Speicher | 2x 512MB Crucial Ballistix DDR500 |
| Betriebssystem | Microsoft Windows XP |
| Grafik | ATi Radeon X850 XT |
| Festplatte | Western Digital Raptor 73.4 S-ATA |
Die Taktfrequenz des Prozessors errechnet sich durch den HT-Takt, multipliziert mit dem CPU-Multiplikator.
Ein Beispiel:
Der AMD Opteron 144 hat eine Taktfrequenz von 1800MHz und den Multiplikator 9. Der standardmäßige HT-Takt liegt bei 200MHz.
Hebt man nun den HT-Takt, so hebt man auch die Taktfrequenz. Leider ist es nicht möglich den Multiplikator zu erhöhen, sondern nur zu senken, da dieser vom Werk gesperrt wurde. Nur die High-End Modelle AMD FX und Intel Extreme Edition unterstützen die Erhöhung des Multiplikators.
Der Speichertakt hingegen errechnet sich indem man die CPU-Taktfrequenz durch den RAM-Teiler dividiert. Im BIOS findet man die Einstellungen: DDR400, DDR333, DDR260 usw. Hinter jeder dieser Einstellungen verbirgt sich ein Teiler. So erhält man bei DDR400 den Teiler 9, und damit sollte ein PC3200 Speicher unter Standardeinstellungen mit 200MHz laufen.
Ein Beispiel:

Hinter dem Kürzel HTT verbirgt sich die Hypertransport Technology, die vergleichbar mit einem Frontsidebus in Intel-Systemen ist. Nur AMD Prozessoren nutzen diese Technologie. Dieser HTT-Bus liegt zurzeit bei 1000 bzw. 800MHz. Errechnet wird dieser durch den HT-Takt mal dem HyperTransport Multiplikator.
Ein Beispiel:
Das Test-Mainboard EPoX 9NPA+ Ultra unterstützt einen HyperTransport-Bus von 1000MHz. Der standardmäßige HT-Multiplikator ist auf 5x eingestellt.
Im BIOS müssen die Einstellungen vorgenommen werden, um diese in Windows dauerhaft nutzen zu können.
Zuerst testeten wir mit den vorgegebenen Taktraten um den Leistungsunterschied zwischen Standard und OC zu messen. Leider kann der Speicher hier nicht mit den empfohlenen Taktraten laufen, deswegen wurden die Timings angepasst, um einen vergleichbaren CPU-Wert beim Test zu erzielen.
Dabei war unser erstes Ziel den Speicher auf den vorgegebenen Takt zu bringen, damit wurde die CPU gleich mit übertaktet. In den Bildern unterhalb sind die Einstellungen zu erkennen, aber die Spannungen wurden falsch ausgelesen. Die CPU wurde Dauerhaft mit 1,5V betrieben.
Wir erhöhen den HT-Takt weiter auf 306MHz und erhalten damit unsere Test-Übertaktung. Die Taktfrequenz wurde so festgelegt, dass der Speichertakt gleich den Vorgaben entspricht, um einen reinen CPU-Vergleich zu erreichen. Der HTT-Multiplikator wird auf 3x heruntergesetzt, da der HTT-Bus nicht über 1000MHz getaktet werden sollte, um das System stabil zu halten.



















