Einen HTPC einrichten unter Linux
Installation
Da eine ausführliche Installationsanleitung des Basis-Systems den Rahmen eines HTPC-Projektes sprengen würde, möchten wir an dieser Stelle auf die Homepage von Gentoo verweisen. Dort gibt es eine sehr ausführliche und sogar für Linux-Einsteiger verständliche Anleitung um schnell zu seinem Wunschsystem zu gelangen. Für unser Vorhaben haben wir eine Stage 1 Installation für das Grundsystem gewählt. Von dieser Installation werden wir hier ausgehen. Wer eine andere Distribution gewählt hat oder bereits einen PC mit Linux einfach um DVB-S nachrüsten möchte, der muss damit rechnen, dass sich Konfigurationsdateien an anderen Orten befinden oder leicht anders aufgebaut sind.
Abweichend von der Grundinstallation haben wir unseren Kernel komplett ohne Module und nur mit den für uns nötigen Treibern und Funktionen konfiguriert. Die zu unserer Hardware-Komposition passende Konfigurationsdatei kann hier heruntergeladen werden. Sie muss nach “/usr/src/linux/.config” kopiert werden und kann dann, nach Wechsel in dieses Verzeichnis, mit “make menuconfig” angepasst werden. Wer Probleme mit dem setzen seiner USE-Flags hat oder sich nicht entscheiden kann, was er wirklich braucht oder nicht, dem sei ein Blick in unsere make.conf ans Herz gelegt.
Da einige der Pakete für spätere Plugins im stabilen Gentoo relativ alt oder gar nicht vorhanden sind, binden wir zusätzlich die Quellen von gentoo.de ein. Auch hierzu gibt es bei Gentoo-Wiki ebenfalls eine ausführliche Anleitung. Anschließend müssen noch einige Pakete “freigeschaltet” werden und einige Abhängigkeiten geklärt werden. Dazu haben wir zwei Konfigurationsdateien (package.use, package.keywords) bereitgestellt, welche nach /etc/portage kopiert werden müssen. Darauf folgt dann ein “emerge vdr vdrplugin-rebuild vdr-remote” und nach einer Kompilationsphase wäre VDR theoretisch einsatzbereit, wenn da nicht noch die Konfiguration desselben wäre. Kümmern wir uns als erstes um die Senderliste (channels.conf). Eine für Astra ausgelegte Liste kann hier heruntergeladen werden und muss dann nach /etc/vdr/ kopiert werden. Ebenso muss mit der Konfiguration der Fernbedienung verfahren werden, wobei wir ausdrücklich die eigene Kalibrierung der Fernbedienung beim ersten Start von VDR empfehlen.
Wird, wie in unserem Fall, die Fernbedienung der Hauppauge Nexus-S verwendet, so müssen ihre Signale erst dem System bekannt gemacht werden. Dazu wird ein Paket benötigt, welches heruntergeladen und in einem beliebigen Ordner (Empfehlung: /usr/local/share ) mit “tar -xjf loadkeys.tar.bz2” entpackt werden muss. Anschließend muss dafür gesorgt werden, dass die Signale der Fernbedienung zumindest bei jedem Neustart des Systems erneut geladen werden. Im Folgenden integrieren wir einen Aufruf, der dies erledigt in das Start-Script des VDR. Dazu muss dieses mit “nano -w /etc/init.d/vdr” geöffnet werden.
Dort suchen wir dann nach folgenden Zeilen
start() {
einfo "Preparing start of vdr:"
getvdrversion
und fügen darunter zwei weitere Zeilen ein:
chmod 666 /dev/input/event0
/usr/local/share/av7110_loadkeys/av7110_loadkeys
/usr/local/share/av7110_loadkeys/a415-HPG.rc5 > /proc/av7110_ir
Dabei muss jedoch beachtet werden, dass in der ersten der beiden Zeilen, je nach dem ob noch eine Tastatur am HTPC hängt oder nicht das “event0” auch “event1” sein kann. An dieser Stelle muss ein wenig probiert werden. Sollte der VDR nicht starten, dann sollte dieser Punkt kontrolliert werden.
Bevor es jetzt losgehen kann muss noch das Plugin zur Bedienung des VDR via Fernbedienung eingebunden werden. Dazu wird mit “nano -w /etc/conf.d/vdr” die Startkonfiguration des VDR geöffnet und in der Zeile, die mit PLUGINS=” beginnt das Remote-Plugin aktiviert, indem in die Gänsefüßchen das Wort “remote” eingefügt wird.
Danach kann der vdr mit /etc/init.d/vdr start gestartet werden und im Ideal-Fall sollte bei korrektem Anschluss der Verbindungen von der DVB-Karte zum Fernseher das Bild des VDR erscheinen und man kann den VDR via “rc-update add vdr default” als Standard-Service beim Bootvorgang starten lassen um ihn nicht immer wieder manuell starten zu müssen.
Sollte diese Anleitung nicht zum Erfolg geführt haben, bieten wir in unserem Forum in einem dem HTPC gewidmetem Bereich Unterstützung an und versuchen so gut es geht mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Bedienung
Bedient wird der HTPC bzw die Software “VDR” von nun an mit der Fernbedienung, wobei die wichtigsten Tasten die Menütaste sowie das Navigationskreuz sind. Damit kann von Aufnahmen bishin zur Senderlistensortierung alles kontrolliert werden. Tiefergehende Konfigurationsmaßnahmen werden über ein sehr übersichtliches und intuitiv zu bedienendes Menü vorgenommen.
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| Hauptmenü | Senderliste |
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| Kurzinfo | EPG (Electronic Program Guide) |

Aufgenommene Sendungen
Da immer wieder neue Features und Sicherheitspatches implementiert werden, empfiehlt es sich das System ab und an auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu reicht bei unserem System ein einfaches “gensync gentoo-de && emerge --sync && emerge --update --deep world -av” wobei das “-av” bewirkt, dass das System vor der eigentlichen Installation der aktualisierten Pakete anhält, angibt, was installiert wird und nachfragt ob wirklich installiert werden soll. Anschließend müssen evtl. noch einige Konfigurationsdateien auf Vordermann gebracht werden. Dazu genügt ein Aufruf von “etc-update”. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass keinerlei Modifikationen, die wir in den Konfigurationen gemacht haben geändert werden, bzw. dass diese Änderungen nach einem Update wieder vorgenommen werden.
Schlusswort
Statt eines sonst üblichen Fazits wollen wir an dieser Stelle erst einmal zu dem Mut gratulieren, etwas neues ausprobiert zu haben. Nun steht unter dem Fernseher ein nahezu beliebig ausbaubares Entertainment-System. Sollte diese kleine Einführung auf reges Interesse stoßen, so wird in Zukunft sicherlich einiges mehr zu diesem Thema auf Allround-PC.com zu lesen sein. In Planung ist eine kleine Einführung in die Installation von VDR-Modulen, sowie deren Konfiguration.















