Podcasting - Wer oder was ist das?
Man hört überall davon - selbst in TV-Shows wird davon berichtet und 2005 wurde es Wort des Jahres in England. Die Rede ist von Podcast.
Das Wort setzte sich aus dem iPod von Apple und dem englischen Wort für ausstrahlen/senden (to broadcast) zusammen. Gemeint ist damit das Produzieren und Bereitstellen von Medieninhalten im Internet. Das System und der Hintergrund Hinter diesem System steckt die Idee, Personen, die im Internet surfen direkt anzusprechen und ihnen immer aktuelle Medieninhalte per Video und/oder Audio zu bieten. Realisiert wird das ganze System über den schon alt bekannten RSS-Feed, der bis dato nur zum Verbreiten ständig aktueller News in Form von Text verwendet wurde. Da der RSS-Feed aber nur Text basiert arbeitete und keine Unterstützung von anderen Medieninhalten vor sah, benötigte es einigen Änderungen im Code des Feeds. So wurden so genannte "enclosure tags" in das RSS-Feed integriert, welche dann die Links zu den entsprechenden Medien enthalten. Generell funktioniert das System nach einem einfachen Schema. Der Autor eines Podcasts wird Podcaster genannt. Er erstellt den Medieninhalt, lädt diesen auf einen Webserver und aktualisiert den RSS-Feed, der dann auf der eigenen Homepage verlinkt wird. Ein Besucher trägt den RSS-Feed in seinen Podcast-Client ein und abboniert somit den Podcast des Autors. Das Programm überprüft nun jedes mal, ob neue Inhalte (unter Podcastern Episoden genannt) verfügbar sind und aktualisiert diese sollte es der Fall sein. Mit dem Podcast-Client können dann abonnierte Podcasts wiedergegeben werden. Des Weiteren ist es wichtig zu sagen, dass beim Abonnieren eines Podcasts keine vertragliche Bindung zwischen Autor und User besteht. Illustartion von Christoph Schmidt. Das Bild wurde unter der "public domain" veröffentlicht. Mehr Infos gibt's hier. Podcaster und deren Inhalte Podcasts sind inzwischen schon in einer unzähligen Vielzahl vorhanden, sodass auch der Themenumfang dementsprechend groß ist. Podcasts werden generell überall da eingesetzt, wo eine große Masse Menschen über irgendetwas informiert werden sollen. Die Themen reichen dabei vom brandaktuellen Fußball über allgemeine Probleme bis hinzu erotischen Inhalten. Auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzte am 8. Juni diesen Jahres das erste Mal die neue Technologie und wünschte allen Mitbürgern und Fans anderer Nationen eine schöne Fußball WM 2006 in Form eines Videopodcasts. Sie kündigte außerdem an, nun wöchentlich neue Episoden zu produzieren. Die meisten "normalen" Podcaster sind Besitzer von Web-Blogs oder sonstigen Websites, aber auch Bands halten mit Podcasts ihre Fans auf dem Laufenden. Allgemein ist also zu sagen, Podcasts sind eine kostengünstige und einfache Möglichkeit viele Menschen über das Internet zu informieren. Die Verbreitung in Deutschland und den USA Richtig Fuß fasste das Thema "Podcast" in Deutschland erst Mitte bis Ende letzten Jahres. Im November begann der NDR (Norddeutsche Rundfunk) damit Episoden bereitzustellen. Im April diesen Jahres wurden dann über eine Millionen Abonnements gemeldet. Im gleichen Monat fand der 1. Podcast-Kongress, organisiert vom eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft, statt. Auf diesem Kongress wurde unter anderem das Onlinemagazine "Offradio" ins Leben gerufen, das Podcast-Radiosendungen in Bild und Ton bietet. In den USA nutzen nach einer Umfrage von Forrester Research von April 2006 bisher nur 1% aller Befragten den Podcast-Service. Immerhin sollen aber 25% der nordamerikanischen User Interesse am Podcasting bekundet haben. Jedoch prognostiziert Forrester Research einen Anstieg der heruntergeladenen Podcast von 700.000 auf 12.300.000 bis zum Jahre 2010. Podcasts abbonieren und empfangen Um einen Podcast zu abbonieren und zu hören benötigt man einen Podcasting-Client (englisch podcatcher). Eine solche Software ermöglicht das Zusammentragen von mehreren RSS-Feeds, die dann überwacht und aktualisiert werden. Die meisten Podcasting-Clients ermöglichen ebenfalls das Erstellen von Synchronisationslisten für mobile Geräte. Als Beispiel ist hier iTunes von Apple zu nennen. Ist ein Podcast mit iTunes abonniert, überträgt die Software sofort die neusten Episoden auf einen iPod, sobald dieser angeschlossen wird. So kann den neusten Informationen auch auf dem Weg zur Arbeit gelauscht werden. Meist können die Medieninhalte der Podcasts auch einzeln heruntergeladen und betrachtet werden. Allerdings entfällt dann der Komfort der automatischen Aktualisierung von Podcast-Feeds sowie die Synchronisation mit dem portablen Audioplayer. Eine Liste von Podcasting-Clients ist hier zu finden. Die Dokumentation zu den einzelnen Programmen ist meist auf den dazu gehörigen Internetseiten abrufbar. Auf der folgenden Seite finden Sie ein kleines Tutorial zum Thema "Erstellen eines eigenen Podcasts". Erstellen eines eigenen Podcasts Wie schon erwähnt ist das Erstellen eines eigenen Podcasts kostenlos. Es bedarf noch nicht einmal großer Hardwareanforderungen, lediglich eine Soundkarte und ein Mikrofon sowie ein Webserver oder Webspace müssen vorhanden sein. Wir haben uns in unserem kleinen Tutorial auf die kostenlose Software "PodProducer" bezogen, die sich zwar noch im Beta-Stadium befindet, aber jetzt schon das komfortable Erstellen von Podcasts ermöglicht. Da die Software ausschließlich auf spanisch und englisch verfügbar ist, haben wir versucht die Hauptfunktionen bestmöglich zu erläutern. Wir verwendeten die Version 0.25 Beta und haben uns ausschließlich auf die Grundfunktionen des Tools bezogen. Nach der Installation und dem ersten Start des Programms erscheint das Hauptmenü. Rechts wird das Recording-Menü eingeblendet. Falls Sie bis dato Musik oder andere Mediendateien mit Ton gehört haben, verstummen diese jetzt. Das Programm setzt den Master und den Wave-Ausgang der Soundkarte auf 0% um Rückkopplungen über das Mikrofon zu verhindern. Bevor die ersten Aufnahmen getätigt werden können, muss das Programm dementsprechend konfiguriert werden. Um in das Konfigurationsmenü zu gelangen, klickt man auf den Reiter "Configuration". Hier muss nun unter "Device" die im Computer verbaute Soundkarte ausgewählt werden. In unserem Fall handelt es sich um eine Creative Audigy 2 ZS. Darunter ist automatisch der Mikrofoneingang ausgewählt. Diese Einstellung kann so belassen werden. Die "Sampling-Rate" ist mit 44100 Herz richtig voreingestellt. Bei der Bitrate empfiehlt sich eine Einstellung ab 128 k/Bit, um einer schlechten Aufnahmequalität vorzubeugen. Das Kontrollkästchen "Mono" sollte deaktiviert bleiben. Ob VBR (variable Bitrate) eingeschaltet wird, bleibt jedem selber Überlassen. Die Einstellung bietet die Möglichkeit, die Bitrate an die eingehenden Daten über das Mikrofon anzupassen. Die Hauptkonfiguration ist hiermit abgeschlossen. Wechseln Sie wieder auf den Reiter "Recording". Jetzt kann es losgehen! Positionieren Sie ihr Mikrofon und ein Klick auf die Taste "REC" startet die Aufnahme. Sie kann mit dem Button "PAUSE" pausiert oder mit dem Button "STOP" beendet werden. Neben den drei Hauptkontrollknöpfen ist ein Balkendiagramm zu sehen, das das Mikrofonsignal darstellt. Um das Verzerren der Aufnahme zu verhindern, sollte ein Häkchen vor "AGC" gesetzt werden. Diese Funktion passt das Signal auf eine optimale Lautstärke ab. Es besteht ebenso die Möglichkeit die Aufnahme signalgesteuert zu starten. Auch hier reicht es ein Haken vor "VOR" zu setzen. Nachdem Sie ihre erste Aufnahme getätigt und mit "STOP" beendet haben, klicken Sie auf "Save Episode", ein neues Fenster taucht auf. Vergeben Sie nun ihrer Aufnahme in der Zeile "File name" einen Namen. Danach können Sie noch weitere Informationen zum Interpreten, Album etc. eintragen. Pflichtfeld ist jedoch die URL. Hier muss die Adresse zum Podcast Webserver niedergeschrieben werden (im Format http://meinpodcast.xx/podcast). Außerdem kann ein Logo integriert werden. Jetzt wechseln wir auf den Reiter FTP/RSS. Unter FTP werden alle Nutzerdaten des FTP-Zugangs des Webservers eingetragen. Das Feld "Directory" ermöglicht es die Episode in einem speziellen, zuvor auf dem Server angelegten Ordner, zu speichern. Wird die Zeile freigelassen landet die Datei im Home-Verzeichnis des Servers ( / ). Auf der rechten Seite können noch weitere Informationen speziell zum RSS-Feed eingetragen werden. Stellen Sie sicher das kein Haken bei "Generate RSS file without uploading" gesetzt wurde. Im Gegensatz dazu müssen in der unteren Zeile vor "Upload MP3 file" und "Generate/Upload RSS file" Haken gesetzt werden ! Wenn nun alle Daten eingetragen sind, kommt der finale Klick auf "Save" und die Datei wird hochgeladen. Der Podcast ist in unserem Beispiel über die Adresse http://meinpodcast.xx/podcast/rss.xml zu erreichen. Diese Adresse kann nun mit jedem Podcasting-Client abonniert werden. Es ist noch zu sagen, dass PodProducer das RSS-File jedesmal aktualisiert und nicht einfach überschreibt, was heißt, dass ihre alten Aufnahmen erhalten bleiben auch wenn neue hinzukommen. Ansonsten ist nur noch zu sagen: "Happy Podcasting!" Quellen - wikipedia.de

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