Test: Netgear Nighthawk X6S AC4000 WiFi Router

Dualcore CPU, sechs Antennen und 5-GHz-WLAN mit bis zu 1,6 GBit/s

Geschrieben von Robin Cromberg am 06.11.2017.

Netgear-Nighthawk-X6S-Beitragsbild

Netgear schickt mit dem Netgear Nighthawk X6S eine neue Version des futuristisch anmutenden WiFi-Routers ins Rennen. Dieser baut vor allem die Streaming-Möglichkeiten mehrerer Geräte im gleichen Netz aus und sorgt für ungedrosselte Verbindungsgeschwindigkeiten.

Technische Daten

WLAN-Standard802.11ac
Geschwindigkeit
  • Band 1: 750Mbit/s @2,4GHz
  • Band 2: 1625Mbit/s @5GHz
  • Band 3: 1625Mbit/s @5GHz
ProzessorDual-Core 1,8 GHz
Speicher128 MB Flash und 512 MB RAM
MU-MIMOJa
Anschlüsse5x Gigabit Ethernet (4x LAN, 1x WAN), 1x USB 3.0, 1x USB 2.0
Antennen6
Preis291,05 Euro

Lieferumfang

  • Netgear Nighthawk X6S Router (R8000P)
  • Ethernet Kabel
  • Schnellstartanleitung (plus CD)
  • Netzteil

Das bloße Äußere des Netgear Nighthawk X6S verweist darauf, dass es sich bei dem Gerät nicht um das klassische Startermodell für den gemächlichen Familiengebrauch handelt. Zu den Seiten schräg abfallend und obenauf mit zwei Meshgittern versehen, könnte der schwarze WiFi Router auch Model für den nächsten Star Wars Film stehen, die sechs fast bedrohlich aufgestellten Antennen tragen zu diesem Eindruck zusätzlich bei. Doch letzten Endes kann ein Router noch so spektakulär aussehen, wenn dafür die Leistung enttäuscht. Der Netgear Nighthawk X6S Tri-Band Router wartet an dieser Stelle mit AC4000 WLAN auf, mit dem kombinierte WLAN-Geschwindigkeiten von bis zu 4 Gbit/s erreicht werden sollen. Die 4 GBit/s können dabei natürlich nicht von einem einzelnen Client abgerufen werden, sondern stellen viel mehr die WLAN-Bandbreitengrenze des Routers dar. Hier rechnet Netgear die maximale Bandbreite aller drei WLAN-Bänder zusammen (1625 + 1625 + 550 Mbit/s). Dazu gesellen sich vier Gigabit LAN-Anschlüsse, davon zwei Anschlüsse mit Link Aggregation für besonders schnelle Datentransfers per Kabelverbindung, beispielsweise zu NAS-Systemen. Weiterhin sollen mit WAN-zu-LAN-Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich verbesserte Performance durch weniger Lag und Buffering in den Kategorien Gaming, Streaming und Surfen sowohl per Kabelverbindung als auch per WLAN erreicht werden.

Netgear-Nighthawk-X6S

Die sechs Antennen des Netgear Nighthawk X6S betonen, dass der Router für den Gaming-Bereich ausgelegt ist

Mit Tri-Band WLAN und MU-MIMO (Multi-User MIMO) ist der Netgear Nighthawk X6S darüber hinaus für die gemeinsame Netzwerknutzung mit mehreren schnellen WLAN-Endgeräten gerüstet. Konkret bedeutet dies, dass Online-Gaming und Streaming auf eine Vielzahl von Geräten ohne hohe Latenzzeiten möglich ist. Im Vergleich zu einem Router ohne MU-MIMO kommunizieren hier alle Clients zeitgleich mit dem Router anstatt sich eine Verbindung teilen zu müssen. Die Smart Connect Funktion wertet die maximalen Geschwindigkeiten der angebundenen Endgeräte aus und weist sie automatisch dem passenden Band zu, sodass schnellere nicht von langsameren Geräten in ihrer Kapazität ausgebremst werden. Ein integrierter 64-Bit 1,8 GHz Dual-Core-Prozessor mit drei Offload-Prozessoren trägt weiterhin zur verbesserten Performance bei Gaming, Streaming und ähnlich leistungsfordernden Applikationen bei.

Netgear-Nighthawk-X6S-Anschlüsse

Die Anschlüsse umfassen fünfmal Gigabit Ethernet sowie USB 2.0 und USB 3.0

Auch einige Funktionen der Vorgängermodelle übernimmt der Nighthawk X6S, darunter Unterstützung der NETGEAR genie App zum Fernzugriff auf die Kernfunktionen des Netzwerkes, NETGEAR ReadyCLOUD, sowie OpenVPN. In Unterstützung mit Amazons Alexa Plattform kann der X6S auch per Sprachsteuerung bedient werden, das entsprechende Gerät wie Amazon Echo oder die Amazon Fire TV Fernbedienung vorausgesetzt.

Leistungstest

Wir haben uns bei unserem Leistungstest auf den Datendurchsatz beschränkt, da Reichweitentest in der Regel wenig übertragbare Aussagekraft haben. Um den Netgear Router sinnvoll in das bestehende Netzwerksetup zu integrieren, wurde der Router im Access Point-Modus betrieben. Folgender Testaufbau wurde gewählt:

  QNAP TS-453A NAS (4x 1 GBit/s) 

Netgear Nighthawk X6S (2x 1 Gbit/s)

Allied Telesis AT-9000/24

(Full Managed Switch)

 
  Win 10 Computer (2x 1 GBit/s)

Als WLAN-Clients (direkt mit dem Netgear Nighthawk X6S verbunden) kamen ein Apple MacBook Pro 2017 sowie ein Asus Zenbook zum Einsatz. Alle verwendeten Computer setzen auf SSD-Speicher. Das QNAP NAS verwendet HDDs im RAID 6. Die beiden W-LAN Clients waren beide zeitgleich mit WLAN AC (867 MBit/s) verbunden. Als Testgrundlage kam das FTP-Protokoll über FileZilla Server und Client zum Einsatz, um die maximale sequenzielle Datenrate zu ermitteln.

QuelleZielProtokollGeschwindigkeitEinzeltest / Szenario
Win 10 ComputerMacbook ProFTP79 MB/sJa / –
Macbook ProZenbookFTP24,2 MB/sJa / –
MacbookProZenbookFTP14 MB/sNein / #1
Win 10 ComputerMacbook ProFTP60 MB/sNein / #1
QNAPZenbookFTP62 MB/sNein / #2
Win 10 ComputerMacbook ProFTP15 MB/sNein / #2

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der Router bei einer einzelnen LAN-zu-WLAN AC-Verbindung keine Probleme hat, die volle Bandbreite auszuschöpfen. Bei WLAN-zu-WLAN-Verbindungen fällt die Leistung deutlich niedriger aus. Das Szenario 1 zeigt die parallele Übertragung von einem LAN-zu-WLAN- sowie einem WLAN-zu-WLAN-Stream. Der LAN-zu-WLAN-Stream ist hier deutlich schneller, als die WLAN-zu-WLAN-Verbindung. Im Szenario 2 werden zwei LAN-zu-WLAN-Verbindungen parallel betrieben. Damit in diesem Szenario die Ethernet-Schnittstelle des Netgear Routers nicht zum Flaschenhals wird, wurde dieser per Link Aggregation (LACP 802.3ad) über 2 GBit/s angebunden. Die volle Leistung kann der Router hier jedoch nicht per WLAN umsetzen. Für die Tests waren die Clients sowie der Router in circa 2 bis 3 Meter Entfernung ohne Hindernisse (Sichtverbindung) aufgestellt.

Konfiguration

Die Konfiguration des Gerätes geschieht über die integrierte Weboberfläche, welche – zugegebenermaßen – etwas altmodisch und träge wirkt. Hier sind Nutzer von AVMs FritzBox! sicherlich Ansprechenderes gewöhnt. Das Menü ist allerdings logisch aufgebaut und alle Einstellungen sind gut nach Themen gruppiert.

Netgear-Nighthawk-X6S-Antennen

Auch wenn mehrere Geräte über das gleiche Netzwerk laufen, tut der Nighthawk-Router sein bestes, die maximale Transferrate bereit zu stellen

Ärgerlich ist jedoch die Tatsache, dass der Router zur Übernahme einfachster Eigenschaften einen Neustart mit Wartezeit hinlegt. Das sollte ein Router der Highend-Consumer-Klasse in 2017 eigentlich besser können. Hinweis: Für unsere Tests haben wir die zum Testzeitpunkt aktuellste Firmware installiert.

Fazit

Der Netgear Nighthawk X6S versucht eine ganz besondere Niche zu bedienen. Das Gerät zielt auf Anwender ab, die maximale Transferrate über WLAN benötigen, auch wenn mehrere Geräte gleichzeitig aktiv sind. Die Leistungsdaten lesen sich gut, die Verarbeitung des Gerätes ist ebenfalls vorbildlich. Die Tatsache, dass sich die sechs Antennen frei positionieren lassen, hilft bei der schwierigen Aufgaben, WLAN-Abdeckung über größere Flächen sicherzustellen.
Preislich liegt der Netgear Nighthawk X6S bei knapp 270 Euro und damit außerhalb dessen, was die meisten Nutzer vermutlich für einen WLAN Router bereit sind auszugeben. Die Funktionen sind allerdings klar auf Anwender, wie professionelle Gamer oder Streamer zugeschnitten, bei denen eine schnelle und störungsfreie (kabellose) Internetverbindung unabdingbar ist.
Konkurrenz macht dem Netgear Router natürlich das gute, alte Ethernet-Kabel. Denn auch in 2017 gilt wohl weiterhin: Wer beim Zocken oder Streamen absolut sichergehen will, wird wohl zu einer Kabelverbindung greifen, die bereits für deutlich weniger Geld mehr Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bietet.

ProContra
  • Verarbeitungsqualität
  • Preis
  • gute LAN-zu-WLAN-Performance
  • Softwareoberfläche altmodisch
  • einfache Antennenpositionierung
  •  lange Wartezeiten und Neustarts beim Ändern von Einstellungen nötig
  • Link Aggregation möglich
 

 

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Robin Cromberg

Robin Cromberg

… studiert Asienwissenschaften an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für das Ressort der Gaming-Peripherie von Allround-PC.com zuständig. Zwischen Roundup-Tests zu neuesten Gaming-Tastaturen und Co. testet er für APC außerdem Smartphones, Notebooks oder Gadgets wie Bluetooth-Speaker.

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