Sind alle Rechner gleichermaßen anfällig für Bots?

Geschrieben von Redaktion am 25.07.2017.

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Unter Cyberkriminellen erfreuen sich die Botnetze zunehmender Beliebtheit. Mit den automatisierten Schadprogrammen, den sogenannten Bots, bringen sie fremde Rechner unter ihre Kontrolle. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland dabei nicht gut ab. Deutsche PC-Nutzer sind scheinbar eine leichte Beute, wenn auch Apple-Rechner weniger als Windows-PCs Gefahr laufen, in ein Botnetz eingeklinkt zu werden.

Mehr als jeder dritte Rechner verseucht

Botnetze erweisen sich besonders für Denial-of-Service-Angriffe als nützlich, die gegen einen professionellen DDoS Schutz an sich nichts ausrichten könnten. Die Crux ist freilich, dass die Prophylaxe beim Gros der deutschen PC-Nutzer zur Stunde nicht großgeschrieben wird. Zahlen lügen schließlich nicht. So hatten 2014 40 Prozent der Rechner eine Schadsoftware an Bord. Dieser traurige Umstand war vornehmlich einem veralteten Browser geschuldet. Mit ihm ist es nämlich Trojanern und Viren geradezu ein Leichtes, einen Computer zu übernehmen. Anders ausgedrückt könnten mithin vier von zehn Rechnern in Deutschland 2014 Teil eines Botnetzes gewesen sein. Kein Wunder also, dass die Internetkriminalität blüht.

Die Fieslinge arbeiten nach berühmtem Muster

In der Art, einen Computer zu kapern, unterscheiden sich Bots nicht von herkömmlicher Malware. Sie kommen als gewöhnliche Mail-Anhänge daher, treten als vermeintlich nutzbringende Programme zum Download auf, verbergen sich in infizierten Raubkopien von Originalprogrammen oder bahnen sich ihren Weg auf den PC über Sicherheitslücken im Browser und in dessen Plug-ins. Haben die Bots erst einmal ihr Ziel erreicht, schützen sie sich durch die Installation von Rootkits. Damit bleibt der PC-Nutzer in Unkenntnis der Existenz und Aktivität der Schadprogramme.

Apple faktisch nicht besser als Microsoft

Die Zeiten sind längst vorbei, da sich Mac-User unbesorgt zurücklehnen konnten. Zweifelsohne ist für sie aber die vergleichsweise geringe Marktverbreitung der Geräte ein Vorteil. Es überrascht darum wenig, dass 2010 täglich nahezu 60.000 Schädlinge Windows-Rechner heimgesucht haben, während sich für einen Mac nur etwa 50 entschieden hatten. Sicherer ist der Mac angesichts dessen aber beileibe nicht. Nachdem Viren-Schreiber nicht auf den Kopf gefallen sind, sondern durch und durch wirtschaftlich denken, ist es nur logisch, dass sie sich vornehmlich der beliebtesten Plattform verschreiben. Dies ungeachtet der Tatsache, dass Microsoft auf Schwachstellen generell rascher reagiert als Apple, auch wenn es bei beiden Anbietern regelmäßig eine Ewigkeit dauert, bis Patches verfügbar sind.

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 Wie anfällig Apple in der Tat ist, hat sich 2012 beim Flashback-Botnetz in aller Deutlichkeit gezeigt. 670.000 Macs hat der Trojaner BackDoor.Flashback.39 mit einem Mal infiziert. Die meisten kompromittierten Rechner befanden sich in den USA, in Kanada und Großbritannien. Natürlich war die Raffinesse der Programmierer nicht ganz unschuldig an diesem durchschlagenden Erfolg. Immerhin präsentierte sich die Schadsoftware als Update des Adobe Flash Players. Das Schlimme daran ist jedoch, dass der Trojaner Passwörter und Bankdaten abgriff, sich demnach nicht auf eine DDoS-Attacke beschränkte.

Der Verwandlung in einen Zombie wirksam begegnen

Nicht von ungefähr nennt die Fachwelt infizierte Rechner „Zombies“. Zu willenlosen Werkzeugen dessen, der sie zum Leben erweckt, müssen die Computer allerdings nicht werden. Solange die Einschleusung der präparierten Schadsoftware nämlich nicht von Erfolg gekrönt ist, ist an eine Eingliederung eines Rechners ins Botnetz nicht zu denken. Ja, bei Tage besehen genügen ein paar einfache Tricks, um sich keine Bot-Infektion einzuhandeln. So ist es beispielsweise ratsam, in die virtuelle Welt nicht als Administrator, sondern als eingeschränkter Benutzer einzutauchen. Die regelmäßige Installation der verfügbaren Sicherheitsupdates für das Betriebssystem, den Browser und dessen Plug-ins versteht sich von selbst. Und wer die vorhandenen automatischen Update-Funktionen nutzt, schließt von vornherein die Gefahr aus, in die Flashback-Botnetz-Falle zu tappen. Eine angemessene Antivirus-Software im Verein mit einer Desktop Firewall tut ein Übriges.

Falls wider Erwarten doch ein Malheur passiert ist und die Entfernung der Bots angesagt ist, ist es mit einem Antivirusprogramm zumeist nicht getan. Insbesondere die Rootkits machen Probleme. Verwaiste Registry-Einträge sind ebenso wenig auszuschließen wie weiterhin aktive Malware-Komponenten. Die sauberste Lösung besteht deshalb schlicht in einer Neuinstallation des Systems nach vorheriger Anfertigung einer Sicherheitskopie aller Daten.   

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