Lesertest: MSI AM4-Mainboards

Ryzen-Mainboards von Lesern inspiziert

Geschrieben von Niklas Schäfer am 04.08.2017.

Wir haben sechs Lesern die Chance gegeben, das MSI X370 Gaming Pro Carbon beziehungsweise B350 Tomahawk zu testen. Die Erfahrungsberichte der sechs Leser, haben wir für euch in diesem Artikel zusammengefasst.

Lesertest von Malte B.

First Impression & Unboxing

Die Box des MSI X370 Gaming Pro Carbon lässt mit ihrem eleganten Design des Sportwagens und den dezenten Farbverläufen schon auf den Stil und die RGB-Funktionen des Motherboards schließen. Beim Öffnen der Box lächelt einem das in einer antistatischen Verpackung versiegelten Motherboard in tiefem Schwarz mit Carbon Elementen auf den Kühlkörpern zu.


Das Zusammenspiel der Schwarzen Komponenten mit den Carbon-Akzenten macht einiges her.

Zudem sind in der Box zwei komplette schwarze SATA-Kabel, das Y-Kabel für den LED-Anschluss, eine elastische schwarze SLI-Brücke, das sehr ausführliche Benutzerhandbuch und einem Hinweis zur Installation des RAMs.

Einbau

Der Einbau war sehr einfach. Das Motherboard wird in das Gehäuse auf die Abstandhalter legen und mit 9 Schrauben befestigt. Auch bei der CPU muss lediglich den Hebel angehoben die CPU einlegen und den Hebel wieder befestigen. Das Motherboard hatte schon vorinstalliert Befestigungen für AM3(+) Kühler, was mit sehr gut passte, da ich meinen alten Kühler weiterverwenden konnte. Der Einbau von der Grafikkarte und des RAMs war auch sehr einfach.

Eine Verstärkung der seitlichen SATA-Anschlüsse wäre wünschenswert. 

Beim Anschluss der SATA-Kabel hatte ich ein Problem, da es in meinem Case etwas eng geworden ist und die SATA-Anschlüsse etwas belastet wurden. Da frage ich mich, warum der RAM einen mit Metall verstärkten Slot hat, aber die SATA Anschlüsse bei viel höherer Belastung nicht. Schön wäre es, wenn MSI einen kleinen Adapter für die kleinen fummeligen Case-Anschlüsse, wie Licht, Reset, Start, etc. beilegen würde und man diese nicht die einzeln reinstecken muss.

BIOS & BIOS-Update

Beim ersten Starten des BIOS wurde ich von einem kleinen Fenster empfangen, welches die allgemeinen Tastenkurzbefehle erklärt, danach habe ich das BIOS auf den neusten Stand gebracht. Dies erwies sich als einfach, man musste nur die neuste Version entpackt auf einen USB-Stick laden und von diesem aus über das BIOS installieren. Als ich meine zwei SSDs in den RAID 0 bringen wollte, stieß ich auf ein Problem, da ich, nachdem ich auf RAID geschaltet hatte und im RAID Konfigurator die zwei Geräte in RAID 0 geschaltet habe, die SSDs weder im BIOS noch in der Windows Installation wiederfinden konnte. Auch die Installation von RAID Treibern von AMD hat nicht geholfen, so musste ich leider auf den Software-RAID von Windows ausweichen, vielleicht wird das ja noch nachgepatcht.


Der Prozessor lässt sich auf allen Kernen mit 3,8 GHz bei 1,3 Volt betreiben.

Das Einstellen von Lüfterprofilen war auch eine Leichtigkeit, auf dem Graphen kann man seine individuelle Lüfterkurve einstellen. Positiv zu bemerken war auch auf jeden Fall, dass wenn man 3-Pin Lüfter auf den 4-Pin Steckern hat, automatisch für diese in einen DC-Mode geschaltet wird. Leider kann man im Smart Mode nur die Regelung der Lüfter nach der CPU-Temperatur einstellen und nicht nach der Motherboard Temperatur, was gerade bei Case-Fans praktisch wäre. Der 20°C. Temperaturunterschied zur Realtemperatur ist übrigens im BIOS korrigiert!


Abgesehen vom RAID 0 gelingt die erste Installation sehr gut. 

Für den RAM habe ich im BIOS das XMP-Profil aktiviert, wodurch er auf 2993MHz taktete, was aber nicht funktionierte. Es kam beim Booten zum mehrmaligen Neustarten während der Startphase und zur anschließenden Zurücksetzung der Geschwindigkeit auf 2133MHz. Das XMP-Profil mit 2666MHz funktioniert ohne Probleme. Leider kommt es im Moment vor, dass bei jedem Start des Computers ins BIOS gebootet wird, statt zu Windows. Allerdings kann man einfach das BIOS schließen und er bootet in Windows, ist allerdings umständlich und ein kleiner Zeitverlust.

Overclocking

Das Übertakten des Prozessors erwies sich als sehr einfach, ich wollte eine Frequenz von 3,8GHz auf allen Kernen bei sicherer Spannung und so habe ich bei der „CPU Frequency“ 3,8 und bei der „CPU Core Voltage“ mit 1,35v angefangen und gesenkt bis ich auf 1,3v kam und es stabil unter einem Stresstest lief.

LED-Beleuchtung

Der 4-Pin-Anschluss für RGB-LED-Streifen war sehr praktisch und mit dem mitgelieferten Y-Kabel kann man an zwei LED-Streifen anschließen, die parallel gesteuert werden. Die LEDs des Motherboards sind sehr hell und die seitlich angebrachten sind sogar einzeln ansteuerbar, wodurch Regenbogen- und andere Effekte eingestellt werden können. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Beleuchtungszonen: das I/O-Cover, das MSI-Logo, was leider bei der Installation einer Grafikkarte verdeckt wird, die rechte Seite, die linke Seite und optionale LED Streifen.


Die Steuerung der LEDs geschieht über die Gaming App.

Die LED-Beleuchtung war ohne Konfiguration standardmäßig auf durchgängiges rot eingestellt. Nachdem ich die „MSI Gaming App“ heruntergeladen hatte, konnte ich die LEDs mit verschieden Effekten steuern, leider sind diese Einstellungen sehr eingeschränkt und das Programm an sich sehr fehlerbehaftet und sehr träge. So konnte ich zwar für jede LEDs einen einzelnen Effekt einstellen, aber manche Effekte gelten global für alle und setzen somit alle Effekte zurück. Es wäre besser, wenn es für diese Effekte einen eigenen Reiter gäbe. Auch, wenn man alle LEDs in der gleichen Farbe beleuchten möchte, muss man dies bei jeder einzeln einstellen und muss sich die Farbe neu auf dem Farbkreis suchen.


Die Beleuchtung macht vor allem bei Gehäusen mit Seitenfenster einiges her.

Auch kommt es vor, dass, wenn man das Programm beendet, sich einige Beleuchtungszonen ausschalten und erst bei einem Neustart des PCs wieder anschalten. Ein anderes Programm zum Kontrollieren der LEDs ist leider nicht verfügbar, so bleibt einem nur die eingeschränkten Möglichkeiten der „MSI Gaming App“. Die sogenannten Funktions-LEDs mit denen beispielsweise angezeigt wird, welche RAM-Slots aktiv sind, lassen sich in ihrer Farbe nicht konfigurieren sie sind nur rot, lassen sich aber komplett deaktivieren. Allerdings gibt es eine bei LED dem CPU-Lüfter-Anschluss, die immer rot leuchtet und sich nicht deaktivieren lässt, was etwas schade ist, wenn der Rest der Beleuchtung in einer anderen Farbe konfiguriert ist.

Fazit

Das Motherboard sieht sehr schick aus mit den Carbon-Verzierungen und den Metall Verstärkungen und bietet an Hardware alles, was man sich wünschen kann. Das einzige, was bei dem Motherboard zu bemängeln wäre, ist die Software, welche leider unausgereift ist. Sie ist zwar benutzbar, aber man würde für ein Motherboard in der Preisklasse doch mehr erwarten. Ich würde mich freuen, wenn das Programm durch Softwareupdates verbessert wird.

Lesertest von Marvin S.

Design

Die Verpackung des Mainboards wirkt sehr wertig und das Mainboard ist, MSI typisch, sehr gut und ansprechend verpackt. Das gleiche gilt auch für das Mainboard. Es kommt in einem sehr schlichten, schwarzen, aber durchaus ansprechenden schwarzen Look. Das Mainboard ist überraschend schwer im Vergleich mit älteren Mainboards. Dies wirkt sich jedoch sehr positiv auf das Board aus, es wirkt dadurch sehr wertig und edel.

MSI X370 Gaming Pro Carbon Marvin S Verpackung MSI X370 Gaming Pro Carbon Marvin S PCIe-Slots
Das MSI X370 Gaming Pro Carbon macht einen sehr guten ersten Eindruck. 

Dieser erste Eindruck wird des Weiteren durch den Carbon-Look erzeugt. Die Qualität des Produkts überzeugt auch durch die verstärkten Steel-Armor-PCIe- und Arbeitsspeicher-Slots. Ebenfalls fällt die RGB-Beleuchtung sehr angenehm aus. Die RGB-Elemente wirken zudem nicht überladen und sind dezent platziert.

Mainboard im Betrieb

Das UEFI-BIOS ist sehr übersichtlich und einsteigerfreundlich. Einstellungen lassen sich einfach finden. Gleichzeitig gibt man erfahrenden Nutzern auch die Möglichkeit ihren AMD Ryzen-Prozessor entsprechend hoch zu übertakten. Aufgrund der sieben Spannungswandlern, hat das Mainboard das Potential durch angepasste Spannung hohe Taktfrequenzen zu erreichen.

MSI X370 Gaming Pro Carbon Marvin S Sockel

Die neuen AM4-Prozessoren lassen sich mit dem Mainboard gut ans Limit zwingen.

Desweiteren unterstützt das Mainboard SLI- und Crossfire- Systeme und eignet sich auch für Besitzer von Wasserkühlungen. Angeschlossen an eine Hifi-5.1-Anlage ist der integrierte Sound des Mainboards sehr klar und überzeugt sowohl im Gaming- als auch Film- oder Musikeinsatz.

Langlebigkeit des Produkts

Auch wenn ich diesen Punkt aufgrund der kurzen Testdauer nur eingeschränkt beurteilen kann, lief meine PC-Konfiguration mit dem Mainboard sehr stabil und es kam zu keinen Einbrüchen der Leistung trotz übertakteter Hardware. Die verstärkten RAM- und PCIe-Slots sowie der M.2-Shield versprechen zudem eine längere Inbetriebnahme des Produkts und garantieren, dass das Mainboard und seine Komponenten wie beispielsweise die M.2-SSD aufgrund niedrigerer Temperaturen zukunftssicher einsetzbar sind – auch in Highend Systemen.

MSI X370 Gaming Pro Carbon Marvin S PCIe-Slots

Die Steel Armor verspricht eine lange Haltbarkeit.

Zusammenfassend ist das Mainboard von MSI ein guter Allrounder. Es ist sowohl designtechnisch als auch preislich sehr ansprechend und eignet sich sowohl für Einsteiger, die sich zum ersten Mal an den Bau eines eigenen Systems herantrauen, als auch für erfahrende Nutzer, die im Highend-Bereich ihren Traum-PC zusammenbauen möchten. Mit AMDs neuer Ryzen-Plattform hat man zudem die Möglichkeit, sehr günstige und leistungsstarke Systeme aufzubauen. Diejenigen, denen die Intel CPUs mehr zusagen, haben mit den X270 von MSIs Carbon Gaming Mainboard das Komplementärprodukt.

Lesertest von Erik D.

Ich hatte das große Glück und habe das MSI X370 Gaming Pro Carbon Motherboard zum Testen erhalten. Es findet bei mir seinen Platz im wunderschönen bequiet! Dark Base Pro 900. Die entscheidenden Punkte bei der Auswahl eines neuen Boards sind für mich immer Verarbeitung, Design, Anschlussmöglichkeiten und natürlich die Leistung.

MSI X370 Gaming Pro Carbon Erik D Lieferumfang

MSI legt alle nötigen Extras dem Lieferumfang bei.

Die entscheidenden Punkte bei der Auswahl eines neuen Boards sind für mich immer Verarbeitung, Design, Anschlussmöglichkeiten und natürlich die Leistung.

Verarbeitung

Kommen wir also zuerst zur Verarbeitung, denn diese kann man direkt nach dem Auspacken beurteilen: Hier war beim Gaming Pro Carbon bereits beim Entnehmen aus der Verpackung zu spüren, dass es sich um ein hochwertiges Board handelt: Nichts verbiegt sich, die Platine macht einen wertigen und stabilen Eindruck. Steelarmor für die Ram-Steckplätze und den PCIe 3.0 x 16 Slot halten auch schwere Grafikkarten sicher am Platz.

MSI X370 Gaming Pro Carbon Erik D Chipsatz

Das MSI X370 Gaming Pro macht einen robusten Eindruck.

Die Verpackung hätte nach meinem Gefühl etwas mehr Innenpolsterung vertragen. Hier dient lediglich eine circa zwei Millimeter dicke Schaumstoffmatte als Polsterung. Besonders bei Mainboards, die ja als eher empfindlich gelten im Vergleich zu anderen Bauteilen, wünsche ich mir hier – auch bei anderen Herstellern – mehr Schutz beim Transport.

Design

Nichtsdestotrotz, kam das Board natürlich heile bei mir an und ich konnte als nächstes das Design genießen. Was soll ich sagen – es steckt ja bereits im Namen: Das Board kommt im Carbon-Design und davon kann ich nie genug kriegen. Die Carbon Optik sieht extrem hochwertig aus und fühlt sich auch so an. Das leise „Ratschen“ beim Streichen über die Carbonteile ist jedes Mal ein Genuss. Im verbauten Zustand tut man dies natürlich weniger oft. Aber man weiß, dass man könnte…

Außerdem blitzt und blinkt das Board an allen Ecken durch die eingebauten LED-Streifen, die per App steuerbar sind und vorprogrammierte Farbwechsel haben. Was inzwischen fast selbstverständlich klingt, bringt mich trotzdem jedes Mal zum Lächeln, wenn ich daran denke, wie ich mich früher abgemüht habe klobige LEDs im Case unterzubringen. Ein geniales Feature und mein Credo „je mehr RGB desto besser“ wird hier voll erfüllt. Des Weiteren kommt das Board in cooler Schwarz-Rot-Optik, was das I/O-Shield angeht, womit wir bereits beim nächsten Punkt wären.

Anschlussmöglichkeiten

Die Anschlussmöglichkeiten sind genau das, was man als Gamer und auch professioneller Anwender erwartet und braucht: Neben den Standardanschlüssen wie USB 2.0 in vielfacher Ausführung, wäre hier vor allem der USB Typ-C-Anschluss zu erwähnen. Dieser ist mir persönlich in puncto Zukunftssicherheit besonders wichtig und einige professionelle externe Festplatten setzen bereits darauf. Ich muss mir hier also keine Sorgen machen, mit Adaptern arbeiten zu müssen und nicht die volle Bandbreite zur Verfügung zu haben.

MSI X370 Gaming Pro Carbon Erik D IO

Das I/O-Panel bietet ausreichend Anschlüsse, darunter mehrere USB 3.1-Anschlüsse.

Ebenfalls vorhanden ist ein USB3.1 Gen2 Typ-A-Anschluss, der ebenfalls zehn Gbps bietet. Damit macht Datentransfer plötzlich richtig Spaß! Im professionellen Umfeld ebenfalls von großem Nutzen sind die guten Audiokomponenten des Boards sowie das M.2-Shield, wenn es mal wirklich schnell gehen muss!

Leistung

Es wurde bereits deutlich, ich bin mit der Leistung des Boards mehr als zufrieden. Mit den Overclocking Features werde ich mich nach der Eingewöhnungszeit auseinandersetzen und habe hier bisher nur positives gehört. Ich bin also optimistisch, meinem Ryzen noch ein paar Megahertz zu entlocken! Features wie der DDR4 Boost, Gaming Lan und die bereits erwähnten USB 3.1 Gen2 Anschlüsse machen das Board zu einem echten Arbeitstier. Besonders, wenn nicht nur Gaming, sondern auch professionelles Arbeiten möglich sein soll, ist dieses Board meiner Meinung nach eine gute Wahl.

Ein Detail, das mir noch aufgefallen ist: Auf der Packung findet sich der Hinweis, dass die Verpackung mit „Soy Ink“ gedruckt wurde. MSI ist mir ohnehin sympatisch, aber ich finde es gut, wenn Firmen daran arbeiten auch bei Elektronikprodukten den ökologischen Fußabdruck immer weiter zu verkleinern. Daumen hoch dafür!

Lesertest von Patrick K.

Der erste Eindruck

Das Mainboard selbst war staubfrei in einer Schutzfolie eingepackt und kam somit ohne Schäden oder Verschmutzungen an. Neben dem Mainboard waren noch ein mehrsprachiges „Quick Installation Guide“, eine CD mit Treibern, das Benutzerhandbuch sowie eine Blende (für die USB-Anschlüsse etc. hinten am Gehäuse) und 2 Sata-Kabel beigelegt. Hier hätte ich mehr Kabel erwartet und ggf. auch ein paar Schrauben um das Board am Gehäuse festschrauben zu können. Schön wäre auch die Möglichkeit gewesen die USB-Anzahl zu erweitern, ohne dafür extra etwas kaufen zu müssen. Von meinem alten MSI Board hatte ich noch eine Erweiterung über, sodass ich diese nutzen konnte. Ansonsten ist das Zubehör für mich ausreichend gewesen.

MSI B350 Tomahawk Patrick K Verpackung MSI B350 Tomahawk Patrick K Verpackung offen

MSI verpackt das B350 Tomahawk in einer antistatischen Hülle.

Die Verarbeitung des Boards macht einen guten und soliden Eindruck. Inwiefern aber die Kondensatoren etc. qualitativ wertig sind, kann ich nicht beurteilen, sie sehen aber nicht „billig“ aus. Schön ist ebenfalls, dass der PCI Express-Slot für die Grafikkarte etwas verstärkt ist und so durch die mittlerweile schweren Grafikkarten nicht so schnell verbiegen kann. Nichts desto trotz habe ich meine KFA²-1070 im hinteren Teile eine Stütze verpasst.

MSI B350 Tomahawk Patrick K Mainboard komplett

Das MSI B350 Tomahawk zeigt sich eher schlicht.

Das Benutzerhandbuch ist in mehreren Sprachen verfasst. In der deutschen Fassung ist alles verständlich, allerdings manchmal etwas „komisch“ übersetzt.  So stand bei der Einbauerklärung der RAM-Module auch etwas von „Grafikkarten“, was sich mir nicht ganz erschloss, daher war ich auch unsicher, mit welchen Bänken ich Dual-Channel erreiche. Ansonsten liefert das Handbuch alle nötigen Erklärungen, um alles in Betrieb nehmen zu können.

Der Einbau

Ich bin so vorgegangen, dass ich das Board auf die Schutzfolie gelegt habe und zunächst die CPU (Ryzen 5 1600x) eingebaut habe, was kinderleicht war. Falsch kann man hier auch nichts machen, da alles entsprechend markiert ist. Der Einbau des Kühlers (Arctic Freezer 7 Pro) war etwas fummelig, was aber weniger mit dem Mainboard selbst zu tun hatte. Anschließend noch die RAM-Module eingebaut und schon konnte das Board ins Gehäuse eingesetzt und verschraubt werden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass jemand, der eine M.2 SSD einbauen möchte, dies auch vor Einbau ins Gehäuse vornehmen sollte, da es sicher sonst schwierig wird. Diese sollte aber auf jeden Fall vor dem Einsetzen der Grafikkarte eingebaut (man muss wirklich Schrauben), da diese den Slot versperrt. Aufgrund des Formfaktors ATX war die Instalaltion des B350 Tomahwak spielend leicht und es gab keine Verschiebungen zwischen Loch des Mainboards und dem Gewinde im Gehäuse. Mithilfe des Benutzerhandbuches ist auch die restliche Verkabelung kein Problem, da alles gut beschrieben wird.

MSI B350 Tomahawk Patrick K Platz VGA

Der Einbau macht grundsätzlich keine Probleme. Schrauben zur Montage liegen leider nicht bei.

Den Abstand zwischen CPU/Kühler und den RAM-Bänken ist in meiner Konstellation ausreichend und hätte noch etwas Spielraum für einen größeren Kühler. Anschlussmöglichkeiten für die Lüfter gibt es mit einem CPU-Anschluss, 4 System-Lüftern und den Anschluss für eine Wasserkühlung ausreichend. Für das gute Aussehen könnte sogar ein LED-Streifen ans Board angebracht werden, um die Umgebung und das Gehäuseinnere in Einklang bringen. Diese Funktion habe ich aber nicht getestet.

Einzig die Anordnung der SATA-Anschlüsse ist meiner Meinung nach nicht genügend durchdacht, bzw. sollten dem Board zwei Kabel mit geraden Steckern und zwei Kabel mit gewinkelten Anschlüssen beiliegen. So war es schwierig die Kabel zu verlegen, ohne diese an manchen Stellen zu stark verbiegen zu müssen, da ich nur Kabel mit abgewinkelten Anschlüssen überhatte. In manchen Gehäusen kann ich mir diese Anordnung aber auch als Vorteil vorstellen. Ansonsten gibt es bei der Anordnung keine weiteren Kritikpunkte.

Die Inbetriebnahme

Nachdem alles ordentlich verkabelt und angeschlossen war, wurde das BIOS eingestellt. Der Erste Eindruck war eine übersichtliche und aufgeräumte Oberfläche. Im Advanced-Modus gibt es dann detaillierter Einstellung für CPU, RAM etc. Für Übertakter gibt es eine noch detailliertere Stufe, da ich damit keine großen Erfahrungen habe, kann ich auch nichts zu den Möglichkeiten sagen, ob diese ausreichend und sinnvoll sind. Um das System zu übertakten gibt es auch den Button „Gaming Boost“, welcher das System automatisch übertaktet und alles Nötige einstellt. Das funktionierte auch soweit und das System lief weiterhin stabil. Kenner bevorzugen aber sicher das eigene Übertakten, so können aber eben auch Leistungsreserven von nicht-Experten herausgeholt werden. Auf meinem Board war noch eine ältere BIOS-Version, sodass diese per M-Flash zunächst aktualisiert werden musste. Das gestaltet sich aber sehr einfach: Aktuell BIOS-Version runterladen, auf einen USB-Stick ziehen, M-Flash anklicken und die neue Version auswählen. Die Installation läuft dann von alleine.

MSI B350 Tomahawk Patrick K Board Explore

Nach einem kurzen BIOS-Update war das Mainboard einsatzbereit.

Anschließend wurden die Lüfterkurven bearbeitet: Eingestellt werden können CPU- und Systemlüfter im DC- als auch im PWM-Mode. Die Lüfterkurve orientiert sich dabei an der Temperatur der CPU oder der Temperatur des Mainboards (beim Tool „Command Center“ wird die Lüfterintensität nur anhand der CPU-Temperatur eingestellt!). Allerdings muss man dabei beachten, dass es einen Offset von rund 20° gibt, was ich als sehr störend empfinde. Insofern man das allerdings gemerkt hat, können die Lüfterkurven recht einfach nach Belieben eingestellt werden.

Neben der Lüftung musste ich noch meinen RAM optimieren, da dieser die Geschwindigkeit nicht auf Anhieb korrekt erkannte (zu langsam eingestellt). Diesen Umstand wollte ich mit den A-XMP-Profilen lösen. Im A-XMP Operation Guide ist beschrieben, dass diese per Click aktiviert werden können, insofern der RAM es unterstützt und im BIOS auch angezeigt wird. Dem war auch so. Allerdings lief das 2. Profil nicht rund und konnte oft nicht geladen werden, sodass sich das Bios von selbst zurücksetzen musste (was positiv ist, da kein manueller CMOS-Reset durchgeführt werden musste). Das 1. Profil taktet den RAM weiterhin unter seinen Möglichkeiten, aber besser als ursprünglich eingestellt und läuft auch stabil. Allerdings stehen die G.Skill Ripjaws V auch nicht auf der offiziellen Kompatibilitätsliste. Darauf sollte man scheinbar tatsächlich noch achten. Hier erhoffe ich mir für die Zukunft weitere Verbesserungen, sodass die RAM-Module bald ihre volle Leistung abrufen können. Ein weiteres Problem war, dass meine Wireless-Mouse von Logitech im BIOS nicht funktionierte. Eine alte Kabelmaus hingegen funktionierte einwandfrei, was auch gut war, da die BIOS-Einstellungen sonst nur sehr mühsam bearbeitet werden können.

MSI B350 Tomahawk Patrick K Arsenal Gaming

MSI bietet eine Reihe von Softwares an, um das Board zu individualisieren.

Eine kleine Anmerkung zum CMOS-Reset: Dieser muss unter „Settings/Boot“ noch eingestellt werden. Aufgrund der RAM-Problematik musste ich beim ersten umstellen einen manuellen CMOS-Reset machen, wofür man laut Handbuch eine Steckbrücke benötigt, welche aber dem Board nicht beiliegt. Hier musste eine Suchmaschine Abhilfe schaffen. Generell können Fehler im Bios anhand der „EZ-Debug-LED“ auf dem Mainboard schnell und einfach erkannt werden. Nachdem also der RAM zumindest etwas optimiert wurde und die Lüfterkurven angepasst wurden, konnte die weitere Software von MSI unter Windows getestet werden.

MSI Software

MSI bietet auf seiner Webseite verschiedene Tools zum Download an. Damit man z.B. die ganzen Treiber für Audio, LAN etc. nicht manuell herunterladen und installieren muss, bietet sich „Live-Update 6“ an. Diese erkennt die Hardware automatisch und bietet entsprechend die passenden Treiber zur Installation an. Das „Command Center“ bietet ähnliche Funktionen wie das BIOS. Insofern man dort alles eingestellt hat, ist dieses Programm eher überflüssig. Temperaturen, Taktfrequenzen, etc. können z.B. genauer mit „AMD-Ryzen-Master“ ausgelesen werden.

Lüfterkurven und XMP-Profile lassen sich (sofern kompatibel) schnell einrichten.

Mit der Software „X-Boost“ kann die Leistung nach Profilen wie Gaming oder Office eingestellt werden. Im Alltag habe ich noch keinen sonderlich großen Effekt ausmachen können, außer dass die CPU-Frequenz in manchen Szenarien automatisch herunter taktet (kann man auch im Bios einstellen). Die „Gaming-App“ bietet ähnliche Funktionen, aber weniger umfangreich. Daneben kann man damit noch die LED-Beleuchtung des Boards steuern (z.B. pulsierend oder blinkend) oder auch den Bildschirm nach verschiedenen Modi (Gaming, Standard, Augenschonung und Film) justieren.

Mit der Nahimic Software kann der Sound noch präziser auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Entweder stellt man alles selber ein oder nutzt die vorhandenen Profile. Auch das ist natürlich absolute Geschmackssache, aber Einstellmöglichkeiten sind vielfältig. Die Grundeinstellung (z.B. Raumkorrektur) müssen allerdings weiterhin über den Realtek HD-Audiomanager vorgenommen werden. Die anderen zur Verfügung stehenden Programme habe ich ebenfalls ausprobiert, sie aber direkt wieder deinstalliert, da ich sie für mich nicht als wichtig erachtet habe.

Fazit

Alles in allem ist das B350 Tomahawk ein solides Board, welches für den „Normal-Gamer“ völlig ausreichend ist! Einstellungsmöglichkeiten gibt es zur Genüge, sodass vieles (z.B CPU-Frequenz, Lüfterkurve etc.) nach Belieben verändert werden kann. Für Laien auf dem Gebiet „BIOS einstellen und Übertakten“, die dennoch etwas mehr aus ihrem System herausholen wollen, gibt es in den diversen Softwares für viele voreingestellte Szenarien, sodass auch sie ihren Wünschen nachkommen können. Die kleineren Fehler sind dem Mainboard daher zu verzeihen oder könnten per Updates noch beseitig werden (hier vor allem die RAM-Kompatibilität erwähnt).

Lesertest von Johannes L.

Einleitung

Willkommen zu meinem Lesertest des MSI B350 Tomahawk. An dieser Stelle zunächst ein herzliches Dankeschön an Allround-PC und MSI für das Ausrichten dieser Aktion und der Bereitstellung des Boards. Vorbereitet habe ich ein Step-by-Step vom Einbau bis zur Inbetriebnahme des Boards. Die wichtigsten Eckdaten des Boards lauten wie folgt:

ProduktMSI B350 Tomahawk
SockelAM4 (PGA 1331)
FormfaktorATX
ChipsatzAMD B350
Arbeitsspeicher4x DDR4 DIMM, dual DDR4-3200 (OC), max. 64GB (UDIMM)
Erweiterungsslots1x PCIe 3.0 x16, 1x PCIe 2.0 x16 (x4), 2x PCIe 2.0 x1, 2x PCI
Anschlüsse intern4x USB 3.1, 4x USB 2.0, 4x SATA 6Gb/s 1x M.2
Anschlüsse extern
1x VGA, 1x DVI-D, 1x HDMI 1.4, 1x USB-C 3.1, 3x USB-A 3.1, 2x
USB-A 2.0 1x PS/2 Tastatur
Lüfteranschlüsse1x 4Pin CPU 1x 4Pin Pumpe 4x Gehäuse Lüfter
Ton
Realtek ALC892 7.1
LAN
Realtek 8111H Gigabit

Neben dem Board verpackt in antistatischer Folie befindet sich noch die obligatorische I/O-Blende, zwei SATA-Kabel (eines davon gewinkelt), eine DVD mit Treibern, Programmen etc. und etwas Lektüre in der Verpackung.

Johannes L 1 Johannes L 2

Das Board ist insgesamt verhältnismäßig schlicht gehalten, die Optik mit verschiedenen Grautönen und einzelnen roten Akzenten, welche im Betrieb noch von ein paar rund um das Board platzierten roten LEDs ergänzt werden, weiß zu gefallen. Positiv anzumerken ist hier auch der verstärkte PCIe-Slot für die Grafikkarte und der angewinkelte interne USB-3-Anschluss (unten im Bild).

Einbau

Mit etwas Erfahrung und einem Blick in die Anleitung für die korrekte RAM-Belegung und Front-IO-Anschlüsse gestaltet sich der Zusammenbau des Systems relativ leicht. Allerdings gibt es zwei Punkte, die mir weniger gut gefallen haben. Zum einen wäre da die Platzierung des PCIe-1x-Slots direkt neben der Grafikkarte, was sich bei einer verwendeten Erweiterungskarte wie z.B. einer Soundkarte negativ bemerkbar machen kann. Eine drei Slot breite Grafikkarte verdeckt den unteren PCIe-1x-Steckplatz komplett und den 16x-Steckplatz (elektrisch nur 4x) daneben kann man schlecht verwenden, ohne die Kühlung der Grafikkarte zu beeinträchtigen. Auch kann man je nach Abschirmung und Aufbau der Soundkarte beim Spielen sprichwörtlich der Grafikkarte beim Arbeiten zuhören. Ein weiterer Mangel ist für mich die Orientierung des vierten SATA-Ports, benötigt man tatsächlich alle Anschlüsse, ist eben jene drei Slot breite Grafikkarte dem zweiten, nicht angewinkelten Port unmittelbar im Weg.

Johannes L 3

Die Funktion wird dadurch zwar nicht beeinträchtigt, allerdings hätte ich mir dafür eine praktikablere Lösung gewünscht. Theoretisch ist ausreichend Platz vorhanden, um die Ports alle nebeneinander zu platzieren oder angewinkelt auszuführen.

Johannes L 4

Mein Testsystem besteht aus dem MSI B350 Tomahawk, einem Ryzen 7 1700, be quiet! Dark Rock Pro 2 Kühler (Achtung! Offiziell ist der Kühler nicht kompatibel, lässt sich aber ohne Probleme mit dem bestellbaren Mounting-Kit verbauen), 16GB Crucial Ballistix Sport 2667 (in Rot), einer Inno3D GTX 770 iChil Herculez, Auzentech Forte 7.1 Soundkarte, be quiet! Dark Power Pro 650 Watt und diversen Lüftern/Festplatten/SSDs. Als Betriebssystem kommt Windows 10 zum Einsatz.

BIOS

Der erste Schritt dürfte hier für die meisten erstmal das Flashen einer aktuelleren BIOS-Version sein (zum Test Zeitpunkt Version 1.5), was über den M-Flash-Mode auch schnell und  ohne Komplikationen funktioniert. Nun wurde nicht nur mein Arbeitsspeicher korrekt erkannt, sondern auch der POST- und Boot-Prozess wurde beschleunigt. Allerdings hatte ich im Eifer des Gefechts vergessen die Zeit zu stoppen, was mir an dieser Stelle leider den Vorher-Nachher-Vergleich verwehrt. Die für den Test leider etwas spät veröffentlichte Version 1.6 mit AGESA Code 1.0.0.6 und die Beta 1.71 gibt nochmal einen Ausblick auf zukünftige Verkürzungen der POST-Zeit und Verbesserungen der Ram Kompatibilität.

Mit der Taste F1 kommt man während des Bootens ins UEFI bzw. aus Windows heraus mit gehaltener Shift-Taste neustarten und dann auf Problembehandlung > Erweiterte Optionen > UEFI- Firmware-Einstellungen klicken. Über die Taste F7 erreicht man die erweiterte Fassung des Bios. Hier bekommt man eine Zusammenfassung über die verbaute Hardware, deren aktuelle Geschwindigkeit und Temperatur. Mittels der beiden Shortcuts oben links lässt sich zum einen ein als Game Boost getiteltes OC-Preset laden, als auch die im Arbeitsspeicher hinterlegten XMP-Profile. Die weiteren Einstellungen verbergen sich hinter den einzelnen Tabs.

Johannes L 5

Das Übertaktungs-Menü: Von hier aus lassen sich sowohl CPU als auch Arbeitsspeicher übertakten.

Für erstere muss man eigentlich nur die Frequenz und Spannung vorgeben. Der Ram ist bei Ryzen derzeit schon etwas kniffliger zu übertakten, allerdings helfen die vordefinierten Einstellungen unter „Memory Try IT“ enorm, um schnell stabile Werte zu finden, ohne immer alles einzeln eintippen zu müssen.

Die Beschreibung der Loadline-Calibration (kurz LLC) verwirrt allerdings mehr, als dass sie hilft, denn umso höher der Mode, desto weniger wird die Spannung unter Last nach oben

korrigiert. Mode 2 liefert in meinem Fall bisher das beste Ergebnis, allerdings sollte man hier vorsichtig sein. Denn während sich meine CPU bei den angepeilten 3,8Ghz noch mit 1,320 Volt unter Last relativ genügsam zeigt, kann es bei 4 Ghz und mehr als 1,4 Volt schnell zu einer Spannungsspitze beim Lastwechsel kommen. Bei einer hohen Übertaktung und dementsprechend hoher Spannung sollte darauf verzichtet werden. Beides braucht wie immer etwas Geduld und Experimentierfreude, wenn man die ideale Untergrenze ausloten möchte.

Johannes L 8

Der Hardware Monitor Tab dient auch gleichzeitig zur Lüftersteuerung, hier können alle der sechs Lüfte- Anschlüsse separat per PWM oder Spannung geregelt werden. Zur Auswahl stehen Lüfterkurven mit vier definierbaren Werten oder eine fixe Drehzahl/Spannung. Für

den CPU-Lüfter hätte ich mir allerdings eine etwas feinere Abstufung gewünscht, da man effektiv sowieso nur die mittleren Punkte verwenden kann, ohne den Lüfter in der mini- oder maximalen Drehzahl zu beschneiden oder bereits bei mittleren Temperaturen 100% fahren zu müssen.

Software

Das MSI Command Center hat mich von den auf der DVD mitgelieferten oder auch von der Hersteller Website herunterladbaren Programmen am meisten überzeugt. Es ermöglicht wichtige Parameter wie die Frequenz und Spannung für CPU und Ram so wie die Lüfterkurve direkt „live“ ohne Umweg ins UEFI einzustellen. Das spart Zeit ist aber nicht Risiko frei. Zu hohe Werte und der PC ist hier schneller aus als vielleicht gewünscht. Möchte man allerdings nicht immer die Software am Laufen haben, muss man die Werte zumindest derzeit noch händisch im Bios eintragen.

Johannes L 9

Neben der MSI Gaming App, welche hauptsächlich dazu dient die Beleuchtung des Boards und eventuell angeschlossene LED Strips zu steuern, gibt es noch diverse kleine Utilities und MSI gebrandete Software wie z.B. cfos Speed und CPU-Z. Alles in allem auf jeden Fall eine sehr vorbildliche Auswahl an Programmen.

Benchmarks

Aufgrund mangelnder Boards, die ich zum Vergleich heranziehen könnte, ergibt es meiner Meinung nach wenig Sinn hier ausgefallene Benchmark Suiten aufzufahren. Deswegen an dieser Stelle wirklich nur vier kleine CPU- und speicherlastige Tests.

CPU-Z

Johannes L 10

Aida64 

Johannes L 11

Cinebench 

Johannes L 12

POV Ray 

Johannes L 13

Ton

Aufgrund der eingesetzten dedizierten Soundkarte werde ich an dieser Stelle nur kurz auf den OnBoard Sound eingehen. Tatsächlich vermisse ich hier gegenüber der Auzentech etwas Klarheit und den „Punch“. Das sollte allerdings nicht abschrecken, handelt es sich bei der Auzentech zwar um eine ältere, aber durchaus High-End Karte in dem Bereich. Das ist aber auch schon Meckern auf hohem Niveau, der Sound ist insgesamt gut. Nicht zuletzt auch wegen der Abtrennung vom restlichen Board, wodurch es zu weniger Interferenzen kommt.

VRM Kühlung

Beim Stresstesten mit Prime95 ist mir eine hohe Mainboard Temperatur im 100°C Grad Bereich aufgefallen. Die tatsächliche Temperatur der Spannungswandler dürfte nochmal etwas höher liegen. Oft sind die Spannungswandler zwar mit 120°C und mehr spezifiziert, über einen längeren Zeitraum würde ich das meinem Board aber nicht zumuten.

Johannes L 14

Der Airflow in meinem Gehäuse ist prinzipiell gut, allerdings kommt aufgrund der Art meines verbauten Kühlers nur wenig Frischluft bei den Spannungswandlern um den CPU Sockel an. Der AMD Wraith Kühler, oder ein anderer Kühler im Top-Blower Design kann hier Abhilfe schaffen. Unter anderem deswegen bin ich mittlerweile für den 24/7 Betrieb bei 3,6 Ghz 1,176V unter Last gelandet, die laufen allerdings komplett stabil und auch guten Gewissens über mehrere Stunden.

Johannes L 15

Relevant wird dies erst wenn das System oft produktiv wie z.B. zum Rendering oder Streamen eingesetzt wird. Zwar stellt die durch Prime erzeugte Last in Relation eine absolute Extreme dar, aber wenn geplant ist ernsthaft zu übertakten, sollten die Werte auf jeden Fall im Auge behalten werden. Im normalen Spielbetrieb wird die CPU allerdings ohnehin nicht so stark ausgenutzt, dass es hier zu derart hohen Temperaturen kommt.

Fazit

Das B350 Tomahawk ist ein gutes Board, aber man sollte sich tatsächlich vor dem Kauf gut überlegen, wozu man das System verwenden möchte und darüber hinaus welche Komponenten man zu verbauen hat. Für die zum Testzeitpunkt aufgerufenen knapp 100€ bietet MSI ein sehr solides Paket, angefangen bei der ansprechenden Optik, der stimmigen Ausstattung und nicht zuletzt dem Software Paket. Dem Preis entsprechend muss man natürlich Einschnitte hinnehmen. Die beim Einbau entstandenen Probleme ergeben sich allerdings hauptsächlich aus meiner ungewöhnlichen Hardware Kombination.

Die wichtigste Frage, die man also klären sollte ist, welche Art Kühler zum Einsatz kommt und ob das System stärker übertaktet werden soll. Für den durchschnittlichen Spiele-PC ist es ein attraktives Board im unteren Preis Segment und damit allemal eine Überlegung wert.

Lesertest von Markus L.

Äußerlichkeiten/Lieferumfang

Die Verpackung und der Lieferumfang fallen für ein Mainboard der Einsteiger-/Mittelklasse entsprechend aus. Die Verpackung selbst ist nicht sehr aufwändig oder extravagant gestaltet, muss sie aber auch nicht. Aufgedruckt sind alle wissenswerte Features, welche das Board mitbringt.

Im Lieferumfang befindet sich neben der Anleitung und dem restlichen „Papierkram“ auch eine übliche Software/Treiber-CD, eine passende – durchaus hübsch gestaltete – Anschlussblende (I/O-Shield) und zwei SATA Kabel zum Anschluss vorhandener Datenträger an die internen SATA-Ports.

Alles in allem also recht überschaubar, wenn nicht sogar etwas spartanisch ausgefallen. Aber man darf eben auch nicht vergessen, dass wir uns hier nicht in der Oberklasse befinden. Daher dürfte das Preis/Leistungsverhältnis an dieser Stelle wohl passen.

Features/Besonderheiten

Wir haben bei dem B350 Tomahawk – wie der Name schon ganz klar vermuten lässt – den B350 Chipsatz für den neuen Sockel AM4 von AMD im Einsatz, welcher alle aktuellen Ryzen und A-Series Prozessoren der 7. Generation unterstützt.

Der B350 Chipsatz ist aus der Performance-Sparte des aktuellen Line-ups und wird momentan nur durch seinen großen Bruder, dem X370 getoppt. Dabei fallen die Unterschiede eigentlich nur im Detail auf. Der hier verwendete, also „kleinere“ von beiden hat zumeist weniger interne und externe Anschlüsse (hauptsächlich hinsichtlich USB und SATA Ports) und weniger CPU-Phasen. Letzteres lässt uns diesen Chipsatz aber erst kritisch betrachten, wenn wir beim Übertakten der CPU angelangt sind. Denn dabei dürfte einem B350 Board dann eher der Saft und damit die Kraftreserven für ein stabiles und hohes Overclocking ausgehen. Grundsätzlich werden die Übertaktungsmöglichkeiten mit diesem Chipsatz aber von AMD als „unlocked“ bezeichnet. Etwas mehr Leistung rausholen dürfte daher schon drin sein. Ansonsten lassen sich auch hier alle aktuell erhältlichen RYZEN CPUs einsetzen und unterstützter Arbeitsspeicher bis DDR4-3200 nutzen (via XMP Profil einstellbar).

Noch zu erwähnen ist, dass dieses Board kein SLI von NVIDIA unterstützt. AMDs CrossFireX hingegen kann problemlos im 2-Wege-Gespann genutzt werden. Alle anderen Features wie OnBoard-Sound und -Netzwerk sowie ein RGB-LED Anschluss, gehören heute schon zum guten Ton und müssen an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden. Ein Blick in die Feature-Liste auf der MSI Homepage genügt dazu.

Einbau/Konfiguration

Besondere Schwierigkeiten beim Einbau – bezogen auf das Mainboard – gab es nicht, hätte mich aber auch gewundert, da wir uns ja hier innerhalb des eingelebten ATX-Standards aufhalten. Die Anordnung der internen Anschlüsse ist schlüssig und gut gewählt. So konnte ich beim Verlegen der diversen Kabel und Strippen zum Großteil alles verstecken bzw. über die Rückseite des Mainboards verlegen. Auch beim Einsatz der Anschlussblende kam es zu keinen Problemen bei der Passgenauigkeit (verwendetes Gehäuse ist ein Thermaltake Suppressor F31). Einzig der von mir verwendete Wasserkühler für die CPU lies sich zunächst nicht einwandfrei befestigen, was aber am Wasserkühler selbst lag und nicht am B350 Tomahawk. Hier wurde mir leider ein unvollständiges Befestigungsset geliefert.

Als weitere Hardware wurde unterdessen ein Ryzen 1700X, sowie ein 16GB Kit DDR4 Speicher von G.Skill (FlareX, F4-3200C14D-16GFX) und eine MSI GTX 970 Gaming 4G Grafikkarte eingesetzt. Probleme suchte man bei der Erstinbetriebnahme vergebens. Mit dem verwendeten Arbeitsspeicher wurde ohne zu murren gebootet, der volle Leistungsumfang war aber erst korrekt erkannt, nachdem ich im Bios das passende XMP Profil aktivierte. Dies klappte auf Anhieb und ich musste mich nicht nach einem BIOS Update umschauen – saubere Arbeit! Denn gerade beim Speicher hatte ich mich vorher extrem sorgfältig informiert und einige Schreckensnachrichten bezüglich „High Performance RAM“ und AMDs neuer AM4 Plattform gelesen. Ich bin echt beeindruckt, dass mir dies alles mit diesem Board erspart blieb!

Die Konfiguration im Bios ist teilweise selbstredend und zusätzlich auch gut erklärt. Solange man kein extremes Overclocking auf dem Plan stehen hat, kommt man hier auf Anhieb gut zurecht. Alles darüber hinaus steht auf einem anderen Blatt geschrieben und gehört auch nicht zwingend zu den ersten Erfahrungen die ich mit neuer Hardware machen will. Besonders gut gefällt mir, dass ich alle sechs Lüfteranschlüsse einzeln steuern und nach meinen speziellen Bedürfnissen anpassen kann. Das kommt gerade beim Einsatz meiner Custom-Wasserkühlung richtig gut und lässt mich die Lautstärke des Systems schön tunen, ohne auf Steuergeräte von Dritten zurückgreifen zu müssen.

Nach einem Blick in alle Bios-Ecken habe ich das nötigste eingestellt/kontrolliert und das meiste bei den Standardeinstellungen belassen. Für die ersten Starts mit einem neuen System sollte man das auch so machen, um etwaige Fehler besser eingrenzen zu können.

Im Betrieb/Nutzungsverhalten

Wie schon zuvor erwähnt, war die erste Inbetriebnahme sehr reibungslos und daher ohne Probleme abgelaufen. Von daher gibt es auch beim regulären Betrieb unter Windows keine Sorgen, die man sich machen muss. Die nötigen Treiber sind schnell installiert und im besten Fall gleich ganz frisch von der MSI Homepage oder dem jeweiligen Teilehersteller bezogen.

Die mitgelieferte bzw. zur Verfügung gestellte Software ist weitestgehend optional, je nachdem was man eben alles machen möchte. Hat man z.B. einen LED-Strip an den LED-RGB Header auf dem Mainboard angeschlossen, kommt man nicht drum herum, das passende Programm zu installieren, damit man das funkelnde und leuchtende Erscheinungsbild ändern kann.

Von einem BIOS Update habe ich bisher noch Abstand gehalten. Die Handhabung mag den heutigen Standards entsprechend denkbar einfach sein, aber ich habe aktuell einfach noch keine Notwendigkeit gesehen, überhaupt einmal zu prüfen, welche Version bereits installiert ist und ob ein wichtiges Update verfügbar ist. Da lebe ich getreu dem Motto „Never Change a Running System“. Und wenn dieses aus der Verpackung heraus mit allem zurechtkommt, was ich ihm biete, dann male ich erst einmal nicht den Teufel an die Wand. Ich habe allerdings durchaus mitbekommen, dass hier regelmäßige Updates seitens MSI geliefert werden, was ich durchaus positiv sehe.

Vorhin sprach ich schon das Thema LED-Beleuchtung an. Da ist mir doch tatsächlich nun mal etwas negativ aufgestoßen. In meinem aktuellen Setup habe ich ganz genau 214 Zentimeter LED-Strippe verbaut. Also etwas über 2 Meter und diese 2 Meter sind zudem auch die magische Grenze für das ordnungsgemäße Funktionieren des Mystic Light LED Anschlusses auf dem Board. Das ist nicht nur hier so, sondern durch die Bank weg auch bei allen anderen Herstellern und Boards so üblich. In der Anleitung wird ebenfalls darauf hingewiesen. Nun habe ich diesbezüglich schon bei ein paar Mainboards meine Erfahrung machen können. Nicht nur bei mir, mit den gleichen 214 Zentimetern LED-Strip, sondern auch bei Bekannten und deren Setups. Bisher kam es nie zu wahrnehmbaren Problemen, doch bei diesem Kandidaten konnte ich ein deutliches Flackern der LEDs wahrnehmen – zumindest dann, wenn sie auf Dauerbetrieb geschalten waren. Ich habe versucht das ganze einmal auf Video festzuhalten, es ist aber nur schwer erkennbar. Die Lösung für das Problem ist einfach. Entweder man überdenkt sein Setup und kürzt die Leitung oder man holt sich eine zusätzliche LED Einbaukarte, die mehr Power für die Beleuchtung bietet und zudem zu den gängigen Lichtsystemen (z.B. Mystic Light Sync) kompatibel und integrierbar ist.
Trotzdem schade, dass es hier nicht out of the box klappte!

Zum Verhalten bei anständigem bis hin zu extremen Overclocking kann ich an der Stelle noch nichts sagen. Zum einen ist dies aktuell noch kein Thema für mich (ich komme von einem FX-8350 System, mir fliegen auch ohne OC gerade die Pantoffel weg!) und zum anderen lässt die provisorische Halterung meines CPU-Kühler vielleicht keine harten Seegänge zu – ich will es nicht riskieren. Aber der standardmäßige Betrieb läuft allererste Sahne. Auch nach stundenlangen Sessions habe ich keine Abstürze, instabilen Erlebnisse, RAM Fehler oder dergleichen. Auch die Temperatur des Chipsatzes (PCH) ist im angenehmen Bereich. Hierzu habe ich im Vorfeld generell zu den aktuellen AM4 Mainboards viele Schreckensnachrichten gelesen, die sich zum Glück hier nicht bewahrheiteten.

Alles in allem fühle ich mich beim B350 gut aufgehoben, auch wenn ich hier und da noch über die spartanische Ausstattung der externen Ein-/Ausgänge stolpere, aber das mag meine ganz persönliche Hürde, dank zu vieler Peripheriegräte, sein.

Was hat mir besonders gefallen und was überhaupt nicht?

Pro

  • direkter, funktionaler Einsatz out-of-the-Box, ohne großes Einstellen
  • moderates Overclocking, auch für Laien möglich
  • Design (durchaus persönliches Empfinden, aber schwarzgrau passt immer)
  • regelmäßige Produktpflege (Updates für BIOS und Software)
  • Kompatibilität nach oben hin offen (hinsichtlich dem nächsten RYZEN Update)

Contra

  • wenig Zubehör
  • Funktion der externen LED-Strips über 2 Meter Länge eingeschränkt (Ok, hat man auch so angegeben im Handbuch. Machen andere Hersteller jedoch auch und dennoch klappt es da. Dieses Contra ist also als Vergleich mit der Konkurrenz zu sehen.)
  • Deine (hübsche) Abdeckung/Verkleidung der externen Ein-/Ausgänge (ebenfalls persönliches Empfinden, hätte ich eben schöner gefunden)

Tags:, ,

Trackback von deiner Website.

Niklas Schäfer

… ist hauptsächlich für den Bereich „Gaming“ zuständig und widmet sich den neusten Tastaturen, Headsets und Mäusen. Zusätzlich inspiziert er Consumer Electronics wie Audioprodukte, Smartphones und Speicherprodukte. Immer häufiger ist Niklas auch auf dem YouTube-Kanal von Allround-PC zu sehen.

Kommentieren

Alle Angaben OHNE Gewähr! Alle Produktbezeichnungen bzw. Herstellernamen sind Eigentum der jew. Firmen!
Allround-PC übernimmt keine Haftung für evtl. Schäden bzw. Informationen oder Links auf dieser Seite, bzw. der verlinkten Seiten!
© Allround-PC 2017 | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | Mediadaten