Amazon kauft Streaming-Plattform Twitch

Geschrieben von Robin Cromberg am 28.08.2014.

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Das Live-Streaming-Portal Twitch erfreut sich größerer Beliebtheit denn je zuvor: Innerhalb von drei Jahren ist die Nutzerzahl von 3,2 Millionen Spielern auf etwa 50 Millionen monatliche Nutzer gestiegen. Da war es nur noch eine Frage der Zeit, bis einer der „Großen“ die Seite übernimmt. Doch entgegen erster Vermutungen handelt es sich dabei nun nicht um YouTube beziehungsweise Google, sondern den Versandhändler Amazon.

Eine Twitch-Übernahme durch Google erschien zunächst logisch, da Googles Videoportal YouTube neben Musik- und sonstigen Unterhaltungs-Videos auch einen beträchtlichen Anteil an Gaming-Inhalten führt. Die große Let’s-Play-Community von YouTube würde sicherlich von einer Twitch-Partnerschaft profitieren. Doch Google hat sich von dem Gedanken einer Übernahme verabschiedet, bevor die Kartellbehörden ihr Veto einlegen konnten, um eine Monopol Googles im Online-Videobereich zu verhindern.

TwitchBereits jetzt ist auf Twitch Werbung für Gaming-Zubehör zu sehen, in Zukunft könnte davon besonders Amazon profitieren. (Bild: Twitch.tv)

Nun fragen sich sicher viele zurecht: Warum Amazon? Im direkten Vergleich zum Fachexperten YouTube erscheint ein Online-Versandhändler als neuer Twitch-Besitzer doch weitaus abwegiger. Doch Amazon bringt durchaus einige Vorzüge mit sich, von denen nicht nur der Megakonzern selber, sondern auch das Streamingportal Twitch profitieren können. Einerseits ist Amazon einer der größten Anbieter für Videospiele und Gaming-Zubehör, und könnte mit Twitch-„Werbung“ die eigenen Einnahmen in diesem Bereich drastisch steigern, andererseits verfügt Amazon über wertvolle Ressourcen, darunter riesige Server-Systeme, von denen Twitch profitieren könnte. Denn der Streaming-Service macht allein in den USA 1,8 Prozent des Internet Traffics aus – mehr als beispielsweise Facebook.

Twitch Dota2 StreamMultiplayer-Games, allen voran League of Legends und hier im Bild Dota 2 erfreuen sich besonderer Beliebtheit auf Twitch.

Zu guter Letzt könnte die neue Partnerschaft einem der jüngsten Probleme von Twitch-Nutzern entgegen wirken: Der Musiksperre durch die GEMA. Vor kurzem wurden durch diese, bereits von YouTube bekannte Maßnahme hunderte Twitch-Videos stumm geschaltet. Wenn Amazon, ebenfalls erfolgreicher Anbieter für Musik, nun geschickt Werbung für die abgespielte Musik einbaut, könnten davon nicht nur die Spieler und Streamer, sondern auch Amazon und die Musiker selber glücklich werden.

 


Quellen :

Gamestar.de
pcgamer.com

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Robin Cromberg

Robin Cromberg

... studiert Asienwissenschaften an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für das Ressort der Gaming-Peripherie von Allround-PC.com zuständig. Zwischen Roundup-Tests zu neuesten Gaming-Tastaturen und Co. testet er für APC außerdem Smartphones, Notebooks oder Gadgets wie Bluetooth-Speaker.

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