SmartCity Summit 2015

Intelligente Städte, SmartHealth und eLearning im Fokus der Gesellschaft

Geschrieben von Marcel Schreiter am 22.01.2015.

SmartCity Summit 2015 Logo

Wann immer die Rede von großen Computermessen ist, landet das Gespräch schnell bei der COMPUTEX TAIPEI, welche jährlich als eine der größten Consumer Electronics Messen weltweit in der Hauptstadt Taiwans ausgetragen wird. Neben Endverbraucherelektronik spezialisieren sich die Taiwanesen aber auch in anderen Bereichen des IT- und Technologieumfeldes. Auf dem diesjährigen SmartCity Summit 2015 in Taipeh geht es zum Beispiel vorrangig darum, wie intelligente Städte gestaltet werden können, um unser Für- und Miteinander in den kommenden Jahrzehnten weiter zu vereinfachen.

 

Smart City im Überblick

Das Thema SmartCity – also intelligente Städte – nimmt in Asien einen deutlich höher priorisierten Punkt auf der allgemeinen Agenda ein, als dies hier in Deutschland zu spüren ist. Kein Wunder, ist die Bevölkerungssituation in vielen Staaten bezogen auf den verfügbaren Lebensraum schwieriger, als beispielsweise in Europa. Damit einhergehende Probleme betreffen viele Bereiche des öffentlichen, aber auch des privaten Lebens. Smart Cities sollen in diesem Zusammenhang helfen, die Gesellschaft besser zu organisieren und den Bürgerinnen und Bürgern zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen.

Studien zu Folge sollen bereits in 15 Jahren (2030) mehr als 70% der Weltbevölkerung in großen Städten leben, was ganz neue Herausforderungen in vielen öffentlichen Bereichen mit sich bringt. Beispiele sind zum Beispiel Bildung, Mobilität, Infrastruktur, Nahrungsversorgung, Energie sowie das immer wichtiger werdende Thema Gesundheit.

Problematisch an der aktuellen Situation vieler Großstädte weltweit ist, dass die Bevölkerungszahl stetig wächst, die Städte aber auf teils überalterter Infrastruktur basiert, welche nicht den Anforderungen einer Smart City gerecht wird und somit nicht zukunftsfähig sein kann. Der Schlüssel zur Bewältigung zukünftiger gesellschaftlicher Aufgaben liegt also in neuen Technologien, die es den Menschen erlaubt, effizienter mit Rohstoffen umgehen zu können, alle Bürger optimal zu versorgen sowie Kosten zu senken, die beispielsweise für heutige papiergebundene, administrative Aufgaben in vielen Ländern der Welt noch anfallen.

Smart City Summit 2015 E-Health

Ein wichtiges Standbein des Smart City Konzeptes wurde bereits in den letzten Jahren durch die flächendenkende Verbreitung von Smartphones aufgebaut. So besitzen immer mehr Menschen Endgeräte, wie Tablets oder Smartphones und zusätzlich das Wissen diese Geräte zu bedienen. Da davon auszugehen ist, dass in vielen Anwendungsfällen das eigene Smartphone die Schnittstelle zwischen Bürger und der intelligenten Stadt sein wird, ist diese Tatsache von herausragender Bedeutung.

Viele der Aufgaben in den Bereichen Smart Healthcare, Smart Retail, Smart Energy, Smart Building, eLearning, wie sie auf dem diesjährigen 2015 Smart City Summit & Expo in Taipei behandelt werden, sind nur in internationaler Anstrengung und Kooperation sinnvoll zu entwickeln und umzusetzen. Die Messe SmartCity Summit findet dazu dieses Jahr bereits zum zweiten Mal statt und wird, wie auch die COMPUTEX, von der Taipei Computer Association (TCA) organisiert. In Bezug auf die Veränderungen, denen auch Deutschland bevorsteht, sollte der SmartCity Summit auf der Agenda jedes Bürgermeisters stehen, der sich für die Zukunft moderner Städte interessiert und seine eigene Gemeinde für zukünftige Entwicklungen rüsten will. Dabei geht es weniger darum, von heute auf morgen, die komplette Digitalisierung der Administration zu ermöglichen, sondern sukzessive zu verstehen, dass Basistechnologien, wie intelligente Stromnetze (SmartGrid) und leistungsfähige Internetversorgung zukünftig einen hohen Stellenwert bei der Weiterentwicklung der eigenen Stadt spielen werden, deren Aufbau und Ausbau nicht verschlafen werden darf.

Smart Healthcare im Fokus

Neben Basistechnologien, wie allgegenwertigem Breitbandinternet und intelligenten Stromnetzen sowie –Verbrauchern, wird in MegaCities vor allem das Thema Healtcare vor dem Hintergrund des immer weiter ansteigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung stark diskutiert. Smart Healthcare wird dabei eines der Zukunftsthemen im Bereich IT, aber auch Consumer Electronics werden. Dies war bereits auf der CES 2015 zu spüren, bei der 50% alle Produkte eine Verbindung zum Thema Gesundheit hatten.

In Taiwan macht man sich bereits seit längerem Gedanken, über die Verbesserung des Gesundheitswesens durch den Einsatz moderner Technologien. Denn auch hier altert die Bevölkerung, wie auch in vielen westlicheren Staaten, sehr stark. Zudem suchen viele Taiwanesen in Krankheitsfällen direkt das Krankgenhaus auf, was hohe Kosten verursacht, obwohl ein rechtzeitiger Arztbesuch den Weg in die Notfallaufnahme oftmals erspart hätte. Das Thema Smart Healthcare setzt also nicht nur auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung, es soll in erster Linie erreichen, dass Menschen besser auf sich Acht geben und mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen.

Smart City Summit 2015 Digitales Gesundheitswesen in Taiwan

Während in Deutschland mit der Einführung der Gesundheitskarte heiß über das Thema diskutiert wurde, es aber noch keinen Entschluss dazu gibt, hat Taiwan bereits auf ein vollkommen digitales eHealth System umgestellt. Jeder Einwohner hat seine eigene Gesundheitskarte mit einem Chip, auf dem persönlichen Daten sowie seinen Krankheitsverläufe gespeichert sind. Dieses System ermöglicht es Ärzten, schnell auf die aktuelle Situation zu reagieren, da die Vorgeschichte des Patienten direkt vorliegt, ohne langwierige Papierdokumente auszutauschen. Es findet also eine verbesserte personalisierte Vor- und Fürsorge statt. Zudem können die Bürger, Ärzten Fernzugriff auf die eigene Akte geben, um per TeleCare möglicherweise bereits eine Diagnose stellen zu können, ohne dass der Patient in die Sprechstunde kommen muss.

Jeder kann dabei über das Internet von zu Hause die über ihn gespeicherten Daten einsehen. Das Thema Datenschutz bliebt bei der Integration des Systems keines Falles unberücksichtigt. Man hat hier versucht den schwierigen Spagat zwischen Datenschutz, Datensicherheit und dem Nutzen für Patienten, sowohl als auch den Kosten für das System an sich hinzubekommen. Weltweit bisher einmalig ist die Möglichkeit, die vorliegenden Gesundheitsinformationen zur Erkennung und Eingrenzung von Epidemien zu nutzen, in dem BigData-Algorithmen zum Einsatz gebracht werden können. Dies ist ein entscheidender Vorteil, da den Behörden so Echtzeitdaten über die Ausbreitung einer Krankheit zur Verfügung stehen, was ein schnelleres Handeln im Ernstfall ermöglicht.

Auch in Taiwans Krankgenhäusern wird bereits auf moderne Technologie gesetzt. So benutzt man bereits Tablets im Bereich des eNursings, um die Medikationen für jeden Patienten jederzeit verfügbar zu haben, was wiederum Papier einspart. Die Digitalisierung der Gesundheitsdaten innerhalb des Krankenhauses erlaubt es Ärzten außerdem über ihr eigenes Endgerät jederzeit auf benötigte Parameter des Patienten zuzugreifen, wiederum ohne erst die richtigen Unterlagen heraussuchen zu müssen.

Smart City Summit 2015 eNursing

Zusätzlich werden auch bereits sogenannte iStroke Systeme eingesetzt, um Schlaganfälle ggf. bereits per Telecare zu diagnostizieren und entsprechend spezialisierte Hilfe schicken und die Behandlung im Krankenhaus vor dem Eintreffen des Notfallpatienten vorbereiten zu können.

Schlusswort

Im Bereich SmartCity, vor allem aber im Bereich Smart Healthcare, ist eines der großen mittel- und langfristigen Ziele, die bereits zur Verfügung stehende Technologie zu nutzen, um das Verhalten der Bevölkerung hin zu einem gesünderen Lebensstil zu ändern. Dazu gehört die Aufklärung über wichtige Voruntersuchungen genauso, wie beispielsweise das Wissen über die richtige Ernährung oder sportliche Aktivitäten. Schon heute gibt es eine große Anzahl an Smartphone Apps, die den Nutzer genau hierbei unterstützen. Oberstes Ziel ist es, den Bürgern ein längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen, was im Endeffekt wieder dazu führt, dass Kosten eingespart werden können. Vor allem im Bereich Gesundheit sind diese in den letzten 10 Jahren des Lebens besonders hoch. Zusätzlich soll durch eine bessere Einstellung der Menschen gegenüber ihrem Körper mehr präventive Untersuchungen durchgeführt werden, um das Auftreten ernsterer Erkrankungen zu vermeiden.

Alles in allem lässt sich sagen, dass das SmartCity Summit 2015 ein sehr interessanter und vor allem inspirierender Ort ist, an dem sich gezeigt hat, wie wir gemeinsam Technologie nutzen und entwickeln können, um eine bessere Zukunft zu gestalten. Vor allem die regionale Umsetzung vieler Ideen innerhalb Taiwans ist spannend zu verfolgen und sollte auch den Bürger und Politiker Europas ein Ansporn sein.

Auch auf der diesjährigen COMPUTEX TAIPEI 2015, welche ebenfalls wieder von der Taipei Computer Association mitorganisiert wird, wird es im Übrigen zu einem großen Teil um spannende Produkte aus dem Smart Technology Bereich gehen. Ein Besuch lohnt sich also auch in diesem Jahr bestimmt!

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Marcel Schreiter

Marcel Schreiter

...ist Gründer und Chefredakteur von Allround-PC.com. Als Dipl. Medienwirt beschäftigt er sich neben dem Journalismus auch mit Marketingthemen im Sportbereich. Der Triathlonsport ist seine Leidenschaft.

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