Threadripper: Server-CPU mit 2 deaktivierten DIEs

Roman „der8auer“ Hartung köpft Threadripper-CPU

Geschrieben von Niklas Schäfer am 28.07.2017.

Nach Angaben von AMD sollen bei den Threadripper-Prozessoren zwei Ryzen-DIEs zum Einsatz kommen. Roman „der8auer“ Hartung durfte ein Threadripper-Modell köpfen und hat festgestellt, dass Threadripper doch von den Server-CPUs der Epyc-Serie abgeleitet ist.

AMD hat bislang erklärt, dass die bald kommenden Enthusiasten-Prozessoren „Ryzen Threadripper“ mit zwei Ryzen-DIEs bestückt sein sollen. Die ersten Mainboard-Abbildungen sorgten wegen des überdimensionalen TR4-Sockels für Aufsehen. Der Sockel stammt aus dem Server-Bereich (SP3-Sockel) und wurde von AMD so erklärt, dass der Aufwand, einen neuen Sockel zu entwickeln eingespart werden könne. Profi-Overclocker Roman “der8auer“ Hartung hatte die Ehre, eine solche CPU in Taiwan köpfen zu dürfen und hat erstaunliches festgestellt.

Roman „der8auer“ Hartung erklärt sein Vorgehen auf seinem YouTube-Kanal

Das Köpfen der CPUs hat sich als aufwändig erwiesen, da der Kühlkörper mit den DIEs verlötet ist. Für Endkunden ist das eine sehr gute Nachricht, weil diese Technik eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit bietet. Für den Overclocker gestaltet sich die Entnahme des Kühlkörpers natürlich als deutlich komplizierter und risikoreicher. Nachdem die Haube abgenommen werden konnte, kamen die Innereien von Threadripper endlich zum Vorschein: Unter dem Heatspreader sitzen nicht zwei DIEs, sondern gleich vier. Also handelt es sich bei Threadripper prinzipiell um EPYC-CPUs.

AMDs Aussage trifft allerdings trotzdem zu, weil zwei der vier DIEs komplett deaktiviert sind. Außerdem soll ein weiterer CPU-Complex (CXX) abgeschaltet worden sein. Theoretisch müsste der verfügbare L3-Cache 24 Mebibyte groß sein, eine offizielle Stellungnahme seitens AMD gibt es dazu noch nicht. Threadripper ist also keine Neuentwicklung, sondern lediglich eine beschnittene Server-CPU. Mögliche Gründe für dieses Vorgehen gibt es viele.

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Das Köpfen der verlöteten CPU war auch für den Overclocking-Profi eine Herausforderung (Bild: Roman „der8auer“ Hartung)

Möglicherweise wird intern davon ausgegangen, dass die Nachfrage für eine Neuentwicklung nicht ausreichen könnte. Außerdem können fehlerhafte Epyc-CPUs, bei denen zum Beispiel ein DIE nicht funktioniert, mit geringem Aufwand vermarktet werden. Möglicherweise hat dieser Ansatz auch zur Namensgebung beigetragen.

Welche DIEs aktiviert sind konnte der Profi-Overclocker leider nicht herausfinden, weil die CPU beim Köpfen leider beschädigt worden ist. Außerdem stellt sich die Frage, ob die deaktivierten DIEs wieder freigeschaltet werden können – ähnlich wie bei Athlon II oder Phenom II. Dafür müsste herausgefunden werden, ob die DIEs nur über eine Software oder auch physisch (z.B. durch unterbrochene Leiterbahnen) ausgeschaltet werden. Außerdem ist theoretisch denkbar, dass AMD ein Threadripper-Modell mit bis zu 32 Kernen nachliefern könnte, wenn alle DIEs aktiviert werden. Die Erkenntnis von Roman „der8auer“ Hartung hat viele neue Informationen aufgedeckt und noch viel mehr Fragen offenbart.

Für die Endkunden könnte das einfache Beschneiden von Server-CPUs auch Nachteile mitbringen. Silizium ist teuer. Im Grunde genommen ist der Materialwert von Threadripper-Prozessoren also unnötig hoch, da zwei DIEs eingespart werden könnten. Wie sich der höhere Materialwert auf den Endpreis ausübt, wird sich beim Launch zeigen.



Quelle : PCGames Hardware

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Niklas Schäfer

... ist hauptsächlich für den Bereich "Gaming" zuständig und widmet sich den neusten Tastaturen, Headsets und Mäusen. Zusätzlich inspiziert er Consumer Electronics wie Audioprodukte, Smartphones und Speicherprodukte. Immer häufiger ist Niklas auch auf dem YouTube-Kanal von Allround-PC zu sehen.

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