Test: Seasonic Arch Q503 mit innovativem Connect-Netzteil (Video)

Kabelsalat, ade!

Das Seasonic Arch Q503 ist kein gewöhnliches Gehäuse, sondern kommt bereits „out of the box“ mit dem Connect-Netzteil daher. Dadurch spart ihr euch den nervigen Kabelsalat und könnt die Kabel deutlich einfacher zur Hardware verlegen. Was das in der Praxis bedeutet und ob der Midi-Tower überzeugen kann, erfahrt ihr in diesem Testbeitrag.

Was wir auf der Computex 2018 noch als Prototyp bei Seasonic bestaunen konnten, wurde bereits letztes Jahr mit dem Syncro Q704 zur Realität. Dabei handelte es sich nicht nur um das erste Gehäuse von Seasonic, sondern auch das erste Modell mit Connect-Netzteil. Hierbei lagert Seasonic einige Komponenten in ein separates Modul aus, um das Kabelmanagement zu vereinfachen – und um euch Nerven zu sparen.

Nachdem das Syncro-Gehäuse jedoch etwas höherpreisiger ausfiel, folgt mit dem Arch Q503 nun ein etwas abgespecktes und günstigeres Modell. Los geht es ab 279,90 € UVP mit 650 Watt Leistung, für unseren Test steht uns das Modell mit 750 Watt für 299,90 € UVP zur Verfügung. Damit ist das Arch Q503 knapp 90 € günstiger als das Syncro Q704 damals zu Marktstart.

Video-Test: Ein innovatives Gehäuse?

Praxiseindrücke

Für den Praxistest haben wir unser aktuelles Gehäuse-Testsystem in das Seasonic Arch Q503 eingebaut, welches auf einem AMD Ryzen 7 5800X (8 Kerne, 16 Threads, max. 4,7 GHz) in Kombination mit einem MSI X570S Ace Max basiert. Dazu gesellen sich 16 GB Patriot Viper RGB DDR4-4133 Arbeitsspeicher, ein Arctic Freezer A35 ARGB Kühler und eine KFA2 GeForce RTX 3080 Ti SG.

Die Hardware ließ sich fix und ohne große Schwierigkeiten einbauen. Ihr solltet vor der Mainboard-Installation jedoch checken, ob alle nötigen Abstandshalter vorhanden sind. Zudem empfiehlt es sich vor der Montage der Connect-Netzteil-Basis alle Kabel für HD-Audio, Lüfter, Frontpanel & Co. am unteren Mainboardrand einstecken. Wer darüber hinaus einen Radiator im Deckel unterbringen möchte, sollte auch hier alle Stecker am oberen Mainboardrand anschließen.

Temperaturen und Lautstärke

  • Leerlauf: CPU @ durchschn. 38 °C (30 % Lüfterdrehzahl) / GPU @ durchschn. 31 °C (Lüfter aus/Passiv-Modus)
  • Last (Cinebench R23): CPU @ durchschn. 85 °C bei durchschn. 4,4 GHz
  • Last (Prime95 Small FFTs + Furmark 4K): CPU @ max. 90 °C bei 4,0 GHz / GPU @ max. 70 °C

Da Seasonic die beiden Frontlüfter in den unteren beiden der insgesamt drei zur Verfügung stehenden Positionen installiert, haben wir testweise den mittleren Lüfter auf die oberste Position gesetzt. Das sorgte bei den Benchmarks zwar nicht direkt für bessere Temperaturen, jedoch für durchschnittlich höhere Taktraten (die CPU drosselt also weniger bzw. später).

  • Cinebench R23: Gleiche Temperaturen (CPU), aber durchschn. 4,5 GHz
  • Prime95 + Furmark: CPU gleich warm, aber durchschn. 4,2 GHz / GPU ca. 1-2 °C wärmer

Im Bereich bis 1.000 Umdrehungen pro Minute ist der Lautstärkepegel tatsächlich sehr angenehm. Wenn sich die Lüfter jedoch auf die maximale Drehzahl schalten (ca. 1.700 rpm), dann macht sich das System schon deutlicher bemerkbar – dennoch wird die Lautstärke nicht unangenehm oder störend.

Fazit

Der schlichte Midi-Tower kann in der Praxis überzeugen und mit einer guten Verarbeitung, vielseitigen Installationsmöglichkeiten und viel Platz für große Hardware punkten. Dazu gibt es drei vorinstallierte PWM-Lüfter, die für eine solide Kühlleistung sorgen. Wir würden euch aber die Installation weiterer Lüfter ans Herz legen, besonders im Deckel.

Darüber hinaus steht ein modernes Frontpanel mit USB-C zur Verfügung und Staubfilter für Boden und Deckel. Warum Seasonic der Front jedoch keinen richtigen Filter verpasst hat, bleibt fraglich – denn das eher grobe Meshgitter der seitlichen Lufteinlässe dürfte, wenn überhaupt, nur groben Staub festhalten. Zudem hätten wir uns über eine etwas wertigere Front gefreut.

Im Fokus steht ganz klar das vorinstallierte Connect-Modul, welches ein sauberes und vor allem schnelles Kabelmanagement ermöglicht. Es gibt keinen Kabelsalat und keine zu langen Kabel, die ihr sonst unten hättet reinquetschen müssen. Abgerundet wird das Paket von einem blau beleuchteten Seasonic-Logo auf dem Modul, welches dezent durch die leicht getönte Glasscheibe auf der rechten Seite schimmert.

Zum Preis ab 280 Euro ist das Seasonic Arch Q503 sicherlich nicht günstig, doch euch erwartet eine einzigartige, innovative Lösung, die sonst in dieser Form (bisher) kein anderer Hersteller bietet. Die größte Konkurrenz gibt es jedoch „inhouse“, denn das Seasonic Syncro Q704 ist mittlerweile deutlich günstiger zu bekommen – kommt allerdings mit einem Inverted-ATX-Layout daher.

Pro

  • hochwertige Verarbeitung
  • vielseitige Installationsmöglichkeiten
  • Platz für große Hardware
  • solide Kühlleistung mit 3x vorinstallierten PWM-Lüftern
  • Netzteil mit 10 Jahren Garantie
  • sehr einfaches Kabelmanagement möglich

Contra

  • Kein Front-Staubfilter
  • Front hätte etwas wertiger ausfallen können

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Leonardo Ziaja ... ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

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