Erklärt: Was ist non-binärer DDR5-Arbeitsspeicher?

Mehr Speicher pro RAM-Riegel!

Mit non-binärem Arbeitsspeicher gibt es seit Neustem eine Zwischenstufe mit mehr Kapazität pro RAM-Riegel. Doch was bedeutet das genau? Und was bringt das für die Ausstattung eines Computers? Wir haben uns ein schickes 48 GB Kit von Patriot Viper genauer angesehen und erklären, was dahinter steckt!

Bisher war es bei Arbeitsspeicher typisch, die Kapazität über das binäre Zahlenschema in Zweierpotenzen zu bemessen: Also 8, 16, 32, 64 .. und so weiter. Doch wem ein Upgrade von 32 auf 64 Gigabyte womöglich zu teuer ist, kann nun einen Zwischenschritt gehen und zu Kits mit 48 Gigabyte Kapazität greifen. Möglich wird dies mit sogenanntem „non-binary“ DRAM, welcher über eine Dichte von 24 Gigabit statt 16 Gigabit verfügt. Doch Moment, wieso jetzt Gigabit statt Gigabyte?

Höhere Dichte für mehr Speicher pro DRAM-Chip

Tatsächlich geht es dabei nicht um die Speichergröße des Riegels, sondern die Dichte jedes einzelnen DRAM-Chips. Diese erhöht sich in regelmäßigen Abständen, um der Nachfrage nach mehr Speicherkapazität gerecht zu werden. In der Vergangenheit verdoppelte sich die Dichte beispielsweise bei DDR4 von 8 Gigabit auf 16 Gigabit. Bei DDR5 gibt es jetzt allerdings einen Zwischenschritt auf 24 Gigabit, was eine höhere Gesamtkapazität der Kits ermöglicht – daher auch „non-binär“ statt „binär“.

Das bedeutet: Mehr Speicher bei gleicher Baugröße. Statt bisher maximal 32 Gigabyte pro Riegel sind jetzt bis zu 48 Gigabyte möglich. So kann man zum Beispiel alle Bänke ausnutzen und sich bis zu 192 Gigabyte Arbeitsspeicher gönnen … um noch mehr Chrome-Tabs offen halten zu können. Und obwohl hier die Rede von non-binär ist, werden die Daten natürlich trotzdem in binärer Form mit Nullen und Einsen abgespeichert.

Doch nicht nur mehr Speicher ist ein Vorteil, sondern auch die geringeren Kosten. Der nächste Schritt wäre gestapelter DRAM, welcher deutlich mehr ins Geld gehen würde. Die Kostenersparnis wird im PC-Bereich zwar nicht ganz so immens ausfallen, aber gerade in Rechenzentren und Serverlandschaften machen beispielsweise 10 % Einsparung schnell eine Menge aus.

Video: Was ist nicht-binärer Arbeitsspeicher?

Kompatibel mit allen aktuellen DDR5-Plattformen

Das schöne: Alle aktuellen DDR5-Plattformen von Intel und AMD sind in der Lage, die 24 Gigabit-Riegel zu betreiben. Es kann jedoch sein, dass ihr euer Mainboard mit einem BIOS-Update versorgen müsst. Checkt dazu am besten vor dem Einsatz des neuen Speichers einfach mal die Support-Seite von eurem Mainboard-Hersteller.

Und falls ihr euer bestehendes DDR5-System erweitern wollt, zum Beispiel mit 24 Gigabyte: Ja, das ist aus technologischer Sicht möglich – natürlich je nach Kit. Es kann dabei aber zu Leistungseinbußen oder Stabilitätsproblemen kommen. Daher empfehlen wir euch immer ein dediziertes 2er- (oder ggf. 4er-) Kit zu nutzen.

Patriot Viper Elite 5 RGB mit 48 GB

Von Patriot gibt es da beispielsweise die Viper Elite 5 Riegel mit einem wirklich schickem Design. Die Kombination aus schwarzer Platine, weißem Heatspreader und der milchigen RGB-Beleuchtung auf der Oberseite, sieht doch richtig gut aus – oder was sagt ihr?

Das uns vorliegende 48 GB Kit taktet mit 6.000 Megatransfers pro Sekunde, Patriot bietet aber auch bis zu 7.000 Megatransfers pro Sekunde an. Möglich wird das auch durch ausgewählte und geprüfte ICs, die für bessere Übertaktungsfähigkeiten sorgen. Auch Intel XMP 3.0 und AMD Expo werden natürlich unterstützt.

Preislich ist das Kit mit aktuell 200 Euro noch recht teuer. Für diesen Betrag gibt es da tatsächlich schon 64 GB Kits zu kaufen. Da das Kit aber erst frisch auf den Markt gekommen ist, dürften die Preise bald nachgeben. Wie viel RAM habt ihr denn in eurem Rechner verbaut? Schreibt es gern mal in die Kommentare.

Beitrag erstmals veröffentlicht am 21.12.2023

Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Mit dem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Verkaufsprovision, ohne dass du mehr bezahlst.

Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja stellv. Chefredakteur

Ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

^