Die Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro bringt starke Upgrades mit sich: Satte 5 kWh Basiskapazität, ein 5.000-Watt-Wechselrichter und eine smarte Notstromfunktion versprechen Leistung auf dem Niveau eines echten Heimspeichers. Doch lohnt sich der Solarspeicher wirklich für jeden, oder ist er schlichtweg überdimensioniert? Genau das wollen wir im Test herausfinden!
Die Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro ist seit Mai zu einer UVP von 1.999 Euro erhältlich. Aktuell wird das System mit einem Rabatt von 500 Euro für 1.499 Euro angeboten, wobei der Hersteller zusätzlich ein dreiphasiges Anker Smart Meter Gen 2 beilegt. Der Zusatzakku BP5000 mit 5 kWh schlägt mit 1.049 Euro zu Buche.
Darüber hinaus bietet Anker verschiedene Komplettsets inklusive Solarmodulen an. Im Fokus steht hierbei ein Kit mit 4.000 Watt Peak-Leistung, das mit einem Aktionsrabatt von 700 Euro aktuell für 2.349 Euro erhältlich ist. Entsprechende Anlagen wechseln für knapp 800 Euro (Solarway via Amazon) den Besitzer.
Bekanntes Design wird massiver und bekommt Display
Äußerlich unterscheidet sich die Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro kaum vom Vorgänger. Die größte Neuerung ist wohl das Info-Display, das nun das obere Viertel der Front bedeckt. Hierauf werden Ladestand, Ladeleistung und Ausgangsleistung angezeigt, sodass hierfür kein Blick mehr in die App (dazu später mehr) nötig ist.

Zudem sind die Dimensionen in diesem Jahr deutlich angewachsen. Der Speicher misst 460 x 305 x 355 Millimeter und bringt stolze 50 Kilogramm auf die Waage. Immerhin verfügt das Gehäuse über zwei eingelassene Griffe, mit denen es sich leichter packen lässt. Der Transport sollte im Idealfall aber durch zwei Personen erfolgen – Sicherheit geht hier vor.
Das Gehäuse ist nach IP66 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Der zulässige Betriebstemperaturbereich reicht von -20 bis +55 °C, sodass der Speicher selbst im Außenbereich installiert und im Winter betrieben werden kann.
Technik: Heimspeicher-Performance im Plug-in-Format
Die Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro versucht, den Spagat zwischen klassischem Balkonkraftwerk-Speicher und einem vollwertigen Heimspeicher zu schaffen. Entsprechend nähert sich die Speicherkapazität einem Großspeicher an: Die Basiskapazität des LFP-Akkus liegt bei stolzen 5 kWh, womit sich die Größe des Akkus im Vergleich zur Solix 3 Pro verdoppelt.
Optional lassen sich bis zu fünf Anker Solix E5000 Pro Zusatzbatterien anschließen, um die Kapazität auf 30 kWh zu erweitern. Wer noch mehr benötigt, kann bis zu vier vollausgebaute Solix 4 Pro Systeme mit dem Anker Power Hub verbinden. Da der Hub jedoch direkt an das Hausnetz angeschlossen wird, ist eine Installation durch eine Fachkraft notwendig. Im Vollausbau sind am Power Hub 10 kW AC-Ausgangsleistung, 20 kW PV-Eingangsleistung und 120 kWh Kapazität möglich.

Vier MPPTs und 5.000 Watt PV-Leistung
Nicht nur der Akku hat ein massives Upgrade bekommen, sondern auch der integrierte Wechselrichter. Die Solarbank 4 Pro verfügt über vier unabhängige Maximum Power Point Tracker (MPPT) mit einer Eingangsleistung von jeweils 1.250 Watt. Damit ergibt sich eine unterstützte Solareingangsleistung von insgesamt bis zu 5.000 Watt – beim Vorgänger waren es noch 3.600 Watt.
Über die vier Anschlüsse lassen sich vier bis zwölf Solarmodule verbinden. Die maximale Eingangsspannung liegt laut Spezifikation bei 50 Volt, während die maximale Stromstärke 36 Ampere beträgt. Die minimale Anlaufspannung gibt Anker mit 16 Volt an, wodurch der Ladevorgang bereits bei geringerer Sonneneinstrahlung startet.

Flexibles AC-System: 800 Watt Standard und 2.500 Watt Notstrom
Für die Einspeisung in das Hausnetz bietet die Solarbank 4 Pro unterschiedliche Betriebsarten. Im Standardbetrieb wird das Gerät als klassisches Balkonkraftwerk über eine reguläre Steckdose eingebunden und speist normgerecht bis zu 800 Watt ein. Über PluginPower 2.0 kann die Einspeiseleistung im netzgekoppelten Betrieb auf bis zu 2.500 Watt erhöht werden. Für diesen erweiterten Betrieb ist eine Anbindung über eine Wieland-Steckdose notwendig.

Zusätzlich kann der Speicher über das Heimnetz Strom beziehen. Die maximale AC-Ladeleistung beträgt dabei ebenfalls bis zu 2.500 Watt. Hierüber kann die Solix zudem mit Überschussstrom von einer Dach-PV-Anlage aufgeladen werden.
Notstrom-Steckdose liefert bis zu 2.500 Watt
Bei einem Netzausfall schaltet die integrierte Notstromfunktion laut Hersteller innerhalb von 10 Millisekunden in den Off-Grid-Betrieb um, um angeschlossene Verbraucher an der Notstromsteckdose unterbrechungsfrei weiter mit bis zu 2.500 Watt zu versorgen. Der Vorgänger bot hier nur 1.200 Watt Ausgangsleistung – mit der Solix 4 seid ihr also deutlich flexibler aufgestellt.

Einrichtung & App
Das Aufstellen der Solarbank 4 Pro gestaltet sich kinderleicht: Ihr müsst eure PV-Module nur mit den MC4-Paaren verbinden und den Speicher mit einer freien Steckdose oder dem Wielandstecker (falls vorhanden) verbinden. Anschließend muss das Ganze noch über die Anker-App eingerichtet werden, wobei der Speicher entweder per WLAN (2,4 GHz) oder per Bluetooth gekoppelt wird.
Schließlich lassen sich in der Anker-App alle wichtigen Leistungsdaten und Betriebsmodi finden – und von denen gibt es einige. Folgende Modi könnt ihr aktivieren:
- Smart-Modus: KI-generierte Ladestrategien, wird mit Nutzung intelligenter
- Eigenverbrauch: Ausgang folgt Lastbedarf in Echtzeit
- Benutzerdefinierter Modus: Manuelle Einstellung von Lade- und Entladezeiten
- Zeit-Nutzung: Ladung und Entladung in vorher festgelegten Haupt- und Nebenzeiten
- Dynamischer Tarif: Laden aus dem Netz zu Niedrigpreiszeiten, Entladen in den Hauptzeiten – Preise werden automatisch der Strombörse entnommen
In der App könnt ihr des Weiteren einige Parameter einstellen, wie die reservierte Leistung. Anker lässt euch hier zwischen 5 % und 10 % auswählen – 0 % sind lobenswerterweise nicht einstellbar. Wenn über einen längeren Zeitraum keine Sonne scheint, kann sich das System nicht vollständig entladen.
Anker PowerOS mit offener API für Home Assistant
Als Software dient das neue Anker PowerOS. Das integrierte Energiemanagementsystem wertet kontinuierlich lokale Wetterdaten sowie Informationen zu dynamischen Strompreisen aus, um die Lade- und Entladevorgänge autonom anzupassen.
Bei drohenden Unwettern lädt die Software den Speicher automatisch über das Stromnetz vollständig auf, um eine maximale Notstromreserve bei Stromausfällen vorzuhalten. Diese Funktion muss jedoch vorher in den Einstellungen unter Modi aktiviert werden. Daneben lässt sich auch eine Schnellladefunktion in den Einstellungen finden.
Das System verarbeitet die Informationen laut Anker lokal unter Verwendung von Verschlüsselungsmethoden. Zudem stehen offene Schnittstellen zur Verfügung, mit denen sich die Solarbank 4 Pro in Drittanbieter-Systeme wie Home Assistant einbinden lässt.
Praxistest: Die Solix 4 ist für große BKW bestimmt
Wir haben die Solarbank 4 E5000 Pro in Kombination mit einem Anker Solix RS40P Balkonkraftwerk (2023) mit 880 Watt Peak-Leistung genutzt. Dabei haben wir uns für den benutzerdefinierten Modus entschieden, wobei die dauerhafte Einspeiseleistung auf 250 Watt eingestellt war. Zuvor hing außerdem eine Anker Solix Solarbank E1600 der ersten Generation an diesem BKW – Balkonkraftwerkspeicher haben sich in den letzten Jahren wahrlich enorm weiterentwickelt.
Innerhalb von einer Woche (28. Juli bis 6. August) konnten wir rund 27,7 kWh erzeugen. Davon wurden rund 31 Prozent eingespeichert und später an das Hausnetz abgegeben. Natürlich geben wir uns mit diesen eher bescheidenen Werten nicht zufrieden. In einigen Wochen werden wir ein Update nachliefern, wie sich die Stromproduktion über einen längeren Zeitraum verhält.
Mit Smart Meter und dynamischem Stromtarif zahlt es sich schneller aus
In der Regel gilt aber: Je stärker das Balkonkraftwerk, desto mehr lohnt sich ein Speicher. Mit dem Solarrechner der HTW Berlin könnt ihr selbst ausrechnen, wie lange es dauert, bis sich euer Wunschsystem refinanziert hat. Mit einem Smart Meter und variablen Stromtarif amortisiert sich die Anlage noch schneller. Fehlt der Zähler, könnt ihr ihn kostenfrei beim Messstellenbetreiber anfordern – dieser muss ihn innerhalb von vier Monaten einbauen. Alternativ lässt sich oft ein externer Smart Meter direkt an den vorhandenen digitalen Zähler anschließen.
Fazit
Anker bietet mit der Solix Solarbank 4 E5000 Pro ohne Frage einen ziemlich beeindruckenden Solarspeicher. Die Kombination aus 5 kWh Grundkapazität, bis zu 5.000 Watt PV-Eingangsleistung über vier MPPTs sowie einer netzgekoppelten Leistung von bis zu 2.500 Watt machen das System vielseitig einsetzbar. Vor allem die Kapazität beeindruckt hier, denn mit einem Preis von knapp 30 Cent pro kWh unterbietet Anker beinahe alle Konkurrenzprodukte.
Die Notstromfunktion mit 10 ms Umschaltzeit, die Unterstützung von dynamischen Stromtarifen sowie Home Assistant runden das Paket weiter ab. Für kleine Balkonkraftwerke mit nur zwei Modulen ist die Solarbank 4 Pro zwar überdimensioniert, für ambitionierte Setups mit vier bis zwölf Modulen stellt sie jedoch eine leistungsfähige Alternative dar.
Derzeit gibt es den Speicher zu Preisen ab 1.499 Euro, womit der Preis im Vergleich zur UVP 500 Euro günstiger ausfällt. Wer nach einem kleineren Speicher sucht, kann alternativ zum Vorgänger für 999 Euro greifen. Alternativ lohnt sich auch ein Blick auf die SolarFlow-Systeme von Zendure: Ein SolarFlow 800 Plus bietet eine Kapazität von 1,92 kWh, ist ebenfalls erweiterbar, kann 1.500-Watt-Balkonkraftwerke aufnehmen und kostet nur 449 Euro.
Beitrag erstmals veröffentlicht am 06.08.2026
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