Test: Anker ZOLO Liberty+ Wireless In-Ear Kopfhörer

Ein Kurztest zu
Audio anker  / Leonardo Ziaja

Anker ist in Deutschland besonders für seine smarten Zubehörartikel, wie Powerbanks oder Ladekabel bekannt, dass aber noch viel mehr hinter dem Hersteller steckt wissen nicht viele. Unter ZOLO hat Anker eine Marke etabliert, die zwei komplett kabellose In-Ears im Portfolio hat. Wie sich die Kopfhörer im Alltag schlagen, erfahrt ihr in diesem Test.

 

Übersicht

Die beiden In-Ear Modelle hören auf die Namen „Liberty“ und „Liberty+“, besonders letzteres wurde durch eine Kickstarter Crowdfunding-Kampagne bekannt. Dort haben die In-Ears einen stattlichen Betrag gesammelt und die Marke um Einiges bekannter werden lassen. ZOLO konzentriert sich auf Audio-Produkte und gehört zur „Anker Innovations“-Gruppe, zu der neben Anker selbst auch weitere Unternehmen zählen. Beispiele sind dabei Nebula mit einem portablen Beamer oder ROAV mit einem Alexa Auto-Ladeadapter.

Technische Daten

Typ

In Ear

Audiotreiber

6 mm Graphen Dynamic

Frequenzbereich

20 Hz – 20 kHz

Bluetooth

5.0

Schnittstelle

1x Micro-USB (Case)

Mikrofontyp

MEMS mit EC/NR-Technologie

Akkulaufzeit

Kopfhörer: bis zu 3,5 Stunden
Case: zusätzliche 48 Stunden-Ladung für die In Ears

Besonderheiten

IPX5 & Nano Coating („sweat proof“)
ZOLO Life App mit Equalizer, Transparency-Mode uvm. 
Smart Assistant Unterstützung (Apple Siri, Google Assistant, Amazon Alexa)

Gewicht

 Earbuds: 7 g (jeweils)
 Case: 117 g (inkl. Earbuds)

Preis

ca. 130-150 Euro

Lieferumfang

  • Liberty+ Earbuds
  • Case mit integriertem Akku
  • Micro-USB Kabel
  • Zubehör und Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Die Liberty+ kommen in einem eleganten und schlichten Design daher. Das Case ist äußerlich aus Metall gefertigt und weist eine tolle Wertigkeit auf. Unter der Verkleidung befindet sich ein Akku, der die Earbuds auflädt. Verantwortlich dafür sind zwei Metallkontakte, auf die die Ohrstecker gelegt werden. Die Fixierung der Earbuds erfolgt dabei durch Magneten.

Die Akkulaufzeit der In-Ears selbst beläuft sich auf bis zu 3,5 Stunden, mit dem Case sind insgesamt bis zu 48 Stunden Musikgenuss möglich. Geladen wird das Case durch ein Micro-USB-Kabel, inwieweit der Akku geladen ist, signalisieren drei weiße LEDs an der vorderen Seite des Gehäuses. Eine weitere LED gibt es jeweils am Earbud selbst.

Im Inneren der Earbuds befinden sich 6 mm Treiber aus Graphen, die für einen klareren Klang sorgen sollen. Für die Audio-Übertragung sorgt der neue Bluetooth 5.0 Standard, mit dem eine deutlich höhere Reichweite realisiert werden kann. ZOLO greift dafür auf die Codecs AAC und SBC zurück.

Die Earbuds und das Transport-Case sind in schwarz gehalten. Das Design der Kopfhörer ist rundlich geformt und soll laut ZOLO bei möglichst vielen Ohren optimal sitzen. Dafür sollen vor allem der Gummiüberzug und ein Gummiarm sorgen. Für den richtigen Halt ist jedoch die Auswahl der richtigen „Stöpsel“-Größe wichtig. ZOLO hat hierzu dem Lieferumfang einige Größen und Austauschüberzüge beigelegt.

Ist erst einmal die richtige Größe gefunden, sitzen die Earbuds stabil und sicher im Ohr. Wirklich aus dem Ohr gefallen sind sie  nur bei extremem Kopfschütteln. Sportaktivitäten wie Joggen oder Radfahren waren jedoch kein Problem, hier zeigten die In- Ears eine gute Performance und Stabilität.

Extra für Sportler hat ZOLO übrigens auch den IPX5 Standard realisiert, wodurch die Earbuds „sweat proof“ sind – demnach also geschützt gegen Schweiß. Beim Baden oder Duschen sollten die Liberty+ jedoch nicht genutzt werden, hierfür sollte auf wasserfeste Bluetooth-Lautsprecher wie beispielsweise die Ultimate Ears Blast & Megablast gesetzt werden.

Eigenschaften und Klangqualität

Um die ZOLO Liberty+ nutzen zu können, benötigt es nichts Weiteres als sie aus dem Case zu entnehmen und einzusetzen. Die beiden Earbuds schalten sich automatisch an und befinden sich anschließend im Pairing-Modus. Ist bereits eine Kopplung vorgenommen worden, ist die Verbindung meist schon vor dem Einsetzen in das Ohr aktiv. Die Verbindung über Bluetooth war stets stabil und bot eine hohe Reichweite. Aussetzer konnten wir dabei nur selten feststellen. Wenn, dann löste sich während dem Abspielen kurz die Bluetooth-Verbindung – nach einem Neustart der In Ears behob sich das Problem jedoch von selbst.
Wird ein Songtitel gestartet, dann brauchen die beiden Earbuds ein paar Sekunden um sich zu synchronisieren. Anschließend läuft der Song synchron über beide In-Ears. Soll der Titel gestoppt werden, kann der Nutzer einfach den Multifunktions-Button an der äußeren Seite des In-Ears verwenden. Beide Earbuds weisen diesen Button auf, der neben einer Start/Stopp-Kontrolle auch den nächsten Titel abspielen und den Transparency-Modus aktivieren kann.

Mit einer Doppelbetätigung wird übrigens der Smartphone-eigene Assistent aktiviert, bei Apple ist das „Siri“ und bei Google der „Assistant“. Leider klappte dies bei unserem Test nicht sonderlich gut. Zwar wurde der Google Assistant aktiviert, nahm aber nicht immer das Gesagte entgegen oder suchte zu lange ohne Ergebnis. Eventuell klappt dies mit Apples Siri besser, ZOLO könnte hier aber nochmal an der Software feilen.

Der Sound erweist sich als durchaus gelungen. Der Klang ist sehr dynamisch und bietet einen angenehmen Bass. Teilweise war die Leistung solch kleiner Treiber (6 mm) beeindruckend. Ist der Sound noch nicht ganz zufriedenstellend, gibt es noch die Möglichkeit ein weiteres Soundprofil in der ZOLO Life App auszuwählen. Je nach Modell gibt es auch noch den Smartphone-eigenen Equalizer.

Neben dem „EQ“ bietet die ZOLO App auch Einstellungen zum Transparency-Modus und dem „Voice Assistant“. Darüber hinaus gibt es noch eine „Anti-Loss“ Funktion, die dem Nutzer mitteilt, wenn er sich zu weit von einem Earbud entfernt. Zwingend notwendig ist die App aber nicht, um die In-Ears verwenden zu können.

 

Der Transparency-Modus ist übrigens besonders in der Öffentlichkeit hilfreich. Er aktiviert die Mikrofone in den In-Ears und fügt Umgebungsgeräusche hinzu. Somit bekommt der Nutzer trotz Musik und guter Abschirmung durch die Gummiüberzüge etwas von seiner Umwelt mit.
Durch die Mikrofone ist darüber hinaus auch das Telefonieren möglich. Zwar wurde der Gegenüber nur auf dem rechten Earbud wiedergegeben, dafür aber sehr klar und verständlich. Die Qualität der Mikrofone beim Telefonieren waren soweit in Ordnung.

Fazit

Abschließend können wir sagen: Ja, die ZOLO Liberty+ sind „true wireless“ ohne jegliche Kabel! Wobei, nur fast, denn das Transport-Case braucht weiterhin ein Kabel zum Aufladen. Ansonsten bietet ZOLO ein sehr gelungenes Gesamtpaket mit einer tollen Verarbeitung, einem gelungenen Design und ein paar netten Funktionen. So waren wir u.a von dem ausgewogenen Klang sehr beeindruckt, besonders der dynamische Bass konnte viele Pluspunkte sammeln. Die In-Ears können dabei bis zu 3,5 Stunden Musik abspielen, danach müssen sie wieder zurück in das Lade-Case. Werden die Earbuds in das Case gelegt, sind sie nicht nur gut geschützt, auch der Akku der In Ears wird dann direkt für die nächste Nutzung aufgeladen.

Für uns sind die ZOLO Liberty+ eine tolle Alternative zu kabelgebundenen Kopfhörern, denn sie sind kompakt, kabellos und kommen mit einem tollen Design, tollem Klang und einigen spannenden Funktionen daher. Leider ist aktuell noch keine Verfügbarkeit in Europa abzusehen, der Preis wird aber wohl bei um die 130-150 Euro liegen. Damit wären die Liberty+ um ein Stückchen günstiger als vergleichbare Bluetooth-Modelle anderer Hersteller.

ProContra
  • gutes Klangbild 
  • Button-Bedienung gewöhnungsbedürftig
  • kompaktes Design
  • leichte Verbindungsprobleme mit dem Huawei Mate 10 Pro (abh. vom Smartphone)
  • Bluetooth 5.0
 
  • gutes Ladecase für mehr Akkulaufzeit
 
  • Transparency-Modus
 

 


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