Das Asus ROG Delta S löst das bisherige Delta als neues Topmodell unter Asus Gaming-Headsets ab. Mit einem hochauflösenden Quad-DAC samt MQA-Renderer, hochwertigem Design und vielen weiteren Features verspricht das neue Flaggschiff nahezu alle Spieler-Wünsche auf einen Schlag erfüllen zu wollen. Im Test verraten wir euch, ob Asus dieser Streich gelingt.

Übersicht

Ein einzelner Buchstabe unterscheidet das Delta S von seinem Vorgänger, und ähnlich überschaubar scheinen zunächst auch die Verbesserungen auszufallen: Die grauen Designelemente wurden eingeschwärzt und selbst das DAC-Upgrade von ESS 9218 auf ESS 9281 wirkt wie ein simpler Zahlendreher.

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Doch der neue Digital-Analogwandler unterstützt erstmals bei einem Gaming-Headset das noch recht junge High-Resolution-Audioformat MQA, mit dem kompatible Musikstücke in Studioqualität abgespielt werden sollen. Ebenfalls neu ist eine KI-unterstützte Geräuschunterdrückung für das abnehmbare Mikrofon.

Lieferumfang

  • Asus ROG Delta S
  • USB Typ-C-zu-A-Adapter
  • abnehmbarer Mikrofonarm
  • ROG Hybrid Ohrpolster
  • Schnellstart-Anleitung

Design & Verarbeitung

Optisch orientiert sich das ROG Delta S sehr stark am originalen Delta-Headset von 2018. Besonders sind erneut die spitz zulaufenden Ohrmuscheln wiederzuerkennen, die sich an der natürlichen Form der Ohren orientieren sollen. Das Headset ist zum Großteil aus Kunststoff gefertigt, wirkt aber keineswegs minderwertig. Im Gegenteil hinterlässt der schwarze Kopfhörer durch diverse optische Details einen sehr hochwertigen Eindruck.

Das neue Spitzenmodell von Asus

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Die Ohrpolster sind mit Kunstleder-Bezügen versehen, die diesen Eindruck unter anderem durch optische Akzente an den Außenseiten verstärken. Zusätzlich sind im Lieferumfang zwei austauschbare „ROG Hybrid“-Stoffpolster enthalten. Diese gewährleisten mit dickerer und atmungsaktiver Polsterung bei längeren Spiel-Sessions gleichbleibenden Komfort. Spätestens im Hochsommer werden die meisten Nutzer wohl dankbar zur kühlen Stoffvariante greifen – bereits im Winter kochen uns nach mehreren Stunden unter dem dichten Proteinleder gehörig die Lauscher.

Die Ohrmuscheln sind drehbar, sodass wir uns das Delta S bei einer Pause (etwa um die Ohren zu lüften) bequem um den Hals legen können. Dann sehen wir auch die zugegebenermaßen sehr schicke RGB-Beleuchtung, die sonst nur Sitznachbarn oder Stream-Zuschauer zu sehen bekommen. Ob die Beleuchtung deaktiviert wird, bleibt in diesem Fall jedem selbst überlassen. Auf eine Akkulaufzeit wirkt sie sich schließlich nicht aus.

ASUS-ROG-Delta-S-Gaming-Headset-Test-5Direkt an den Ohrmuscheln können Lautstärke und Beleuchtungsmodi angepasst werden

Das Ein- oder Ausschalten der LEDs muss nicht jedes Mal umständlich in der Software vorgenommen, sondern kann gleich über einen Schieberegler am Ohrhörer erledigt werden. Gleich darunter gibt es einen Lautstärkeregler samt Mute-Funktion und weiter unten den Klinkeneingang für das abnehmbare Mikrofon.

Obwohl das Delta S bis zum Rand mit Highend-Technik vollgestopft ist, wiegt es nur etwa 300 Gramm und liegt somit angenehm leicht auf dem Kopf auf. Durch die eher feste Kopfbügel-Polsterung spüren wir dessen Druck dennoch nach einer Weile.

Eigenschaften & Klangqualität

Technisch ist das Asus ROG Delta S auf dem neuesten Stand. Dies fängt schon bei der Möglichkeit an, das Gerät per USB-C mit PC, Playstation 4, Nintendo Switch und sogar dem Smartphone zu verbinden. Das volle Potential des High-End-Headsets wird allerdings am PC ausgeschöpft, da hier unter anderem Audio- und Mikrofon-Feintuning in der Software vorgenommen werden kann.

Asus ROG Delta S Armoury Crate
Asus ROG Delta S Armoury Crate RGB Farbrad

In der Software „Armoury Crate“ nehmen wir verschiedene kosmetische und praktische Anpassungen vor. Die klassischen RGB-Einstellungen sind vorhanden, darunter AURA Sync. Spannender sind dagegen die Audioeinstellungen, bei denen sich dem Nutzer zahlreiche Optionen zur Klangoptimierung bieten. Auch für das Mikrofon stehen ungewöhnlich viele Effekte zur Auswahl, die wir allerdings nur bedingt empfehlen können. Später dazu mehr.

Zunächst gilt es natürlich zu klären, wie sich das Delta S in der Königsdisziplin schlägt – der Klangqualität. Das Delta S verwendet 50-mm-Neodym-Treiber sowie den ESS 9281-Wandler mit Quad-DAC-Technologie. Bei dieser werden vier separate Chips zur separaten Verarbeitung von tiefen, mittleren, hohen und ultrahohen Tönen eingesetzt. Das Ergebnis ist ein äußerst klares, differenziertes Klangbild. Gegenüber dem ESS 9218 des ursprünglichen Delta-Modells bietet der verbesserte DAC erstmals auch einen integrierten MQA-Renderer.

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Ein solcher Renderer wird zum vollständigen Entfalten von per MQA-Codec (Master Quality Authenticated) verpackten Audio-Dateien benötigt, die im finalen Zustand Studio-Master-Qualität erreichen sollen.

Damit der MQA-Renderer aktiv wird, müssen wir ihn mit einem entsprechenden MQA-Stream füttern. Hierzu haben wir eine weit gefasste Auswahl von Stücken in Master-Qualität des Streaming-Dienstes Tidal ausprobiert, von Led Zeppelins ruhigem „Going to California“ bis hin zu Howard Shores bombastischem Herr der Ringe-Soundtrack. Inzwischen haben wir längst vergessen, dass wir eigentlich ein Gaming-Headset auf den Ohren tragen, so detailreich und räumlich werden die Stücke wiedergegeben.

Toller Klang für Spiel, Film und Musik

Also nehmen wir das Delta S im Anschluss auf einen längeren Testritt durch die amerikanische Prärie in Red Dead Redemption 2 mit. Zum sanften Rauschen des Windes streifen wir auf der Jagd durch die Wälder, sanfte Gitarrenklänge begleiten uns beim Heimritt zurück zum Lager. Auf dem Weg nimmt der Wind zu, ein Sturm zieht auf. In der Ferne donnern Blitze, plötzlich pfeifen uns Kugeln um die Ohren – bald darauf sind die ersten Rufe der Kopfgeldjäger zu vernehmen, die uns aufgespürt haben. Und wir sind mittendrin, gefesselt vom Geschehen auf dem Monitor und der kinoreifen Soundkulisse, die das Delta S uns auf die Ohren zaubert.

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Ähnlich atmosphärisch, aber vor allem taktisch geht es im Weltkriegs-Shooter Post Scriptum zu. Auch hier trägt die räumliche Darstellung des Delta S ungemein zur Schlachtfeldatmosphäre bei, wenn wir den lokalen Sprachchat unserer Squadmitglieder aus verschiedenen Richtungen hören. Zudem erleichtert sie es, die ungefähre Richtung auszumachen, aus der wir gerade beschossen werden.

Die Ortung von Geräuschquellen ist bereits ohne die virtuelle 7.1-Simulation mehr als ausreichend, für bessere Audioqualität verzichten wir nach einem kurzen Antesten daher weitestgehend auf dieses Feature.

ASUS-ROG-Delta-S-Gaming-Headset-Test-3Die KI-Geräuschunterdrückung stellte sich in einigen Situationen weniger intelligent an und filterte Satzbruchstücke gleich mit heraus

Das überarbeitete Mikrofon zählt zu den Neuerungen gegenüber dem gewöhnlichen Delta, enttäuscht in diesem Kontext jedoch ein wenig. Unseren Mitspielern zufolge ließ unsere Stimme mit dem Delta S ein wenig Klarheit missen, wurde jedoch gut verständlich übertragen. Nach kurzem Herumprobieren in den erwähnten Software-Optionen haben wir uns außerdem gänzlich von der neuen KI-Geräuschunterdrückung verabschiedet, da diese unseren Mitspielern selbst auf der niedrigsten Stufe nicht nur Tastatur-Tippen, sondern auch ganze Satzfetzen vorenthält.

Preisvergleich

Fazit

Das Asus ROG Delta S wartet mit einem großen Feature-Arsenal auf, dass sich jedoch zur Abwechslung einmal nicht auf einige nette Dreingaben beschränkt, sondern vor allem der Klangqualität gewidmet ist. Erfrischend! Das Gaming-Headset fährt in dieser Kategorie die volle Punktzahl ein.

Wem die Bässe standardmäßig im Spiel zu zahm sind, der kann sie per Equalizer in der Armoury-Software zusätzlich anheben. Ohne großes Feintuning erzeugt das Delta S jedoch bereits ein äußerst detailreiches Klangbild, bei dem Musikhören und volle Immersion im Spiel gleichermaßen Spaß machen.

Optisch macht das Headset einiges her und sitzt leicht auf dem Kopf, an der verhältnismäßig hohen Wärmeentwicklung könnte sich der eine oder andere Nutzer jedoch auf Dauer stören. Die UVP des Asus ROG Delta S beträgt 199,- Euro. Derzeit (Februar 2021) ist es jedoch kaum erhältlich, sodass einige Shops dieses Headset auch für deutlich mehr als 200 Euro listen.

Headsets
Allround-PC.com
02/2021
Asus ROG Delta S
Empfehlung
Pro
  • Toller, detailreicher Klang
  • Räumliche Darstellung
  • Verarbeitungsqualität
  • Schicke, optionale RGB-Beleuchtung
  • USB-C-Verbindung und extralanges Kabel
  • Austauschbare Ohrpolster enthalten
Contra
  • Hohe Wärmeentwicklung

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