Test: JBL Quantum 810 Wireless Gaming-Headset – Kabelloser Alleskönner

Bis zum Rand vollgepackt mit Funktionen
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Technische Daten

Modell
JBL Quantum 810 Wireless
Typ
Overear Gaming-Headset
Impendanz32 Ohm
Material
Polster: Memory Foam; Bügel: Kunststoff
Frequenzbereich
20 Hz - 20 kHz
Treiber50 mm
Schnittstelle
USB-A-Dongle, Typ-C-zu-Typ-A-Ladekabel, 3,5-mm-Klinkenkabel, Bluetooth 5.2
Mikrofon
Unidirektional, hochklappbar
Mikrofon Frequenzbereich100 Hz - 10 kHz
Besonderheiten
2,4-GHz-Wireless, Bluetooth 5.2, JBL QuantumEngine Software mit EQ, Sidetone, Surround-Sound und mehr, aktive Geräuschunterdrückung, Game/Chat-Audioregler
Gewicht417 Gramm
Preis
179,00 Euro (UVP)

Als neuestes Gaming-Headset von JBL kombiniert das Quantum 810 zwei kabellose Verbindungsmodi mit einer aktiven Geräuschunterdrückung und umfangreichen Surround-Sound-Optionen. Das ideale Headset für Fans immersiver Multiplayergefechte also?

Übersicht

Mit der Quantum-Reihe warf JBL 2020 überraschend seinen Hut in den umkämpften Ring der Gaming-Headsets. Oder eher Hüte, denn statt nur einem, flutete der Hersteller den Markt gleich mit einer ganzen Handvoll Modelle, eins für jeden Anwendungszweck und Geldbeutel. Das Nonplusultra der Serie bleibt weiterhin das Quantum One, doch weitere Highend-Modelle folgen dicht auf.

Quantum 350
Quantum 810
JBL-Quantum-ONE-Gaming-Headset-1
Quantum One

So auch das Quantum 810, ein kabelloses Headset mit drei Verbindungsmodi, Hi-Res-Treibern, DTS Headphone:X 2.0 und aktiver Geräuschunterdrückung. Das Quantum 810 Wireless löst das 2020 vorgestellte Quantum 800 ab und bietet vor allem den Vorteil, dass es sich während des Ladevorgangs weiter nutzen lässt. Derzeit ist es für rund 180 Euro zu haben, teilweise aber auch schon deutlich darunter.

Design & Tragekomfort

Das grundlegende Design der Quantum-Headsets ist an den Alltagskopfhörern der Club-Serie angelehnt. Einige zurückhaltendere Vertreter der Gaming-Serie könnten zwar optisch auch als reine Kopfhörer für unterwegs durchgehen, wäre da nicht das in den meisten Fällen fest montierte Boom-Mikrofon. Ein solches befindet sich auch am Quantum 810, dessen Erscheinungsbild allerdings auch nicht unbedingt in die Kategorie „zurückhaltend“ fällt. Mit Mobilgeräten verbinden lässt es sich übrigens trotzdem, per 3,5-mm-Klinke oder Bluetooth 5.2.

Anders als das günstige Quantum 350 Wireless setzt das Quantum 810 auf einen weniger schlichten Mix verschiedener Materialien: Zu den dicken, anthrazitgrauen Kopfbügeln und Ohrpolstern gesellen sich spiegelnde Ohrmuscheln und ein beleuchtetes Logo samt LED-Ring, deren Farben in der Software angepasst werden. Die beiliegenden Kabel und der USB-Dongle sind wie üblich auffällig gestaltet und im Kabelwust sofort wiedererkennbar. Insgesamt macht die Verarbeitungsqualität einen sehr hochwertigen Eindruck.

Im Vergleich zum günstigeren Modell liegt das Quantum 810 ziemlich schwer in der Hand. Fast 420 Gramm bringt das Headset auf die Waage, was jedoch den Tragekomfort nicht groß beeinträchtigt. Dafür sorgen die sehr breiten und dicken Polster am Kopfbügel und den Ohrmuscheln. Die Ohrpolster schmiegen sich bequem an die Schläfen an, womit allerdings auch eine gewisse Wärmeentwicklung einhergeht. Unglücklicherweise fiel der Testzeitraum auch auf den heißesten Tag des Jahres, an dem es unter dem Quantum 810 nur mit einigen Pausen auszuhalten war. Praktischerweise können die Ohrmuscheln dabei gedreht und das Headset komfortabel um den Hals getragen werden.

Die Platzierung der Bedienelemente könnte allerdings ein wenig übersichtlicher gestaltet werden. An der linken Ohrmuschel befinden sich Tasten für Stummschaltung und ANC/Talkthrough sowie je ein Rad zur Reglung von Lautstärke und Game/Chat-Balance. Gerade eines der Räder hätte problemlos noch auf der rechten Ohrmuschel Platz gefunden, die sonst nur den Ein-Aus-Schalter und eine Pairing-Taste für Bluetooth beherbergt. Es ist durchaus praktisch, all diese Funktionen ohne Abstecher in die Software gleich am Gerät vorzufinden – etwas Eingewöhnung zum Ertasten der unterschiedlichen Bedienelemente ist dennoch nötig.

Als sehr angenehm hat sich allerdings im Spiel – und gerade beim gemeinsamen Spielen mit Freunden via Discord, Teamspeak und Co. – die Kombination aus Game/Chat-Regler und hochklappbarem Mikrofonarm herausgestellt. Zum Stummschalten des Mikrofons wird dieser einfach hochgeklappt oder alternativ ein kleiner Knopf an der Ohrmuschel gedrückt. Der Balance-Regler rastet in der Mitte leicht ein, sodass ohne langes Herumprobieren ein gutes Verhältnis aus Mitspieler-Stimmen und Ingame-Sound gefunden werden kann.

Eigenschaften & Klangqualität

Das JBL Quantum 810 lässt sich entweder kabellos per USB-Empfänger und Bluetooth oder mittels eines 3,5-mm-Klinkenkabels an verschiedenen Geräten nutzen. Wir sprechen bewusst von „USB-Empfänger UND Bluetooth“, denn das Headset kann gleichzeitig per Bluetooth mit dem Smartphone und per Dongle mit dem PC verbunden werden. Der Wechsel der Wiedergabequelle geschieht fließend. So kann bei einer Pause vom Spielen einfach weiter über das Smartphone Musik gehört werden, ohne irgendetwas verstellen oder umständlich neu verbinden zu müssen. Per Klinkenkabel wird die Kompatibilität auf PlayStation, Xbox, Switch und Co. erweitert, dazu gibt es eine kleine Steuereinheit für Lautstärke und Stummschaltung direkt am Kabel.

Unter den dicken Ohrmuscheln befinden sich 50 mm Hi-Res-Driver, und die können sich hören lassen. Ohne an den Einstellungen herumzuspielen, kann das Quantum 810 mit klarem, detailreichen Klang und standardmäßig sehr kräftigen Bässen aufwarten. Wem Letztere beim Musikhören zu dominant ausfallen, kann sie in der Software etwas herunterdrehen oder alternativ noch verstärken. Im Spiel oder bei entsprechenden Musikgenres machen die wummernden Tieftöner allerdings ordentlich Laune.

In der QuantumEngine Software stehen gleich zwei Optionen für Surround-Sound zur Auswahl: DTS Headphone:X 2.0 und QuantumSurround. Die letztere, hauseigene Lösung stellt sich nach kurzer Einrichtung schnell als die beste Wahl für Spiele heraus. Durch eine breitere Klangbühne lässt sich die Entfernung von Schüssen, Explosionen und anderen Schlachtfeldgeräuschen in Battlefield-Partien besser einschätzen. Auch wird der Klang nicht allzu sehr verfälscht, wie es oft bei virtuellem Surround-Sound der Fall ist. Für einen noch satteren Kinoklang bei Filmen oder Einzelspieler-Games eignet sich dagegen eher DTS:X 2.0.

Die QuantumEngine bietet darüber hinaus einen großen Funktionsumfang und ist unterm Strich ein ganzes Stück nützlicher als die meisten Apps. Hilfreiche Informationen wie Lautstärke, Verhältnis von Chat- und Spielsound sowie der verbleibende Akkustand werden übersichtlich in der obersten Menüzeile nebeneinander angezeigt. Im integrierten 10-Band-Equalizer lässt sich zudem der Klang recht genau anpassen, die verschiedenen Presets können durch eigene Einstellungen ergänzt werden.

Ähnlich viel Spielraum bietet der Menüpunkt „Beleuchtung“. Auch hier lassen sich die vorgefertigten Lichteffekte mittels eines sehr intuitiven Baukastens nach eigenen Vorstellungen anpassen. Weniger kreative Freiheit lassen uns die Mikrofoneinstellungen, aber immerhin findet sich hier ein mehrstufiger Nebenton wieder. Diesen hatte ich stets beim Sprechen über Discord aktiviert, da das Headset nicht nur gegen Außengeräusche, sondern auch die eigene Stimme sehr gut abdichtet. So war ANC in den meisten Fällen gar nicht nötig, zumal es bei aktiviertem Nebenton nicht nutzbar ist.

Die aktive Geräuschunterdrückung vermag das Rauschen eines Ventilators oder des PC-Lüfters auszublenden, nicht aber laute Geräusche wie Gespräche, Hundebellen oder die Türklingel. Da es sich hier um ein Gaming-Headset und nicht um einen Outdoor-Kopfhörer handelt, ist die ANC-Leistung aber vollkommen ausreichend.

Die Mikrofonqualität kann überzeugen, unsere Stimme wird mit ausreichend Klarheit und ohne verschluckte Satzanfänge übertragen. Im direkten Vergleich mit unseren Testaufnahmen anderer Gaming-Headsets schlägt sich das Quantum 810 recht gut:

JBL Quantum 810
HyperX Cloud Alpha Wireless
Asus ROG Fusion II 500
HyperX Cloud Flight S

JBL verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu 43 Stunden. Solche vom Hersteller angegebene Maximalwerte können in der Regel nur unter idealen Bedingungen erreicht werden, also wenn möglichst viele Extrafunktionen deaktiviert werden. Bei ausgeschalteter Beleuchtung, die der Nutzer selbst ohnehin selten zu Gesicht bekommt, kommen die 43 Stunden durchaus hin. Die blinkenden RGB-Lichter zehren dagegen stark an der Akkulaufzeit: Während das unbeleuchtete Headset nach rund vier Stunden kaum 10 Prozent Laufzeit verliert, werden die 10 Prozent mit aktivierter Beleuchtung bereits nach gut einer Stunde verbraucht. Auch Faktoren wie Lautstärke oder Raumklang wirken sich auf die tatsächliche Laufzeit aus, bei bis zu 40 Stunden und mehr bleibt aber ausreichend Spielraum für geschicktes Akku-Management.

Fazit

JBL versucht sich mit dem Quantum 810 am Rundum-Sorglos-Paket unter den Gaming-Headsets und liefert ein erstaunlich gelungenes Ergebnis ab. Mit einem Game/Chat-Balance-Regler, hochklappbarem Boom-Mikrofon und mehrstufigem Mithörton eignet es sich bestens für gemeinsames Spielen via Discord. Sowohl in Single- als auch Multiplayerspielen profitiert das Quantum 810 von gleich zwei gelungenen Surround-Sound-Optionen.

Pluspunkte gibt es ebenfalls für die Kompatibilität mit verschiedenen Endgeräten: Mitten im Spiel vom PC aufzustehen und mit einem Fingertippen auf Musikwiedergabe vom Smartphone umzuschalten, ist ein willkommener Luxus. Auch die Akkulaufzeit stimmt, zumal diese bei absehbaren Marathon-Sessions durch Deaktivieren nicht benötigter Funktionen verlängert werden kann.

Preislich ist das JBL Quantum 810 mit knapp 180 Euro sicherlich kein Schnäppchen, hat aber ein entsprechend üppiges Funktionsaufgebot zu bieten.

Audio
Allround-PC.com Award
07/2022
JBL Quantum 810
Empfehlung

Pro

  • Klangqualität
  • DTS:X 2.0 und QuantumSurround für immersiven Raumklang
  • ordentliches Mikrofon mit Hochklapp-Stummschaltung
  • Akkulaufzeit
  • Game/Chat-Balance-Regler
  • 2,4 GHz Wireless, Bluetooth 5.2 und 3,5-mm-Klinke

Contra

  • Wärmeentwicklung

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Robin Cromberg ... studiert Asienwissenschaften und Chinesisch an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für die Ressorts Notebooks, Monitore und Audiogeräte bei Allround-PC.com zuständig, schreibt aber auch über Produktneuheiten aus vielen anderen Bereichen.

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