Pixel Buds Pro im Test: Endlich wirklich gute Google-Earbuds?

TWS-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung
Google  / 
Zurück

Technische Daten

Modell
Google Pixel Buds Pro
Treiber
11 mm dynamischer Treiber
akt. Geräuschunterdrückung (ANC)
Ja
Anschluss
USB Typ-C
Konnektivität
BT 5.0
Akkulaufzeit31 Stunden (Ladecase)
11 Stunden (Ohrhörer, ohne ANC)
Besonderheiten
Kopfhörer wasserdicht nach IPX4, Case IPX2, Touch-Steuerung, Qi-zertifiziertes kabelloses Laden, aktive Geräuschunterdrückung
Gewicht
62 g (Im Ladecase)
6 g (je Bud)
Farben
Charcoal, Fog, Lemongrass, Coral
Preis
219 Euro

Google stellt mit den Pixel Buds Pro sein neues Topmodell unter den kabellosen Kopfhörern vor. Die kleinen Earbuds erhalten ein leicht abgewandeltes Design ohne Ohrhaken, können kabellos geladen werden und bieten ANC sowie einen Transparenzmodus. Ist diesmal der große Wurf gelungen?

Die Pixel Buds Pro sind bei weitem nicht Googles erster Anlauf im Kopfhörer-Segment: Bei den ersten Pixel Buds 2017 handelte es sich um In-Ear Kopfhörer mit Kabel zwischen den Ohrhörern und einem – nach heutigem Maßstab – strittigen Design. Der erste Versuch kam insgesamt nicht sonderlich gut an. Einige Jahre darauf folgte mit der zweiten Generation ein „True Wireless Stereo“-Modell, kurz TWS, deren Verkauf wurde letztes Jahr allerdings eingestellt. Vorhang auf für die Ablöse:

Die Pixel Buds Pro sind das neue „Premium”-Modell an der Seite der günstigen Buds A. Letztere sind mit einer UVP von 99 Euro gestartet, inzwischen aber eher für 77 Euro oder im Sale sogar noch darunter zu haben. Ihnen fehlt unter anderem die aktive Geräuschunterdrückung und kabelloses Laden, die zum Funktionsumfang der Buds Pro gehören. Deren UVP liegt bei 219 Euro, verschiedene Händler haben die Pro-Kopfhörer jedoch bereits für knapp 180 Euro im Angebot.

Design & Tragekomfort

Das Ladecase der Pixel Buds Pro verwendet das gleiche Design wie schon ältere Pixel Buds-Modelle und ist besonders gelungen: Mit seiner matten Oberfläche fühlt es sich hochwertig an, zudem passt es dank kompakter Abmessungen problemlos in kleinere Hosen- oder Jackentaschen. Der magnetische Verschlussmechanismus schnappt sehr befriedigend auf und zu, fühlt sich gleichermaßen sicher und nicht zu stark an.

Deutliche Unterschiede gibt es dagegen beim Design der eigentlich Earbuds: Google verzichtet auf die Stabilisierungsbögen, also die Silikon-Haken, mit denen die kompakten Kopfhörer sicher in der Ohrmuschel verankert werden. Das hat Vor- und Nachteile, denn während die Haken nach längerer Nutzung zulasten des Tragekomforts gehen, drücken die Pixel Buds Pro auch nach mehreren Stunden nicht.

Andererseits erfordert es ohne die spürbare Orientierungshilfe aber auch ein wenig mehr Übung, die Pixel Buds Pro korrekt im Ohr auszurichten. Auch bieten die runden Earbuds weniger Halt, Sportler sollten also Acht geben, dass sie nicht verloren gehen. Laufeinheiten im Regen steht mit dem IPX4-Schutz der Buds gegen Spritzwasser dagegen nichts entgegen und auch das in der Tasche mitgeführte Ladecase ist nach IPX2 zumindest einigermaßen gegen Wasser geschützt.

Von Tragekomfort und Passform abgesehen, machen die Pixel Buds Pro einiges her. Auch auf den Ohrhörern kommt matter Kunststoff zum Einsatz, die Kappen stehen minimal aus den Ohrmuscheln hervor. Sollten sie aber auch, denn für die im folgenden Abschnitt behandelte Touch-Steuerung müssen die Oberflächen gut erreichbar sein. Auffällig sind die Earbuds ohnehin, denn die Kappen sind in den Farben „Fog“, „Lemongrass“, „Coral“ oder als schlichte „Charcoal“-Variante erhältlich.

Eigenschaften & Klangqualität

Die Touch-Steuerung der Pro-Version funktioniert genau wie bei den anderen Pixel Buds. Einfaches Antippen stoppt oder startet die Wiedergabe, doppeltes Tippen springt zum nächsten, dreifaches zum vorherigen Song. Durch seitliches Wischen kann die Lautstärke verändert werden, je nach Earbud wechselt längeres Drücken entweder zwischen den ANC-Modi oder ruft den Google Assistant auf den Plan. Letztere beiden Eingaben können getauscht und einzelne ANC-Modi gänzlich ausgeblendet werden, doch hier hören die Optionen schon auf. Nett wäre noch die Möglichkeit gewesen, beispielsweise die Funktionen von Tippen und Wischen umzukehren.

Dennoch funktioniert die Steuerung der Pixel Buds Pro sehr gut im Alltag. Beim Herausnehmen eines Earbuds wird die Wiedergabe automatisch gestoppt, zum Überqueren der Straße aktivieren wir mit wenigen Handbewegungen den Transparenzmodus. Dieser klingt keineswegs unnatürlich, sondern verstärkt Umgebungsgeräusche und Stimmen von Mitmenschen, sodass auch Gespräche problemlos möglich sind. Auch die aktive Geräuschunterdrückung kann sich hören lassen: Während Außengeräusche bei günstigeren Versionen durch ein hörbares, auf Dauer unangenehmes Wummern übertönt werden, fällt bei den Pixel Buds Pro kaum ein Unterschied zwischen ein- und ausgeschaltetem ANC auf – naja, bis auf das Ausbleiben von Lüftungs-, Motoren- oder Turbinenrauschen.

Ein kleines Detail, das mir persönlich sehr am Herzen liegt, da es täglich zum Vorschein kommt: Der Wechsel zwischen den verschiedenen ANC-Modi wird durch ein simples, sanftes Audiosignal gemeldet. Ich brauche keine ausschweifenden Sprachhinweise à la „Noise Cancelling – Off“, die die Wiedergabe unnötig lange unterbrechen. Die Pixel-Signaltöne sind schnell gelernt, denn sie passen zum jeweiligen Modus: Zwei hohe, ausklingende Töne für den Transparenzmodus, ein kurzer, verstummender Ton für Geräuschunterdrückung und eine tiefer werdende Tonabfolge, die unmissverständlich „Aus“ signalisiert.

Anders als die günstigeren Pixel Buds A können die Pro-Modelle auch kabellos aufgeladen werden. Hierzu wird einfach das Ladecase samt Earbuds auf ein passendes Qi-Ladepad oder ein Smartphone mit Power Share Funktion gelegt. Aktuelle Google-Smartphones wie das Pixel 6, Pixel 6 Pro und Pixel 5 unterstützen diese Ladeoption.

Google gibt eine Akkulaufzeit von 11 Stunden pro Kopfhörer und bis zu 31 Stunden bei Verwendung des Ladecases an. Dieser Wert kommt bei unseren Tests in etwa hin, hängt aber stark von der Nutzung von ANC und der gewählten Lautstärke ab. Zu kurz wirkt die Laufzeit keineswegs, zumal beide Ohrhörer in kürzester Zeit per Ladeschale wieder mehrere Stunden Wiedergabedauer zurückgewinnen.

Auch wenn ich seit einigen Jahren verschiedenste Kopfhörer für Allround-PC teste, konnte ich mich persönlich nie so ganz für In-Ear-Modellen erwärmen. Vielleicht ist es die Form meiner Ohren, vielleicht bin ich aber auch zu sehr meine ohrumschließenden Kopfhörer und Headsets gewohnt, um mich mit dem Gefühl von Silikon-Noppen in meinen Gehörgängen anzufreunden. Viele Earbuds muss ich mehrfach im Ohr hin und her drehen, damit sie richtig halten und der Klang stimmt.

Wir haben den mehr oder weniger sicheren Halt der Pixel Buds Pro bereits im vorausgehenden Abschnitt behandelt, doch in Sachen Klangqualität können die neuen Google-Earbuds wirklich überzeugen. Ab dem ersten Einsetzen klingen beide Ohrhörer sehr gut, die 11-mm-Treiber leisten ganze Arbeit. Mit kraftvollen Bässen und einem insgesamt ausgewogenen Klangbild machen die Buds Pro genreübergreifend Spaß. Ein automatischer Equalizer reguliert einzelne Frequenzbereiche für optimalen Klang, wenn wir die Lautstärke verändern. Im Herbst möchte Google noch einen manuellen 5-Band-EQ nachliefern.

Diese und weitere Einstellungen werden nicht in einer zusätzlichen App, sondern direkt in den Bluetooth-Einstellung von Android vorgenommen. Hier sind auf einen Blick die Akkulaufzeiten beider Earbuds und der Ladeschale zu sehen, zudem lassen sich verlorene Kopfhörer wiederfinden, Google Assistant-Optionen einsehen und die Touch-Tastenbelegung nachschlagen. Über die Einstellungen lässt sich auch eine Multipoint-Verbindung aktivieren, mit welcher der fließende Wechsel zwischen der Wiedergabe vom Smartphone oder Laptop möglich ist.

Fazit

Der Erstversuch floppte, die zweiten Highend-Earbuds wurden eingestellt, nur die günstigen Pixel Buds A halten sich wacker. Zeit also für einen wirklich guten TWS-Kopfhörer von Google. Und mit den Pixel Buds Pro scheint der dritte Anlauf geglückt zu sein: Die kabellosen Kopfhörer kommen im schicken Design samt sehr gutem und kabellos aufladbaren Ladecase daher und haben technisch einiges zu bieten.

Die Touch-Steuerung funktioniert gut und intuitiv, auch wenn ein paar mehr Optionen zur Tastenbelegung nett gewesen wären. Die aktive Geräuschunterdrückung erfüllt ihren Zweck ohne Probleme und trägt zum lang anhaltenden Tragekomfort bei, einen ordentlichen Transparenzmodus gibt es obendrauf. Rund 30 Stunden Akkulaufzeit sind für mehrere Tage ausreichend, zumal die Buds im Ladecase flott aufgeladen und wieder einsatzbereit sind.

Wirklich günstig sind die Pixel Buds Pro aktuell mit rund 200 Euro nicht, dank Preisschwankungen könnt ihr die TWS-Kopfhörer im buchstäblich günstigen Moment jedoch schon für deutlich weniger erwischen.

Audio
Allround-PC.com Award
09/2022
Google Pixel Buds Pro
Empfehlung

Pro

  • sehr gutes, kabellos ladbares Case
  • IPX4 (Buds) und IPX2 (Case)
  • effiziente Touch-Steuerung
  • Anpassungen in Bluetooth-Einstellungen
  • Soundqualität

Contra

  • mittelmäßiger Halt für Sportler

Mit * markierte Links sind Affiliate-Links. Mit dem Kauf über diesen Link erhalten wir als Seitenbetreiber eine Verkaufsprovision ohne, das du mehr bezahlst.
Robin Cromberg ... studiert Asienwissenschaften und Chinesisch an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für die Ressorts Notebooks, Monitore und Audiogeräte bei Allround-PC.com zuständig, schreibt aber auch über Produktneuheiten aus vielen anderen Bereichen.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.