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Soundcore Liberty 4 im Test: In-Ears mit Herzfrequenzsensor

Kleine Earbuds mit großem Funktionsaufgebot

Anker hat die neuen Soundcore Liberty 4 In-Ears bis zum Rand mit Features vollgepackt, darunter sind auch eher ungewöhnliche Funktionen wie ein Gesundheitstracking mit integriertem Herzfrequenzmesser. Wie sich die Liberty 4 im Fitnessstudio und im Alltag schlagen, haben wir für euch getestet.

Design & Tragekomfort

Die namentlichen direkten Vorgänger der neuen Liberty 4 wären wohl die Liberty 3 Pro, mit ihrer Stäbchenform ähneln die Ohrhörer jedoch eher den Liberty Air 2 Pro. Im direkten Vergleich wirkt die vierte Generation ein ganzes Stück schlanker: Die Stäbchen sind deutlich kürzer geraten und auch der Ohrhörer selbst steht weniger weit aus den Ohren hervor.

Das abgerundete, glänzend weiße oder schwarze Gehäuse verleiht den Kopfhörern ein edles Äußeres, im Gegensatz zum sportlich eckigen Look der Vorgänger. Und das, obwohl gerade die Liberty 4 mit ihrem Herzfrequenzsensor zum Sportkopfhörer prädestiniert sind – doch hierzu später mehr.

Optisches Highlight ist erneut die elegante Ladeschale mit ihrem befriedigenden Schiebemechanismus zum Öffnen und Schließen. Mit leichtem Druck lässt sich der Deckel zur Seite schieben und schnappt etwa nach der Hälfte des Weges in die offene oder geschlossene Position. Anders als bei vielen vergleichbaren Ladeschalen lässt sich dieser Mechanismus auch problemlos mit einer Hand bedienen, was beim Sport sehr praktisch sein kann. Eingelegte Kopfhörer werden nun weiß beleuchtet, um den aktiven Ladestatus oder Pairing-Vorgang zu signalisieren. Eine zusätzliche LED am Rand der Ladeschale ist auch im geschlossenen Zustand sichtbar und zeigt in Weiß, Gelb oder Rot den verbleibenden Akkustand an.

Beim Komfort der Ohrstöpsel spielt natürlich auch das persönliche Empfinden der Tragenden eine große Rolle, mir selbst passten jedoch gleich die standardmäßigen Aufsätze in mittlerer Größe am besten. Die Ohrhörer sitzen fest im Ohr, dichten dabei aber gerade so stark ab, dass ich nicht völlig taub durch die Gegend laufe. Auch beim Sport verrutschen die Stöpsel kein Stück, zudem können die nach IPX4 gegen Spritzwasser geschützten Kopfhörer auch bedenkenlos bei Regen getragen werden.

Im Lieferumfang sind vier Ohrstöpsel-Sets enthalten. Wer Ohrstöpsel von Drittanbietern verwenden möchte, muss jedoch darauf achten, dass diese ebenfalls transparent sind. Damit der Herzfrequenzsensor ordentlich funktioniert, muss Anker zufolge Licht durch die Aufsätze dringen können.

Bedienung

Anker setzt beim Soundcore Liberty 4 nicht auf physische Tasten, sondern kapazitive Touch-Sensoren, die beim Zusammendrücken der „Stäbchen“ ausgelöst werden und sich durch haptisches Feedback anfühlen, als würde man eine echte Taste betätigen. Diese Art der Steuerung ist deutlich präziser und angenehmer als die übliche Touch-Bedienung, bei der oft das Antippen nicht immer zuverlässig erkannt wird. Das ist besonders bei Eingaben problematisch, die ein mehrfaches Antippen bzw. lautstarkes Trommeln auf das Ohr erfordern. Mit dem klaren Klick-Feedback der Liberty 4 fällt die Steuerung mehrerer Funktionen deutlich einfacher aus. Auch nach längerer Nutzung funktionieren diese kapazitiven „Tasten“ nahezu einwandfrei, nur in sehr seltenen Fällen reagierten die Sensoren nicht wie gewollt und mussten durch ein neues Koppeln zurückgesetzt werden.

Die Tastenbelegung kann in der App konfiguriert werden, dabei bleiben mit Optionen zur Lautstärkeregelung, Wiedergabesteuerung, Sprachunterstützung und dem Wechsel der ANC-Modi keine Wünsche offen. Auf zwei Earbuds lassen sich jeweils drei Funktionen für einfaches, doppeltes oder dreifaches Tippen festlegen. Auch die benötigte Betätigungskraft kann in der App angepasst werden.

Beim Wechsel zwischen Geräuschunterdrückung, Transparenz- und dem normalen Modus ertönt jeweils ein kurzer Signalton, dessen Bedeutung wir nach kurzer Eingewöhnungszeit leicht unterscheiden können.

Soundcore-App

Die angesprochene Soundcore-App stellt sich als sehr umfangreich heraus. Hier stehen auch mehrere Raumklang-Modi zur Auswahl, die den Klang stark verändern und sich beispielsweise besonders gut bei Filmen machen. Für In-Ears eher unkonventionell ist die Headtracking-Funktion, bei der der Klang (nach einer kurzen Kalibrierung) stets aus der gleichen Richtung kommt, wenn wir den Kopf drehen. Nette Spielerei, stellt aber im Alltag weder beim Musikhören noch bei der Wiedergabe von Videos und Filmen einen wirklichen Mehrwert dar.

Anders sieht es bei der aktiven Geräuschunterdrückung aus, die besonders in gut gefüllten Büroumgebungen ablenkende Umgebungsgeräusche hervorragend herausfiltert. Auch Wind- und Straßengeräusche werden erfolgreich unterdrückt, lediglich einzelne Schlaglöcher beim Busfahren resultierten hin und wieder in unsauberem Wummern.

In der App besteht zusätzlich die Option, eine adaptive Geräuschunterdrückung zu aktivieren. Hierbei wird der aktive ANC-Modus je nach Lautstärke der Umgebungsgeräusche angepasst. Praktisch ist das, wenn wir beim Musikhören keine Hände frei haben und plötzlich angesprochen werden. Die Liberty 4 schalten automatisch in den Transparenzmodus und ermöglichen es uns, den Gesprächsteilnehmer zu hören und ein kurzes Gespräch zu führen. Weniger praktisch ist die Funktion, wenn schon mittelstarkes Windrauschen oder Straßenlärm zum Anlass genutzt werden, den Musikgenuss durch plötzlich verstärkte Verkehrsgeräusche zu stören

Zum Sporteln: Gesundheitstracking über In-Ears

Nahezu einzigartig ist das Gesundheitstracking inklusive Herzfrequenzmesser, mit dem uns die Soundcore Liberty 4 nützliche Daten über das letzte Workout oder sogar unsere Körperhaltung im Alltag verraten. An sich ist das eine nette Idee, im Vergleich zu Fitness-Armbändern oder Smartwatches mit Tracking-Funktionen jedoch weniger praktisch. Letztere können problemlos 24 Stunden am Handgelenk verweilen, die Kopfhörer dagegen eher weniger.

Wer überwiegend im Team oder mit einem Partner trainiert, erhält also deutlich ungenauere Statistiken. Die Erkennung der Nackenhaltung kann bei übermäßiger Smartphone-Nutzung sehr hilfreich sein, vor allem durch die Erinnerungsfunktion, wenn wir länger als fünf Minuten mit gesenktem oder schiefem Kopf verweilen. Im Praxistest scheint die Herzfrequenzmessung jedoch recht akkurat zu sein (verglichen mit einer Galaxy Watch 4).

Bei Bedarf könnt ihr in der App noch Ziele hinsichtlich Kalorien oder Zeit festlegen. Der Sprachassistent Mia verrät euch während dem Training, wie hoch eure Herzfrequenz derzeit liegt und wie viel Restzeit noch übrig ist. Praktisch wäre jedoch auch, wenn die App eine Anzeige der Frequenz in der Benachrichtigungsleiste des Smartphones ausspielen würde. Fun Fact: Mia spricht die Herzfrequenz mit „Eins Hundert“ noch etwas seltsam aus.

Eigenschaften & Akkulaufzeit

Die Liberty 4 unterstützen die Verbindung mit zwei Quellen per Bluetooth Multipoint, wodurch Inhalte nahtlos abwechselnd vom Smartphone, Tablet oder Laptop wiedergeben werden können. Bei einer Multipoint-Verbindung muss allerdings aufgrund von Bandbreiteneinschränkungen auf den hochauflösenden LDAC Codec verzichtet werden. Die Nutzung des Codec erhöht außerdem den Stromverbrauch und soll gelegentlich die Stabilität der Verbindung beeinflussen.

Ohne LDAC und die übrigen Sonderfunktionen sollen die Kopfhörer bis zu neun Stunden durchhalten, das Ladecase erhöht die Akkulaufzeit auf bis zu 28 Stunden. ANC verringert die Wiedergabedauer um wenige Stunden, größere Abstriche müssen hingegen bei Nutzung des Raumklangs gemacht werden, der allerdings in der Regel nicht über einen längeren Zeitraum aktiviert wird.

Die exakte Akkulaufzeit lässt sich nicht sonderlich präzise nachvollziehen, da die App den Akkustand von Kopfhörern und Ladecase nicht in Prozent, sondern nur als ungenaues Batteriesymbol darstellt. In unserem Test kommen die Herstellerangaben jedoch ungefähr hin, mit regelmäßig aktiviertem LDAC und gelegentlicher ANC-Nutzung mussten die Liberty 4 erst nach mehreren Tagen ans Ladekabel. Dieses stellt in 15 Minuten bereits drei Stunden Wiedergabedauer her, insgesamt gehen Akkulaufzeit und Ladedauer also völlig in Ordnung. Erneut kann die Ladeschale auch über ein Qi-fähiges Gerät kabellos geladen werden.

Beim Langzeittest über mehrere Monate ist uns ein kurioses, aber auf Dauer störendes Problem aufgefallen: In sehr seltenen Fällen ertönt ein Signalton über beide Kopfhörer, der von der Art der Tonfolge ein wenig nach einem „Update abgeschlossen“- oder „Neue Benachrichtigung“-Hinweis klingt. Nach mehrfachem Überprüfen können wir jedoch beide Vermutungen ausschließen, zumal der Signalton auch bei aktiviertem Flugmodus auftritt. Eine wenig ergiebige Internetrecherche hat uns auf die Fährte des adaptiven Noise Cancellings geführt, das bei der Anpassung auf Umgebungsgeräusche einen Signalton abspielen soll. Das beschriebene Geräusch tritt jedoch kurioserweise nur im Liegen oder bei zurückgelehnter Haltung, beispielsweise im Flugzeugsitz, auf und entspricht nicht dem üblichen ANC-Signal. Da

Klangqualität

Trotz der genannten Kehrseiten lohnt sich das Zuschalten von LDAC für eine bessere Klangqualität allemal – zumindest dann, wenn nicht die längstmögliche Wiedergabedauer angestrebt wird. Bereits im Standardmodus können die kleinen Kopfhörer mit einem detailreichen Klangbild überzeugen, das durch LDAC deutlich aufgewertet wird.

In der App kann der Klang zusätzlich angepasst werden: Neben diversen EQ-Presets besteht außerdem die Wahl aus einem benutzerdefinierten 10-Band-Equalizer sowie “HearID”, wobei erst ein kleiner Hörtest durchgeführt und anschließend der bevorzugte Klang an mehreren Hörbeispielen ermittelt wird.

Fazit

Bei den Soundcore Liberty 4 handelt es sich um rundum verbesserte Nachfolger der letzten Anker-Earbuds im Stäbchen-Design, den Liberty Air 2 Pro. Trotz erweitertem Funktionsumfang fällt die neue Generation kleiner und unscheinbarer aus, durch sicheren Halt im Ohr sind sie gut für ihre neue Rolle als Sport-Kopfhörer geeignet. Inwiefern die begrenzten Gesundheits- und Fitnessfunktionen als Kaufgrund reichen, ist zwar von den Anforderungen des Käufers abhängig, auch ohne regelmäßige Herzfrequenzmessungen handelt es sich jedoch um solide In-Ear-Kopfhörer.

Klangqualität und -personalisierungsmöglichkeiten durch verschiedene Equalizer-Optionen, Akkulaufzeit und Ladegeschwindigkeiten sowie Wireless Charging und die Bedienung durch Tasten statt Touch-Getrommel machen die Anker Soundcore Liberty 4 zu angenehmen Begleitern im Alltag. Hinzu kommen Extras wie Raumklang mit Headtracking und Multipoint-Verbindungen. Unterm Strich wird für den fairen Preis von knapp 150 Euro einiges geboten.

Audio
Allround-PC.com Award
02/2023
Soundcore Liberty 4
Empfehlung

Pro

  • Guter Sound
  • Equalizer und Klangpersonalisierung
  • Case mit Wireless Charging
  • Bluetooth Multipoint-Verbindungen
  • Komfortabler Halt und Bedienung

Contra

  • Limitierungen bei Drittanbieter-Ohrstöpseln

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Redakteur Robin im grünen Pulli Robin Cromberg Redakteur

Robin schreibt seit 2014 News und Artikel für Allround-PC und ist hauptsächlich für die Ressorts der Eingabe- und Audiogeräte zuständig, berichtet aber auch über Produktneuheiten aus vielen anderen Bereichen. Für unsere Kanäle auf YouTube, TikTok und Instagram schneidet er regelmäßig Videos und ist hin und wieder auch vor der Kamera zu sehen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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