Apple hat mit den AirPods Pro 3 nach mehr als drei Jahren endlich ein Upgrade der wohl beliebtesten In-Ear-Kopfhörer auf dem Markt gebracht und verspricht neben einer besseren Akkulaufzeit, einen besseren Komfort auch doppelt so gutes ANC. Doch sind die AirPods Pro 3 wirklich so gut und können im Alltag überzeugen?
Apple bleibt preislich auf hohem Niveau, diesmal aber zumindest ohne Aufschlag. Die AirPods Pro 3 starten mit einer UVP von 249 Euro und sind seit September 2025 erhältlich. Damit sind sie sogar günstiger als die AirPods Pro 2 zum Launch, die 279 Euro gekostet haben. Im Handel liegen sie je nach Aktion inzwischen auch leicht darunter.
Design und Verarbeitung, inklusive IP-Zertifizierung
Optisch muss man schon genauer hinschauen, um den Generationssprung zu erkennen. Apple hat das Grunddesign nicht neu erfunden. Case und Hörer bleiben typisch AirPods Pro, nur etwas optimiert und minimal leichter. Neu ist vor allem, dass Apple die Passform stärker auf unterschiedliche Ohrformen getrimmt hat und jetzt fünf Silikonaufsätze beilegt, darunter auch eine sehr kleine Größe. Die Tips verfügen im Inneren nun über Schaumstoff, der für eine bessere Abdichtung sorgt. Das verbessert gleichzeitig den Klang und die Wirkung des ANC.
Dazu kommt die höhere Widerstandsfähigkeit: IP57 heißt konkret, dass die AirPods Pro 3 gegen Staub sowie gegen Schweiß und Wasser deutlich besser geschützt sind als noch die Vorgänger. Zum Schwimmen sind sie trotzdem nicht gedacht, aber die Angst vor einem nassen Moment muss man praktisch nicht mehr haben. Das gilt übrigens sowohl für die Kopfhörer als auch das Case.
Einrichten und Bedienung im Apple-Kosmos
Die Einrichtung ist nach wie vor super easy: Case aufklappen, iPhone danebenlegen, Popup antippen, fertig. Keine App-Suche, kein Pairing-Gefummel, kein Menü-Chaos. Genau das macht das Einrichten von AirPods und anderen Apple-Produkten so komfortabel. Danach sind die AirPods automatisch mit allen Geräten in der eigenen iCloud, also iPad, Mac, Apple TV und Co., über Multipoint gekoppelt. Das vereinfacht den Alltag um Längen, da man die Kopfhörer nicht ständig in den Pairing-Modus versetzen und mit einem neuen Gerät verknüpfen muss.

Außerhalb des Apple-Ökosystems funktionieren die AirPods Pro 3 auch. Gekoppelt werden können sie ganz einfach bei aufgeklappter Ladeschale über das Doppeltippen eines Touchsensors unterhalb der LED-Anzeige. Die Funktionalität ist unter Android natürlich etwas eingeschränkt, aber einfaches Musikhören und Wechseln zwischen Transparenzmodus und ANC ist über die AirPods selbst auch weiterhin möglich.
Sitz im Ohr und Tragekomfort
Bei mir sitzen die AirPods Pro 3 vernünftig. Ich kann sie locker drei bis vier Stunden tragen, ohne dass es drückt oder unangenehm wird. Das liegt auch an den Silikonaufsätzen mit Schaumkern, die besser abdichten und sich weicher anfühlen. Ein Punkt bleibt jedoch: Wenn ich viel spreche und dabei den Kiefer bewege, lockert sich der Sitz mit der Zeit etwas. Sie fallen zwar nicht heraus, aber ich muss sie gelegentlich nachjustieren.

Das ist kein Drama, fällt aber auf. Und als Besitzer der AirPods Pro 2 sehe ich noch einen kleinen Designnachteil: Durch die Form stehen die neuen In-Ears bei mir etwas mehr aus dem Ohr heraus. Das sieht manchmal etwas komisch aus. Die Pro 2 wirkten da dezenter und saßen bei mir optisch besser, auch wenn der reale Halt jetzt nicht schlechter ist.
Soundqualität
Klanglich legen die AirPods Pro 3 noch eine Schippe drauf. Sie sind spürbar lauter als die Vorgänger, bleiben dabei aber glasklar und verzerren selbst am Limit nicht. Der Bass packt kräftiger zu und das Klangbild wirkt insgesamt satter. Hier machen sich die neuen Treiber und das Feintuning bezahlt: Im direkten Vergleich hört man deutlich mehr Bühne, mehr Druck und eine bessere Dynamik – der Sound wirkt einfach lebendiger.
Leider weiterhin ohne Equalizer
Typisch Apple bleibt die Abstimmung neutral bis leicht warm und sehr gefällig, ohne dass man viel einstellen muss – oder kann. Für die breite Masse ist das perfekt. Persönlich vermisse ich dennoch einen manuellen Equalizer. Stattdessen gibt es nur Apples automatische, adaptive Anpassungen. Gerade beim Training im Gym, wenn ich Hardstyle höre, hätte ich gerne selbst die Kontrolle über den Bass-Pegel. Doch hier gilt nach wie vor Apples Philosophie: „Wir wissen am besten, wie es klingen soll.“
Geräuschunterdrückung und Transparenzmodus
Apple bewirbt das ANC als „doppelt so gut“. Diese Aussage lässt sich so nicht bestätigen, da das neue System kein vollkommen anderes Niveau erreicht. Eine Verbesserung ist jedoch eindeutig hörbar: Gleichmäßige Störquellen wie Bahn- und Straßenlärm, Motorengeräusche, Lüftungen oder Hintergrundgeräusche im Fitnessstudio werden spürbar konsequenter unterdrückt. In dieser In-Ear-Klasse und Preiskategorie bieten die AirPods Pro 3 damit das bislang stärkste ANC, das ich im Test erlebt habe.
Gute Qualität, aber leichtes Rauschen
Auch der Transparenzmodus bleibt richtig gut. Schon bei den Vorgängermodellen konnte Apple dabei meiner Meinung nach als bester Hersteller für In-Ear-Kopfhörer abschneiden. Man hört seine Umgebung sehr natürlich, ohne das Gefühl zu haben, dass die durch billige Mikrofone eingefangen wird. Ich habe hier aber ein kleines Aber, das auch andere Nutzer berichten: Bei mir ist ein leichtes Rauschen zu hören, so wie Wellen oder ein Ventilator im Hintergrund.
Das hatte ich bei den Pro 2 nicht. Es ist nicht laut, aber wenn man einmal drauf achtet, fällt es auf. Es ist nicht ganz klar, ob das ein Software-Fehler ist, oder ein Hardware-Problem. Sollte es ersteres sein, dann hoffe ich, dass Apple das mit einem Update beheben wird.
Funktionen und Pulssensor
Apple hat den AirPods Pro 3 auch ein paar neue Funktionen spendiert, die je nach Nutzer echt sinnvoll sein können. Der Hörmodus, also die Hörgerätefunktion, ist für Leute mit nachlassendem Gehör ziemlich praktisch, weil man damit Umgebungsstimmen gezielt anheben kann.

Dazu kommt der neue Dolmetschermodus mit Live Übersetzung über Apple Intelligence und iOS 26. Die Vorstellung klingt mega, im Alltag ist die Funktion in aktueller Form bisher nicht ganz so praktisch. Laut einigen Berichten gibt es eine kleine Verzögerung beim Übersetzen, und man muss dem Gegenüber erstmal erklären, warum er in seiner Muttersprache weitersprechen soll, man eine Übersetzung in den Kopfhörern hört, man dann in seiner eigenen Sprache antwortet und der Gegenüber die Übersetzung auf dem Display des iPhones ablesen kann.
Bei jungen Menschen vielleicht kein Problem – viele können aber auch halbwegs vernünftiges Englisch – bei älteren Personen durchaus etwas komplizierter. Für Reisen oder bestimmte Situationen kann das goldwert sein, ich würde es aber persönlich wahrscheinlich kaum nutzen. Verfügbar ist die Funktion in der EU aber ab Dezember 2025, ein entsprechendes Update dürfte also bald verteilt werden.
Perfekt für den Sport: Puls-Tracking ohne Apple Watch
Richtig spannend ist auch der neue Pulssensor in den Hörern. Gerade, weil Apple das sauber ins Fitness-System eingebunden hat. Man kann ohne Apple Watch Workouts starten und bekommt Pulsdaten direkt aus dem Ohr. Die Messung ist vergleichbar akkurat wie die Apple Watch. In Kombination mit einer Apple Watch entscheidet das System automatisch, welche Quelle gerade besser ist. Manuell umstellen geht nicht, aber im Alltag funktioniert das jedoch sehr zuverlässig. Für Leute, die keine Smartwatch tragen wollen und trotzdem einen Blick auf ihre Herzdaten werfen möchten, ist das ein echter Bonus.
Akkulaufzeit bis zu acht Stunden
Die Akkulaufzeit ist laut offiziellen Angaben etwas besser geworden und soll bis zu acht Stunden betragen. Das reicht im Alltag locker aus. In meinem Test habe ich die Kopfhörer eigentlich nie länger als drei bis vier Stunden getragen. Mit Case sind insgesamt 24 Stunden möglich. Schnellladen ist ebenfalls wieder mit dabei – ein paar Minuten im Case geben wieder genug Saft für ein bis zwei Stunden Musikgenuss.
Das ist keine rekordverdächtige Laufzeit, aber dennoch solide, vor allem weil Apple hier im Alltag sehr verlässlich ist. Vor Langstreckenflügen empfiehlt es sich, die optimierte Batterieladung auszuschalten, da der Akku sonst nur bis zu 80 Prozent geladen wird. Die letzten 20 Prozent könnten einem nochmal im Flieger helfen, wenn man zwischenzeitlich nicht einmal laden möchte.
Fazit
Die AirPods Pro 3 sind ein spürbares Upgrade, ohne dass Apple das Konzept neu erfinden musste. Sound, ANC, Komfort und Akku wurden verbessert, und gerade im Apple-Ökosystem funktioniert das Gesamtpaket wieder extrem rund. Das einfache Einrichten, der automatische Gerätewechsel und die stabile Verbindung machen im Alltag einfach Spaß, weil man sich um nichts kümmern muss.
Trotzdem gibt es ein paar Haken. Ein Equalizer ist weiterhin nicht vorhanden, wodurch der Klang nicht an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Dazu kommt das leichte Rauschen im Transparenzmodus, das bei mehreren Nutzern auftaucht und hoffentlich per Update verschwindet. Und wer von den AirPods Pro 2 kommt, wird merken, dass die neue Generation bei manchen Ohrformen etwas weiter aus dem Ohr herausstehen.
Unterm Strich: Wer schon AirPods Pro 2 besitzt, muss nicht zwingend upgraden, da der große Sprung ausbleibt. Wer aber hochwertige In-Ear Kopfhörer sucht, die beim Klang und bei der Geräuschunterdrückung ganz vorn mitspielen, bekommt hier eines der besten Gesamtpakete in der Preisklasse.
Pro
- verbesserter Klang & höhrere Lautstärke
- kräftiger Bass
- hervorragende Geräuschuntedrückung
- sehr guter Transparenzmodus
- IP57 Zertifizierung
- extrem leichtes Einrichten
- Multipoint über iCloud-Geräte
- Pulssensor für Sport
- solide Akkulaufzeit
Contra
- keine Personalisierbarkeit
- leichtes Rauschen im Transparenzmodus
- etwas größerer Formfaktor
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