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JBL Bar 500MK2 und 800MK2 im Test: Virtueller oder echter Surround-Klang für’s Wohnzimmer

Welche Soundbar ist die richtige für euch?
jbl bar 500mk2 soundbar mit subwoofer

Nach JBLs Flaggschiff-Soundbar 1300MK2 haben wir uns auch die Mittelklasse-Optionen angesehen: Die JBL Bar 500MK2 und Bar 800MK2! Taugt schon der rein virtuelle Surround-Sound per Abstrahlung, oder lohnt sich ein Upgrade für abnehmbare Rear-Speaker? Die Antwort darauf sowie unsere Erfahrungen erfahrt ihr in diesem Test.

Viele moderne Fernseher sind heute schon ab Werk mit Lautsprechersystemen namhafter Audio-Experten wie Bang & Olufsen, Bowers & Wilkins oder Harman Kardon ausgestattet. Doch wer schon vierstellige Summen für den neuen TV ausgegeben hat, möchte sich vielleicht nicht mit einer solchen Behelfslösung zufrieden geben.

MK2-Generation: Was ist neu & besser?

Mit der neuen MK2-Generation der Soundbars liefert JBL nun das passende Upgrade: Die Neuauflage bringt vor allem ein massives Plus an Gesamtleistung mit sich – selbst beim kleinsten Modell, der Bar 300MK2 (ab 319 Euro), wurde die Ausgangsleistung nahezu verdoppelt. Zu den weiteren Verbesserungen der 2. Generation zählen neue Versionen unterstützender Software, darunter MultiBeam 3.0 für eine breitere virtuelle Bühne, PureVoice 2.0 für klare Dialoge und eine ausgebaute JBL One App.

Ein wesentlicher Unterschied macht die Bar 500MK2 (ab 539 Euro) und Bar 800MK2 (ab 679 Euro) besonders für den Vergleich innerhalb des neuen Lineups interessant: Die Modelle 800, 1000 und 1300 sind mit abnehmbaren Rear-Speakern ausgestattet, die hinter den Zuschauenden platziert werden und echten Surround-Klang erzeugen, während die Bar 300 und 500 ausschließlich auf MultiBeam 3.0 – JBLs Beamforming-Technologie – setzen, die über gezielte Schallreflexionen eine breite virtuelle Bühne simuliert.

In unserem Test zum mächtigen Flaggschiff, der Bar 1300MK2, konnten die Rears bereits im Gesamtpaket überzeugen. Geht diese Formel auch bei der deutlich günstigeren Bar 800MK2 auf?

Überzeugen die JBL Soundbars? #pro&contra

jbl bar 800mk2 soundbar angebot bild

Simple Einrichtung per App

Die Inbetriebnahme der Soundbars gestaltet sich denkbar einfach: Die App erkennt das Gerät automatisch, einen Tastendruck an der Bar später wird die WLAN-Verbindung ohne manuelle Passworteingabe über das Smartphone direkt hergestellt. Ähnlich unkompliziert läuft die automatische Kalibrierung zur Raumkorrektur ab. Hierbei sendet die Soundbar Testsignale aus, analysiert über integrierte Mikrofone die Raumakustik und passt das Klangbild individuell an die Beschaffenheit des Zimmers an.

Anschlussseitig bieten beide Modelle HDMI eARC sowie einen USB-, einen optischen und einen HDMI-Eingang, um Konsolen wie die PlayStation oder Xbox direkt durchzuschleifen. Der Passthrough bleibt allerdings auf 4K bei 60 Hz limitiert. Während beide Systeme als 5.1-Setups inklusive eines kabellosen 10-Zoll-Subwoofers fungieren, liegen die Unterschiede im Detail: Neben den kabellosen Rear-Speakern hebt sich die Bar 800MK2 außerdem durch eine leicht erhöhte Leistung von 390 Watt (RMS) gegenüber den 375 Watt der Bar 500MK2 ab.

JBL Bar 800MK2: Einstiegslösung für echten Surround-Sound

Die Wahl der richtigen Soundbar fängt für viele Interessenten nicht bei den Klang- und Feature-Wünschen, sondern beim zur Verfügung stehenden Platz an: Voll ausgebaut, also mit angeschlossenen Rear-Speakern, nimmt die Bar 800MK2 mit knapp über einem Meter Breite ordentlich Platz auf dem TV-Lowboard ein – jedoch nicht ganz so viel wie die 1,4 Meter breite Bar 1300MK2.

Und obwohl die gesamte Serie sehr hochwertig verarbeitet wirkt, wird im Vergleich zum Flaggschiff-Modell deutlich, warum die Bar 800MK2 nur fast halb so viel kostet: Auch die Rear-Speaker wiegen nur die Hälfte ihrer 1300MK2-Gegenstücke und verzichten auf die nach oben gerichteten Lautsprecher sowie die integrierte Bluetooth-Funktion.

Der 10-Zoll-Subwoofer ist sogar größer, dafür aber aufgrund des Kunststoffgehäuses leichter als das Pendant der Bar 1300. Er steht aufrecht und kann dank der Wireless-Verbindung zur Soundbar (eine Stromverbindung wird weiterhin benötigt) flexibel im Wohnzimmer platziert werden.

Die Konnektivität umfasst WLAN, Bluetooth und Ethernet, womit die Bar 800MK2 auch dann für gute Unterhaltung sorgen kann, wenn mal kein Filmabend ansteht. Über die mitgelieferte Fernbedienung lassen sich die wichtigsten Funktionen ganz bequem steuern, den vollen Funktionsumfang inklusive WLAN-Features, Equalizer und Co. bietet die JBL One App am Smartphone.

Immersiver Surround-Klang mit Schwächen

Beim ersten Ausprobieren wird der Unterschied in Sachen Leistung sofort deutlich: Im Vergleich zum Flaggschiff donnert die 800MK2 etwas nachbarschaftsreundlicher los, macht aber in dynamischen Actionszenen mit 390 Watt RMS definitiv keine schlechte Figur. Die abnehmbaren Rear-Speaker treten zwar etwas subtiler in Erscheinung als beim großen Bruder, entfalten aber dennoch ihre Wirkung und lassen das Klangbild spürbar räumlicher und immersiver wirken.

Tatsächlich gefällt mir die Dynamik des Gesamtsystems bei einigen Filmszenen besser, wenn die Rear-Speaker direkt an der Bar angedockt bleiben: im getrennten Einsatz wirkt das Klangbild weniger ausgeglichen, da der sehr bassbetonte Sound der Soundbar dann deutlicher dominiert.

Dass der Surround-Effekt dennoch überzeugt, zeigt sich besonders bei Dolby-Atmos-zertifiziertem Material wie “Our Universe” mit Morgan Freeman auf Netflix. Aber auch die Surround-Wiedergabe von regulärem Filmmaterial kann überzeugen: Im Prolog zu Der Herr der Ringe geht das Grollen des Schicksalsberges spürbar über das reine Wirken des Subwoofers hinaus und wird von den Rear-Speakern atmosphärisch in den Raum getragen. Wenn im Hintergrund die Rüstungen klirren und Galadriels eindringliche Stimme über allem schwebt, kommt mit der Bar 800MK2 definitiv Kino-Stimmung auf.

Genau hier zeigt sich jedoch auch eine Schwäche des Systems: Vor allem die Stimmwiedergabe wirkt oft sehr bassbetont, da die Soundbar Schwierigkeiten hat, die oberen Mitten und Höhen in ausreichender Feinheit abzubilden, wie man sie im Kinosaal erwarten würde. Dieses Empfinden schwankt von Szene zu Szene: Während eindringliche Off-Stimmen wie der Galadriel-Monolog oder Morgan Freemans Erzählung teilweise etwas unausgeglichen wirken, klingen normale Dialoge zwischen Frodo, Gandalf und Co. schön klar.

JBL Bar 500MK2: Reicht virtuelle Simulation für Surround-Feeling?

Ironischerweise müsst ihr mit begrenztem Platz unterm Fernseher bei der Bar 500MK2 aufpassen: Mit 940 mm fällt die eigentlich kompaktere Soundbar noch ein wenig Breiter aus, als die durch abgenommene Rear-Speaker verkleinerte Bar 800. Dafür ist die 500 etwas schmaler und deutlich leichter geraten.

jbl bar 500mk2 soundbar vor tv auf sideboard

Gegenüber der Bar 800MK2 wird die kleinere Variante bei der Vernetzung durch den Verzicht auf einen Ethernet-Port etwas eingeschränkt, die sonstigen Anschlüsse und auch die Bluetooth-Konnektivität bleiben ihr jedoch erhalten. Ohne physische Rears setzt die Bar 500MK2 mit 375 Watt RMS und fünf Racetrack-Treibern plus vier Tweetern voll auf virtuelle Surround-Techniken per MultiBeam 3.0.

Ohne die Hintergrundlautsprecher kommt nicht ganz die immersive Geräuschkulisse auf, die uns bei der Bar 800MK2 so sehr in den Herr der Ringe Prolog hat eintauchen lassen. Und doch hebt sich der Klang von den physischen Limitationen der Soundbar ab und klingt räumlicher, als man es von der schlanken Leiste erwarten würde. Bei Dolby-Atmos-Inhalten klingen Soundeffekte durch Wandreflexionen überraschend breit.

PureVoice 2.0 lässt auch bei der günstigeren Soundbar die Muskeln spielen: Stimmen bleiben selbst bei niedrigen Pegeln oder in lauten Actionszenen gut verständlich und setzen sich klar vom übrigen Geschehen ab – obwohl auch hier die oberen Frequenzen nicht ganz hinterherkommen und etwa Galadriels Erzählerstimme bei höherer Lautstärke etwas scharf klingt.

Auch zum Musikhören bietet die Bar 500 eine große Klangbühne und hebt die Gesangsstimme deutlich von den Instrumenten ab. Der Bass ist dabei sehr prägnant, für manche womöglich sogar zu sehr.

Fazit: Welcher Soundbar soll’s sein?

JBLs neue Bar-MK2-Generation bietet eine unkomplizierte Lösung für alle, die ein Upgrade für ihren TV-Behelfssound suchen, aber denen der Platz für ausgefallene Soundanlagen fehlt. Sowohl die Bar 500MK2 als auch Bar 800MK2 lassen sich schnell einrichten, bieten sinnvolle App-Features inklusive automatischer Raumkorrektur und bringen mit ihren 10‑Zoll-Subwoofern deutlich mehr Fundament ins Wohnzimmer, als es die meisten TV-Lautsprecher jemals könnten.

Die größere 800MK2 (ab 539 Euro) punktet dabei vor allem mit den abnehmbaren Rear-Speakern, die bei passenden Inhalten tatsächlich für eine ordentliche Portion Kinoatmosphäre sorgen – auch wenn das System insgesamt sehr bassbetont bleibt und die Höhenauflösung gerade bei markanten Off-Stimmen nicht immer das Niveau eines vollwertigen Surround-Setups erreicht.

Die Bar 500MK2 (ab 319 Euro) verzichtet auf physische Rears und den Ethernet-Anschluss, klingt dank MultiBeam 3.0 aber räumlicher, als es ihre kompakte Bauweise vermuten lässt. Auch profitiert sie deutlich von JBLs PureVoice 2.0 Technologie, die Dialoge zuverlässig nach vorne holt.

Unterm Strich ist die 800MK2 die richtige Wahl, wenn ihr Platz für Rear-Speaker habt und Wert auf möglichst immersiven Surround legt, während die 500MK2 als schlankere, günstigere Lösung mit starkem Bass und klaren Stimmen schon einen großen Sprung gegenüber TV-Speakern und manchen All-in-One-Soundbars darstellt.

Wer hingegen noch mehr Budget für guten Sound aufbringen kann, sollte sich das 1500-Euro-Flaggschiff Bar 1300MK2 näher ansehen (bzw. genauer anhören). Die Unterschiede in Sachen Leistung und Surround-Klangqualität sind nicht unerheblich, aber auch die günstigeren Modelle können Filmabende im Heimkino deutlich aufwerten.

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Redakteur Robin im grünen Pulli Robin Cromberg Redakteur

Robin ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC tätig und Experte für Eingabegeräte und Audiogeräte. Er verfasst regelmäßig News und Artikel in diesen Bereichen, berichtet aber auch über Produktneuheiten aus zahlreichen anderen Technikkategorien. Für unsere YouTube-, TikTok- und Instagram-Kanäle schneidet er regelmäßig Videos und steht gelegentlich auch selbst vor der Kamera.

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