Mit dem Charge 6 bringt JBL seine Mittelklasse auf den neuesten Stand. Der Lautsprecher verbindet satten Klang mit langer Akkulaufzeit und praktischen Extras wie Auracast sowie der Powerbank-Funktion. Im Test klären wir, wo sich die sechste Generation von ihren Vorgängern und von anderen aktuellen JBL-Speakern unterscheidet.
Im Line-up von JBLs Bluetooth-Speakern markiert die Charge-Reihe die Schwelle zwischen super-portablen Mini-Modellen und leistungsstarken Party-Speakern. Mit der namensgebenden Powerbank-Funktion kommt jedoch erstmals eine nützliche Zusatzfunktion dazu, zudem lässt sich ein Trageband zum leichteren Mitnehmen anbringen.
Preislich liegt der Charge 6 inzwischen bei etwa 135 Euro, womit er nur geringfügig mehr kostet, als sein nächstkleinerer Verwandter, der Flip 7, den es mittlerweile schon ab 115 Euro gibt. Seine beachtliche Akkulaufzeit unterscheidet sich kaum vom nächstgrößerem Modell, dem Xtreme 4. Diesen gibt es jedoch bislang nicht unter 230 Euro, womit das Upgrade für mehr Leistung wohlüberlegt sein will.
Bekanntes Design mit neuem Kniff
Bei einer direkten Gegenüberstellung wirkt der Charge 6 wie die Mini-Me-Variante des Xtreme 4: Eine leicht gewölbte Pillenform mit Rundum-Stoffbezug, gummierter Standfläche und seitlichen Bassradiatoren sowie die großen, mittig auf der Oberseite platzierten Bedienelemente zeigen, dass der Charge eher mit den größeren, vorrangig stationär verwendeten Modellen verwandt ist.
Noch größer wird die Ähnlichkeit zum Xtreme durch einen neuen und wertig verarbeiteten Tragegurt, der wahlweise auf einer oder beiden Seiten befestigt werden kann. Damit gelingt dem Charge 6 der Spagat zwischen Mobilität und stationärem Einsatz nun noch überzeugender als zuvor.
Wasserdicht und tragbar
Für die Outdoor-Tauglichkeit spricht auch die IP68-Zertifizierung, nach welcher der Speaker umfassend gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt ist. Anders als der Xtreme 4, der aus irgendeinem Grund “nur” die Schutzklasse IP67 erhält, kann der Charge 6 also auch dauerhaft (bis zu einem Meter Tiefe) unter Wasser getaucht werden. Idealerweise sollte das natürlich nicht passieren, doch so geht er immerhin nicht sofort kaputt, wenn er euch mal aus dem Schlauchboot in den See fällt.
Wie bei allen aktuellen JBL-Modellen ist auch der Charge 6 auf der Rückseite mit einem wasserdichten USB-C-Anschluss versehen. Dieser wird nicht erst über eine umständliche Gummiabdeckung erreicht und dient wahlweise zum Aufladen des Speakers oder zum Laden eines weiteren Geräts, beispielsweise dem Smartphone. Sonstige Anschlüsse, oder eine Möglichkeit zum Öffnen des Speakers und Auswechseln des Akkus – wie beim Xtreme oder der BoomBox – gibt es nicht.
JBL verzichtet hier auf Beleuchtung wie beim neulich erschienenen Grip, lediglich der Akkustand wird grob über eine weiße LED-Leiste an der Vorderseite visualisiert. Eine präzisere Angabe der verbleibenden Akkulaufzeit ist in der App einsehbar.
Eigenschaften & App
Trotz Powerbank-Funktion und App-Unterstützung halten sich die Extrafunktionen des Charge 6 noch in Grenzen: Eine Freisprecheinrichtung sucht man beispielsweise vergeblich, denn auf dieses Feature verzichtet JBL in seiner Charge-Reihe schon seit mehreren Generationen. Auch der Klinkenanschluss wurde längst gestrichen, dafür besteht jedoch die Möglichkeit zur verlustfreien Audiowiedergabe per USB-C. So lässt sich beispielsweise der Klang von Wiedergabequellen aufwerten, die keine Verbindung via Bluetooth unterstützen.
Über die JBL Portable App lassen sich nicht nur Equalizer-Einstellungen und Software-Updates verwalten, sondern auch Zusatzfunktionen wie der Playtime Boost aktivieren. Dieser Modus verlängert die Wiedergabedauer um einige (bis zu vier) Stunden, indem er die Klangabstimmung energieoptimiert anpasst.
Je nach Modell fällt der Soundverlust in diesem Modus unterschiedlich aus: Beim Flip 7 bleibt der Klang trotz reduzierter Bässe weitgehend ausgewogen, während der kleinere Go 4 deutlich höhenbetonter und unnatürlicher klingt. Beim Charge 6 gelingt JBL dieser Kompromiss spürbar besser: der Boost-Modus mindert die Dynamik zwar leicht, bewahrt aber ein stimmiges Klangbild.
Neu dabei: Auracast!
Eine wesentliche Neuerung ist die Unterstützung von Auracast, der neuen Übertragungstechnologie auf Basis von Bluetooth LE Audio. Hiermit lassen sich mehrere Lautsprecher, die dieses Feature unterstützen, drahtlos zu einem System koppeln. So können etwa mehrere Räume gleichzeitig mit Musik bespielt oder identische Boxen als Stereo-Paar verbunden werden.

Theoretisch funktioniert das auch mit kompatiblen Geräten anderer Hersteller, sofern diese Auracast unterstützen. Für eine Kopplung zweier Auracast-Geräte reicht es, erst die entsprechende Taste auf dem Quell-Speaker und schließlich auf den zu koppelnden Modellen zu drücken.
An Besitzer älterer JBL-Modelle muss an dieser Stelle wieder die traditionelle Warnung ausgesprochen werden: Die Einführung von Auracast bedeutet auch die Abkehr von PartyBoost, JBL Connect und JBL Connect+. Somit lässt sich der Charge 6 ausschließlich mit aktuellen JBL-Modellen verbinden, die Auracast ebenfalls unterstützen.
Klangqualität
Klanglich macht der JBL Charge 6 einen deutlichen Schritt nach vorne. Im Vergleich zum Vorgänger spielen Mitten und Höhen klarer, während der Bass bei moderater Lautstärke spürbar zulegt. Dadurch wirkt der Lautsprecher insgesamt ausgewogener und vielseitiger. Kleinere Klang-Anpassungen werden über die App per 7-Band-Equalizer vorgenommen.
Bei bis zu mittlerer Lautstärke bleibt dieser Sound auch angenehm rund, mit ausgewogener Dynamik und guter Detailtreue. Erst im oberen Drittel des Lautstärkebereichs verliert der Charge 6 an Struktur: Die Höhen werden schriller, der Bass weniger kontrolliert. Damit teilt er die Schwächen vieler kompakter Bluetooth-Speaker, die auf hohe Leistung einfach nicht ausgelegt sind. Für drinnen ist das kein Problem: im Gegenteil, hier wirkt der Klang je nach Song sogar fülliger als beim größeren Xtreme 4, der auf maximale Lautstärke optimiert ist.
Dennoch fühlt sich der Charge am wohlsten in kleineren Räumen oder in Umgebungen mit mittlerem Geräuschpegel. In einem Großraumbüro liefert er noch genug Lautstärke für unaufdringliche Hintergrundmusik, ohne Gespräche zu übertönen. Wird es jedoch lauter, kippt das Klangbild ins Unausgewogene. Der Xtreme 4 bleibt hier stabiler und ist damit weiterhin die bessere Wahl für größere Flächen oder Outdoor-Partys.
Reichlich Akku bei mittlerer Lautstärke
Allgemein ist die Akkuleistung ein wesentlicher Vorteil des Charge 6 gegenüber kleineren JBL-Modellen: Bei moderater Lautstärke sind bis zu 24 Stunden möglich, im Playtime-Boost-Modus kommen bis zu vier Stunden ohne größere Kompromisse hinzu. Nach unserer Einschätzung kommt die reale Laufzeit nah an die Herstellerangaben heran, solange die Lautstärke im niedrigen Bereich bleibt. Bei höheren Lautstärken sind 24 Stunden nicht erreichbar.
Fazit zum JBL Charge 6
Mit dem Charge 6 liefert JBL ein rundes Update seiner beliebten Mittelklasse-Serie. Die neueste Generation punktet erneut mit solider Verarbeitungsqualität, langen Laufzeiten und einem ausgewogenen Klangbild, das besonders bei moderaten Lautstärken überzeugt.
Sinnvolle Neuerungen umfassen den neuen Tragegurt sowie Auracast, womit andere (aktuelle) JBL-Speaker auf Knopfdruck gekoppelt werden können. Wer ältere JBL-Speaker besitzt, muss jedoch bedenken, dass sich diese nicht mehr über diesen neuen Standard verbinden lassen.
Insgesamt bleibt der Charge 6 jedoch eine ausgewogene Wahl für alle, die Wert auf eine vielseitige Nutzung zu Hause oder unterwegs und gute Klangqualität in kompakter Form legen. Wer überwiegend größere Räume bespielen oder auf voller Lautstärke hören möchte, ist mit dem nächstgrößeren, aber auch wesentlich teureren Xtreme 4 besser beraten.
Pro
- Ausgewogener Klang mit klaren Mitten und kräftigem Bass
- Lange Akkulaufzeit + Powerbank-Funktion
- Auracast-Unterstützung
- Robustes, wassergeschütztes Gehäuse (IP68)
- Lossless Audio per USB-C
- Praktischer Tragegurt
Contra
- Keine Freisprechfunktion oder Klinkenbuchse
- Klang verliert bei hoher Lautstärke an Qualität
- Nicht kompatibel mit älteren JBL-Systemen (kein PartyBoost/Connect)
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