JBL legt bei seinen Party-Lautsprechern nach: Die neuen PartyBox 130 und PartyBox 330 bringen mehr Leistung, ein frisches Design und moderne Features mit. Doch wie groß sind die Unterschiede wirklich? Und für wen lohnt sich welches Modell? Wir haben den Test der portablen Lautsprecher-Türme gemacht!
In der Kategorie der Party-Lautsprecher kann man sich bei JBL inzwischen eine ganze Weile durch das Sortiment scrollen. Von vergleichsweise kompakten Modellen wie dem PartyBox Encore 2 ab 250 Euro bis hin zur wuchtigen PartyBox Ultimate für knapp 1.000 Euro deckt der Hersteller unterschiedlichste Größen- und Leistungsklassen ab, dazu gesellen sich passendes Zubehör wie Mikrofone und Partylichter.
Was kosten die JBL PartyBox 130 und 330?
Die neuen JBL PartyBox 130 und PartyBox 330 siedeln sich dabei eher im unteren beziehungsweise mittleren Bereich der Serie an – sowohl preislich als auch hinsichtlich der Leistung. Die PartyBox 130 kostet regulär 399,99 Euro UVP, wird zum Testzeitpunkt allerdings bereits ab 330 Euro angeboten. Für die größere PartyBox 330 werden 599,99 Euro UVP aufgerufen, verfügbar ist die Kiste aber schon ab 499 Euro.
Gegenüber ihren Vorgängern, der PartyBox Club 120 und PartyBox Stage 320, hat JBL nicht nur das Design gehörig überarbeitet, sondern auch bei der Leistung nachgelegt – beide gewinnen jeweils 40 Watt hinzu. Auf dem Papier unterscheiden sich beide Modelle ansonsten weniger deutlich, als es der Preisabstand zunächst vermuten lässt. Die eigentliche Frage lautet daher: Wie viel Mehrwert bieten die größere Bauform, zusätzliche Leistungsreserven und der stärkere Akku der PartyBox 330 tatsächlich?
Design & Beleuchtung
Größere Veränderungen gegenüber den Vorgängern gibt es beim Design, insbesondere der Beleuchtung: Die zuvor achtförmige Beleuchtung rund um die beiden Hochtöner ist einer kantigeren und etwas zurückhaltenderen Gestaltung gewichen. Auch die Sternenlichter der Vorgänger gibt es nicht mehr. Insgesamt wirken auch die neuen Gehäuse etwas runder und moderner.
Die Lichtshow gefällt trotzdem: Animationen laufen sehr flüssig und Farb- sowie Effektwechsel reagieren stimmig auf die Musik. Bei der PartyBox 330 fällt die Beleuchtung durch einen zusätzlichen schmalen LED-Streifen um die Treiber noch etwas aufwendiger aus.
Ebenfalls neu ist die Bedienung auf der Oberseite: Statt mehrerer einzelner Regler gibt es einen großen zentralen Drehknopf. Über eine Menütaste wird zwischen verschiedenen Funktionen gewechselt, so lassen sich anschließend Lautstärke, Wiedergabe und Beleuchtung über denselben Knopf steuern. Ein LED-Ring visualisiert die aktuelle Einstellung und kann beispielsweise auch den Akkustand anzeigen. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das recht intuitiv.
Regendicht und sehr mobil
Beide Modelle sind nach IPX4 gegen Spritzwasser – also vor allem Regen – geschützt und können damit bedenkenlos bei Partys im Freien aufgestellt werden. Wirklich wasserdicht sind die Partyspeaker allerdings nicht, sollten also vom Poolbecken ferngehalten werden. Wenn die Party trotz Wasserschutz beim Wolkenbruch nach Drinnen verlegt wird, kommen die praktischen Tragegriffe zum Einsatz.
In beiden Fällen wurden die Griffe vergrößert, insbesondere die PartyBox 130 lässt sich mit einem umklappbaren und nun deutlich größeren Griff bequemer befördern als ihr Vorgänger. Mit 29,84 × 57,5 × 30,3 Zentimetern und 11,3 Kilogramm ist die 130 zudem deutlich handlicher als ihr großer Bruder.
Denn die 330 misst 33,4 × 66,3 × 37,5 Zentimeter und bringt 17,1 Kilogramm auf die Waage, weshalb sie anstelle eines einfachen Tragegriffs mit einem ausziehbaren Griff und Rollen wie bei einem Rollkoffer ausgestattet ist. Insgesamt sind Griffe und Rollen sehr hochwertig umgesetzt und tragen zum wertigen Gesamteindruck der PartySpeaker bei.
Auch bei den Anschlüssen gibt es zwischen PartyBox 130 und 330 kaum Unterschiede. Beide bieten einen 3,5-mm-AUX-Eingang, einen optischen Eingang sowie Anschlüsse für zwei Mikrofone oder ein Mikrofon und eine Gitarre – über einen Schieberegler kann der zweite Anschluss umgeschaltet werden.
Hinzu kommt USB-C, worüber sich Musik auch digital und verlustfrei zuspielen lässt. Gleichzeitig können angeschlossene Mobilgeräte darüber via Powerbank-Funktion mit Strom versorgt werden. Sehr praktisch: Das Anschluss-Panel wird beim Öffnen der Schutzklappe automatisch beleuchtet.
Features & App: Auracast am Start!
Bei der Ausstattung liegen beide Modelle sehr dicht beieinander: Neben den erwähnten Anschlüssen unterstützen Sie Bluetooth 6.0, Auracast und die Nutzung per JBL One App. Auracast vereinfacht die Kopplung mehrerer Lautsprecher über einen simplen Knopfdruck am Lautsprecher. Die Bluetooth-Funktion läutete schon vor einiger Zeit das Ende ständig wechselnder Verbindungsmethoden ohne Abwärtskompatibiliät bei JBL ein.

Die Partyboxen 130 und 330 lassen sich auf Knopfdruck also auch mit ihren Vorgängern und vielen weiteren, aktuellen JBL-Speakern koppeln. Doch da geht noch mehr: Bisher konnten die meisten JBL-Lautsprecher trotz Auracast-Unterstützung (zumindest offiziell) nur mit kompatiblen Geräten von JBL gekoppelt werden, nun lassen sich über die Option “Auracast Assistent” in der App auch kompatible Geräte von Drittanbietern verbinden – sowohl als Empfänger als auch Sender. Ein wirklich sinnvolles Upgrade, mit dem JBL seine unerklärliche Sprunghaftigkeit bei den Verbindungsmethoden fast wieder gutmacht.
JBL One App: Viele Lichteffekte, wenig kreative Freiheiten
In der JBL One App können außerdem Klang und Beleuchtung angepasst werden. Die Optionen fallen umfangreicher als beim durchschnittlichen Bluetooth-Speaker aus, entpuppen sich in einigen Fällen aber eher als Gimmick. Praktisch ist, dass sich die verfügbaren Lichtshow-Presets einschränken lassen, sodass beim Durchschalten am Lautsprecher nur die bevorzugten Effekte aufgeführt werden.
Weniger überzeugend ist das “Effektlab”: Hier lassen sich verschiedene Soundeffekte einspielen und die Wiedergabe verzerren, das ganze kommt aber ohne jegliche Erklärung oder tiefgreifende Gestaltungsmöglichkeiten aus. Soundeffekte überlagern sich nicht sinnvoll und schneiden sich beim erneuten Auslösen ab, andere Effekte halten nur wenige Sekunden an. Das wirkt eher wie ein Gimmick, das man einmal ausprobiert und dann nie wieder anrührt.

Etwas langfristigeres Unterhaltungspotenziel verspricht der Tonhöhenwechsler, mit dem sich die laufende Musik in mehreren Stufen nach oben oder unten transponieren lässt. So klingt der altbekannte Song plötzlich deutlich fröhlicher oder melancholischer, was zum Experimentieren einlädt.
JBL bewirbt beide Modelle außerdem mit AI Sound Boost und Smart EQ, wobei das Audiosignal automatisch analysiert und die Wiedergabe angepasst werden soll. Dieses Feature kennen wir bereits von anderen Bluetooth-Speakern des Herstellers, ebenso wie das Fehlen eines Belegs seiner Wirkung. Eine Möglichkeit zum direkten Ein- und Ausschalten von AI Sound Boost gibt es nicht, wodurch sich der tatsächliche Einfluss der Funktion im Test kaum nachvollziehen lässt.
Wechselakku und Powerbank
Beide Partyspeaker verwenden austauschbare Akkus und können sogar per Kabel verwendet werden, wenn der Akku entnommen wurde – und beispielsweise an der separat erhältlichen Ladebox geladen wird. Die PartyBox 130 verwendet die JBL Battery 200 mit 34 Wh und einer maximalen Laufzeit von 15 Stunden, in der PartyBox 330 steckt die größere JBL Battery 400 mit 68 Wh und bis zu 18 Stunden Laufzeit.
Beide Werte sind stark von der Nutzung abhängig und werden vermutlich nur ohne Lichtshow und bei reduzierter Lautstärke erreicht. Es handelt sich zudem um proprietäre Akkus von JBL, standardisierte Akkus von Drittanbietern können nicht verwendet werden.
Klang: Zwei Basswunder im Duett?
Beide Lautsprecher verfolgen eine klar erkennbare Party-Abstimmung: viel Bass, ordentlich Pegel und ein insgesamt effektvoller Klang mit sauberen Stimmen und einer recht breiten Klangbühne. Besonders elektronische Musik und moderne Pop-Produktionen passen gut zu dieser Abstimmung und werden schön satt wiedergegeben. Bei Rock und stärker mittenbetonter Musik zeigt sich dagegen, dass die Bässe und Höhen teilweise recht dominant auftreten.
PartyBox 130: Bassbetonte Abstimmung mit schwächeren Mitten
Bereits die PartyBox 130 arbeitet mit 200 Watt, zwei 5,25-Zoll-Tieftönern und zwei 25-mm-Seidenkalotten-Hochtönern und wird schon bei niedriger bis mittlerer Lautstärke ordentlich laut. Je nach Musikrichtung und Aufstellung kommt der Bass jedoch als permanentes Grundwummern zur Geltung, das sich für eine ausgewogenere Wiedergabe teilweise erst per Equalizer zügeln lässt.

Die Bassverstärkung im Modus „Durchschlagend“ verbessert das für meinen Geschmack nicht wesentlich. Statt mehr Kontur gibt es vor allem noch mehr Bassfundament.
Die Höhen treten ebenfalls recht deutlich hervor und können bei hoher Lautstärke und im direkten Vergleich zu den Mitten etwas scharf wirken. Letztere geraten bei Rock, Metal oder gitarrenlastiger Musik stellenweise ins Hintertreffen, egal wie viel am EQ gedreht wird.
PartyBox 330: Mehr Druck, mehr Klangkontrolle
Die PartyBox 330 legt mit 280 Watt, zwei 6,5-Zoll-Tieftönern und zwei überarbeiteten 25-mm-PEN-Dome-Hochtönern noch eine Schippe drauf: Im direkten Vergleich klingt sie deutlich voller und souveräner, der Bass besitzt mehr Druck, wirkt gleichzeitig aber ein Stück kontrollierter und weniger wummernd als bei der 130.

Auch im Hochton zeigt sich ein klarer Vorteil: Während die 130 bei hoher Lautstärke etwas schrill werden kann, bleibt die 330 länger angenehm und sauber. Insgesamt wirkt das Klangbild ausgewogener und auch bei höheren Pegeln weniger angestrengt. Die 80 Watt Mehrleistung machen sich deshalb weniger bei normaler Zimmerlautstärke bemerkbar als vielmehr dann, wenn größere Räume beschallt oder hohe Pegel verlangt werden.
Fazit: Welche PartyBox lohnt sich eher?
JBL liefert mit der PartyBox 130 für 340 Euro und PartyBox 330 für knapp 600 Euro zwei umfangreich ausgestattete Party-Lautsprecher, die sich funktional sehr ähnlich sind. Beide bieten eine gelungene Lichtshow, moderne Verbindungsmöglichkeiten, austauschbare Akkus und zahlreiche Anschlüsse – auch für Mikrofone und Instrumente.
Die PartyBox 130 punktet vor allem mit ihrer besseren Mobilität. Ihre 200 Watt liefern bereits reichlich Lautstärke und Bass, auch wenn die Abstimmung stellenweise etwas wummernd und im Hochton recht scharf, bei den Mitten dafür schwächer ausfällt.
Die PartyBox 330 ist deutlich größer und sechs Kilogramm schwerer, lässt sich dank Rollen und Teleskopgriff aber komfortabel bewegen. Klanglich bietet sie nicht nur ein reines Leistungs-Upgrade: Der Bass wirkt ein Stück voller und kontrollierter, die Höhen besonders bei hohen Pegeln angenehmer.
Der satte Aufpreis fließt damit weniger in zusätzliche Funktionen als in leicht besseren Klang, mehr Leistung, einen größeren Akku und das komfortablere Transportkonzept. Wer möglichst mobil bleiben möchte, ist mit der PartyBox 130 gut bedient. Für größere Räume und höhere Ansprüche an Pegel und Klangreserven bietet die PartyBox 330 den klareren Mehrwert, obwohl der Preissprung sehr steil wirkt.
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