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Roadtrip mit dem Ford Mustang Mach-E GT: Reichweitenangst vorprogrammiert?

Von Köln nach München, und zurück!
Ford Mustang Mach E GT

Mit dem E-Auto einen langen Roadtrip machen, das war meine Herausforderung mit dem Ford Mustang Mach-E GT. Ihr denkt jetzt vielleicht: Rein elektrisch? Der muss ja aufladen! Mit welcher Ladekarte eigentlich? Und was, wenn er mal nicht lädt? Genau diese Fragen hatte ich vor der ersten Etappe auch, doch am Ende lief alles einwandfrei – und die Ladepausen waren tatsächlich sehr entspannend.

Es ist mal wieder soweit: Wir schauen etwas über den Tellerrand hinaus und haben uns dafür einen Ford Mustang Mach-E GT geschnappt, ein sehr sportliches Elektroauto. Erste Eindrücke vom elektrischen Pferdchen konnten wir uns bereits letztes Jahr machen (schaut gern mal ins TikTok-Video rein), doch nun stand das nächste Level an: Ein längerer Roadtrip, der eine Ladepause erfordert.

Was für viele, bereits erfahrene E-Auto-Nutzer womöglich ein „Klacks“ ist, wird für viele aber auch unbekanntes Terrain sein. So unter anderem auch für mich, denn ich habe zwar schon einige Erfahrungen mit einem Elektroauto gesammelt (so zuletzt mit dem Polestar 2), bin aber noch nie bewusst Strecken über die maximale Reichweite des Akkus hinaus gefahren.

Da stellen sich natürlich mehrere Fragen: Plant das Elektroauto nötige Ladestopps für die gewünschte Route von Köln nach München automatisch ein? Wie sollte man sich für so einen E-Roadtrip vorbereiten? Und wie stark verlängert sich eine Reise durch das Aufladen? Das möchte ich euch in diesem Beitrag mit ein paar persönlichen Eindrücken beantworten.

Ford Mustang Mach-E GT: Sportlich, dynamisch, modern

Der Mach-E GT ist die Topvariante des Elektro-Mustangs, die es ausschließlich mit Extended Range Batterie (98,7 kWh brutto) als Allradvariante zu kaufen gibt. Insgesamt stehen euch bis zu 358 kW (487 PS Systemleistung) und max. 870 Nm Drehmoment zur Verfügung. Damit beschleunigt das Fahrzeug in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Abgeriegelt ist er bei knapp 200 km/h.

Und trotz der Mustang-typischen Leistung werden viele von euch sicherlich sagen: „Puh, das ist kein Mustang für mich. Wo ist der V8? Und das typische Muscle Car Design?“ Ja, auch ich würde wohl das flache Coupé bevorzugen, doch auch der Mach-E GT, besonders in Cyber Orange, sticht definitiv aus der Masse hervor und bietet einige Mustang-Merkmale. Dazu zählen natürlich in erster Linie die Symbolik auf Front und Heck, aber auch die aggressiven Frontscheinwerfer und die typischen Heckleuchten.

Auch wenn ihr die Sportauspuffanlage vergebens sucht, im Modus „Temperamentvoll“ gibt es immerhin einen künstlich erzeugte V8-Blubbern, das dynamisch zur Beschleunigung aus den Lautsprechern ertönt – mag ich.

Weitere Eigenschaften:

Im Inneren kann der Mach-E GT mit einer hochwertigen Polsterung in Lederoptik mit schicken Ziernähten, Elementen in Wildlederoptik und einer mit Stoff bezogenen „Soundbar“ glänzen. Im Fokus steht besonders der große 15,5 Zoll Bildschirm mit großem Lautstärkerad, auf dem das Ford Sync 4A System läuft. Hinter dem Lenkrad sitzt zudem eine 10,2 Zoll große Instrumententafel.

Bild: Ford

Den Ford Mustang Mach-E GT gibt es ab 86.200 Euro UVP, den normalen Mach-E mit Heckantrieb und Standard Range Batterie (75,7 kWh) startet ab 62.900 Euro UVP – was deutlich mehr als die 46.900 Euro sind, die damals zur Markteinführung genannt wurden.

Reichweite: WLTP & Realität

Laut WLTP-Zyklus soll der Mach-E GT kombiniert 21,2 kWh auf 100 Kilometer verbrauchen und Ford zufolge eine maximale Reichweite von 490 Kilometer ermöglichen. Das klingt nach einem soliden Wert für eine Strecke von knapp 560 Kilometer von Köln ➜ München. Bedeutet also: Nur ein mal aufladen, oder?

Natürlich ist die reale Reichweite von vielen Faktoren abhängig, darunter Außentemperatur, zusätzlich aktivierte Funktionen (wie Klimatisierung), Fahrstil und – allem voran – die Geschwindigkeit. Nach 1.500 Kilometern, die zu über 90 % auf der Autobahn mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h entstanden sind, kommen wir auf einen Wert von 27 kWh pro 100 km.

Mit den etwa 88 kWh nutzbarer Akkukapazität (netto) kommt der Mach-E GT in diesem Szenario auf eine Reichweite von etwa 300-320 Kilometer. Das ist zwar solide und durchaus brauchbar, aber angesichts der Akkugröße nicht ganz so effizient, wie erwartet. Im Stadtverkehr oder auf der Landstraße dürfte der Mach-E GT dann aber etwas genügsamer sein und vermutlich im Bereich 20 – 22 kWh auf 100 km liegen.

Aufladen: Wo? Wie oft? Wie teuer?

Zum Aufladen habe ich mir das EnBW-Netz ausgesucht, das vor allem auf dem Weg nach München einige Säulen anbietet. Zusammen mit der mobility+ App könnt ihr dabei nicht nur eine Route erstellen lassen (dazu gleich mehr), sondern auch live einsehen, wie viele Ladepunkte noch frei sind, wie viel Leistung die Säule anbietet und was das Laden dort kostet.

EnBW mobility+ App

Als ADAC-Mitglied gibt es den e-Charge Tarif mit kostenloser Ladekarte und 51 ct pro kWh beim Laden an EnBW-Stationen und 60 ct pro kWh an Säulen anderer Betreiber. Dieser Vorteilstarif steht jedoch auch Strom- und Gaskunden der EnBW (inklusive Yello) zur Verfügung. Es gibt aber noch natürlich noch weitere Anbieter, Tarife und Ladekarten, die womöglich besser zu euch und eurem E-Auto passen.

Mein Tipp: A Better Routeplanner

Zur Routenplanung kann ich euch auch ABRP, oder „A Better Routeplanner„, empfehlen. Dort könnt ihr sowohl über die App (Android und iOS) als auch die Webseite euer Fahrzeug angeben, eure bevorzugten Ladenetzwerke sowie verfügbaren Ladekarten hinterlegen und eine Route erstellen lassen. ABRP gibt euch dann an, wo ihr im besten Fall wie lange laden müsst, um z.B. mit gewünschten 10 % SoC (State of Charge) am Ziel anzukommen.

ABRP-App

Nachdem ich nicht mit nur 1 % SoC bei der ersten Ladesäule ankommen wollte, habe ich mir das erste Ziel bei etwa 20 % Restkapazität gesetzt und stand daher schon nach 255 Kilometern an einer EnBW-Säule am Hockenheimring (.. wo der GT sicherlich auch eine gute Figur machen würde). Ladekarte raus, ranhalten, freien Stecker wählen, in die Ladebuchse packen, kurz warten und dann geht das Laden los.

Zeit für einen Kaffee und ein Mittagessen

Doof nur, dass ich nicht ganz genau hingesehen habe und die Säule ihre 150 kW Leistung auf zwei CCS-Stecker mit je 75 kW Leistung aufteilt. So konnte der Mach-E seine maximale Ladeleistung von 150 kW zwar nicht ausschöpfen, lud dabei aber sehr konstant mit der maximal verfügbaren Leistung der Säule in 35 Minuten von 20 % auf 67 % – was perfekt für einen ersten Kaffee am Morgen war.

Den zweiten Stopp legte ich dann, dieses Mal mit mehr Fokus auf genug Ladeleistung, in Kirchheim unter Teck ein. Dort standen zwei von EnBW betriebene Shell Recharge Säulen mit je bis zu 300 kW, wodurch der Mach-E GT seinen Akku in 45 Minuten von 27 auf 88 % auflud. Das klingt nach viel Wartezeit, doch diese überbrückte ich mit einem fixen Mittagessen – und schwupps, schon war wieder genug Saft für die letzte Etappe nach München im Akku.

Dort kam ich dann mit 31 % Restkapazität an, was zeigt: Ich hätte meine Ladepausen durchaus noch effektiver gestalten können. Für die erste Fahrt mit Ladepausen wollte ich jedoch genug Puffer haben, falls das Aufladen an einer Säule doch mal nicht klappen sollte. Nachdem dies auf der Hinfahrt aber keine Probleme gemacht hatte, plante ich die Rückfahrt etwas optimistischer.

Besuch an der HyperNetz-Tankstelle

Ein persönliches Highlight auf dem Rückweg nach Köln war der erste Ladestopp in Rutesheim, denn dort steht – direkt an der Autobahn – eine EnBW HyperNetz E-Tankstelle mit vier 300 kW Säulen und insg. acht Ladepunkten. Tatsächlich waren alle Säulen belegt und es standen bereits zwei Fahrzeuge in Warteposition, als ich ankam. Doch Glück gehabt, nach zwei Minuten wurden drei Ladepunkte frei.

Allerdings ist mir hier einmal das Herz in die Hose gerutscht, da der Mach-E GT erst beim dritten Anlauf aufladen wollte. Zwei vorherige Versuche den CCS-Stecker einzustecken und mit der Station zu kommunizieren schlugen fehl. Dann aber füllte sich der Akku von 14 auf 83 % in 48 Minuten, was ebenfalls genug Zeit für Burger und Pommes war.

Schlussendlich ging es dann noch zur Raststätte Bad Camberg weiter, an der gleich sechs 300 kW Säulen mit zwölf Ladepunkten zur Verfügung stehen. Hier brauchte es dann nochmal 48 Minuten von 11 auf 82 %, da ich für den nächsten Morgen noch etwas Restreichweite brauchte (und sich das Laden in Köln etwas schwierig gestaltet).

Kosten: E-Laden kann teuer sein

Bei einem Verbrauch von durchschnittlich 27 kWh auf 100 Kilometer und einem Preis von 0,51 Euro pro kWh hat mich der Roadtrip (rein auf Hin- und Rückfahrt bezogen) hochgerechnet knapp 153,26 € an Strom gekostet. Ja, das ist teurer als ein effizienter Standard-Benziner (bei aktuellem Spritpreis von knapp 1,80 €), ganz geschweige vom Diesel, doch der Mach-E GT ist nun mal auch ein sehr sportliches Elektroauto, bei dem die Effizienz nicht ganz im Vordergrund steht.

Vergleicht das Ganze also lieber mit einem BMW M3 Touring (480 PS, 4,2 sek auf 100 km/h), den ihr etwas höher setzt, nochmal 500 Kilogramm oben drauf packt und vermutlich mit durchschnittlich 10 bis 12 Liter auf 100 km fahrt. Dann kommt ihr auf reine Spritkosten von knapp 200 Euro.

Mein Eindruck: Es ist noch Luft nach oben

Klar, es braucht mehr Zeit, ein E-Auto aufzuladen, als eben den Tank eines Benziners oder Diesels zu füllen, doch die Ladepausen empfand ich persönlich sehr entspannend. Ich würde mir dennoch wünschen, dass Hersteller ein Bordnetz mit deutlich höherer Spannung (800V) integrieren, womit deutlich höhere Ladeleistungen und geringere Ladepausen ermöglicht werden. Knapp 40 Minuten ist da, auch für mich, eher zu viel, um den Akku von 20 auf 80 % füllen zu können. Das Ziel muss da eher bei 15-20 Minuten liegen.

Aber die Sache ist doch die: Am Ende will ich einfach nur an irgendeine Raststätte rausfahren und laden, ohne vorher zu schauen, ob da Säulen stehen oder verfügbar sind. Das bedeutet aber auch, dass Betreiber sowohl die Standortanzahl als auch die dortige Säulenanzahl massiv erhöhen müssen.

Zwar kann Google Maps mittlerweile anzeigen, wie viele Ladesäulen verfügbar oder belegt sind, doch dynamisch kann es aufgrund fehlender Fahrzeugdaten noch keine automatischen Anpassungen der Route (z.B. einen Wechsel des Ladestopps) vornehmen. Das Ford-eigene Navi konnte leider ebenfalls keine dynamischen Ladestopps auf der Route hinzufügen, auch eine manuelle Vorkonditionierung war nicht möglich – das geht besser Ford. Ehrlicherweise war der Mach-E bei den Ladestopps schneller für die Weiterfahrt bereits als die Passagiere.

Am Ende muss ich sagen, dass der Roadtrip wirklich spannend war und sogar Spaß gemacht hat. Es war eine neue Herausforderung für mich und zeigt mir, dass längere Fahrten mit Elektroautos ohne Probleme möglich sind. Es ist zwar noch Luft nach oben, doch ich glaube, eine Reichweitenangst muss man als E-Auto-Nutzer nicht mehr haben. Auch ein Ladekarten-Chaos ist Geschichte, solang ihr euch gute Tarife raussucht.

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Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja stellv. Chefredakteur

Ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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