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be quiet! Light Base 600 LX im Test: Die Hardware rückt ins Rampenlicht

Schickes Showcase mit ordentlicher Kühlung!
be quiet light base 600 fx in weiß seitlich betrachtet

Mit dem Light Base 600 LX bringt be quiet! sein erstes Showcase auf den Markt. Statt maximaler Dämmung und schlichtem Aufbau gibt es diesmal also maximale Auffälligkeit, moderne Optik und noch mehr Beleuchtung. Das Glaskasten-Gehäuse soll durch sein flexibles und großzügiges Design überzeugen und in jedem Gaming-Zimmer zu einem richtigen Hingucker werden. Aber kann der Showcase-Ausflug von be quiet! überzeugen? Wir haben den Test gemacht!

Das be quiet! Light Base 600 LX kann ab sofort für 175 Euro bestellt werden, womit es definitiv zu den teureren Showcase-Gehäusen gehört. Wer die weiße Farbversion haben möchte, muss 185 Euro (hier kaufen) auf den Tisch legen. Eine DX-Variante, die komplett ohne Lüfter auskommt, wird für rund 140 Euro angeboten. Beide Modelle sind also nicht gerade günstig – aber was bekommt man dafür?

Design: Für be quiet! Verhältnisse mutig!

Schlicht, simpel und funktionell war gestern: Mit dem Light Base 600 LX schmeißt be quiet! so ziemlich alle alten Prinzipien über Board und setzt uns erstmals einen Glaskasten vor die Nase. Das moderne Showcase-Design ermöglicht einen ungehinderten Panoramablick auf die Hardware und stellt eure Komponenten so richtig in den Fokus. Dabei soll aber nicht nur die Hardware im Inneren auffallen, denn das Gehäuse kommt ebenfalls mit einigen Design-Gimmicks daher.

Unter anderem zeichnet sich das Light Base 500 LX durch seine beeindruckende Flexibilität aus, die es von anderen Showcase-Gehäusen abhebt. Mit nur wenigen Handgriffen lässt es sich horizontal oder invertiert aufstellen: Die stabilen Gummifüße werden einfach entfernt und an der gewünschten Unterseite angebracht – kein Werkzeug nötig, und die Montage dauert keine zwei Minuten. Diese Option eignet sich perfekt für Schreibtische, wo du das Gehäuse liegend platzieren möchtest, um den Panoramablick durch Front- und Seitenglas optimal zu nutzen, oder invertiert, um Kabelmanagement und Komponenten aus einem neuen Winkel zu präsentieren. Im Gegensatz zum Light Base 600 LX fehlt zwar die volle 90-Grad-Drehbarkeit, aber für die kompakte 500er-Klasse ist das eine starke Feature, das den Alltag erheblich erleichtert.

Dazu kommt eine schicke, integrierte Beleuchtung in Form von vier dünnen Lichtstreifen, die sich nahtlos über alle vier Seiten – Front, Seite, Deckel und Boden – hinwegziehen. Diese ARGB-LEDs synchronisieren sich über den mitgelieferten PWM/ARGB-Hub. Die Effekte lassen sich per dedizierter Taste oder Mainboard steuern, von statischen Farben bis zu dynamischen Wellen. Optisch entsteht so ein homogener Glow-Effekt, der die Hardwarekammer wie eine Vitrine wirken lässt, ohne übertrieben grell zu sein.

Meinung:Be quiet! wagt sich mit dem Light Base 600 LX auf jeden Fall mal wieder etwas komplett Neues. Mir gefällt der moderne Vitrinen-Look definitiv, vor allem die umlaufende Beleuchtung macht echt was her. Allerdings hätte ich mir ein durchgängiges, gebogenes Glas gewünscht – ähnliches gab es dieses Jahr zur Computex etwa von Cooler Master und Sharkoon zu sehen. Vielleicht sehen wir so ein Case zukünftig ja auch mal von be quiet! 👀

Mit einer Größe von 450 × 305 × 455 mm und einem Gesamtvolumen von rund 62 Litern fällt das Light Base 600 LX außerdem ziemlich groß aus – plant also ausreichend Platz für das Case auf eurem Schreibtisch ein. Abgerundet wird das Gehäuse durch ein modernes I/O-Panel mit USB 3.2 Gen 2 Typ-C, 2x USB 3.0, HD-Audio und integrierter ARGB-Steuerung. Die Verarbeitung ist sehr gut, hier gibt es absolut nichts zu bemängeln.

Das erste be quiet! Case mit Zwei-Kammer-Design

Be quiet! setzt im Inneren auf ein Zwei-Kammer-Design, dessen Hardwarekammer selbst für große Komponenten ausreichend Platz bietet. Dabei lassen sich sogar moderne BTF-Mainboards verbauen. BTF-Mainboards (Back To Future) sind moderne Hauptplatinen, bei denen alle Kabelanschlüsse und Steckverbindungen auf die Rückseite des Boards verlagert sind. Dadurch entsteht im PC-Gehäuse ein besonders aufgeräumtes und sauberes Erscheinungsbild, was nicht nur besser aussieht, sondern auch den Luftstrom verbessert. Komponenten wie Netzteilkabel, SATA-Stecker oder Frontpanel-Anschlüsse verschwinden hinter der Montageplatte.

Daneben könnt ihr bis zu 400 Millimeter lange Grafikkarten verbauen, womit so ziemlich alle aktuellen Grafikkarten in das Gehäuse passen. Selbst der Einbau einer RTX 5090 stellt kein Problem dar – das größte Hindernis ist wohl eher der Preis der Grafikkarte. Aus meiner Sicht kommen große GPUs ohnehin besonders gut zur Geltung im Light Base 600 LX. Kleinere Modelle wirken eher verloren im großen Showcase.

Zudem ist nicht nur eine klassische horizontale Montage möglich, sondern auch eine vertikale Installation. Hierfür benötigt ihr ein PCIe Riserkabel, das be quiet! separat für 58 Euro (hier kaufen) anbietet. Im Lieferumfang ist zumindest eine einfache GPU-Halterung enthalten, mit der besonders schwere Grafikkarten zusätzlich gestützt werden können.

be quiet light base 600 fx in weiß mit rtx 4080

Die wichtigsten Specs auf einen Blick:

Für CPU-Kühler stehen 170 Millimeter in der Höhe zur Verfügung, womit selbst besonders große Modelle wie der be quiet Dark Rock Elite (Test) kompatibel sind. Alternativ lässt sich auch eine AIO-Wasserkühlung nutzen – bis zu zwei 360 Millimeter Radiatoren (Deckel, Boden) können hier untergebracht werden. Zusätzlich lässt sich an der Seite ein 240er und an der Rückseite ein 120er-Wärmetauscher montieren.

Light Wings LX Lüfter

Ab Werk sind hier jedoch insgesamt vier Light Wings LX PWM-Lüfter mit 1.600 RPM im 120-Millimeter-Format vormontiert. Falls ihr keine Wasserkühlung verbauen solltet, könnt ihr zusätzlich bis zu sechs weitere 120-Millimeter-Lüfter in das be quiet! Light Base 600 LX packen. Bis zu zehn Lüfter sind also möglich – damit steht auf jeden Fall genügend Airflow zur Verfügung.

Das Herzstück der Light Wings LX ist ein klassischer 4-poligen-Motor, der für eine konstante Leistung sorgt. Die maximale Geschwindigkeit von 1.600 Umdrehungen pro Minute wird dauerhaft gehalten, was in der Praxis für eine gute Kühlung sorgt – dazu aber später mehr. Angeschlossen werden die Light Wings LX (Reverse) über 4-Pin-PWM und 3-Pin-ARGB, wobei für das ARGB-Signal eine Daisy-Chain-Technik zur Verfügung steht. Jedes ARGB-Kabel besitzt Stecker und Buchse, wodurch mehrere Lüfter in Reihe geschaltet werden können.

Was versteckt sich hinter dem Mainboard-Tray?

In der hinteren Kammer kommen alle „unschönen“ Komponenten unter – Netzteil, SSDs, HDDs und natürlich alle Kabelstränge. Allerdings versucht der Hersteller sogar hier einen „cleanen” Look zu ermöglichen, in dem alle Kabelstränge hinter einer Abdeckung verschwinden. Direkt unter dem Netzteil gibt es einen Festplattenkäfig, der auf Wunsch komplett weggelassen werden kann, um mehr Platz für das Kabelmanagement zu haben. Die Kammer beherbergt außerdem zwei PWM- und ARGB-Hubs, an denen insgesamt zwölf (!) Lüfter angeschlossen werden können – ziemlich großzügig, wenn man mich fragt.

Hardware-Einbau

Für den Praxistest haben wir unser Gehäuse-Testsystem in das be quiet! Light Base 600 LX eingebaut. Hierfür setzen wir auf einen AMD Ryzen 7 7700X, dessen acht Kerne auf einen festen Takt von 4.5 GHz limitiert wurden, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Kombiniert wird der Prozessor mit einem Asus TUF Gaming X670E Plus WiFi und einem be quiet Pure Rock 2 FX mit maximal 2.000 RPM. Dazu gesellt sich eine KFA² GeForce RTX 4080 SG sowie Kingston Fury Beast RGB DDR5-4800 32 GB Arbeitsspeicher. Als Hauptspeicher kommt eine Asus ROG Strix SQ7 zum Einsatz.

Bei der Hardwareinstallation gab es keine Auffälligkeiten. Alle Komponenten ließen sich dank der großzügigen Platzverhältnisse bequem in das Gehäuse einsetzen, wobei einige Design-Kniffe den Einbau erleichtern. Für den Einbau lassen sich die Front, das Seitenpanel, der Deckel und die Rückseite entfernen, wodurch alles super leicht zu erreichen ist. 

be quiet light base 600 fx in weiß blick von oben auf die hardware

Auch das Kabelmanagement gestaltet sich relativ einfach, wenngleich der Hersteller ruhig ein paar wiederverwendbare Klettverschlüsse hätte mitliefern dürfen. Im Lieferumfang sind nämlich nur Kabelbinder enthalten, in diesem Preisbereich meiner Meinung nach ein No-Go. Im Endeffekt dürfte es die meisten User jedoch nicht stören, da ohnehin selten etwas am Kabelmanagement verändert wird.

Temperaturen: Alles bleibt kühl

In der Praxis kann das Light Base 600 LX seine Muskeln so richtig spielen lassen. Bei fixierten 1.000 RPM heizt sich die CPU unter Volllast gerade einmal auf 76 °C auf, während die GPU bei gemütlichen 63 °C arbeitet. Ohne zusätzliche GPU-Last sinkt die Prozessortemperatur auf 65 °C. Sobald die Lüfter voll aufdrehen dürfen, liegen die Temperaturen bei 65 °C (CPU) respektive 62 °C (GPU). Damit schneidet das Case sogar besser ab als das be quiet! Dark Base 701; gegen das MSI MPG Gungnir 300R Airflow kommt es wiederum nicht an.

Unter Teillast konnten wir wiederum eine CPU-Temperatur von angenehmen 56 °C messen. Damit erreicht das Case ähnliche Werte wie das Cooler Master MasterBox 600 (Test) oder das MSI MPG Gungnir 300R Airflow (Test). Auf jeden Fall handelt es sich um wirklich ordentliche Temperaturen, mit denen sogar ein be quiet! Dark Base 701 geschlagen wird. Die vier vorinstallierten Lüfter sorgen also schon out-of-the-box für eine sehr hohe Kühlleistung. Mit einer entsprechenden CPU-Kühlung dürfte also auch Overclocking kein Problem sein.

Fazit

Das erste Showcase von be quiet! kann voll abliefern: Das Light Base 600 LX sieht optisch nicht nur sehr gut aus, sondern setzt die verbaute Hardware ebenso wunderbar in Szene. Zudem bietet es eine ordentliche Kühlung, dank der stromhungrige Komponenten einen kühlen Kopf bewahren. Cool ist außerdem die Möglichkeit, BTF-Mainboards verbauen zu können, um noch weniger Kabelgewirr in der Hardware-Kammer zu haben. Auch der Lieferumfang mit GPU-Halterung und vertikalem GPU-Montagesystem fällt ordentlich aus – nur bei den Klettverschlüssen sollte be quiet! nicht so geizen.

Es gibt jedoch einen Wermutstropfen: Mit einem Preis von mindestens 175 Euro ist das Gehäuse nicht gerade günstig und fällt preislich schon eher in die Kategorie der High-End-Gehäuse. Trotz des eher hohen Preises würde ich sagen, dass sich ein Blick auf das Light Base lohnt, wenn man nach einem modernen und flexiblen Showcase sucht. Natürlich gibt es deutlich günstigere Optionen – hier müsst ihr dann aber auf die umfangreiche Beleuchtung samt PWM- und ARGB-Hub verzichten.

Eine Alternative aus gleichem Haus ist etwa das be quiet! Light Base 500 LX, das einige Zeit nach dem 600 LX auf den Markt kam. Wer den aktuellen Showcase-Trend mit Vitrinen-Look mag, bekommt hier ein kompaktes, gut verarbeitetes Gehäuse mit vier vorinstallierten ARGB-Lüftern, guter Kühlleistung und einem angenehm leisen Betrieb. Dazu unterstützt es sogar Mainboards mit rückseitigen Anschlüssen und kann noch mit sechs weiteren Lüftern ausgestattet werden.

Gehäuse & Netzteile
Allround-PC.com Award
10/2024
be quiet! Light Base 600 LX
Empfehlung

Pro

  • schickes Design mit Panoramablick auf die Hardware
  • Flexibilität beim Aufstellen
  • PWM- und ARGB-Hub für 12 Lüfter
  • Platz für besonders große Komponenten
  • vier vorinstallierte ARGB-Lüfter
  • ordentliche Kühlleistung

Contra

  • etwas teuer

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Arian Krasniqi Profilbild Arian Krasniqi Redakteur

Seit 2021 schreibt er News und Artikel für Allround-PC und beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit verschiedenen Hardware-Komponenten. Bei APC ist er unter anderem Experte für Gehäuse, Luft- und Wasserkühlungen, bringt aber auch Expertise für CPUs und GPUs mit.

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