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Cooler Master MasterFrame 360 Stage LCD im Test: Ein Gehäuse mit integriertem Monitor?

Design über Funktion?
cooler master masterframe 360 stage lcd gehäuse mit buehne 356

Das Gehäuse als Bühne, die Hardware nur bloßer Darsteller – so lässt sich das Cooler Master MasterFrame 360 Stage LCD beschreiben. Zwar bleibt das Stage LCD im Kern ein klassisches Gehäuse, der Fokus liegt aber auf Bühne, Licht und integriertem Display. Doch kann das Gehäuse nur äußerlich beeindrucken, oder überzeugen auch die inneren Werte?

Nachdem das Cooler Master MasterFrame 360 Stage LCD im Rahmen der CES 2026 vorgestellt wurde, erfolgt nun der Marktstart. Während das Modell mit LCD-Panel preislich bei 280 Euro liegt, gibt es das Stage Mirror schon für 190 Euro. Die „kleine“ Panorama-Version kostet wiederum 181 Euro.

cooler master masterframe 360 stage lcd

Design: Licht, Display, Action

Im Fokus des MasterFrame 360 Stage LCD steht offensichtlich die Front: Hier lässt sich die namensgebende Bühne finden, die sogar noch per Zusatzmodul vergrößert werden kann. Die Bühne ist dabei mit einem gummierten Boden überzogen, damit ausgestellte Figuren nicht verrutschen. Oberhalb befinden sich zwei LED-Spots, deren Ausrichtung sich anpassen lässt.

Auf die Bühne lässt sich eine besondere Figur, ein cooler 3D-Druck, ein Bild oder totaler Blödsinn stellen. Eine schicke Getränkedose, der Lieblingsdip oder der Notfall-Cookie – hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.

cooler master masterframe 360 stage lcd gehäuse mit buehne 514

15,6 Zoll Display als Highlight

Besonders spannend ist das Display im Hintergrund, mit dem sich ein passendes Bühnenbild zaubern lässt. Explizit verbaut Cooler Master ein 15,6 Zoll großes LCD, das mit Full HD auflöst und 60 Hz Bildwiederholrate unterstützt. Das Display wird mithilfe eines internen USB-2.0-Headers angesteuert und unterstützt zwei Betriebsmodi.

Unter anderem kann man über die Display-Software Videos importieren, die dann in Dauerschleife angezeigt werden. Alternativ lässt sich das Display auch als Monitor ansteuern – das Monitorbild lässt sich so erweitern oder duplizieren. Zuvor ist jedoch eine Treiber-Installation notwendig.

Treiber und Software: Cooler Master stellt Tutorial bereit

Treiber und Software sind im internen Speicher des Displays gesichert. Um den Speicher abrufen zu können, muss das Display durch eine Tastenkombination in den Laufwerksmodus versetzt werden. Sobald der typische USB-Sound unter Windows erklingt, lassen sich alle Dateien im Laufwerks-Explorer finden. Cooler Master stellt hierfür eine Videoanleitung zur Verfügung, die alle Schritte verständlich erklärt:

Extrem groß, ziemlich stabil und modular

Das Gehäuse selbst erinnert in seiner Gesamtoptik wiederum ein wenig an eine Kaffeemaschine und fällt in seiner Gesamtgröße extrem groß aus. Mit 549 x 291 x 581 Millimetern exklusive Bühnen-Erweiterung benötigt das Stage LCD ziemlich viel Platz auf dem Schreibtisch.

Es nutzt robuste Aluminium- und Stahlkomponenten mit einer vernieteten Exo-Struktur. Die aus 4 Millimeter starkem Tempered Glass und SECC-Mesh-Stahl gefertigten Abdeckungen sitzen präzise und lassen sich dank magnetischer Befestigung werkzeuglos montieren.

FreeStyle 2.0 Design ermöglicht Modifikationen

Analog zu den restlichen Gehäusen der MasterFrame-Serie (Test: MasterFrame 500 Mesh) setzt das MasterFrame 360 Stage LCD außerdem voll auf Modularität. Das FreeForm-2.0-Design ermöglicht verschiedene Modifikationen, um das Gehäuse an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Ihr könnt etwa den Aufbau invertieren, die Netzteilposition verändern oder komplette Paneele austauschen. Entlang des Grundgerüsts lassen sich alle 10-Millimeter-Montagepunkte finden, an denen Querstreben, Lüfterhalterungen oder anderes Zubehör befestigt werden können.

An der Gehäuseoberseite befindet sich ein I/O-Panel mit Powertaste, Klinkenstecker, USB-C (USB 3.1 Gen 2×2) sowie zwei USB-A-Ports mit USB-3.0-Geschwindigkeit. Eine RGB- oder integrierte Lüftersteuerung ist nicht vorhanden.

cooler master masterframe 360 stage lcd gehäuse mit buehne 410

Innenraum: Viel Gehäuse, aber wenig Platz?

Trotz der massiven Ausmaße ist das MasterFrame 360 Stage LCD in Sachen Hardware-Kompatibilität etwas eingeschränkt. So bietet das Gehäuse lediglich Platz für 145 Millimeter hohe Luftkühler, womit viele aktuelle Modelle von be quiet!, Arctic oder Noctua inkompatibel sind. Selbst unser eher kompakter be quiet! Pure Rock 2 LX ist zu hoch für das Stage.

Entsprechend sinnvoll ist es, das Stage LCD mit einer 360-Millimeter-Wasserkühlung auszustatten. Hierfür bietet das Gehäuse Platz im Deckel und im Boden. In unserem Fall haben wir uns etwa für die Cooler Master MasterLiquid Atmos III 360 entschieden.

Die wichtigsten Specs auf einen Blick:


Für Mainboards und Grafikkarten steht wiederum ausreichend Platz zur Verfügung: Mainboards dürfen maximal dem ATX-Formfaktor entsprechen, wobei ebenfalls BTF-Platinen mit rückwärtigen Anschlüssen unterstützt werden. Grafikkarten dürfen wiederum bis zu 430 Millimeter lang und drei Slots dick sein und werden standardmäßig vertikal verbaut. Hierfür liegt dem Lieferumfang ein PCIe-5.0-Riserkabel bei. Eine GPU-Stütze ist bereits ab Werk vormontiert. Der Einbau von Erweiterungskarten ist durch das Design nicht möglich.

Lüfter: Viele Optionen, keine vormontiert

Out of the Box verzichtet das MasterFrame 360 Stage LCD komplett auf Lüfter, was angesichts der Preisklasse durchaus verwundert. Zumindest lassen sich optional einige 120-Millimeter-Lüfter nachrüsten – jeweils sechs im Deckel und im Boden.

Testsystem & Praxis

Da unser reguläres Testsystem nicht in das Cooler Master MasterFrame 360 Stage LCD passt, haben wir uns stattdessen für ein wassergekühltes BTF-System entschieden. Explizit haben wir ein Asus ROG Maximus Z890 Hero zusammen mit einem Intel Core Ultra 265K verbaut; dazu eine Asus ROG Strix RTX 4080 16G. Die Prime-Kerne des Intel-Prozessors haben wir für den Test auf 4,5 GHz limitiert, die Effizienz-Kerne liefen hingegen mit 3,7 GHz. Der Stromverbrauch der CPU lag während des Tests bei etwa 160 Watt.

Hardware-Einbau

Beim Einbau der Hardware gab es zwar keine größeren Vorkommnisse, ein paar Besonderheiten sind jedoch aufgefallen. Cooler Master empfiehlt unter anderem explizit, zunächst das Mainboard samt CPU, RAM, Speicher und Kühler vorzumontieren und anschließend in das Gehäuse einzusetzen.

cooler master masterframe 360 stage lcd gehäuse mit buehne 492

Anschließend erfolgt der Einbau des Netzteils – wie in den meisten Showcase-Gehäusen wird das Netzteil direkt hinter dem Mainboard montiert. Allerdings hat das Netzteil keine Möglichkeit, frische Luft von außen anzusaugen, da der Lüfter auf Glas statt auf Mesh trifft.

Cooler Master integriert einige Extras, um ein „unsichtbares“ Kabelmanagement zu ermöglichen. So gibt es etwa ein Zwischenblech, das verhindert, dass Kabel in den Bodenbereich gelangen. Auch wird der komplette Kabelmanagement-Bereich durch zwei Bleche verdeckt, sodass man durch die Glas-Rückseite keine unschönen Kabelstränge sieht. Stattdessen sind nur eine saubere Rückseite sowie das Netzteil zu sehen. In der Mainboard-Kammer lässt sich ebenfalls eine Abdeckung finden, mit der die Laufwerke (falls vorhanden) versteckt werden.

Praxis

Dass der Fokus des MasterFrame 360 Stage LCD eher auf der Optik liegt, lässt sich an der Kühlleistung erkennen. Unter Volllast heizt sich die CPU bei reduzierter Drehzahl (1.000 RPM) auf 84 °C auf, während die GPU bei 68 °C arbeitet. Sobald die Lüfter der Wasserkühlung voll aufdrehen dürfen, sinken die Temperaturen auf 76 °C (CPU) respektive 65 °C (GPU). Unter Teillast konnten wir wiederum 74 °C beziehungsweise 79 °C messen.

Der quasi nicht vorhandene Airflow sorgt für relativ hohe Temperaturen. Zudem birgt die vertikale GPU-Installation die Gefahr eines Wärme-Hotspots, da besonders dicke Grafikkarten sehr nah an der Glasscheibe sitzen. Entsprechend empfehlen wir, das Gehäuse in jedem Fall mit zusätzlichen Lüftern auszustatten. Effizientere Systeme können zwar durchaus ohne Probleme betrieben werden, High-End-Builds brauchen allerdings den zusätzlichen Airflow.

Fazit

Das Cooler Master MasterFrame 360 Stage LCD ist ein außergewöhnliches Showcase-Gehäuse, das klar auf Inszenierung und Individualität abzielt. Die integrierte Bühne mit Display eröffnet kreative Möglichkeiten, die weit über klassische PC-Builds hinausgehen, und macht das Case zu einem echten Blickfang.

Allerdings bringt die schicke Optik ein paar Kompromisse mit sich: Der Airflow fällt eingeschränkter als bei klassischen Gehäusen aus, und auch bei der Kühlung muss man den Aufbau gut planen. Gerade für leistungsstarke Systeme sind zusätzliche Lüfter oder eine starke Wasserkühlung sinnvoll, damit die Temperaturen im Rahmen bleiben.

Unterm Strich richtet sich das Stage LCD klar an Enthusiasten und Sammler, die mit ihrem PC-Setup ein Statement setzen wollen und ein besonderes Sammlerstück zur Schau stellen möchten. Für eben diese Zielgruppe dürfte der Preis von 280 Euro vertretbar sein.

Wer auf das Display verzichten kann, bekommt das reguläre Stage Mirror schon ab 190 Euro. Für mich persönlich ist dieses Modell die deutlich spannendere Option, da ich das Display eher als Spielerei und weniger als „Game-Changer“ sehe.

Beitrag erstmals veröffentlicht am 13.05.2026

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Arian Krasniqi Profilbild Arian Krasniqi Redakteur

Seit 2021 schreibt er News und Artikel für Allround-PC und beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit verschiedenen Hardware-Komponenten. Bei APC ist er unter anderem Experte für Gehäuse, Luft- und Wasserkühlungen, bringt aber auch Expertise für CPUs und GPUs mit.

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