Der Intel Core i9-9900K ist Intels erster Achtkern-Prozessor für das Mainstream-Segment. Wir klären, ob sich die zwei zusätzlichen Rechenkerne gegenüber dem Core i7-8700K für Gamer lohnen.

Technischer Aufbau

Für alle ungeduldigen Leser haben wir die wichtigsten Informationen zum Core i9-9900K stichpunkartig zusammengefasst:

  • der Prozessor wird im 14nm++ Verfahren hergestellt
  • er besitzt acht Rechenkerne und kann 16 Threads bearbeiten
  • zwei Kerne können mit bis zu 5,0 GHz takten
  • er besitzt einen freien Multiplikator und kann somit übertaktet werden
  • der Heatspreader ist verlötet, was eine bessere Wärmeabfuhr bewirken soll

Bei dem Intel Core i9-9900K handelt es sich lediglich um einen Refresh der aktuellen Coffee Lake-Generation. Großartige Neuerungen hinsichtlich der Architektur oder des Fertigungsverfahren sind nicht zu erkennen. Der Prozessor wird wie die Modelle der achten Generation im 14 nm++ Verfahren gefertigt. Im Vergleich mit dem Core i7-8700K gibt es dennoch einige Unterschiede.

Intel Core i9-9900K CPUsDer Intel Core i9-9900K verfügt über acht Rechenkerne mit einer Basistaktfrequenz von 3,7 GHz.

Der offensichtlichste ist die erhöhte Anzahl der Rechenkerne, die sich von sechs auf acht erhöht. Mit Hyper-Threading können so bis zu 16 Threads verarbeitet werden. Die Basistaktfrequenz ist beim Core i9-9900K mit 3,6 GHz minimal geringer als beim Core i7-8700K, der mit 3,7 GHz taktet. Wird der Turbo-Boost hinzugeschaltet, takten maximal zwei der acht Kerne mit maximal 5,0 GHz, was ein Plus von 300 MHz gegenüber dem 8700K darstellt. Dieser kann im Turbo-Modus einen Kern mit 4,7 GHz takten, was beim 9900K der Turbo-Taktfrequenz für alle acht Kerne entspricht.

Intel Core i9-9900K ArchitekturIntel fertigt den Prozessor im 14nm++ Verfahren und spendiert ihm 16 Mbyte Cache.

Wie es für einen K-Prozessor üblich ist, lässt sich die CPU dank des freien Multiplikators übertakten. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Sechskern-Prozessor ist der größere L3-Cache von 16 Mbyte.

Intel Core i9-9900K HeatspreaderDer Heatspreader ist verlötet, was für eine bessere Wärmeverteilung sorgen soll.

Intel hat außerdem die Kühlung des Prozessors überarbeitet: Beim Core i9-9900K ist der Heat Spreader mit dem Die verlötet, was zu einer besseren Wärmeabfuhr führen soll. Der neue Z390-Chipsatz weist ebenfalls nur geringfügige Verbesserungen auf. Zu den signifikantesten Neuerungen zählen der native Support von USB 3.1 Gen2 und WLAN ac. Es ist aber nicht zwingend ein Z390-Mainboard für den Prozessor notwendig. Wenn ein entsprechendes BIOS-Update vorliegt, kann der Prozessor auch auf einem Z370-Mainboard betrieben werden.

Leistung

Lohnen sich die zwei zusätzlichen Kerne des Intel Core i9-9900K für Spieler? Wir haben den Prozessor in verschiedenen synthetischen Benchmarks sowie praktischen Benchmarks antreten lassen, um seine Leistungsfähigkeit beurteilen zu können.

Als Basis für den Benchmark dient das Asus ROG Maximus XI Formula Mainboard mit Z390-Chipsatz. Das Mainboard bietet einen zusätzlichen 4-Pin-Stecker sowie zehn Phasen für den Prozessor. Zwei weitere Phasen stehen dem Speicher zur Verfügung. Das Mainboard verfügt zudem über einen speziellen Kühlkörper, der in eine Custom-Wasserkühlung integriert werden kann, um die MOSFETs besser kühlen zu können. Auf das Mainboard werden wir in einem separaten Artikel genauer eingehen.

ModellIntel Core i9-9900KIntel Core i7-8700KAMD Ryzen 2700
Rechenkerne868
Threads161216
Taktfrequenz3,6 GHz3,7 GHz3,2 GHz
Turbo-Boost5,0 GHz4,7GHz4,1 GHz
Turbo-Boost alle Kerne4,7 GHz4,3 GHz~3,9 GHz
L3-Cache16 MB12 MB16 MB
TDP95 W95 W95 W
Fertigungsverfahren14 nm++14 nm++12 nm
PreiskAca. 459 Euroca. 280 Euro

Mit derselben Konfiguration haben wir zudem den Core i7-8700K getestet. Ein AMD Ryzen 2700 soll lediglich zur groben Einordnung der Leistung im Vergleich mit AMDs Achtkern-Prozessoren dienen. Da die Systemkonfiguration stark abweicht, sollen die Werte lediglich einen Anhaltspunkt geben.

Intel Core i9-9900K CPU-ZIm Turbo-Modus können zwei Kerne bis zu 5 GHz erreichen.

  • Prozessor: Intel Core i9-9900K 3,6 GHz, Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus XI Formula
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • Ram: 16 GB GeiL Evo X 3.000 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Crucial MX500 500 GB
  • Grafikkarte: KFA2 GTX 1070 Ti
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Enermax Platimax 600W

Verwendete Benchmarks & Einstellungen

  • 3DMark Fire Strike Extreme
  • PCMark 8 Creative Benchmark
  • SiSoftware Sandra Lite 2016
  • WinRar x64: 313 MB Datei packen
  • TrueCrypt (7.2): 100 MB Size, AES Encryption
  • CineBench x64 R15: CPU und OpenGL Test
  • CyberLink MediaEspresso: 1 GB Videokonvertierung
  • Crystal DiskMark
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems

Verwendete Spiele & Einstellungen

  • GTA V
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
  • Battlefield 1 DX11
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
  • Wolfenstein: The New Colossus
    • Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Der Intel Core i9-9900K schlägt den Core i7-8700K in den synthetischen Benchmarks deutlich. Hier machen sich die zusätzlichen Rechenkerne, die höhere Turbo-Taktfrequenz auf allen Kernen und der größere Cache positiv bemerkbar. Den Konkurrenten aus dem Hause AMD kann er ebenfalls meist deutlich schlagen.

In den von uns verwendeten Spielen macht sich die auf dem Papier höhere Leistungsfähigkeit allerdings nicht so stark bemerkbar. Lediglich in GTA 5 ist der Core i9-9900K acht Prozent schneller als der Core i7-8700K, allerdings muss er sich knapp von AMDs R7 2700 geschlagen geben. Wolfenstein 2 liegt dem Achtkerner ebenfalls etwas besser, was in einem Leistungsvorsprung von etwa drei Prozent resultiert. In Battlefield 1 befinden sich beide Intel-Prozessoren auf Augenhöhe. Mit einer Leistungsaufnahme von 196 Watt hält sich der zusätzliche Stromverbrauch gegenüber dem Core i7-8700K in Grenzen. Dieser genehmigt sich maximal 128 Watt bei voller Prozessorauslastung.

Wir konnten ordentliche Übertaktungsresultate erzielen. Mit einer CPU-Spannung von 1,35 Volt ist ein stabiler Betrieb bei 5,1 GHz auf allen Kernen möglich. Die Temperaturen steigen bei anhaltender Komplettauslastung auf 80°C an. In unserem Beispiel wird der Prozessor von einem Noctua NH-U14S gekühlt.

Fazit

Der Intel Core i9-9900K kann sich in Anwendungen, die Gebrauch von allen acht Rechenkernen machen, deutlich von dem Core i7-8700K absetzen. Er ist somit vor allem für Anwender interessant, die ihren PC für rechenintensive Anwendungen nutzen. In den von uns getesteten Spielen kann der Prozessor hingegen weniger stark punkten, da die Spiele nicht das volle Potenzial der CPU zu nutzen scheinen. Für Spieler sind die Ryzen-Prozessoren unserer Meinung nach die bessere Wahl, zumal diese deutlich günstiger sind als der Core i9-9900K. Zwar legt Intel keine Preise für Endverbraucher fest, zum Testzeitpunkt wurde der Prozessor jedoch für über 600 Euro gelistet. Der AMD Ryzen 7 2700X kostet nur rund die Hälfte und dürfte im Vergleich etwas besser abschneiden als der R7 2700 aus unserem Test.

Pro

  • sehr hohe Leistung in Anwendungen & Spiele
  • 5,1 GHz per Overclocking mit Luftkühler realisierbar
  • hohe Zukunftssicherheit durch acht Kerne

Contra

  • hoher Preis
  • geringerer Leistungsvorsprung in Spielen gegenüber 8700K

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