Arbeitsspeicher war die letzten Jahre vergleichsweise teuer, doch inzwischen sind auch schnelle Module zu erschwinglichen Preisen erhältlich. Wir haben mit dem Thermaltake Toughram ein 16-Gigabyte-Kit mit einer Taktfrequenz von 3.600 Megahertz getestet. Welche Leistung können die „Riegel“ abrufen und wie siehts es beim Thema Overclocking aus?

Übersicht

Den Anfang machte damals der Waterram, den Thermaltake erstmals auf der CES 2020 in Las Vegas zeigte. Letztes Jahr folgte dann die luftgekühlte Variante in Form des Thermaltake Toughram, den wir hier ohne RGB-Beleuchtung als 2x8GB-Kit mit DDR4-3600 testen möchten. Falls ihr auf der Suche nach einem RGB-Arbeitsspeicher seid, empfehlen wir euch unsere Tests zum Corsair Vengeance Pro RGB und Adata XPG Spectre D41. Der taiwanische Hersteller bietet allerdings auch weitere Kits mit 3.200/4.000/4.266 sowie 4.400 MHz an. Preislich liegt unser Testkit bei etwa 120 Euro.

Design & Technische Daten

Der Kühlkörper des Thermaltake Toughram DDR4-Arbeitsspeichers ist schlicht und auffällig zugleich. Die seitlichen Heatspreader sind aus schwarzem, gebürsteten Aluminium mit einer Dicke von je 1,8 mm gefertigt. Auf der Oberseite wird der „Riegel“ durch einen silberen Balken aus Aluminium vervollständigt, der in den RGB-Varianten des Thermaltake Toughram beleuchtet ist.

Thermaltake Toughram Heatspreader

Im linken Bereich wird das Schwarz von zwei Chrom-Streifen unterbrochen, die am oberen Rand wie Haiflossen aus dem Kühler ragen. Sie sorgen für den erkennbaren Look der Toughram-Reihe und stehen symbolisch für das „TT“-Logo des Herstellers. Durch seinen Kühlkörper ist der RAM trotzdem recht hoch. Wir messen eine Höhe von 47 mm, die sich nicht mit allen CPU-Kühlern vertragen dürfte. Insgesamt bringt ein RAM-Modul rund 98 Gramm auf die Waage, hinterlässt so jedoch auch einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck.

Thermaltake Toughram Detail
Thermaltake Toughram Benchtable 1

Thermaltake nutzt eigenen Aussagen nach ein zehnschichtiges PCB mit einer inneren 2oz-Kupferschicht, die Strom besser leiten und das Übertaktungspotenzial steigern soll. Darüber hinaus gibt es, so Thermaltake, streng überprüfte Speicherchips, um für eine möglichst hohe Stabilität zu sorgen. Ganz konkret ist dabei die Rede von SK Hynix 8 Gb C-Die Chips, die ab Werk (über ein XMP-Profil) mit CL 18-19-19-39 bei einer Taktfrequenz von 3.600 Megahertz (bei 1,350 Volt) arbeiten.

Leistungstest

Um die Leistung des Arbeitsspeichers zu ermitteln, haben wir ihn mit unterschiedlichen Benchmarks getestet. Der Testvorgang wurde mit aktiviertem XMP-Profil (3.600 MHz) durchgeführt und die Ergebnisse in Diagrammen zusammengefasst. Zusätzlich haben wir das Kit noch auf 3.900 MHz (CL18-20-20-32/2T) übertaktet und einige Tests erneut durchgeführt. Dafür haben wir die Spannung von  1,35 Volt auf 1,40 Volt erhöht. Ein stabiler Betrieb bei 4.000 MHz war leider nicht möglich, selbst bei einer Spannung von 1,45 Volt.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-8700K 3,7 GHz (Coffee Lake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus ROG Maximus X Hero
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • RAM: HyperX Fury DDR4 RGB
  • Systemlaufwerk: Crucial MX 500
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce GTX 1070 Ti EX
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Thortech Thunderbolt 650 Watt

Verwendete Software

  • AIDA64 Extreme
  • SiSoftware Sandra
  • Cinebench R15
  • Cinebench R20
  • The Witcher 3
  • Battlefield V

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden. Wir haben uns bei diesem Test das Patriot Viper Steel DDR4-Kit mit 4.000 MHz zum Vergleich herangezogen.

Benchmarks









In den synthetischen Benchmarks prescht der Thermaltake Toughram vor und überholt die meisten 3.200-MHz-Kits. Er wird lediglich vom Patriot Viper Steel Arbeitsspeicher geschlagen, der mit 4.000 MHz aber auch noch mal 400 MHz schneller ist. Mit einer schnellen Übertaktung auf 3.900 MHz kommt das Thermaltake-Kit dann sehr nah an das Patriot-Kit heran.

Spiele



In Spielen wie The Witcher 3 und Battlefield 5 lässt sich auch ein klarer Vorteil für das 3.600 MHz schnelle Toughram Kit erkennen. Bei der minimalen Bildrate in The Witcher 3 ist das Thermaltake-Kit mit 125 fps sogar minimal besser als das schnellere Patriot-Kit. In Battlefield 5 reicht der Toughram nicht ganz an den Viper Steel RAM heran, der Leistungsunterschied fällt allerdings geringer aus als der von einem 3.200 MHz schnellen Kit zum 3.600 MHz schnellen Toughram.

Fazit

Der Thermaltake Toughram DDR4-Arbeitsspeicher positioniert sich durch seine hohe Taktfrequenz von 3.600 MHz im oberen Testfeld. Er profitiert sowohl in synthetischen als auch praktischen Benchmarks vom erhöhten Takt. In der Regel profitieren sowohl die minimale als auch die durchschnittliche Bildrate in Spielen. Es macht durchaus Sinn, ein paar zusätzliche Euros zu investieren.

Mit dem von uns verwendeten Asus Maximus X Hero Mainboard konnten wir die Taktfrequenz bequem über das XMP-Profil laden und den Arbeitsspeicher stabil mit 3.600 MHz betreiben. Darüber hinaus lassen sich die Speicherchips schnell und gut übertakten, wir konnten das Kit in wenigen Minuten stabil auf 3.900 MHz bringen.

Der Thermaltake Toughram DDR4-Arbeitsspeicher kostet als 3.600 MHz schnelles DDR4-Kit knapp 120 Euro*. Ansonsten können wir nur sagen: „stay tuned“, denn schon bald folgt ein Test zu einem Toughram RGB-Kit.

RAM
Allround-PC.com
05/2020
Thermaltake Toughram DDR4 3.600MHz
Empfehlung

Pro

  • hohe Leistung
  • hochwertige Hynix-Chips
  • schnelles XM-Profil hinterlegt
  • gute Verarbeitung
  • gutes Overclocking-Potenzial

Contra

  • hoher Heatspreader könnte Kühlern in die Quere kommen

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