Thermaltake bringt mit dem Toughram XG RGB eine neue Serie an Arbeitsspeicher auf den Markt, die es mit bis zu 4.600 MHz zu kaufen gibt. Im Fokus steht jedoch das Design, welches vor allem durch die geteilte Lichtleiste auf der Oberseite hervorstechen soll. Welche Features der neue RAM zu bieten hat und wie er sich gegenüber anderen Kits schlägt, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Innerhalb von einem Jahr ist die RAM-Familie bei Thermaltake stark angewachsen. Der „originale“ Toughram (Test) war erst der Anfang, mittlerweile bietet das taiwanische Unternehmen noch die Toughram Z-One Kits, den WaterRam für Systeme mit Wasserkühlungen und jeweils verschiedene Farboptionen sowie RGB-Varianten an. Die Toughram XG RGB sind die neuste Kreation, die mit 3.600, 4.000, 4.400 sowie 4.600 MHz angeboten werden. Zum Start stehen zunächst 16 GB Kits mit zwei Riegeln à 8 GB zur Verfügung. Unser Test-Kit liegt preislich bei 150-160 Euro, je nach Verfügbarkeit (eine Preis-Übersicht findet ihr weiter unten).

Design & technische Features

Der Toughram XG RGB setzt erneut auf eine Kombination aus edlem Look und auffälliger RGB-Beleuchtung. Die schwarze Platine wird auf beiden Seiten von Aluminium-Heatspreadern bedeckt, die jeweils auf der einen Hälfte ein Rautenmuster erhalten haben. In der Mitte sorgt ein Chromstreifen für etwas Eleganz. Die Lichtleiste auf der Oberseite ist zweigeteilt und soll so für einen X-förmigen Look sorgen. Insgesamt sind hier 16 adressierbare LEDs verbaut, die in acht Lichtzonen aufgeteilt sind. Das einzelne Modul weist eine Höhe von 47,7 mm und eine Dicke von 7,8 mm (nachgemessen) auf. Ihr solltet also darauf achten, dass euer Kühler mit dieser Größe umgehen kann. Die Verarbeitung des RAM-Kits ist einwandfrei, wir konnten keine Mängel feststellen.

Thermaltake hebt besonders die gut abgeschirmten ICs hervor, die gründlich geprüft wurden und eine optimale Frequenz- sowie Reaktionszeitleistung ermöglichen sollen. Ganz konkret nutzt Thermaltake hier SK Hynix 8 GB C-Die Chips, die ab Werk (über ein XMP 2.o Profil) mit CL 18-19-19-39 bei einer Taktfrequenz von 3.600 Megahertz (mit 1,350 Volt) arbeiten. Die Speicherchips sitzen auf einer 10-Lagen-Platine mit einer Innenschicht aus 2oz-Kupfer, das soll die elektrische Leitfähigkeit verbessern. Die Kontaktpins auf der Unterseite enthalten 10μ Gold für eine bessere Haltbarkeit.

Die Beleuchtung lässt sich natürlich über die Mainboard-Software steuern (beispielsweise MSI Mystic Light, ASUS Aura Sync, etc.), alternativ bietet Thermaltake jedoch auch drei weitere Möglichkeiten. So lassen sich die Toughram XG Riegel unter anderem in TT RGB Plus zur Synchronisierung mit weiteren Thermaltake-Produkten einbinden. Darüber hinaus gibt es eine eigene Toughram-Software, um ohne Thermaltake RGB-Controller weitere Effekte einstellen zu können. Für noch mehr LED-Personalisierung bietet der Hersteller die NeonMaker Light Editing Software an. Dort können eigene Lichtprofile erstellt werden.

Leistungstest

Um die Leistung des Arbeitsspeichers zu ermitteln, haben wir das Kit mit zwei Benchmarks und zwei Spielen für euch getestet. Der Leistungstest wurde dabei mit aktiviertem XMP 2.0 Profil (3.600 MHz) durchgeführt. Zusätzlich haben wir den Thermaltake Toughram XG RGB noch auf 4.200 MHz (CL19-22-22-32/1T) übertaktet und einige Tests erneut durchgeführt. Die Spannung haben wir dabei von 1,350 Volt auf 1,400 Volt erhöht. Mit MemTest64 haben wir das Overclocking zudem auf Stabilität getestet.


Links: Spezifikationen (Thaiphoon Burner), Rechts: OC auf 4.200 MHz (CPU-Z)

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i9-11900K, 3,5 GHz (Rocket Lake), Standard-Boost aktiv, Adaptive Boost deaktiviert, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: MSI MEG Z590 ACE
  • Kühler: be quiet! Silent Loop 2 280 mm AiO-Wasserkühlung
  • Systemlaufwerk:
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce RTX 3070 SG
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: ASUS ROG Thor 1.200 Watt, 80PLUS Platinum

Verwendete Software

  • AIDA64 Extreme
  • SiSoftware Sandra
  • Assassin’s Creed: Valhalla
  • Total War: Three Kingdoms

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Benchmarks – AIDA 64





Benchmarks – SiSoftware Sandra







In den synthetischen Benchmarks zeigt sich gegenüber den anderen Kits die etwas geringe Taktfrequenz. Hierüber können die anderen RAM-Module deutlich mehr Durchsatz (Lesen, Schreiben, Kopieren) erreichen. Mit unserer Übertaktung auf 4.200 MHz holt der Toughram XG RGB jedoch gut auf und zeigt damit, welche Potenzial noch in den Speicherchips steckt. Mit weiteren Optimierungen sollten auch noch höhere Frequenzen und niedrigere Latenzen möglich sein. Tatsächlich bietet Thermaltake die Module auch mit bis zu 4.600 MHz an, dort wäre die Leistung dann dementsprechend nochmal stärker.

Spiele





In Spielen wie Total War: Three Kingdoms oder Assassin’s Creed: Valhalla (jeweils Full-HD, hohe Details) zeigt sich, dass die Frequenz von Arbeitsspeicher nur einen geringfügigen Einfluss hat. Bemerkbar machen sich die Unterschiede, die im 1-2 FPS Bereich liegen, eher nicht. Die Ergebnisse sind jedoch auch von der genutzten Hardware (CPU, GPU und SSD/HDD) sowie der Displayauflösung abhängig.

Da Spiele jedoch vergleichsweise viel vom Arbeitsspeicher abverlangen, haben wir hierbei mal die Temperaturen gecheckt und konnten maximal 48 °C messen (wohl bemerkt auf einem Bench-Table ohne großen Airflow). Das war jedoch der Maximalwert, im Durchschnitt sind die Werte unter Last etwas niedriger. Mit genug Airflow im Gehäuse sollten die Riegel also einen kühlen Kopf bewahren.

Preisvergleich:

Fazit

Der Toughram XG RGB von Thermaltake hinterlässt nicht nur optisch einen guten Eindruck, auch im Praxistest macht er eine gute Figur. Durch die vergleichsweise niedriger Frequenz wird er zwar von anderen Kits mit über 4.000 MHz abgehängt, doch ein fixes – und vor allem stabiles – Overclocking auf 4.200 MHz bringt die Riegel wieder an die Konkurrenz heran. Alternativ bietet Thermaltake den Toughram XG RGB auch mit bis zu 4.600 MHz an. Ansonsten kann der Arbeitsspeicher mit hochwertigen Hynix-Chips und 10 Jahren Garantie punkten. Ihr solltet jedoch auf die Höhe achten, die hohen Heatspreader könnten eurem Kühler in die Quere kommen. Preislich liegt das von uns getestete Kit mit 16 GB und 3.600 MHz bei aktuell 155 Euro.

RAM
Allround-PC.com
05/2021
Thermaltake Toughram XG RGB (3.600 MHz)
Empfehlung

Pro

  • schickes Design mit anpassbarer RGB-Leiste
  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Leistung mit gutem Overclocking-Potenzial
  • XMP 2.0 Profil vorhanden
  • hochwertige Hynix-Chips
  • 10 Jahre Garantie

Contra

  • Heatspreader könnte Kühlern in die Quere kommen

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