Logitech hat mir der MX Anywhere 3 eine neue Maus in seine Premium-Produktklasse aufgenommen. Sie baut auf den Stärken ihres Vorgängers auf und erhielt Design-Verbesserungen sowie ein neues Mausrad. Wir haben die Office-Maus für euch getestet.

Übersicht

Nachdem Logitech bereits letztes Jahr eine überarbeitete Maus der MX Master-Serie auf den Markt gebracht hatte, folgte Ende September 2020 auch ein neues Modell der MX Anywhere-Produktreihe. Letztere ist für den mobilen Einsatz konzipiert und soll wieder auf nahezu jeder Oberfläche funktionieren. Die Logitech MX Anywhere 3 bleibt in puncto Portabilität dem Formfaktor ihres Vorgängermodells treu, übernimmt aber gleichzeitig einige Neuerungen der aktuellen MX Master 3 (zum Test). Steht die kleine Maus im Schatten ihrer großen Schwester oder schafft sie den Spagat zwischen Größe und Ausstattung?

Lieferumfang

  • Maus
  • Ladekabel (USB-C zu USB-A)
  • USB-Empfänger
  • Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Optisch sieht die MX Anywhere 3 der Anywhere 2S sehr ähnlich, die Abmessungen beider Mäuse sind dabei nahezu identisch. So fällt die MX Anywhere 3 eher klein aus und ist kompakt genug, um sie auch unterwegs problemlos mitnehmen zu können. Bei genauerer Betrachtung fallen aber doch einige Unterschiede im Vergleich zum Vorgängermodell ins Auge. So weisen die seitlichen Silikongriffflächen der neuen Maus ein wellenartiges Design auf.

Im Allgemeinen fällt die Form des Kunststoffgehäuses etwas abgerundeter aus, als das der Anywhere 2S. Letztere setzte durch kleine Kanten im Design noch andere optische Akzente. Zu den etwas auffälligeren Änderungen zählen die Tasten und das Mausrad des neuen Modells. Die Seitentasten sind etwas zierlicher geworden und die Moduswechseltaste unterhalb des Mausrads ist nicht mehr rechteckig, sondern länglich und an den Enden abgerundet.

Das Mausrad wurde gegen das stählerne Magspeed-Rad ausgetauscht, das auch in der MX Master 3 verbaut ist. Trotz des massiven Stahlrads bringt die Anywhere 3 allerdings nur 95 Gramm auf die Waage und wiegt somit ungefähr zehn Gramm weniger als ihr Vorgänger. Die Verarbeitung der MX Anywhere 3 macht auf uns einen sehr soliden Eindruck. Einziger Kritikpunkt ist, dass das Scroll-Rad bei schnellen, seitlichen Bewegungen etwas wackelt und Geräusche verursacht. Bei dieser Preisklasse ist hier mehr zu erwarten.

Magspeed-Rad und Tastenkonfiguration

Das angesprochene Mausrad ist eines der Highlights der MX Anywhere 3. Es basiert auf Elektromagneten und soll laut Logitech Scrollvorgänge von 1.000 Zeilen pro Sekunde ermöglichen. Im Alltagstest konnte uns diese Funktion sehr überzeugen und schon nach wenigen Stunden wollten wir sie nicht mehr missen. Das Mausrad erwies sich besonders praktisch im Umgang mit längeren Tabellen oder auch im Videoschnitt. Von Werk aus geht der stufenweise Bildlauf nahtlos in den Freilauf über, sobald das Rad schneller gedreht wird. Direkt hinter dem Mausrad befindet sich eine dedizierte Taste, mit der manuell zwischen den beiden Scroll-Modi gewechselt werden kann. Präferiert man beispielsweise den Freilauf, so kann dieser auch dauerhaft genutzt werden. Mittels Software lässt sich sogar die Empfindlichkeit einstellen, bei der das Mausrad die Modi wechselt – dazu aber später mehr.

An der linken Seite der Maus befinden sich zwei Tasten. Ein Daumenrad fürs horizontale Scrollen, wie das der MX Master 3, kommt bei der kleinen Anywhere 3 nicht zum Einsatz. Dafür ist eine der Seitentasten so einstellbar, dass sie bei Betätigung den horizontalen Bildlauf ermöglicht.

In puncto Produktivität bietet die MX Anywhere 3 von Werk aus App-spezifische Anpassungen. Die mittlere Maus- und die zwei Seitentasten können je nach Anwendung andere Funktionen übernehmen. In Microsoft Word werden die Seitentasten beispielsweise für die Funktionen „Rückgängig“ und „Wiederholen“ genutzt. Die mittlere Maustaste aktiviert indessen das automatische Scrollen. Alle App-spezifischen Profile sind erst nach der Installation der Logitech Options-Software verfügbar. Diese ermöglicht allerdings auch die individuelle Konfiguration der Tastenbelegung.

Individualisierung und Konnektivität

Ein Kritikpunkt ist, dass sich die Empfindlichkeit der Maus (zunächst) nicht am Gerät selbst einstellen lässt. Hier sorgt jedoch die Logitech Options-Software für Abhilfe, denn ist nicht nur die Änderung der DPI möglich, sondern außerdem die besagte Nutzung und Anpassung der verschiedenen Tastenprofile. Von der Software werden dabei folgende Programme unterstützt:

  • Adobe Photoshop
  • Adobe Premiere Pro
  • Final Cut Pro
  • Microsoft Office (darunter Word, Excel, PowerPoint)
  • Google Chrome
  • Safari

Wie die einzelnen Tasten im Detail konfiguriert sind, lässt sich individuell anpassen. Ein Klick auf die zu ändernde Taste in der Logitech Options-Software öffnet ein Dropdown-Menü mit zahlreichen Belegungsoptionen. So kann dann auch beispielsweise eine der Tasten zum Wechsel der DPI genutzt werden. Für jede unterstützte Anwendung kann außerdem ein eigenes Profil angelegt werden. Abseits davon bietet die Software weitere Konfigurationsmöglichkeiten, wie für die Scroll-Kraft oder die Geschwindigkeit, mit der gescrollt werden muss, bis der Präzisionsmodus in den Freilauf übergeht.

Ein weiterer Bestandteil der Software ist Logitech Flow. Damit könnt ihr nahtlos zwischen den Bildschirmen von bis zu drei Rechnern, die sich im selben Netzwerk befinden, wechseln. Besonders praktisch ist dabei, dass sich Dateien einfach von einem auf den anderen Computer übertragen lassen. Die MX Anywhere 3 macht ihrem Namen hierbei alle Ehre, da sie nicht nur auf Windows-PCs einsetzbar ist, sondern auch mit Macs sowie Linux-Rechnern funktioniert. Sogar iPadOS und Chrome OS werden unterstützt.

Mit Logitech Flow nahtlos zwischen drei Geräten switchen

Die Maus lässt sich aber auch mit bis zu drei Computern verwenden, die sich nicht im selben Netzwerk befinden. Mit einem Knopf auf der Unterseite wechselt die Maus manuell zwischen den Geräten. Beide Optionen funktionierten im Test tadellos. Einmal eingerichtet dient die Maus als praktisches Multitasking-Werkzeug.

Die Installation der Logitech Options-Software lief sehr intuitiv ab. Die Anweisungen im Programm führen den Nutzer Schritt für Schritt durch das Setup. Bereits installierte Anwendungen, die mit der MX Anywhere 3 kompatibel sind, werden automatisch erkannt. Voraussetzung für den Einsatz der Maus ist lediglich ein Empfangsgerät mit Bluetooth Low Energy-Technologie. Alternativ ist auch der mitgelieferte Unifying-USB-Dongle zur Funkverbindung nutzbar.

Ein Sensor, der nahezu jede Oberfläche abtastet

Die Maus verdient sich ihren Namen vor allem durch den integrierten Sensor. Laut Logitech kann dieser nämlich nahezu jede Oberfläche abtasten. Diese Gelegenheit haben wir uns nicht nehmen lassen, um dies ausführlich zu überprüfen. Ein lackierter Holztisch, eine Matratze oder ein Buch bereiteten der Maus absolut keine Probleme. Es mussten also schwerere Geschütze aufgefahren werden. Selbst unkonventionelle Oberflächen wie eine weiche Bettdecke, eine Raufasertapete oder sogar ein lichtdurchflutetes Fenster konnten den Sensor aber nicht in die Knie zwingen. Wir können somit guten Gewissens behaupten, dass die Maus wohl tatsächlich auf so ziemlich jeder Oberfläche funktioniert.

Akkulaufzeit

In der MX Anywhere 3 ist ein Lithium-Polymer-Akku mit 500 Milliamperestunden verbaut. Dieser soll laut Hersteller bis zu 70 Tage lang durchhalten. Seitdem die Maus bei uns im Einsatz ist, läuft sie mit einer Akkuladung. Demnach können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine endgültige Auskunft darüber geben, ob diese Angaben den Tatsachen entsprechen. Der Fakt, dass wir uns im Testzeitraum nicht um den Akku sorgen mussten, spricht aber für eine lange Laufzeit. Der Akkustand der Maus lässt sich zudem jederzeit in der Logitech Options-Software einsehen. Zur Aufladung liegt der Maus ein USB-C zu USB-A-Kabel bei. Dieses fällt zwar eher kurz aus, wir schätzen aber sehr, dass sich der Hersteller für einen Typ-C-Anschluss entschieden hat.

Preisvergleich

Fazit

Mit einem Preis von 89,99 Euro ist Logitechs MX Anywhere 3 zwar günstiger als ihre große Schwester, zählt aber immer noch zur gehobenen Büroausstattung. Für den hohen Preis gibt es aber auch ein vielseitiges Feature-Set, das den Anforderungen professioneller Anwender von Office-Programmen sowie Foto- oder Videobearbeitungssoftware entsprechen sollte. Logitechs Flow-Software bietet viele intuitive Konfigurationsmöglichkeiten und die Einrichtung der Maus ist sehr nutzerfreundlich umgesetzt. Auch das gleichzeitige Arbeiten an mehreren Computern gestaltet sich mit der MX Anywhere 3 sehr angenehm und problemlos.

Darüber hinaus konnten wir in unserem Test keine Oberfläche finden, der die Maus nicht gewappnet war. Sie ließ sich überall präzise bedienen und machte selbst auf Glas eine gute Figur. Durch den starken Sensor sowie den kleinen Formfaktor eignet sich die MX Anywhere 3 sehr gut für den mobilen Einsatz und ist in dieser Hinsicht eine gute Alternative zur größeren MX Master 3 (Test). Für einen Aufpreis von ungefähr 20 Euro erhalten Nutzer bei letzterer allerdings auf Kosten der Größe ein zusätzliches Scroll-Rad und ein (für Rechthänder) ergonomischeres Design.

Das Magspeed-Mausrad hat uns im Test erneut überzeugt. Die schnellen Scroll-Vorgänge sind besonders bei langen Tabellen oder Webseiten eine deutliche Bereicherung, an die wir uns schnell gewöhnt haben. Nichtsdestotrotz ist der etwas lockere Sitz des Mausrads ein kleiner Störfaktor. Zugegeben, wir kritisieren hier auf hohem Niveau, aber der stolze Preis bringt auch entsprechend hohe Erwartungen mit sich. Die Logitech MX Anywhere 3 ist in den Farben Rosa, Graphit und Hellgrau zu einem Preis von 89,99 Euro UVP erhältlich.

Eingabegeräte
Allround-PC.com
01/2021
Logitech MX Anywhere 3
Empfehlung

Pro

  • sehr guter Sensor
  • präzises MagSpeed-Mausrad
  • kleiner Formfaktor
  • weitreichende Konfiguration via Software
  • intuitive Einrichtung

Contra

  • Mausrad sitzt etwas locker
  • relativ hoher Preis

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