Glorious Model I im Test: Anpassbare Maus für FPS, MMO und Co.

Fliegengewichtige Multi-Button-Maus
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Technische Daten

Modell
Glorious Model I
Material
Kunststoff
Sensortyp
optisch (Glorious BAMF Sensor)
Auflösung
100 - 19.000 DPI
Polling Rate
1.000 Hz
Geschwindigkeit
400 IPS
Beschleunigung
50 G
Tastenzahl
9
Gewicht
69 g
Anschlussart
kabelgebunden
Kabellänge
2 m
Form
Rechtshänder
BesonderheitenRGB-Beleuchtung, langlebige Glorious-Schalter, ergonomisches Design, austauschbare Seitentasten
Preis
69,90 Euro

Superleicht und wandelbar – die neue Model I von Glorious soll nicht nur besonders flink über das Mauspad huschen, sondern lässt sich mit mehreren, austauschbaren Seitentasten an verschiedene Spielstile und -genres anpassen. Wir haben die Multi-Button Lightweight-Maus für 70 Euro getestet.

Die Glorious Model I soll die bislang funktionsreichste Lightweight-Maus des Herstellers sein. Das klingt zunächst beeindruckend, zumindest bis man einen Blick auf den Funktionsumfang der übrigen Glorious-Mäuse wirft. Da sich der Hersteller nämlich auf die Produktion von funktionellen Gaming-Mäusen ohne zu viel unnötigen Schnickschnack spezialisiert, ist der bisherige Funktionsreichtum schnell übertroffen. Mit nicht weniger als vier zusätzlichen Tasten auf der Daumenseite und flexiblen Anpassungsmöglichkeiten derselben soll die Model I eine leichtgewichtige Maus für FPS-,MMO- und MOBA-Spieler gleichermaßen sein.

Design & Verarbeitung

Während die beiden Mäuse Model D (hier im Test) und Model O (hier im Test) mit ihrer schmalen, griffigen Form eher auf FPS-Spieler abzielen, setzt Glorious bei der Model I auf einen weniger kompakten Formfaktor. Durch die seitliche Daumenablage nimmt die Model I eine deutlich breitere Form an, wobei sie keinesfalls die Agilität ihrer Schwestermodelle einbüßt. Trotz der großzügigen Abmessungen wiegt sie mit knapp 71 Gramm nur unwesentlich mehr als die superleichte Glorious Model O.

Einen Teil ihres Gewichts verliert auch die dritte Glorious-Maus im Bunde durch ihr luftiges Gehäuse: Wie bei Lightweight-Mäusen üblich, weisen Mausrücken und Unterseite ein ausgestanztes Wabenmuster auf, durch welches das Innenleben sichtbar wird. Das restliche Gehäuse ist aus entweder schwarzem oder weißem Kunststoff gefertigt und weist eine ordentliche Verarbeitung auf. Sämtliche Zusatztasten sind glatt und schwarz gehalten, das griffige Gummi-Mausrad ist stark gerastert und ermöglicht präzises Scrollen. Seitlich an Mausrad und Mausrücken sind bunte LED-Streifen gelegen, eine weitere LED auf der Unterseite zeigt die aktive DPI-Stufe an.

Für schnelle, ungehinderte Mausbewegungen werden alle möglichen Störfaktoren reduziert: Das stoffummantelte Mauskabel ist besonders biegsam und leicht, womit es weniger Reibungswiderstand an Tischkanten und Co. bietet. Allgemein spüren wir wenig Reibung beim Bewegen der Maus, denn Glorious hat auch der Model I einen Satz hervorragende PTFE-Gleitfüße verpasst. Beim Herumreichen unter unseren Redakteuren war die enorme Gleitfähigkeit das mit Abstand das am meisten gelobte Feature, neben der unerwarteten Leichtigkeit. Statt vier Gleitfüßen wie bei Model O und D gibt es bei dieser Maus ganze sechs Stück, sodass auch bei festem Drücken auf die abstehende Daumenablage kein Kratzen zu hören ist.

Mit dem tausendsten Wabenmuster und der millionsten gleitfähigen Lightweight-Maus holt Glorious heutzutage allerdings niemanden mehr hinterm Sofa hervor. Wirkliches Highlight der neuesten Model-Maus ist daher sowohl die ungewöhnliche hohe Zahl an Seitentasten als auch die Möglichkeit, diese auszutauschen.

Eigenschaften

Glorious hat sich beim Thema Seitentasten nicht zu sehr ausgetobt und die Anzahl der mit dem Daumen erreichbaren Tasten im Vergleich zu früheren Glorious-Mäusen nur um zwei aufgestockt, ein Tastenfeld wie bei manchen MMO-Mäusen gibt es hier nicht. Die übliche Daumentasten-Reihe wird lediglich um eine weitere Taste erweitert, außerdem gibt es nun eine größere Taste direkt an der Daumenspitze. Diese Taste wird in der Regel als „Sniper-Taste“ bezeichnet und ist standardmäßig mit einer niedrigeren DPI-Zahl belegt. So kann durch Halten der Taste kurzfristig die Präzision beim Zielen erhöht werden. Die allgemeine Sensorauflösung lässt sich über die beiden flachen Tasten auf dem Mausrücken in vier DPI-Stufen anpassen.

Im Lieferumfang sind gleich vier alternative Tastenkappen enthalten, jeweils zwei für die hinterste Daumentaste und den Sniper-Button. Mit einer dieser Tastenoptionen lässt sich jeweils die Höhe dieser beiden Zusatztasten anpassen. Wer beispielsweise die Funktion der hinteren Taste besonders oft nutzen möchte, kann sie etwas weiter hervorstehen lassen. So lässt sich die Taste deutlich leichter mit dem Daumengelenk eindrücken. Die Sniper-Taste wird mit ihrer alternativen Tastenkappe dagegen ein ganzes Stück flacher, was wiederum versehentliche Auslöser vermeidet.

Wem es wiederum um den Daumen herum etwas zu eng wird, kann die beiden Tasten auch mit flachen Abdeckungen völlig aus dem Spiel nehmen. Die beiden Tasten lösen dann nicht mehr aus. Das Austauschen der Tasten geht recht flott mit dem Fingernagel, der Wechsel nach einer Shooter-Runde ohne störende Extratasten auf ein Hotkey-lastigeres Genre nimmt also nur wenige Sekunden in Anspruch.

Unter den beiden Haupt-Maustasten sitzen hauseigene Glorious-Schalter, die mit bis zu 80 Millionen Klicks eine lange Lebenszeit aufweisen sollen. Auch der BAMF Sensor stammt von Glorious selbst, wurde allerdings in Zusammenarbeit mit den Sensor-Experten von PixArt entworfen. Die Sensoren der Modelle O und D stammen beide von PixArt, werden jedoch vom neuen Modell mit bis zu 19.000 DPI und einer Tracking-Geschwindigkeit von 400 IPS in vielen Punkten übertroffen. Die Lift-Off-Distanz liegt mit einem Millimeter genau zwischen den beiden Kollegen. In der Glorious Core Software können viele Leistungseinstellungen der Maus angepasst werden. Die Begleitsoftware wurde überarbeitet und wirkt nun ein ganzes Stück aufgeräumter. Neben Beleuchtungsoptionen findet sich hier auch ein detailliertes Menü für die Tastenbelegung wieder, die mit vielen vorgefertigten Funktionen sehr einfach von der Hand geht.

In der Praxis stellt sich die Glorious Model I als hochpräzise heraus. Das Zusammenspiel aus einem guten Sensor, geschmeidigen Gleitfüßen und enormer Griffigkeit fühlt sich genreübergreifend sehr komfortabel an. Durch die breite Unterseite fällt es uns leicht, stets die Kontrolle über unsere Mausbewegungen zu behalten, mit dem Ring aus hervorstehenden Tasten um den Daumen kann die Maus zudem sehr schnell angehoben und neu platziert werden. Nutzer*innen mit kleineren Händen könnten dagegen ihre Probleme mit der Größe dieser Maus haben, insbesondere was die Erreichbarkeit der einzelnen Seitentasten angeht.

Fazit

Mit der Model I liefert Glorious erneut eine gelungene Gaming-Maus zum guten Preis-Leistungs-Verhältnis ab. Wie üblich konzentriert sich der Hersteller dabei – obligatorisches RGB-Blingbling ausgenommen – auf das Wesentliche, erfüllt mit optionalem Multi-Button-Layout jedoch gleich die Anforderungen mehrerer Zielgruppen. Die Auswahl verschiedener Daumentasten-Kappen ist genau ausreichend, um bestimmte Tasten für unterschiedliche Genres mehr hervorzuheben oder ganz zu entfernen. Wer bei Shootern eher über die Zusatztasten stolpert, kann sie mit einem Handgriff entfernen oder die Sniper-Taste etwas verkleinern.

Der präzise Sensor, das leichte Gewicht und die hohe Gleitfähigkeit machen die Model I zu einer hervorragenden Maus für FPS, MOBAs und MMOs, allerdings nur für mittelgroße bis große Hände. Die Verarbeitungsqualität geht für ein 70-Euro-Modell vollkommen in Ordnung, angesichts des Funktionsumfangs liegt hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vor.

Wenn wir uns auf Glorious Willen zu Kontinuität verlassen können, ist in den nächsten Monaten zudem mit einer Model I- zu rechnen, also einer kabellosen Variante.

Eingabegeräte
Allround-PC.com Award
07/2022
Glorious Model I
Preis-Leistung

Pro

  • leichtes Gehäuse
  • ergonomische Form
  • gleitfähige PFTE-Füße
  • sehr guter Sensor
  • viele, teilweise austauschbare Seitentasten

Contra

  • nicht für kleine Hände

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Robin Cromberg ... studiert Asienwissenschaften und Chinesisch an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für die Ressorts Notebooks, Monitore und Audiogeräte bei Allround-PC.com zuständig, schreibt aber auch über Produktneuheiten aus vielen anderen Bereichen.

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