MSI GK50 Low Profile TKL im Test: Die komprimierte Gaming-Tastatur

Low Profile Gaming-Tastatur mit clicky Schaltern, jetzt auch im kompakten TKL-Format
MSI  / Robin Cromberg

MSI führt mit der Vigor GK50 Low Profile TKL eine noch kompaktere Variante seiner flachen Gaming-Tastatur ein. Unter den flachen, aber ergonomisch angewinkelten Tastenkappen sitzen clicky Kailh Choc White Switches.

Übersicht

Die Gaming-Tastaturen der MSI Vigor-Serie sind inzwischen in verschiedensten Ausführungen erhältlich, hielten jedoch bislang stets am vollen 100-Prozent-Layout samt Sechser- und Ziffernblock fest. Während andere Hersteller inzwischen nicht nur TKL-, sondern auch die besonders kompakten 60-Prozent-Modelle anbieten, erweitert MSI sein Tastaturen-Sortiment indessen um die erste Tenkeyless-Variante.

Dabei handelt es sich um die MSI Vigor GK50 Low Profile, die neben der üblichen Ausstattung für Gaming-Tastaturen auch extraflache Kailh Low Profile White Clicky Schalter samt passender Tastenkappen zu bieten hat. Zuvor haben wir bereits das Modell Vigor GK50 Elite getestet, die – abgesehen von den Tastenschaltern und -kappen – mit einem ähnlichen Funktionsumfang aufwartet.

Design & Verarbeitung

MSI hält am Design der Vigor GK50 fest, im Grunde wurde lediglich der NumBlock entfernt und die Leiste für Status-LEDs wandert auf die nun offene, rechte Seite. Damit geht ein kompaktes, auf die Abmessungen des Tastenfeldes zugeschnittenes Gehäuse mit einer hauchdünnen, gebürsteten Aluminium-Oberplatte einher. Trotz derer weist das Gaming-Keyboard ein überschaubares Gewicht von 517 Gramm auf.

Aushängeschild sind weiterhin die Low Profile Tasten. Die Tastenkappen selbst sind ebenfalls flach gehalten, wobei die unkonventionelle, achteckige Form eher Geschmackssache ist. Darunter befinden sich freiliegende Kailh Choc White Tastenschalter, auf deren Eigenschaften wir im folgenden Abschnitt eingehen. Optisch machen die semitransparenten und beleuchteten Schalter in Kombination mit der reflektierenden Aluminiumoberfläche einiges her.

Allerdings verhindert die Platzierung der LED am oberen Schalterrand eine homogene Ausleuchtung einiger Tastenkappen: Bei mit einzelnen Buchstaben bedruckten Tasten ist das kein Problem, die mit Symbolen überladenen Tasten des Sechserblocks werden hingegen nur zur Hälfte ausgeleuchtet. Ein nettes Detail ist hingegen die Integration der seitlichen Status-LEDs für Game-Mode und Feststelltaste in die bunte RGB-Landschaft.

Die MSI Vigor GK50 TKL lässt sich mittels zweier verschieden großer Standfuß-Paare angewinkelt aufstellen. Selbst ohne Standfuß weist das Tastenfeld eine leichte Steigung auf, womit ein ergonomisches Tippgefühl ermöglicht werden soll. Damit liegt die Low Profile Tastatur aber ironischerweise ein ganzes Stück höher als beispielsweise die außerordentlich flache Logitech G915 TKL, zumal auch die ergonomisch geformten Tastenkappen des MSI-Modells zur gesteigerten Gesamthöhe der Tasten beitragen.

Im Vergleich zu einer herkömmlichen mechanischen Gaming-Tastatur eignet sich die GK50 Low Profile TKL jedoch bestens zur Mitnahme. Mit ihrem flachen Profil und dem beiliegenden Transportbeutel kann sie ganz einfach im Rucksack verstaut werden, auch das USB-C-Kabel ist abnehmbar.

Eigenschaften

Im vorausgehenden Abschnitt haben wir es bereits angedeutet: Die wenigen Tasten der MSI Vigor GK50 Low Profile TKL sind zum Teil mit Symbolen für Zusatzfunktionen vollgepackt, die bei gedrückter Fn-Taste (hier durch einen MSI-Drachen markiert) auslösen. Die Doppelbelegungen halten sich gegenüber einer 60-Prozent-Tastatur – bei der auch Pfeil- und Sondertasten irgendwo untergrebracht werden müssen – jedoch in Grenzen. Eindeutige und detaillierte Beschriftungen helfen zudem, den Überblick zu bewahren.

Auf der obersten Tastenreihe verteilen sich die üblichen Multimediatasten, also zur Regulierung der Lautstärke und zur Wiedergabesteuerung. Über den Sechserblock und die Pfeiltasten lässt sich ganz ohne Software die RGB-Beleuchtung anpassen. Neben dem aktiven Effekt können hier auch LED-Helligkeit, Effektgeschwindigkeit und Farbe gewechselt werden.

Alternativ können wir diese Anpassungen auch etwas detaillierter in der Software “MSI Center” vornehmen. Hier lassen sich bis zu drei Profile mit individuellen Einstellungen auf dem Onboardspeicher der Tastatur sichern und auch an fremden PCs sofort abrufen. Nur über diese Software können zudem Makro-Befehle programmiert und ebenfalls auf den drei Profilen gespeichert werden.

Unter den flachen Tastenkappen sitzen Kailh Choc White Low Profile Tastenschalter, deren rote Variante beispielsweise auch im gleichen Preissegment beim Low-Profile-Konkurrenten Sharkoon PureWriter RGB zum Einsatz kommt. Fast ein Dutzend Varianten der Low Profile Schalter von Kailh gibt es inzwischen, die sich in der Schaltcharakteristik (Linear, Taktil und Clicky) und der benötigten Betätigungskraft unterscheiden.

Die in der GK50 Low Profile TKL eingesetzten weißen Schalter geben bei jedem Anschlag ein klickendes, akustisches und haptisches Feedback. Die Betätigungskraft wird mit 50 Gramm angegeben, was immerhin unter den 60g eines clicky Cherry MX Blue in Standardgröße liegt, aber den üblichen Wert von 45g der meisten linearen “roten” Schalter übersteigt. In der Praxis ist der Unterschied kaum auszumachen, das Gleiche gilt für den minimal reduzierten Betätigungs- und Gesamthubweg von 1,5 mm cm und 3 mm. Die Tasten lösen schnell aus, sind aber nicht zu empfindlich, um darauf fehlerfreie Texte zu verfassen oder sich im Spiel ständig versehentlich Granaten vor die eigenen Füße zu schmeißen.

Beim Praxistest fielen uns dennoch hin und wieder schwammige Tastenanschläge auf, die wohl der Tastenführung zuzuschreiben sind. Beim schnellen Tippen kam es vor, dass eine nicht mittig gedrückte Taste ein wenig schwergängiger auslöste. Besonders beim Drücken der Umschalt-, Steuerungs- oder Leertaste konnten wir dieses Problem hin und wieder beobachten.

Fazit

Die MSI Vigor GK50 Low Profile TKL bringt flache Tasten und ein verkürztes Tastenfeld unter ein Dach, womit sie sich besonders für den Transport eignet. Wer die Tastatur besonders wegen ihrer Optik ins Auge gefasst hat, erhält mit den achteckigen, ergonomischen Tastenkappen immerhin eine Alternative zum herkömmlichen Tastendesign – auch wenn MSI hier nicht jeden Geschmack treffen dürfte.

Unter den Kappen sitzen mechanische Kailh Choc White Schalter mit taktiler “clicky” Schaltcharakteristik, auf denen Vielschreiber und Spieler gleichermaßen angenehm flott tippen. Die TKL-Version der GK50 verzichtet weitestgehend auf Spielereien: Wer auf Makros pfeift, kann sogar die Software gänzlich außen vor lassen und behält per Tastenkombination dennoch Zugriff auf die RGB-Steuerung.

Preislich reiht sich die MSI GK50 TKL mit 89,90 Euro UVP in etwa zwischen der Sharkoon PureWriter TKL (Test) für aktuell knapp 70 Euro und der Cooler Master SK630 (Test) für rund 100 Euro ein. Das Sharkoon-Modell verzichtet leider trotz gleicher Tastenanzahl auf die Multimediasteuerung, hat ansonsten aber für knapp 20 Euro weniger einen ähnlichen Funktionsumfang zu bieten. Letzten Endes entscheidet der Geschmack, der wohl sowohl gegenüber den flachen, eng angeordneten Tasten der PureWriter als auch den achteckigen, ergonomischen Kappen der GK50 von Person zu Person unterschiedlich ausfallen wird.

Pro

  • mechanische Kailh Choc White Low Profile Schalter
  • Aluminium-Oberseite
  • LED-Steuerung per Tastenkombination
  • Tastenkappen-Tool beiliegend
  • abnehmbares USB-C Kabel
  • geringes Gewicht & kompakte Abmessungen

Contra

  • teils schwammige Tastenführung

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