Thrustmaster T248 im Test: Preiswertes Lenkrad für PC & Konsole

Anpassbares Force Feedback und verstellbare Pedaleinheit
 / Robin Cromberg

Das Thrustmaster T248 ist bereits unter 300 Euro zu haben und bietet für einen überschaubaren Preis viele Funktionen. Neben einem leistungsstarken Motor, der Zahnrad- und Riemenantrieb kombiniert, hat das Gaming-Lenkrad für PC und Konsole auch ein Pedalset sowie umfangreiche Anpassungsoptionen zu bieten.

Übersicht

Gaming-Lenkräder gehören wohl zu den Eingabegeräten mit einer der größten Preisspanne: Hobby-Rennfahrer*innen, denen der Xbox-Controller nicht mehr ausreicht, finden zwischen 20 Euro und dem hohen drei- oder gar vierstelligen Bereich Lenkräder in allen Formen und Farben, mit oder ohne Pedale und stark schwankendem Funktionsumfang. Das Thrustmaster T248 gehört mit seinen knapp 350 Euro UVP (hier kaufen) daher zur Mittelklasse und möchte mit einem einstellbaren Pedalset, vielen belegbaren Tasten und einer Zahnrad-Riemen-Kombination Arcade-Racer wie Fahrsimulatoren für verhältnismäßig kleines Geld gleichermaßen zufrieden stellen.

Design & Verarbeitung

Hinsichtlich der Wahl und Verarbeitungsqualität der verwendeten Materialien hinterlässt das Thrustmaster T248 einen guten ersten Eindruck: Zwar kommt am Lenkrad selbst kein Metall zum Einsatz, die verschiedenfarbigen Kunststoffelemente wirken jedoch angemessen wertig. Der Außenring ist mit einer griffigen Lederummantelung versehen, die auch bei schnellen Lenkmanövern guten Halt bietet, aber leider nicht die Innenseite abdeckt. Die Finger liegen also überwiegend auf Kunststoff. Das ist in dieser Preisklasse zu verzeihen, auch wenn Konkurrenten wie das Logitech G920* für mittlerweile weniger Geld ein voll mit Leder ummanteltes Lenkrad bieten.

Gleich hinter dem Lenkrad sitzen zwei magnetische Schaltwippen, die zwar in Metalloptik gehalten, aber ebenfalls aus Kunststoff gefertigt sind. Diese Wippen verfügen über einen sehr kurzen Auslöseweg und schnellen nach jeder Betätigung augenblicklich zurück, womit reaktionsschnelle Fahrer*innen voll auf ihre Kosten kommen. Allerdings sind die Schalteingaben außerordentlich laut und lassen auch unsere Kollegen zwei Räume weiter noch wissen, wenn wir gerade nach einem Unfall wieder im ersten Gang anfahren müssen.

Auf der Vorderseite des Lenkrads findet sich je nach Version die typische Tastenbeschriftung eines Playstation- respektive Xbox-Controllers wieder – nur eben verteilt über den Mittelteil des Lenkrads. Die Schultertasten sind frontal oberhalb der Richtungs- und Aktionstasten platziert und jeweils mit dem Daumen gut zu erreichen. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es die Share/Create- sowie Options-Tasten, sowie zwei Tasten zur Steuerung von Lenkrad-spezifischen Funktionen. Auch zwei Kippschalter an den äußeren Rändern gehören nicht zum üblichen Layout eines Playstation-Controllers, sondern sind zur freien Programmierung im Spiel gedacht.

Mittig besitzt das Thrustmaster T248 ein Display, das einerseits zur Navigation durch die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten der Lenkradfunktionen genutzt wird. Andererseits lassen sich hier aber auch Telemetriedaten wie Schaltung, Geschwindigkeit, Drehzahl, Position, Rundenzahl oder Rundenzeit darstellen – sofern das Spiel den Bildschirm des T248 unterstützt. Eine Liste kompatibler Spiele umfasst bislang Titel wie Gran Turismo 7, Dirt 5, Assetto Corsa Competizione, Euro Truck Simulator 2 und einige mehr, weitere Spiele sollen bald ebenfalls unterstützt werden.

Besonderes Highlight des T248 ist die T3PM-Pedaleinheit: Die Kappen der drei Pedale sind aus Metall gefertigt, der Rest erneut aus Kunststoff. Winkel und Position der einzelnen Pedalköpfe sind aber individuell einstellbar, lassen sich also entsprechend der Fußstellung der Fahrenden verschieben und optimal ausrichten. Hierzu wird lediglich der mitgelieferte Inbusschlüssel benötigt. Auch der Bremsdruck der mittleren Pedale kann durch Auswechseln der beiden mitgelieferten Federn und eines Dämpfungsrings in vier Stufen angepasst werden. Ein Nachteil der Pedaleinheit ist allerdings, dass sie beim dynamischen Bleifuß schnell verrutscht – auch auf flachen Hartböden. Wer nicht gleich zum Cockpit greifen möchte, sollte das Pedalset also lieber direkt an die Wand oder ein ähnlich stabiles Gegengewicht stellen.

Funktionen und Praxistest

Das Thrustmaster T248 ist in zwei Varianten (Playstation / Xbox) erhältlich, die beide mit dem PC und jeweils mit aktuellen Xbox- oder Playstation-Konsolen kompatibel sind. Unser Testmodell ist für PS4/PS5 geeignet und weist das Tastenlayout des entsprechenden Controllers auf, bei der Xbox-Version würden wir hier die bekannte XYAB-Beschriftung vorfinden. Der Verbindungsmodus wird über das Display direkt am Lenkrad eingestellt.

Zuvor muss das Lenkrad jedoch erst einmal angeschlossen werden. Der Aufbau ist relativ unkompliziert: Zunächst werden die Kabel für Strom, die Datenverbindung und das Pedalset an der Unterseite des Motors eingesteckt, Kabelführungen und Klettverschluss-Kabelhalter helfen beim Wahren der Ordnung unter dem Schreibtisch. Auf diesem wird das Lenkrad im nächsten Schritt befestigt, hierbei kommt eine Tischklemme aus Kunststoff zum Einsatz. Allzu stabil wird das Konstrukt aufgrund der kompakten Abmessungen zwar nicht, wer besonderen Wert auf Stabilität legt, wird das Lenkrad aber wohl ohnehin in ein Cockpit stecken. Hierfür lässt sich das Befestigungssystem abschrauben, darunter kommt eine Gewindebohrung zum Vorschein.

Nach Anschluss an Strom und PC/Playstation kalibriert sich das Lenkrad selbstständig und rotiert im Drehwinkel von 900°. Am PC muss eine zusätzliche Treibersoftware heruntergeladen werden, über das Control Panel stehen hier allerdings auch zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten für Force Feedback, Rotationswinkel und Co. zur Auswahl.

Das Force Feedback des Thrustmaster T248 kann sich für seine Preisklasse durchaus sehen lassen. Beim sogenannten „Hybrid Drive“-System kommt eine Kombination aus Riemen- und Zahnradantrieb zum Einsatz, durch den sich Bewegungen reibungsloser als bei vielen anderen günstigen Lösungen anfühlen. Die sehr natürlich wirkende Übersetzung trägt sehr zur Immersion bei, kann aber auch noch an die Vorlieben der Nutzer*innen angepasst werden.

Denn auch ohne Control Panel kann die Stärke des Force Feedback Effekts direkt am Lenkrad in drei Modi eingestellt werden. Eine höhere Force-Feedback-Stufe lässt uns beim Schleudern nach missglückten Drifts die Gegenkraft beim Lenken deutlicher spüren. Insbesondere weniger talentierten Rennfahrern wie mir, der sich in Forza Horizon 5 schnell mit der Zurückspulen-Taste anfreunden musste, gibt dieses stärkere Force Feedback ein besseres Gefühl für die verschiedenen Kräfte, die in solchen Situationen auf das Fahrzeug (oder eben das Lenkrad) einwirken. Die eine oder andere Schlitterpartie blieb dennoch nicht aus, da hilft auch die ausgeklügelteste Fahrhilfe nichts.

Die Qualität der Force Feedback Effekte hängt natürlich stets mit der Implementierung im jeweiligen Spiel zusammen. Sowohl bei Dirt 5 als auch Forza Horizon 5 machten sowohl holprige Offroad-Fahrten als auch präzise Runden auf der Rennstrecke ordentlich Laune, obwohl letzteres Spiel beispielsweise noch nicht alle Funktionen des Lenkrads (z.b. die Displayanzeige von Spielinformationen) unterstützt. Die Unterschiede der drei Force Feedback Modi sind jedoch unabhängig vom Spiel spürbar.

Für Funracer bzw. Arcade-Rennspiele hat das Thrustmaster T248 also eine ganze Menge Spaß im Gepäck, doch wie sieht es mit „ernsteren“ Simulationen aus? Hier kommt der große Auftritt der bis zu 25 Aktionstasten rund ums Lenkrad, die eine Vielzahl der verschiedenen Spielfunktionen abdecken können. Neben dem üblichen Controller-Mapping, den Schaltwippen und den Einstellungstasten des T248 stehen Nutzer*innen zwei Dual-Position-Encoder zur Verfügung, die mit weiteren Ingame-Funktionen belegt werden können.

Fazit

Das Thrustmaster T248 hat für 349,99 Euro UVP einen soliden Funktionsumfang zu bieten, mit denen es sich in der Mittelklasse hervortut. In den letzten Monaten ist der Preis bereits überraschend schnell vorübergehend auf knapp 250 Euro gefallen. Die Zahnrad-Riemen-Kombination sorgt für gutes Force Feedback, das sich – unabhängig vom Spiel – in mehreren Stufen anpassen lässt und ein immersives Fahrgefühl erzeugt. Zum Mittendrin-Gefühl trägt auch das Display bei, welches viele Ingame-Telemetriedaten anzeigen kann. Die Liste der unterstützten Spiele soll noch erweitert werden, umfasst aber bereits einige der beliebtesten Titel.

Freiheiten bei den Einstellungsmöglichkeiten bietet auch das Pedalset, dessen Pedalköpfe an die Fußpositionen und -größen verschiedener Nutzer*innen angeglichen werden können. Zusätzlich können verschiedene Bremsdruckmodi durch ein simples Austauschen der Feder gewählt werden. Eine Vielzahl an Tasten sowie die ordentliche Verarbeitungsqualität inklusive Lederummantelung runden das Paket ab, sodass wir leichte Schnitzer wie die recht lauten, aber schnellen Schaltwippen sowie das gerne mal wegrutschende Pedalset verzeihen können.

Eingabegeräte
Allround-PC.com Award
05/2022
Thrustmaster T248
Preis-Leistung

Pro

  • gute Verarbeitung
  • (je nach Spiel) tolles Force Feedback in 3 Stufen
  • Display mit vielfältigen Anzeigemöglichkeiten
  • Anpassbare Pedalköpfe
  • Variable Bremsdruckmodi

Contra

  • laute Schaltwippen
  • Pedalset rutscht schnell weg

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