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Asus ROG Harpe Ace Aimlab Edition im Test: FPS-Skills nach Maßanfertigung

Diese leichte Gaming-Maus bringt euch das Zielen bei

Asus schickt mit der ROG Harpe Ace eine weitere Lightweight-Maus für FPS-Fans ins Rennen, die sich durch eine Software-Kooperation besonders von der Konkurrenz abheben soll: Der exklusive Aim Lab Settings Optimizer analysiert euer Gameplay und schlägt Mauseinstellungen vor, die am besten zu eurem Spielstil passen.

Mit knapp 150 Euro ist die Asus ROG Harpe Ace AimLab Edition (im Folgenden abgekürzt, da eine Non-AimLab-Edition nicht existiert) kein Schnäppchen, obwohl sie schlichter kaum aussehen könnte. Hinter diesem Preis verbirgt sich jedoch eine Sammlung von Features, die sich sehen lassen können. Allen voran die Kooperation mit der Software AimLab, in der bei Verwendung der Harpe Ace neue Optionen im Settings Optimizer freigeschaltet werden. Mit diesem sollen durch eine Reihe von Tests die idealen Mauseinstellungen ermittelt werden, die perfekt zum Spielstil des Nutzers oder der Nutzerin passen. Hinzu kommen ein hochauflösender Sensor und gleich drei Verbindungsmodi mit oder ohne Kabel.

Design & Verarbeitung

Optisch schaltet die ROG Harpe Ace selbst gegenüber eher schlichten Verwandten wie der ROG Keris Wireless oder der ROG Strix Impact II noch einen Gang herunter und setzt auf ein sehr schlichtes Design. Das Aussehen lässt sich nur als Basis-Mausdesign beschreiben, täuscht jedoch über die qualitativen Eigenschaften hinweg. Denn bereits beim ersten Ausprobieren macht die mit 54 Gramm sehr leichte Gaming-Maus einen hochwertigen Eindruck.

Die raue Oberflächenbeschichtung bietet einen gewissen Halt und nimmt selbst nach längerer Nutzung noch keinen unschönen Glanz oder Spuren von Fingerabdrücken an. Auch die leicht geriffelten Seiten auf Höhe des Daumens und des kleinen Fingers verhindern, dass wir die Maus bei zu schnellen Bewegungen vom Tisch schmeißen. Möglich wär’s, denn auf ihren PTFE-Füßen gleitet die ROG Harpe Ace mühelos über das Mauspad.

ROG Hone Ace Aim Lab Edition Gaming-Mauspad: Gimmick für Heimwerker?

Ein kleiner Schubs reicht bereits aus, um die Maus ganze 24 Zentimeter weit rutschen zu lassen. Diesen hochwissenschaftlichen Test haben wir ganz ohne Zollstock mit dem ROG Hone Ace Mauspad durchgeführt, das praktischerweise mit Messmarkierungen versehen ist. Eigentlich sollen diese Markierungen helfen, die Handbewegungen beim Flicking zu messen und die Präzision zu verbessern. Hierzu wird eine spezielle Aufgabe der AimLab-Software verwendet, letzten Endes wirkt diese Funktion des 40 Euro teuren Mauspads jedoch eher wie ein Gimmick. Praktischer sind da die besonders gleitfähige und obendrein wasser-, öl- und staubabweisende Oberfläche.

Zwischen den beiden breiten Maustasten sitzt ein taktiles Mausrad mit griffiger Gummioberfläche für präzises Scrollen, das tief im Gehäuse sitzt und leicht zur Betätigung der mittleren Maustaste eingedrückt werden kann. Die matt durchscheinende Beleuchtung kann zur Benachrichtigung über niedrigen Batteriestand genutzt und minimal in der Software angepasst werden.

Im Lieferumfang sind einige Extras wie zusätzliche Gleitfüße und Griptape enthalten, außerdem finden wir hier das USB-C-Ladekabel und eine Dongle-Verlängerung vor. Der Dongle selbst ist in einem magnetischen Fach an der Unterseite der Maus verwahrt. Dort befinden sich auch ein Schalter zum Wechsel des Verbindungsmodus, eine DPI-Taste und eine Taste für Bluetooth-Pairing.

Eigenschaften

Vor einigen Jahren noch undenkbar, inzwischen jedoch beinahe Standard: Die ROG Harpe Ace und viele ähnliche eSport-Mäuse lassen sich entweder per USB-Kabel oder kabellos nutzen. Neuere Wireless-Technologien wie ROG SpeedNova reduzieren die Latenz bei einer Funkverbindung auf ein für Normalsterbliche kaum spürbares Minimum, das einer Kabelverbindung in den meisten Fällen in nichts nachsteht. Die anspruchsvollsten Profi-Spieler werden für zusätzliche Sicherheit vermutlich dennoch zum Kabel greifen.

Die Akkulaufzeit wird von Asus mit 90 Stunden bei deaktivierter Beleuchtung angegeben, mit Standard-Leuchteffekten soll die Maus immerhin fast 80 Stunden durchhalten. Nach rund einer Woche mit aktiven LEDs ist die ROG Harpe Ace noch weit vom Ende ihrer Akkulaufzeit entfernt, zumal sich in diesem Zeitraum mehr als genug Gelegenheiten für sporadische Aufladevorgänge bieten. Ich habe die mitgelieferte Dongle-Erweiterung an das Mauspad geklemmt, sodass ich das Ladekabel im Notfall schnell zur Hand zu habe.

Im Spiel habe ich die ROG Harpe Ace also durchweg kabellos genutzt und nicht den Hauch einer Benachteiligung gespürt. Im Gegenteil ermöglicht die Kombination aus geringem Gewicht, geschmeidigen Gleitfüßen und dem hochauflösenden optischen ROG AimPoint-Sensor, mit bis zu 36.000 DPI Auflösung und unter 1% cpi (Counts per Inch) Abweichung, sehr schnelle und präzise Mausbewegungen.

Unter den Maustasten sitzen hauseigene ROG Micro Switches mit einer Lebensdauer von 70 Millionen Klicks. Die beiden flachen Daumentasten lösen leicht genug für schnelle Manöver aus, ohne dabei überempfindlich auf versehentliche Berührungen zu reagieren. Ab dem ersten Ausprobieren fühlt sich die ROG Harpe Ace nicht ungewohnt unter den Fingern an, sondern als würde ich sie schon seit vielen Monaten nutzen.

Software

Allgemeine Einstellungen wie die Tastenbelegung, Sensorempfindlichkeit und Co. werden wie üblich in der hauseigenen Treibersoftware vorgenommen. Im Falle von Asus ist das die Armoury Crate Software, die alle verwendeten Produkte des Herstellers unter ein Dach bringt und deren Verwaltung sehr angenehm gestaltet. Es können vier DPI-Stufen gespeichert und nach Belieben angepasst werden, ebenso finden wir hier eine genaue Prozentanzeige des verbleibenden Akkus und natürlich die Möglichkeit, die Leuchteffekte des LED-Mausrads zu verändern. Auch eine Oberflächenkalibrierung wird angeboten, mit der sich das Sensorverhalten genau auf das gewählte Mauspad abstimmen lässt.

Einen wirklichen Mehrwert bietet die Harpe Ace allerdings erst in Kombination mit einer zweiten Software: Das namensgebende Programm AimLab kann kostenlos über Steam heruntergeladen werden und wird in der Regel genutzt, um Reflexe und Präzision für Shooter zu trainieren. Diese Grundfunktionen stehen jedem Nutzer zur Verfügung. Erkennt das Programm jedoch eine angeschlossene ROG Harpe Ace, werden in den Einstellungen drei neue Testaufgaben unter dem Menüpunkt „Einstellungsoptimierungen“ freigeschaltet. Mit diesen werden die ideale DPI, Lift-off-Distanz und Winkelabstimmung (Angle Tuning) ermittelt und nach dem Test automatisch übernommen – wenn wir das möchten.

Die Tests bestehen jeweils aus drei verschiedenen, über mehrere Minuten wiederholte Aufgaben, bei denen wir mit dem Fadenkreuz einem umher schwirrenden Objekt folgen, schnell große Ziele und präzise kleine Ziele abschießen müssen. Da jeder Durchlauf mit anderen Sensoreinstellungen durchgeführt wird, gehen die ersten Schüsse einer neuen Übung in meinem Fall aufgrund der Umgewöhnung am Ziel vorbei, erst zum Ende der nur wenige Sekunden andauernden Testphasen konnte ich die Ziele mit der aktuellen Einstellung etwas sicherer erwischen. Damit sich das Ergebnis nicht verfälscht, soll der vorgeschlagene Wert jedoch nicht auf der Punktzahl, sondern den „physischen Mausbewegungen“ basieren.

Nach einem ersten, demütigenden Testdurchlauf schlägt mir AimLab eine schwindelerregend hohe Empfindlichkeit von 1.550 DPI vor. Hibbelig wie ich nach einer Überdosis Kaffee zuckt mein Mauszeiger in Richtung „Zurücksetzen“-Option. Danke, aber nein danke. Beim zweiten Versuch bin ich eingespielt, wenn auch inzwischen leicht angenervt von der bei jedem Test von vorn beginnenden Hintergrundmusik. 750 DPI sollen meinen nach wie vor holprigen Zielkünsten auf die Sprünge helfen, findet AimLab. Üblicherweise spiele ich mit 800 bis 900 DPI, mit diesem Vorschlag kann ich mich also deutlich besser anfreunden. Leider wurden die per AimLab festgelegten Einstellungen bei unserem Test nicht korrekt in den Mauseinstellungen von Armoury Crate angezeigt. Wer verschiedene Einstellungen für andere Spiele oder mehrere DPI-Stufen nutzen möchte, muss sich die vorgeschlagenen Werte merken und manuell hinterlegen. Wer mit seinen ermittelten Einstellungen hingegen zufrieden ist, wirft womöglich kaum noch einen Blick in diesen Bereich der Asus-Software.

Fazit

Ein besserer FPS-Spieler bin ich zwar auch nach mehreren Kalibrierungs- und Trainingsdurchläufen noch nicht geworden, dafür verfolgt mich die dramatische AimLab-Musikschleife nun im Traum. Erfahrene AimLab-Nutzer und Shooter-Experten werden aus der automatischen Sensorkalibrierung womöglich deutlich schneller einen Vorteil im Spiel ziehen können.

Spieler wie ich, die sich nur hin und wieder an Shootern probieren und nach Gefühl eine grobe DPI-Präferenz einspeichern, werden durch die Tests jedoch sehr gründlich an ihre idealen Mauseinstellungen herangeführt. Bis diese maßgeschneiderten Werte gefunden und eine merkliche Verbesserung eintritt, werden die ROG Harpe Ace und ich aber noch einige Runden in AimLab drehen müssen.

Auch ohne Trainings-Software dürften sich durch die ROG Harpe Ace AimLab Edition die Gewinnchancen vieler Nutzer deutlich bessern. Die 54 Gramm leichte Gaming-Maus gleitet auf PTFE-Füßen und ohne Kabel geschmeidig und schnell über das Mauspad, Signale des hochauflösenden AimPoint-Sensors werden fehler- und verzögerungsfrei übertragen. Der Preis von mittlerweile rund 150 Euro ist zwar kein Schnäppchen, beinhaltet aber auch die exklusiven AimLab-Features. Wer darauf verzichten kann, findet gute Lightweight-Mäuse bereits für deutlich weniger Geld.

Eingabegeräte
Allround-PC.com Award
05/2023
Asus ROG Harpe Ace AimLab Edition
Empfehlung

Pro

  • exklusiver AimLab-Modus für optimale Mauseinstellungen
  • geringes Gewicht
  • griffige Form
  • Staufach für Dongle
  • lange Akkulaufzeit
  • Kabel-, Funk- oder Bluetooth-Verbindung

Contra

  • Synergie zwischen AimLab und Armoury Crate ausbaufähig

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Redakteur Robin im grünen Pulli Robin Cromberg

... studiert Asienwissenschaften und Chinesisch an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für die Ressorts der Eingabe- und Audiogeräte bei Allround-PC.com zuständig, schreibt aber auch über Produktneuheiten aus vielen anderen Bereichen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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